Dass Märchen vom Prinz Rodorian 4

Prinz Rodorian und das Elfenreich

Der Prinz ritt nach dem wehmutsvollen Abschied von der Bürgermeisterfamilie nachdenklich und doch vergnügt aus der kleinen Stadt Madriroma in Richtung Alvenutra. Zuerst in seiner Provinz Attilandis, zwischendurch in dem kleinen Dorf Rodaris, jetzt in dem von Trockenheit geplagten Landstrich um Madriroma, wo ein Fluss zurückkam, er hinterließ bei jeder Station zufriedene Landesbewohner. Als letzte wichtige Aufgabe in Madriroma hatte er einen Brief geschrieben bezüglich der Klagen über den Grafen Costarte. Er schlug seinem Vater vor, dass der Graf nur ein Drittel der Gebühren verlangen dürfte und die anderen zwei Drittel für die letzten drei Jahre an die Bewohner Madriromas erstatten sollte. Zudem wäre es mehr als angemessen, dass der Justizminister eine weit nennenswertere Summe in die Notkasse der Bürger Madriromas einzahlen sollte, weil er sein Amt nicht unparteiisch ausgeübt hatte. Es war ihm nicht sehr wohl dabei gewesen, die Tochter des Bürgermeisters ohne Bedenken für eine Tätigkeit im Schloss zu empfehlen, immerhin war er nur der dritte Ritter, der sie durchbohrt hatte, doch im Gedenken an seine Schwester hatte er Verständnis für die Geschwister. Und er würde auch fürderhin ziemlich verständnisvoll sein, wenn er die ganze Familie, die Mutter und Tochter, den Vater und Bruder dazu bekam. Eigenhändig gab er seinen Brief dem jungen Mädchen mit, damit dieser auf schnellstem Wege in die Hände seines Vaters kam. Trotzdem sollte das nicht zur Gewohnheit werden, dass er seinen Eltern nur junge Frauen ins Schloss schickte, denen die eigentliche Eintrittskarte dafür bereits fehlte.
Seine nächste Station dürfte ihm vermutlich nicht so viel Vergnügen bereiten, wenn er den Worten des Bürgermeisters und anderer Einwohner Madriromas Glauben schenken konnte. Er traute den Aussagen der ehrenwerten Leute. Der Richter und dessen Frau waren also in Alvenutra die möglichen Übeltäter. Er würde ihnen scharf auf die Finger sehen. Wenn sich solches so weit verbreitete, dann war es bestimmt nur die Spitze des Unrechts. Immerhin schien er in Alvenutra weit weniger bekannt zu sein, weil seine Eltern seit vielen Jahren und er überhaupt noch nie dort gewesen war, dennoch beschloss der Prinz, die Stadt in einem weiten Bogen zu umreiten und von einer anderen Seite zu kommen, selbst wenn er dadurch einen Tag später ankam. Das erschwerte mögliche Nachforschungen über ihn, so dass er sein Inkognito bestimmt länger aufrechterhalten konnte. Zu gegebener Zeit würde er sich schon zu erkennen geben. Der Prinz verließ die Straße an einem Bogen und folgte einem Feldweg, der geradewegs auf einen Wald zulief. Er brauchte keine Poststation zum Nächtigen, eine Wiese tat es wahrlich noch in dieser Jahreszeit. Sein braver Hengst mochte eh seit jeher lieber freies Gelände als einen Stall oder eine eingegrenzte Koppel. Lediglich auf der kleinen Koppel des Tuchhändlers wäre er wohl gern geblieben als einziger Hengst unter sechs Stuten, wo er offensichtlich seinen Stammbaum fortgepflanzt hatte.
In diese Gedanken versunken merkte Rodorian nicht, dass er bereits im Wald angekommen war. Der weiche Waldweg dämpfte die Hufschläge seines Pferdes. Ehe es völlig dunkel wurde, sah er eine grasbewachsene Lichtung. Das lange weiche Waldgras eignete sich bestens als Nachtlager, zumal daneben ein Bach vorbeiplätscherte. Er stillte seinen Durst und wusch sich, sein treuer Hengst erfrischte sich ebenfalls mit langen tiefen Zügen, dann richtete sich der Prinz am Rand der Lichtung im Schatten der Bäume sein Nachtlager, während sein Pferd noch ein wenig von diesem langen blaugrünen Gras probierte, ehe es sich nahe seines Herrn ebenfalls niederlegte.

Nach einigen Stunden schreckte Rodorian auf und rieb sich die Augen. Schlief er, träumte er oder war es Wirklichkeit? Im hellen Licht des Vollmondes kamen kichernd junge Frauen auf die Lichtung, warfen ihre fast durchsichtigen Gewänder ab und vergnügten sich gemeinsam im kristallklaren Bach. Rodorian wusste nicht, ob er von seinem beschatteten Platz aus allen ins Antlitz geschaut hatte, doch eines wusste er, die letzte und offensichtlich jüngste der Frauen brachte eine Saite in ihm zum Klingen, die bisher nur leise bei seiner Schwester angeschlagen hatte. Rasch erhob er sich und ging zu den Kleidern, nahm das ihre weg und verschwand wieder im Schatten seines Baumes. Bald kamen die zauberhaften jungen Frauen zurück und nahmen sich ihre Kleider. Nur eine begann zu klagen, stand nackt und bloß auf der Lichtung, denn ihr Kleid war verschwunden. Eine Weile halfen die anderen jungen Frauen suchen, kamen ihm mehr als nahe, dann mussten sie wohl zurück, um das Unglück zu melden. Nackt und klagend suchte die blutjunge Frau eine Zeitlang allein weiter, bis sie weinend auf der Lichtung sitzen blieb.
Rodorian konnte ihr Leid nicht mehr ansehen und ging zu ihr, damit sie ihr Kleid bekam, doch nicht, ohne dass er sich vorher selbst so entblößte wie das zauberhafte Wesen auf der Lichtung. Sie sah ihn noch nicht, doch er konnte sie im Mondlicht umso besser betrachten, die aufgereckten jungen Brüste, die verlockenden Schenkel mit der geheimnisvollen Spalte dazwischen. Erschrocken zuckte sie zusammen, als plötzlich ein Mann vor ihr stand, hastig versuchte sie, sich zu bedecken mit ihren Händen und ließ es wieder. Sie wusste, dass der Mann sie gesehen hatte. Rodorian kniete sich zu dem nackten Mädchen und nahm es in die Arme.
„Hab keine Angst, ich werde Dir nichts Böses tun, Du bist wunderschön“, flüsterte er leise und streichelte sie.
Zitternd schaute ihn das Mädchen an, ehe sie sich langsam beruhigte. Sie wehrte sich nicht, als seine streichelnden Hände die langen blonden Haare verließen und Zonen berührten, die kein Mann von ihr kannte. Dieses Streicheln durchströmte sie derart, wie sie es noch nie in ihrem Leben erlebt hatte. Schließlich fanden ihre bebenden Lippen den ersten Kontakt mit den Lippen eines Mannes, der sich immer weiter an den ihren festsaugte, ohne sie loslassen zu wollen.
„Nicht, gib mich frei, sonst bin ich verloren“, hörte er sie flüstern, als sie sich endlich von seinem Mund löste, doch ihr Körper sagte anderes.
Wild presste sie ihn an sich, berührte ihn, öffnete sich, schrie leise, verwehrte ihm dennoch nichts und stöhnte tief auf, als der Prinz sich in ihr ergoss. Erschrocken sah sie den Prinz an danach, schließlich entspannten sich ihre Gesichtszüge. Streichelnd erkundete sie ihn erneut, bis sie ihn so hart wie vorher fand. Unmissverständlich drängte der kleine Prinz umgehend wieder zu der feuchten Oase, wo er wiederum ein so freundliches Willkommen fand wie vor wenigen Minuten. Länger verweilte er da bei seinem zweiten Besuch, lauter wurde das Stöhnen des jungen Mädchens, bis sie voll Lust schrie in seinen Armen. In einer ihr total unbekannten wundersamen Mischung aus Erstaunen, Lust und Unsicherheit schenkte sie sich ihm völlig und sah ihn fragend an.
„Jetzt hast Du mich ganz und gar, doch wir dürfen uns nicht in Lust verströmen mit einem Menschen, wenn wir unsterblich bleiben wollen.“
„Du bist kein Mädchen?“, wunderte sich der Prinz.
„Nein, ich bin eine Elfe, wir dürfen keinen Mann der Menschen erkennen, obwohl die Sehnsucht in uns ist.“
„Dann gehörst Du jetzt mir, meine Schöne? Hilft es Dir, dass ich Dir sage, dass ich mich sofort in Dich verliebt habe? Warum wohl habe ich Dein Gewand an mich genommen aus der Vielzahl der Gewänder Deiner Gefährtinnen?“
„Weil Du mich unglücklich machen wolltest? Wir Elfen haben keinen eigenen Willen mehr, wenn wir uns einem Mann ergeben und er uns fließen lässt. Wir haben unsere Unsterblichkeit und die Geschichte, dass vor undenklich langer Zeit die gemeinsame Ur-Mutter aller Elfen und Nixen so gebrannt hat zwischen den Beinen, dass sie ihr Begehren nur durch einen Mann löschen konnte. Dadurch wurde sie sterblich, weil sie sich nicht lösen konnte von dieser Lust und sie ein Kind von ihm in sich trug. So erging es immer wieder sehnsuchtsvollen Elfen. Wenn der Mann sie nicht mehr liebte, war sie die unglücklichste Menschenfrau dieser Welt, falls sie nicht ins Elfenreich zurückfand, bevor das Kind geboren war. Das droht allen Elfen seitdem. Jetzt hast Du mich zum Fließen gebracht. Ich habe plötzlich so sehr gebrannt wie meine Elfenmutter, als Du mich berührtest, bevor Du den Brand gelöscht hast, ich verstehe sie endlich.“
„Die Welt verändert sich, meine wunderbare Elfe. Wir haben uns gemeinsam zum Fließen gebracht. Ich habe Dir gesagt, dass ich mich sofort in Dich verliebt habe. Ich habe es noch keiner Frau gesagt. Ich liebe Dich, Du wunderbares Mädchen. Ich bin Rodorian, wie ist Dein Name?“
“Ich bin Aurore. Ich bin Dir verfallen, als Du mich genommen hast, doch wird das reichen, um mich nicht unglücklich zu machen?“
„Ich werde die glücklichste Frau aus Dir machen, wenn Du meine Frau sein willst.“

Plötzlich rauschte es in den Wipfeln der Bäume, selbst das sanfte Waldgras wehte. Ein weißes Licht erstrahlte, dann stand wie aus dem Nichts eine Frau vor ihnen.
„Aurore, Du hast Dich an einen Menschen vergeben, obwohl Du weißt, was darauf folgen kann! Ich schütze Dich, indem ich über diesen Menschen eine Verwünschung ausspreche. Seine Männlichkeit soll sich nie mehr erheben, um eine Elfe zu gefährden, und unter den Menschen wird er ebenfalls nicht als Mann brauchbar sein.“ Die Frau schaute auf den nackten Prinz. „Für ein Jahr“, fügte sie hinzu und verschwand so rasch, wie sie gekommen war.
Erschrocken schaute ihn die Elfe an. „Es tut mir so Leid, dass unsere Königin Laetitia Dich mit einem Bann belegt hat. Doch ich habe sie noch nie so gnädig erlebt. Nur ein Jahr! Sie hat zwischen Deine Beine geschaut, sie scheint selbst nicht unberührbar. Dann kann ich versuchen, Dich mit einem Gegenbann von dieser Verwünschung zu erlösen. Versteh, es muss etwas Endgültiges in der Verwünschung sein, damit sie wirkt. Ich verwünsche Dich, dass alle Frauen, die Du nimmst und in denen Du Dich ergießt, Kinder von Dir bekommen, auch für ein Jahr!“
Umgehend wollte Rodorian seine hübsche Elfe erneut in die Arme nehmen, doch die entwand sich ihm geschickt.
„Soll meine Verwünschung auf mich zurückfallen? Bleib ein Elfenjahr fern von mir. Komm nur wieder, wenn Du mich wirklich liebst, so, wie ich Dich plötzlich liebe.“
„Wie lang ist ein Elfenjahr?“, fragte Rodorian bang.
„Schön, dass Du fragst, ich spüre, dass Du mich liebst. Ein Elfenjahr sind zwölf Monde. Das Menschenjahr dauert einen Mond länger. Nur in dieser Zeit der Überkreuzung sind wir Elfen für die Menschen sichtbar. Wir haben uns in dieser Zeit getroffen.“
„Ich möchte Dich als meine Frau und sehe Dich fast nie?“, fragte Rodorian enttäuscht.
„Nein, so lange Du mich liebst, wirst Du mich jeden Tag sehen. Die Liebe zeigt, was anderen verborgen bleibt. Geht Deine Liebe, gehe ich. Alle unglücklichen Elfen werden dann eine Zeit zu den Nebeln, die ihr Menschen am Morgen oder am Abend seht. So schützen wir Elfen unsere Schwestern davor, Männer zu sehen und sich unglücklich zu verlieben.“
„Aber die Liebe der Menschen ist vielgestaltig, mitunter möchte nicht nur der Auserwählte mit Dir zärtlich sein.“
„Ich weiß und ich habe es gehört. Unsere Königin Laetitia weiß es von ihrer Mutter, und sie hat es uns zur Warnung erzählt, aber wohl eher das Gegenteil damit erreicht. Wenn Du Deine Eltern, Deine Geschwister oder andere Menschen liebst, dürfen sie mich ebenfalls sehen und lieben. Ich muss nur Deine Liebe spüren dabei. Das treibt uns Elfen noch mehr in die Arme eines Mannes.“
Prinz Rodorian wusste, dass er die Frau seines Lebens gefunden hatte. Stürmisch nahm er seine Elfe Aurore in die Arme, küsste sie, streichelte sie und wollte mehr. Rasch entwand sie sich ihm wieder, nachdem sie sich einen Moment verlangend an ihn geschmiegt hatte.
„Du kannst mich nicht haben ein Jahr lang. Für mich kann ich den Bann der Königin nicht aufheben. Es ist eine Prüfung für Dich wie für mich. Ich muss doch ebenfalls warten, ob Du zu mir zurückkommst. Erschrick nicht, wenn eine Frau einschläft für eine Stunde, nachdem sie Dich empfangen hat in diesem Jahr. In dieser Zeit wird in ihr das neue Leben gefügt.“
„Gilt der Bann für ein Menschenjahr oder ein Elfenjahr? Ich werde nach zwölf Elfenmonden zurück sein, gilt Dein Bann länger, wird meine Frau eine sehr junge Mutter sein.“
Aurore antwortete nicht mehr. Sie griff nach ihrem Gewand und verschwand zwischen den Bäumen. Ehe er sich von ihr verabschieden konnte, stand die Elfenkönigin erneut vor ihm.
„Ich habe Aurore und Euch beobachtet, es scheint, dass ihr Euch beide sofort ineinander verliebt habt. Diese Momente sind selten und kostbar. Doch ich muss Euch dieses eine Jahr trennen, damit unsere jüngste Elfe nicht unglücklich wird. Deshalb werdet Ihr ein Jahr keine Frau haben können.“
„Seid Ihr sicher, Königin Laetitia? Eure Jüngste scheint moderner zu sein, sie erlaubt mir, Frauen liebend zu finden, aber all dieses als belanglos zu vergessen, wenn ich in Liebe zu meiner Aurore entflammt bleibe, sie wird meine Eltern, meine Schwester, andere Menschen erkennen, die Zeit bleibt nicht stehen.“
„Zumindest seid Ihr ein Jahr gesperrt, ich weiß nicht, warum ich so milde zu Euch war.“
„Vielleicht, weil es Euch nach meinem Samen gelüstet? Wie lange hattet Ihr keinen Menschenmann?“
„Das werde ich Euch nicht erzählen. Ihr Sterblichen würdet es nicht verstehen in Eurer beschränkten Zeitrechnung. Finger weg, Ihr seid nach meinem Bann bestimmt nicht der Mann, der mir Freude bereiten könnte. Wieso steht er dennoch? Ich hatte Euch verwünscht! Welcher unbekannte Zauber wirkt da? Seid Ihr mein Schicksal, wie es mir vor Jahrtausenden geweissagt wurde?“, setzte sie erbleichend und unsicher hinzu.
In den nächsten Minuten schwieg die Elfenkönigin, nachdem der Prinz sie still machte und unter sich brachte, sie nahm den Menschenmann, bis sie unter ihm floss. Staunend sah sie ihn an und schlief plötzlich ein. Rodorian erschrak zuerst, blieb aber bei ihr, weil er sich erinnerte, was seine Elfe Aurore gesagt hatte. Nach einer Stunde erwachte die Königin und schien immer noch verwundert zu sein. Ehe sie jedoch sprechen konnte, lag sie erneut unter ihm und wurde sehr zärtlich und völlig nachgiebig. Einen dritten scharfen Ritt musste sie danach noch ertragen, ehe der Prinz ihr endlich eine Pause gönnte.
„Es war ein wunderbares, unglaubliches Erlebnis, doch ich hatte Euch verwünscht, wieso wirkt mein Zauber nicht?“, war die Elfenkönigin fassungslos, nachdem sie wieder klar denken konnte.
„Vielleicht gibt es nettere Wesen, die mir Besseres gewünscht haben, so dass Euer Zauber wirkungslos bleibt.“
„Es gibt niemand, der meinem Zauber widerstehen kann, es sei denn…“, erschauerte die Elfenkönigin, „habt Ihr vielleicht eine Nixe berührt?“
„Nicht nur berührt, Königin.“
„Dann werde ich keine Königin mehr sein, ich werde unter Menschen kommen, sterblich werden, wie es in meinem Schicksal steht.“
„Steht dort auch, dass Ihr schwanger werdet und ein Kind bekommt?“
„Nein, wieso? Es gibt nur einen mystischen Spruch noch in der Prophezeiung, dass mein Weggang zu den Menschen dem Reich der Elfen mehr Freiheit und mir ein mehrfach unbekanntes Glück bescheren wird.“
„Eure jüngste Elfe hat Euren Fluch überlagert, jede Frau, die ich nehme im Elfenjahr, wird schwanger werden. Ihr seid die erste Frau, der es widerfährt. Das Mutterglück wird ein Teil des mehrfachen Glücks sein, welches Euch prophezeit ist. Ich bringe Euch gern zu einem wohlhabendem Mann, der sich eine Frau wünscht, nachdem er fünf Jahre seiner gestorbenen Gemahlin nachgetrauert hat.“
„Er wird nicht Eure Ausdauer haben, es wird ein trauriges Leben für mich als Menschenfrau werden, ich darf nicht Königin bleiben hier mit einem jungen Leben in mir, das von einem Menschen kommt. Doch wieso sprecht Ihr mich nicht vertraulich an? Stets das höfliche Ihr statt des vertrauten Du, welches Ihr Aurore gewährt von Beginn an.“
„Ihr seid eine Königin, da gebührt Euch dieser Respekt. Unter Menschen ist es zudem unter Fremden üblich. Das Du hört Ihr wieder, wenn Ihr in den Armen von Männern oder Frauen liegt, denen Ihr Euch in Liebe ergebt und wenn Ihr enge Freunde gefunden habt. Ich denke, ich kann Euch trösten. Euer künftiger Mann hat zwei erwachsene Söhne, die begierig sein werden, Euch zu gefallen. Er wird Euch lieben und ehren. Die Söhne werden Euch allerdings ebenfalls wollen. Traut Ihr Euch? “
„Wenn sich die Prophezeiung erfüllen soll, warum dann nicht mit drei Männern?“, fragte die Elfenkönigin resigniert und gleichzeitig erregt. „Sie werden sich anstellen müssen, damit ich sie empfangen kann.“
„Ich denke, dass ich Euch in dieser Nacht noch einiges von den Menschen erzählen muss, die in dieser Zeit leben, nicht nur erzählen. Eine Frau kann drei Männer gleichzeitig nehmen, ich zeige es Euch. Ich werde meine Reise unterbrechen und Euch diesem Mann zuführen, den Ihr lieben werdet und dessen Söhne Ihr sicher mögt. Doch jetzt ruft alle Eure Elfen zusammen, um Euch von ihnen zu verabschieden. Bittet sie, eine Trinkschale mitzubringen.“
Rodorian war fest entschlossen, umgehend die Wirkung der so mächtigen blauen Phiolen auszuprobieren, um aus seiner Sicht vieltausendjährige Ungerechtigkeiten aufzuheben. Verwundert erfüllte die Elfenkönigin seinen Wusch. Bald wimmelte es von den zierlichen Gestalten im Wald, auf der Lichtung und am Bach. Trotzdem fand Rodorian seine Liebste sofort heraus und zog sie mit zur Königin. Er war in diesem Augenblick noch mehr als vorher entschlossen, hier die blaue Phiole auszuprobieren, um einen gewaltigen Bann zu mildern, der auf dem Elfenreich lag.
„Eure Königin wird euch verlassen für eine längere Zeit, um unter die Menschen zu gehen. Doch sie will nicht, dass ihr weiter diesem gnadenlosen Gesetz ausgeliefert bleibt, nur eins zu sein, Menschenfrau oder Elfe. Sie will, dass ihr im dreizehnten Mond der Menschenwelt wechseln dürft, so oft ihr möchtet. Nur für ein Elfenjahr sollt ihr später einer Seite angehören müssen, dann ist eure Entscheidung wieder frei. Ich werde Eure Königin begleiten zu den Menschen, sie beschützen und dafür sorgen, dass sie keine Unbill erfahren muss. Doch ich lasse meine große Liebe bei euch Elfen zurück für ein Elfenjahr. Behütet meine Aurore, bis ich zurück bin. Trinkt vom Wasser des Baches, wenn er die blaue Farbe annimmt, dann wird der Wunsch Wirklichkeit für alle.“
Vorsichtig schüttete Prinz Rodorian ein wenig aus der Phiole in den Bach, der sofort eine tiefblaue Farbe annahm. Eilig tauchten die Elfen ihre Schalen ein. Noch einen verlangenden Kuss konnte der Prinz von seiner Elfe gewinnen, ehe sie mit ihren Gefährtinnen wieder im Wald verschwand und ihm einen letzten sehnsuchtsvollen Blick zuwarf.
„Ihr auch, Königin, vielleicht möchtet Ihr bald zurück.“
„Vorerst versuche ich, Euch als neuen Vertrauten mit dieser ungewohnten Form der Höflichkeit anzusprechen, ich empfinde es weit mehr als zu Beginn als eine Form der Distanz. Viel lieber möchte ich das Du. Ich weiß nicht, es ist mein erster und wohl letzter Ausflug zu den Menschen. Drei Männer? Das ist die dreifache Erfüllung des brennenden Wunsches, der tief in jeder Elfe schläft. Ja, ich trinke von diesem Zaubertrank, der unser kleines Volk ein gutes Stück aus seiner Isolation befreit. So kann ich meine Elfen wenigstens besuchen, wenn ich denn künftig bei den Menschen bin.“
„Hat Euch der Zauberer Drywar zu Eurer Isolation verflucht?“
„Ja, woher wisst Ihr das? Er lässt uns in Ruhe, so lange sich unser Volk nicht merklich vergrößert, aber wie sollte es das bei den Bedingungen? Eine Elfe war für immer verloren, wenn sie länger bei einem Mensch blieb, als die Zeit dauerte, ein Kind zu gebären. Kam sie vor der Geburt zurück, gab es eine neue Elfe, aber kein Zurück mehr zu den Menschen. Jetzt werden wir viel freier in unseren Entscheidungen sein dank Eures Zaubers. Ihr habt einen mächtigen Zauber bei Euch, wenn Ihr unser Schicksal mit einem Schluck dieses wunderbaren blauen Wassers verändern könnt. Drywar wird es merken in den nächsten Jahren.“
„Ich hoffe es, mein Weg führt mich zu ihm, ich fühle es und die Nixe Celestine hat es mir prophezeit.“
„Celestine? Meine und ihre Mutter waren Schwestern und wurden die Mütter unserer Reiche, als das Schicksal sie und uns auseinander brachte, in Elfen und Nixen teilte, deshalb konnte mein Zauber nicht wirken bei Euch! Sie ist die Königin der Nixen. Sollte ich sie sehen? Dann würden wir mächtiger als je zuvor im Kampf gegen Drywar.“
„Vorerst kommt Ihr in ihre Nähe, wenn Ihr die Frau einer Menschenfamilie sein werdet. Lassen wir das Schicksal weiter sprechen, es hat mich nicht ohne Grund zu Celestines und Laetitias Geliebten gemacht und Euch näher zueinander geführt. Lasst uns am Morgen abreisen, Königin Laetitia, genießt es, Menschenmänner als Familie zu haben. Doch bis dahin werde ich Euch weiter mit den Gelüsten der Männer vertraut machen.“
Entsetzt spürte sie nach den Zärtlichkeiten, wie das Zeichen eines Mannes sich in ihren Mund drängte, um nicht eher zu gehen, bis es sich in ihr ergossen hatte. Ohne Widerstand nahm sie ihn anschließend dafür, als er den rückwärtigen Eingang suchte und fand, sie wusste jetzt, was die Männer der Menschen sich noch wünschten von ihren Frauen und wie sie drei Männer zugleich erfreuen konnte. Und sie hörte dieses Du, was sie noch süchtiger machte auf die Nähe eines Mannes, während sie den Mann bereits in einer weiteren ihr unbekannten Stellung bekam.

Vorerst musste Laetitia zu ihm aufs Pferd am nächsten Morgen und wurde erneut sehr heiß in ihrem Verlangen. Die Nähe zu dem jungen Mann ließ sie nicht unberührt. Nach einiger Zeit schmiegte sie sich seufzend an ihn.
„Können wir eine Pause einlegen, Rodorian? Es ist einsam hier, ich möchte so gern noch einmal Dein Du hören, es schmeichelt so zärtlich. Ich verstehe, dass die Menschen es für vertraute und liebe Menschen aufheben.“
„Willst Du es so oft wie in der Nacht hören, Laetitia? Wir haben Zeit ohne Ende. Du bist für mich die Mutter Aurores. Wir werden noch oft beieinander liegen, selbst wenn ich Dich zu Deiner neuen Familie bringe. Du darfst bestimmen, wie Du mich als Mann empfangen möchtest.“
Hastig warf sie den Prinz auf den Rücken und setzte zu einem wilden Ritt an.
„Das hat mir sehr gefallen, ich kann entscheiden, wie ich den Mann in mir möchte. Doch die andere Form ist auch angenehm, unter ihm zu liegen und zu spüren, wie er den Takt vorgibt.“
„Du warst vor mir noch nie mit Männern der Menschen zusammen, Laetitia, richtig?“
Errötend gestand sie es.
„Bei den Menschen haben die Frauen eine Sperre in sich, so lange sie keinen Mann in sich lassen. Dergleichen habe ich bei Aurore und Dir nicht gespürt. Unsere Zeit reicht nicht, Dir beizubringen, in welch vielgestaltigen Formen Frauen und Männer in der Menschenwelt einander begegnen können, doch die beliebtesten will ich Dir gern zeigen.“
Sie war froh, als sie nach einer sehr langen Liebespause an der nächsten Poststation ankamen und nach dem Essen ein zweites Pferd für sie nehmen konnten.
„Das soll nur der Anfang sein? Ich verstehe, warum in uns die Sehnsucht danach brennt. Wir Elfen sind, oder besser waren, ebenfalls versiegelt wie die Frauen der Menschen. Die Öffnung erfolgte durch erfahrene Elfen. Doch in unserer Zeitlosigkeit weiß keine von uns mehr, wann es geschah. Sie würden es alle mögen, auf diese Weise erneut geöffnet zu werden. Der Gang wird mir immer leichter zu meiner neuen Bestimmung.“
„Gibt es so wenig Elfen? Einhundert, einhundertzwanzig vielleicht waren am Bach. Seid Ihr ein so kleines Volk?“
„Nein, doch wir sind verstreut überall auf der Welt. Sehr oft weniger, selten mehr. Wir brauchen diese feuchten Auen und ruhigen Flüsse, die stillen Wälder und Bäche, die kleinen Seen in Waldesnähe, da ist nicht Platz für Tausende, oft sogar nur für zwanzig oder dreißig von uns. Wir besuchen einander, bleiben mitunter länger. Uns gefällt unsere eigene kleine Welt, wie wir sie gewählt haben.“
„Dann werden die anderen Elfen nicht wissen, dass sie freier sind?“
„Sie werden es, ich konnte unserer Elfenmutter das Signal schicken. Unsere Schwestern brauchen Dein Zauberwasser nicht dafür, Du hast den Bann für alle Elfen aufgehoben, er kann nicht ungleich wirken, er verliert sich für alle Elfen. Es wird bei unseren Schwestern vielleicht länger dauern, ehe sie es erfahren oder selbst merken, doch das Tor ist nunmehr weit offen für sie wie für uns, von beiden Seiten. Unsere Mutter wird die Zeit nutzen, die wunderbare Neuigkeit unter ihren Elfen zu verbreiten. Sie haben leider nicht die Möglichkeit, ihre Dankbarkeit so sehr und unmittelbar auszudrücken wie Aurore und ich.“
Aufmerksam betrachtete sie den jungen Mann, während sie neben ihm ritt. Ob er zurück kam zu Aurore in einem Jahr, in einem Elfenjahr? War er der angesagte Erlöser? Alles deutete darauf hin. Vorerst wollte sie jedoch genießen, was ihr bevorstand unter den Menschen.
„Darf ich mich so meiner künftigen Familie zeigen?“, schreckte sie den neben ihr reitenden Prinz auf und öffnete ihr Gewand.
„Besser nicht, unsere Liebesspiele scheinen Euch noch weiter verjüngt zu haben, Ihr seht wie kaum zwanzig aus, die Söhne sind um die zwanzig. Sie würden Euch als Liebste erkennen wollen, die zu ihnen ins Bett gehört und Euch dem Vater nur selten gönnen. Vielleicht könnt Ihr einige Menschenjahre älter erscheinen.“
„Sehr schön, Ihr glaubt es vielleicht nicht, aber auch eine Elfe braucht Zeit in Ruhe oder am Spiegel, sich der jeweiligen Situation anzupassen.“
„Dreißig Jahre sollten es mindestens sein, aber auch bis vierzig Menschenjahre ergänzen sich perfekt im Alter Eurer neuen Familie, geht das? Bedenkt allerdings, dass Ihr bereits in den ersten Tagen schwanger sein werdet.“
„Dreißig, fünfunddreißig Eurer Menschenjahre, aber aussehen wie Ende zwanzig? Oh ja, dafür brauche ich viel weniger Zeit vor dem Spiegel.“
„Die Männer werden es zu danken wissen“, spottete der Prinz. „Doch später werden die Söhne selbst Frauen haben. Könnt Ihr ohne Eifersucht dem Vater gönnen, was er Euch gönnt mit seinen Söhnen?“
„Wir Elfen leben doch nur unter weiblichen Wesen. Ich kann ganz sicher auch sehr zärtlich sein mit den Frauen der Menschen. Sie werden es rasch mögen, selbst wenn sie es nicht kennen. Doch würdet Ihr mich noch einmal an die Liebe der Menschen gewöhnen, bevor ich in ein neues Leben trete? Dieses vertraute Du lockt mich fast ebenso wie dieser unermüdliche Lustbereiter zwischen Euren Beinen.“
Der Prinz versprach es und bewies es ihr umgehend, als er die Reise erneut unterbrach und sich auf einer Wiese zu ihr legte. Die Elfenkönigin wollte nicht aufhören in ihrer Lust an ihrer neuen Menschlichkeit.
“Ich beneide Aurore um Dich, sei lieb zu ihr, so gut Du es vermagst.“
„Es ist Dir versprochen, Königin Laetitia. Sind eigentlich alle Elfen so gierig, wenn sie zu Menschenfrauen werden in Sekunden?“
„Es war herrlich, schöner könnte ich es mir nicht wünschen. Ich wusste es doch selbst nicht, wie gierig Elfen sein können, aber dass ich zu drei Männern soll, wird nicht grundlos geschehen. Doch Ihr versteht vieles, aber nicht alles von uns, mein Freund. Wir Elfen lieben vor allem die Ruhe. Die Hektik der Menschen kennen wir nicht. Das macht mir Sorge, ob ich die Lust so genießen kann wie mit Euch eben.“
„Dann seid Ihr richtig da, wohin ich Euch führe, die Stadt ist klein, wenig größer als ein Dorf, die Menschen sind friedlich, der Tuchhändler hat einen schönen Garten zum Haus, wo Ihr die Ruhe genießen könnt“, erklärte der Prinz, als sie in Madriroma ankamen.
„Lasst mich ein wenig wandeln in diesem Garten, ehe Ihr mich anmeldet, ich fühle, es wird mir gefallen hier. Außerdem muss ich in Blitzesschnelle mehr als ein Jahrzehnt der Menschen altern, da sollt Ihr nicht zugegen sein.“

Der Tuchhändler glaubte zu träumen, als der Prinz ihn begrüßte und ihn anschließend zum Fenster bat. Was für eine Frau! Die würde seine Verflossene ihm mehr als gönnen. Selbst Rodorian war von der schnellen Verwandlung Laetitias beeindruckt. Noch verlangender erschien die Frau, noch verlockender ihr Mund, alles an ihr strahlte eine reifende Sinnlichkeit aus. Er wäre wohl mehr als stolz, wenn er geahnt hätte, dass die bisherige Elfenkönigin ihre Erfahrungen mit ihm zur Grundlage ihres neuen Erscheinungsbildes gemacht hatte.
„Wenn Ihr Euch als Ehrenmann zeigt und dieser Frau den nötigen Respekt erweist, wird sie ja sagen zu Euch und für Eure Söhne Mutter und Geliebte sein, wenn Ihr es möchtet. Für Eure Söhne finde ich sicher ebenfalls die richtigen Frauen, doch sie haben noch Zeit. Ich habe wegen Euch meine Reise unterbrochen, Vicario, weil ich fühle, dass Ihr mit dieser Frau glücklich sein werdet. Wie geht es zwischen Euch und Euren Söhnen?“
„Schlimmer als befürchtet, mein Prinz. Ein Wochenende haben sie mich nicht aus dem Bett gelassen, als ich mich ihrer Lüsternheit nicht widersetzt habe. Sie haben mehr Lendenkraft als ich, sie machen ihren Vater seitdem immer wieder mit größtem Vergnügen zur Mutter und weisen mir den Platz zwischen ihnen zu.“
Rodorian erbat sich einen Moment, bevor er den Tuchhändler mit zu seiner künftigen Frau nahm. Wieder musste Vicario die Hosen fallen lassen, doch jetzt bekam er nur eine Handvoll Wasser aus einem Wasserschlauch, welches ihm der Prinz kräftig einmassierte.
„Ihr solltet Euch wieder anziehen, um Eure künftige Frau zu begrüßen. Tragt keine Sorge, ihr nicht zu genügen, das habe ich soeben gesichert für lange Zeit, doch gebt ihr die Möglichkeit, sich Euren Söhnen zu nähern, wie Ihr es gewünscht hattet, vielleicht werdet Ihr demnächst durch Schwiegertöchter belohnt.“
„Einen Augenblick noch bitte, mein Prinz. Eure Mutter hat mich so traumhaft belohnt für das Kleid, und Euer Vater hat mich probiert, als Eure Mutter wiederum nach mir verlangte, danke, dass Ihr mir den Weg gezeigt hattet. Ich bin da für Euch, wann immer Ihr mich benötigt.“
Vicario und Laetitia trafen sich im Garten, gingen vorsichtig und doch unbefangen aufeinander zu, fanden sich in einer ersten Umarmung, die weit länger dauerte, als eine erste Begrüßung gemeinhin ausfiel. Vicario führte seine künftige Frau aufgeregt und stolz ins Haus, sie sah sich neugierig um und spürte bereits die brennenden Blicke der Söhne. Ohne Angst ging Laetitia auf sie zu, umarmte und küsste sie. Lächelnd nahm sie den Aufstand in den Hosen der Jünglinge wahr, doch schon wandte sie sich ihrem künftigen Mann zu.
„Wenn wir Mann und Frau werden wollen vor der Welt, dann sollten wir zuerst Mann und Frau werden im Haus. Führt mich zum Schlafzimmer, Vicario. Ich hoffe, Eure Söhne wollen uns nicht durchs Schlüsselloch zuschauen, bei der ersten Begegnung möchte ich meinen künftigen Mann für mich allein, ich weiß, was mich hier in Zukunft erwartet“, wandte sie den Kopf zurück zu den Jünglingen und lächelte sie an. „Doch Ihr werdet dafür Eure Frauen dem Vater nicht verweigern, dem Vater nicht und nicht der Mutter. Lasst uns die erste Stunde.“
Eine deutlichere Einladung konnte es nicht geben. Die Söhne schworen jeden Eid, dass sie nur eine Frau heiraten wollten, die solchem Familienleben nicht abhold war. Vicario führte ziemlich verwirrt seine schöne junge Frau ins Schlafzimmer. Laetitia erzählte ihm, dass der Prinz sie umfassend aufgeklärt hatte, was sie in dieser Familie erwartete und dass sie bereit war dafür.
Da waren sie bereits allein mit sich, Prinz Rodorian hatte die Stätte neuen Familienglücks verlassen und wandte sich in Eile dem Weg nach Alvenutra zu, obwohl er liebend gern die Familie des Bürgermeisters besucht hätte. Doch es schien, dass er anderswo mehr benötigt wurde. Er blieb dieses Mal auf der Hauptstraße und machte Rast in einer der Poststationen. Sehr zufrieden legte er sich zur Ruhe. Bisher hatte er eine glückliche Hand bewiesen. Zwei Nächte und zwei Stationen später war er in Alvenutra. Müde klopften die Reisenden der Kutsche, die er noch kurz vor der Stadt überholt hatte, den Staub aus den Kleidern. Prinz Rodorian machte sich bereits auf die Suche nach einer anderen Herberge. Die Poststationen waren nur auf Durchreisende eingerichtet, doch er gedachte, längere Zeit in Alvenutra zu bleiben.

Am Rande der Stadt fand er eine schlichte, aber saubere Herberge, die vor allem von solchen Reisenden genutzt wurde, denen die Poststationen zu laut waren durch das ständige Kommen und Gehen von anderen Reisenden. Beim Essen drehte sich das Gespräch der meisten Anwesenden vor allem um die unsichere Passage an der Grenze zu Valdesiran. Immer häufiger gab es in den zurückliegenden Monaten Überfälle auf Reisende, sogar auf Postkutschen. Tote hatte es gegeben, einige Menschen waren verschwunden seitdem. Man vermutete, dass die Räuber Lösegeld forderten. Rodorian fragte, wer am nächsten Morgen nach Valdesiran reisen wollte. Vier Kaufleute mit jeder Menge Waren, aber herzlich schlecht oder überhaupt nicht bewaffnet, wollten die Fahrt wagen. Nein, sie konnten nicht umgehen mit Waffen, lieber gaben sie die Waren als ihr Leben. Doch Rodorian ließ keinen ängstlichen Widerspruch gelten und schleppte die Hasenfüße noch am Abend in die Stadt zu einem Waffengeschäft. Die eigentliche Angelegenheit in Alvenutra musste erneut warten. Die guten Kaufleute waren ganz verwirrt ob der Vielzahl verschiedener Waffen, martialische Säbel hingen neben trotzigen Schwertern und fast zierlichen Floretten. Messer, Gewehre und Pistolen aller Größen befanden sich in den Auslagen.
„Seid Ihr Euer eigener Waffenschmied, mein Herr? Ihr führt eine wahrhaft reiche Auswahl vorzüglicher Waffen.“
Der Besitzer des Geschäfts warf einen eigentümlichen Blick auf den Degen des Kunden.
„Nur die Hieb- und Stichwaffen produziere ich mit meinem Sohn, Graf Attilandis, die Feuerwaffen kaufe ich in größeren Posten und vertreibe sie mit. Sie werden wohl die Zukunft für sich haben. Was will der beste Fechter gegen eine Kugel ausrichten, die aus mehreren Metern auf ihn abgefeuert wird.“
Die Kaufleute blickten fast erschrocken bei der Nennung des Namens, aber auch Rodorian war nicht glücklich, dass er schon wieder erkannt worden war.
„Euer Degen hat Euch verraten, es gibt nicht viele Waffenmeister, welche die Ehre haben, für Euch und Euren Vater zu arbeiten. Natürlich kennen wir Meister einander. Wenn Ihr jedoch unerkannt bleiben wollt, lasst Euren Degen eine Zeit bei mir, ich statte Euch mit einem gleich guten Stück ohne Wappen aus.“
Bald hatte der Waffenschmied verstanden, dass die vier Helden an der Seite des Prinzen mehr Angst vor Waffen als vor Räubern hatten. Er stattete jeden der Helden wider Willen mit zwei einschüssigen Pistolen und einem Messer aus und erklärte ihnen den einfachen Gebrauch. Dann hieß er sie warten und zog Rodorian mit in ein Hinterzimmer.
„Sie werden Euch keine große Hilfe sein, Hoheit, immerhin können sie für Verwirrung sorgen bei einem Überfall. Bringt Euch vor allem selbst in Sicherheit vor Euren Begleitern, sie werden auf fünf Meter keinen Wagen treffen, aber auf zwanzig Meter zufällig eine Hutfeder. Ich habe hier die neuesten Modelle doppelläufiger Pistolen, noch weitestgehend unbekannt in unserem Land, sie sind recht handlich für den schnellen Gebrauch, das Nachladen dauert natürlich, da muss Euch dieses Schwert helfen.“
Rodorian prüfte begeistert die Waffe, die noch ohne jeglichen Schmuck und Zierrat war. Nur ein Kenner sah den Wert.
„Das ist freilich ein anderes Kaliber! Dagegen möchte ich nicht mit einem Degen angehen!“, begeisterte sich der Prinz.
„Es hat auf eine Gelegenheit wie die heutige gewartet“, kam die Antwort ohne Frage. „Mein Name ist Fabritius, Euren Degen hat mein Schwager Martolo Andarte geschmiedet. Ihr habt bei ihm gelernt noch vor kaum mehr als einem Jahr, wie er mir geschrieben hat.“
Kurz entbrannte ein Streit zwischen den Männern um die Bezahlung des kostbaren Schwertes, Fabritius wollte es dem Prinzen schenken, doch der reagierte wie sein Vater. Es gab wahrlich Bedürftigere als ihn, wenn es etwas zu verschenken galt. Sie einigten sich dahingehend, dass Fabritius mit seinem Sohn ebenfalls die Kutsche zur Grenze begleiten sollte und Rodorian das Schwert und die übrigen Waffen bezahlte.
„Endlich passiert etwas gegen diese Banditen! Unser Richter ist eine Schande für die Stadt! Der macht eher Geschäfte mit diesen Räubern, als sie zu jagen.“
Noch einige Minuten besprachen die Männer ihren Plan, zogen den Sohn des Waffenmeisters bei und wiesen dann den Kaufleuten ihre Rolle zu.

Zwei Wagen rollten am Morgen aus der Stadt zur Grenze des Nachbarlandes. In der Kutsche saßen vier mutige Kaufleute, solange die Stadt in Sichtweite war, mit der Entfernung nahm der Mut rapide ab. Der Sohn des Waffenschmieds war gut verborgen auf dem zweiten Wagen mit den Waren, die extra so gepackt waren, dass sie besonders groß und zahlreich wirkten. Mindestens sechs der neuen Doppelläufer warteten bei ihm auf ungebetene Gäste. Fabritius und Rodorian ritten hinter den Wagen. Sie näherten sich bereits der Grenze, doch nichts passierte. Sollte ausgerechnet die Fahrt dieser fetten Beute den Räubern entgangen sein? Sie waren kaum zu Ende in ihrem Gedankenaustausch, da hörten sie Schwerter klirren. Sofort gaben sie ihren Pferden die Sporen und jagten an den eigenen Wagen vorbei, die langsam von den Kutschern gebremst wurden.
Kaum zwanzig Meter weiter sahen sie, wie ein Wagen eilig am Weg zur Grenze abbog, während weiter vorn immer noch die Waffen aufeinander schlugen. Ein Edelmann war offensichtlich in größter Bedrängnis, mühsam verteidigte er sich gegen fünf Angreifer, weitere fünf oder sechs, die den Wagen nicht aufhalten konnten, wollten hinzu eilen, konnten von einem Soldat nicht aufgehalten werden. Auf dem Weg lagen Soldaten und Räuber, die diesen Überfall bereits mit dem Leben bezahlt hatten. Noch einmal spornte Rodorian seinen Hengst an, als er das Opfer des Überfalls erkannte.
„Haltet aus, Herzog Cortese!“
Er flog förmlich dahin und brachte die neuen Pistolen in Anschlag. Zwei Angreifer fielen tödlich getroffen zu Boden, die anderen stutzten einen Augenblick ob des unerwarteten Gegners. Einer fiel unter Rodorians Hieb, einen anderen erledigte der Herzog. Hinter ihnen bellten die einfachen wie doppelläufigen Pistolen. Fabritius hielt offensichtlich die herbeilaufenden Räuber in Schach, doch die Pistolen bellten weiter. Waren der Sohn und die Kaufleute so schnell zur Verstärkung herbeigeeilt?
„Ergib er sich, Lump, dass der Richter sein Urteil über ihn sprechen kann und er am Galgen baumelt!“, donnerte der Herzog und hielt dem Räuberhauptmann sein Schwert an die Kehle.
Doch der sprang plötzlich mit langen Sätzen zum Abgrund hin und lachte nur höhnisch.
„Ausgerechnet der Oberlump von Richter? Der Hauptspitzbube? Vergesst es! Des Seilers Tochter wird nie meine Braut!“
Mit diesen Worten tat der Räuber noch zwei Schritte und stürzte sich in den Abgrund.
Der Prinz und der Herzog kamen nicht dazu, sich zu begrüßen, denn eine mehr als eigenartige Armee marschierte auf und trieb den einzigen noch lebenden gefangenen Räuber vor sich her. Vier tapfere Kaufleute streckten mit beiden Händen ihre Pistolen von sich, während der Waffenschmied und sein Sohn lieber hinter ihnen blieben.
„Ihr werdet es nicht glauben, Prinz, unsere Helden haben tatsächlich mindestens drei oder gar vier Räuber zur Strecke gebracht. Da gab es doch noch einen Hinterhalt für uns, die Räuber glaubten, auf eine unbewaffnete Kutsche zu treffen, als wir losgeritten sind, plötzlich trafen die Leute aus der Kutsche und mein Sohn mit ihren Pistolen. Dann sind sie einfach meinem Sohn nachgerannt, der mich unterstützen wollte und mit den anderen Räubern kurzen Prozess gemacht hat. Ich glaube, die Zeit der Schusswaffen bricht wirklich an.“
Die Kaufleute platzten fast vor Stolz, selbst als Fabritius ihnen vorsorglich diese gefährlichen Waffen wieder abnahm. Schmunzelnd stellte er fest, dass alle Pistolen abgeschossen waren, mit ungeladenen Pistolen hatten sie tapfer den letzten Räuber vor sich hergetrieben. Noch den Enkeln würden die Kaufleute von ihren Heldentaten erzählen! Und die Zahl der erlegten Räuber würde sich wohl mit jeder Generation verdoppeln. Mit dem Messer nur hätten sie zum Schluss gekämpft! Endlich hatte der Herzog Gelegenheit, sich bei seinen Rettern zu bedanken.
„Prinz Rodorian, was treibt Euch hierher? Das war fürwahr Hilfe in höchster Not. Ich bin Euch zu ewigem Dank verpflichtet, und Euren tapferen Männern ebenfalls.“
Lange sprachen sie miteinander, der Herzog berichtete, wie sie kurz nach der Grenze hier in einen Hinterhalt gerieten und einige seiner Soldaten hinterrücks mit Pfeilen erschossen wurden, ehe sich die Übermacht der Räuber auf sie stürzte. Zum Glück konnte die Kutsche mit seiner Tochter noch wenden und zurück zur Grenze flüchten, während er mit den verbliebenen zwei Soldaten den Rückzug sicherte. Nur einer hatte überlebt, musste er betrübt feststellen. Die wackeren Waffenmeister hatten ab sofort in ihm einen neuen, sehr präsentablen Kunden und auch die Kaufleute wurden auf sein Schloss eingeladen.
„Ich kenne Euch noch als halbes Kind, Rodorian, was seid Ihr für ein Mann geworden!“
„Ein ziemlich unvorsichtiger, fürchte ich. Ich habe die Gefahr unterschätzt. Mit so wenig Leuten hätte ich die Räuber nicht besiegen können, wenn Ihr nicht schon unter Ihnen aufgeräumt hättet.“
„Ein sehr mutiger, sage ich. Diese Räuberbande nutzt die Grenze, um zu wechseln, wenn sie verfolgt wird, doch sie muss Verbündete haben. Wie sonst wussten sie, dass ich mit meiner Tochter nach Montesinien reise? Lasst uns zur Grenze reiten, ich muss wissen, wie es meiner Tochter geht.“
Sie gaben den Wagen und den Pferden das Zeichen zur Abfahrt, doch Rodorian hielt den Herzog zurück und legte einen Finger auf die Lippen. Sie ritten nur bis zur nächsten Biegung mit und sprangen ab von ihren Pferden, wo sie vom Sohn des Waffenmeisters übernommen wurden.
„Ein verwegener Räuberhauptmann springt nicht einfach in den Tod, mein Herzog, er war zu schnell und zu freiwillig weg. Er muss einen Weg kennen, uns zu täuschen. Erst, wenn er wirklich tot ist, ist die Gefahr für jetzt und künftig beseitigt.“
„Ihr werdet ein großer Feldherr, Rodorian, mir kam ein ähnlicher Gedanke. Lasst uns leise an den Rand der Lichtung zurückkehren und warten, vielleicht trügt uns unsere Ahnung nicht.“
Rodorian verbarg sich am Eingang, während der Herzog leisen Schrittes die Lichtung überquerte und am anderen Ausgang Posten bezog. Endlos kamen ihnen die Minuten vor, bis plötzlich der wilde Schopf des Räuberhauptmannes vorsichtig über der Felsspalte auftauchte. Behände schwang er sich nach oben, als er die Fläche frei fand.
„Narren! Aber das werdet Ihr mir büßen! So kurz vor dem größten Fang, nach dem ich mich zur Ruhe setzen könnte. Jetzt will ich Euch beide, und es wird sehr teuer werden“, knurrte er, während er sich dreist in Richtung Grenze auf den Weg machte.
„Einer ist schon da“, stellte sich Rodorian ihm mit gezogenem Schwert in den Weg.
„Ich habe Dich wohl unterschätzt, junger Mann, Du bist mir vorhin bereits in die Quere gekommen, gib mir eine Waffe, damit wir es ehrlich ausfechten können, es liegen genug herum hier.“
Da spürte er bereits eine andere scharfe Waffe deutlich in seiner Nierengegend, die ihn unmissverständlich zu Boden zwang. Drohend stand der Herzog Cortese über ihm.
„Ehrlich ist ein Wort, das ein solcher Lump nicht mehr in den Mund nehmen sollte.“
Gebunden lief der Räuberhauptmann vor ihnen der Grenze zu. Cortese und Rodorian verständigten sich indes über das weitere Schicksal des bösartigen Mannes. Es schien einfacher, ihn der Justiz des herzoglichen Reichs zu übergeben. Schließlich hatte er mehrere herzogliche Soldaten ermordet oder ermorden lassen und den Herzog selbst mit dem Tode bedroht. Allerdings müsste vorher noch untersucht werden, wer der Räuberbande half diesseits und jenseits der Grenze. An der Grenze selbst dürfte wieder Frieden herrschen wie einst.

„Was treibt Euch zu uns, Herzog? Ich heiße Euch herzlich willkommen in Montesinien. Wollt Ihr nicht ein paar Tage bei meinen Eltern verbringen nach diesem üblen Eintritt in unser Land? Ich schicke ihnen eine Postmeldung. Sie werden Euch eine Eskorte geben für eine sichere Hinfahrt und Rückkehr.“
„Danke, lieber Prinz, ich habe mich bereits angemeldet bei Euren Eltern, ich will mit meiner Tochter zu den heilenden Quellen in Dalazien reisen. Sie sind ihre letzte Hoffnung.“
„Ist sie so krank?“, fragte Rodorian betroffen.
„Nein, sie ist gesund, fast, sie bekommt allerdings keine Kinder. Weder ihr Mann noch ich können ihr helfen. Soll sie auf den Markt gehen, um einen Vater für mögliche Kinder zu finden? Vielleicht ist sie unfruchtbar?“, fragte der Herzog verzweifelt.
Irritiert schaute er den Prinzen an, der schallend lachte und eine Weile brauchte, sich zu beruhigen.
„Entschuldigt, Herzog, ich wollte mich nicht despektierlich benehmen, doch auf mir lastet derzeit ein Bann für ein Jahr, dass jede Frau ein Kind haben wird, mit der ich intim bin bis zum Ende. Wenn Eure Tochter Clarissa schwanger werden kann, dann wird sie es nicht durch die Quellen, sondern von mir. Ob Eure Tochter wohl bereit ist, mit mir das Lager zu teilen, um dieses Problem zu lösen?“
„Das fragt sie besser selbst heute Abend. Es wird mir ein Vergnügen sein zuzuschauen, wie sie unter Euch vergeht.“
An der Grenze herrschte helle Aufregung. Die Kutsche hatte sicher die Grenzstation erreicht, die Grenzwachen von Valdesiran und Montesinien stürmten gemeinsam zur angegebenen Kampfstätte, um den Herzog zu retten und waren sehr erleichtert, ihn im vergnügten Gespräch mit einem jungen Mann zu Fuß anzutreffen, der sich zudem als Prinz von Montesinien entpuppte. Rasch wurden sie aufgeklärt und bekamen die Order, die beiden Räuber nach Valdesiran zu bringen, wo demnächst Gericht über sie gehalten würde. Die Kaufleute konnten so einige Zeit später in sicherem Schutz ihre Reise fortsetzen, dazu mit einem Papier des Herzogs, welches sie einlud auf sein Schloss und ihnen gute Geschäfte jetzt und fürderhin im Nachbarreich zusicherte. Gleiches galt für die Waffenschmiede, die der Herzog ausdrücklich auf sein Schloss einlud im nächsten Monat, wo sie alle ihre Waffen vorzeigen sollten. Dem erfahrenen Mann war nicht entgangen, wie erfolgreich diese neuen Faustfeuerwaffen eine Übermacht rasch in die Knie gezwungen hatten.
„Ich habe alle meine Grenzsoldaten losgeschickt, Ihr könnt einfallen, wenn es Euch beliebt, Rodorian“, lachte der Herzog.
„Mit dem größten Vergnügen, ich habe seit Eurer Erklärung die Absicht, Eure Tochter für die Nacht zu rauben, doch zuvor will ich meine tapferen Grenzwächter losschicken, das Lumpenpack einzusammeln, nicht, dass sich einige tot stellen und sie sich in der Nacht davon schleichen. Außerdem haben Eure gefallenen Soldaten die Ehre verdient, in der Heimat würdevoll bestattet zu werden. Dann müssen wir allerdings allein die Grenze bewachen. Ist Eure Tochter noch so schön wie zu Ihrer Hochzeit vor fünf Jahren? Ich kam damals gerade in das Alter, wo das Mannwerden anfing, sie hat mich und meine Hand in Gedanken mehr als oft begleitet seitdem bis zum lustvollen Abschluss.“
„Sie ist wohl noch schöner geworden. Doch ein Vater sieht das befangen. Macht Euch selbst ein Bild. Clarissa wird erschrecken, dass das Kind, als das sie Euch kennt, ihr zum ersehnten Kind verhelfen soll, doch zugleich wird es sie unendlich animieren. Sie ist noch gieriger geworden mit den Jahren, ihr Mann und ich stehen ihr ständig zur Verfügung, doch sie hat zugleich einen Hang zum weiblichen Geschlecht, ihre Mutter und manche Bedienstete weiß ein Lied davon zu singen.“
„Dann wird es ihr auf Schloss Montesira an nichts fehlen, meine Eltern und meine Schwester werden Euren Besuch sehr zu schätzen wissen und Euch wohl kaum eine geruhsame Nacht gönnen.“
„Die kleine Soleya ist bereits den Erwachsenen zuzurechnen?“
„Mein Königsvater hat sich außerordentlich großzügig gezeigt und mir bei ihr das jus prime nocti übertragen, sie hat sich ihrem Vater dafür sehr dankbar erwiesen, und Frauen ist sie schon viel zu früh nicht abgeneigt gewesen.“
„Dann kommt mit uns zu Euch nach Hause! Drei Frauen, drei Männer, was für eine herrliche Aussicht! Wir sind sonst nur zu viert mit Clarissas Mann.“
„Kein guter Gedanke, lieber Cortese! Ich habe Euch doch gesagt, dass ich derzeit mit einem ziemlich angenehmen Bann belegt bin. Ich würde das ganze Schloss schwängern. Ich weiß nicht, ob meine Mutter mit mir noch ein Kind möchte. Meine kleine Schwester Soleya braucht sicher kein Kind von mir, wenn sie einen Liebsten sucht. Ihr müsst die Reise leider ohne mich fortsetzen.“
„Es ist also wahr, dass Ihr beladen seid? Ich hielt es für einen Jux. Umso größer sind meine Hoffnungen für meine Tochter. Vielleicht müssen wir nicht zu den heilenden Quellen von Dalazien, dass sich unser Wunsch erfüllt.“
„Tut es immerhin! So vergrößert sich der Ruf der Quellen weiter und Ihr habt keinen Erklärungsbedarf, wenn Eure Tochter Mutter wird. Doch unser Gespräch hat mir viel Lust gemacht auf Eure Tochter. Wollen wir sie besuchen?“
Der Herzog war umgehend einverstanden. Die Prinzessin hatte sich gerade in ein Zimmer der Grenzstation zurückgezogen und ruhte sich aus, nachdem sie wusste, dass ihrem Vater nichts passiert war. Die urplötzliche Gefahr hatte sie mehr mitgenommen, als sie ahnte. Freudig erhob sie sich, als ihr Vater mit einem jungen Mann eintrat. Fragend schaute sie ihn an.
„Ich bin so froh, mein Vater, dass Ihr den schrecklichen Überfall unbeschadet überstanden habt. Doch wer ist der Jüngling an Eurer Seite?“
„Erkennst Du ihn nicht, Clarissa? Eine glückliche Fügung hat ihn just in der höchsten Not unseren Weg kreuzen lassen und dank ihm wurden die Räuber besiegt. Nun soll er Dich zur Mutter machen.“
„Verzeiht, Prinzessin, bei Eurer Hochzeit wart Ihr eine so wundervolle, unerreichbare Braut, jetzt seid Ihr noch begehrenswerter, lasst mich für diese Nacht Euer Liebhaber sein, damit Ihr Mutter werdet.“
„Rodorian? An der Stimme und Euren Locken habe ich Euch jetzt erkannt. Ihr seid ein Mann geworden, was für ein schöner dazu! Allein Eure Haare schon könnten eine Frau neidisch machen. Ich werde mich Euch nicht verweigern, wenn mein Vater mich zu Euch legen will. Auch wenn Ihr mein Problem nicht lösen könnt, welche Frau würde sich solchen Genuss entgehen lassen? Die Männer holen sich junge Frauen zu ihrem Vergnügen, wir Frauen mögen eine solche Konstellation ebenfalls. Zeigt, was Ihr gelernt habt, mein Prinz, lasst Euch nicht durch die Anwesenheit meines Vaters stören, er möchte sicher gern vollenden, was Ihr beginnt mit mir.“
Weich und nachgiebig zeigte sich die wohlgeformte Prinzessin, ließ sich rasch entkleiden und erschrak nur kurz, als sie einen Blick auf den wohlausgestatteten kleinen Prinz warf. Ehe sie fragen konnte, fuhr er in sie ein. Verblüfft vermerkte der Herzog, wie schnell seine Tochter unter dem jungen Prinzen kam, der sie weiter hart vornahm, bis er sich in ihr ergoss. Nun war das Erstaunen am Prinzen. Nie hatte er besonders lange gebraucht bis zu einer zweiten Runde, seit ihn die Nixe Celestine in die Hände bekommen hatte, doch hier gab es überhaupt keine Pause, weiter massierten ihn die engen Wände und führten ihn zur weiteren Lust. Erst als er sich erneut in der Prinzessin verströmt hatte, entließ ihn die saugende Spalte. Dafür schlief die junge Frau umgehend ein.
„Da könnt Ihr Euch wahrlich eine Menge darauf einbilden, mein Prinz! Niemand hat meine Tochter müde gemacht bisher, sie konnte immer eine Runde länger als die Männer und Frauen, mit denen sie zusammen war. Bei Euch hat sie nach der zweiten Runde kapituliert. Sehr ungewöhnlich! Ihr habt allerdings auch ein stattliches Teil zwischen den Beinen, und das in Eurem Alter! Erstaunlich, dass meine Tochter es ohne zu klagen genommen hat, so gierig sie ist, so eng ist sie. Ich weiß, wovon ich rede. Ihre Entjungferung war weder für sie noch für mich ein reines Vergnügen, obwohl ich nicht Eure Maße habe.“
„Eure Tochter wird einige Zeit schlafen, Herzog. Das ist das Zeichen, dass sie ein Kind bekommt. Wollt Ihr Euch nicht entkleiden, um sie nach dem Erwachen vertraut zu begrüßen?“
„Sehr gern, doch gestattet mir eine Frage. Wäret Ihr sehr verärgert, wenn ich Euer mehr als ansehnliches Gerät näher betrachten möchte? Mein Schwiegersohn hat mich verführt, es mit Männern zu probieren. Ich genieße es, ihn zu empfangen, im Mund und im Hintern, wie er ebenfalls gern das Mädchen für mich ist. Warum sollen nur unsere Frauen dieses Vergnügen haben?“
„Dann seid Ihr bei meinem Vater mehr als willkommen. Er pflegt diese Art des Verkehrs ebenfalls gern und ist beiderseits offen. Er hat es mir beigebracht. Falls Ihr es wünscht, Herzog, dürft Ihr Euch als Mann und als Frau fühlen, wenn Ihr es mit mir versuchen möchtet. Doch wartet einen Moment, ich will eine besondere Medizin holen, die mir auf meinen Reisen zuteil wurde. Sie wird Euch mehr Herausforderungen mit der holden Weiblichkeit bestehen lassen und zugleich helfen, in jeder Frau willkommen zu sein, so eng sie auch ist.“
Der Herzog war skeptisch, als der junge Prinz sich mit seiner Manneszierde wie mit seinem Hinterteil beschäftigte, er war erstaunt, als das Wasser ihn offensichtlich standfester machte und er war begeistert, als er nach zwei Ritten immer noch einsatzfähig war. Zudem bestätigte der Prinz ihm seine Vermutung, dass er ein wenig gewachsen war in Länge und Dicke. Gern hielt der Herzog seine Kehrseite ebenfalls hin und fühlte, dass er leichter als sonst einen Mann aufnehmen konnte. Über eine Stunde später hatten die Männer ihre Gelüste gegenseitig aneinander befriedigt, doch die Tochter des Herzogs schlief immer noch. Besorgt versuchte der Vater, seine Tochter zu wecken, doch der Prinz riet ihm ab.
„Sie hat mich ohne Pause doppelt empfangen, ich fürchte, sie wird zwei Stunden schlafen und Zwillinge bekommen, wenn ich meinen Bann richtig verstehe.“
Herzog Cortese war in diesem Augenblick jegliche Etikette egal. Ohne den geringsten Anhaltspunkt glaubte er einfach den Vermutungen und nahm den Prinz lange in seine Arme.
„Rodorian, wenn Ihr das geschafft habt, gibt es in meinem Schloss keine Frau, die sich Euch verweigern darf, schwängert von mir aus selbst meine Frau wieder nach vielen Jahren.“
„Wir wollen es besser nicht probieren und riskieren. Danke, Herzog, dass Ihr mir sogar Eure Frau anvertraut. Lassen wir Ihr die Lust, doch nicht die Last. Doch ohne Gefahr weiteren Nachwuchses bei jedem Kommen in einer Frau bin ich erst in einem knappen Jahr.“
„Dann seid Ihr mit Euren Eltern bereits herzlich eingeladen zur Geburt meiner Enkel. Schwängert Clarissa erneut, wenn sie sich von der Geburt erholt hat und sie bereit ist, weitere Kinder zu empfangen, bevor Euch der Bann genommen wird. Ich hoffe nicht, dass Ihr künftig bei Eurer Frau einst solcher Hilfe bedürft.“
„Ich denke nicht, sie hat den Bann mir auferlegt.“
„Ihr seid bereits vergeben in Eurer Jugend und habt eine Frau gefunden, die Euch zu anderen Frauen lässt in aller Konsequenz? Das kann keine menschliche Frau leisten!“, staunte der Herzog.
„Ihr habt wohl Recht, doch sie wird eine sehr menschliche Frau sein in einem Jahr, die meinen Samen sehr gern willkommen heißen wird. Ich habe alles in einem Augenblick gefunden, meine Geliebte, meine Frau, die Mutter unserer Kinder künftig. Doch hat sie mir Geduld auferlegt, eine Prüfung für ein Jahr. Nur wenn ich dann zu ihr zurückkehre, wird sie meine Frau werden. Sie wird es werden, seid versichert, lieber Herzog!“
Erst nach über zwei Stunden wachte die Tochter des Herzogs auf. Nur einen Moment wunderte sie sich, dass sie nackt zwischen ihrem Vater und dem jungen Prinz lag, dann leckte sie sich bereits genießerisch die Lippen.
„Danke, Vater, dass Ihr mir einen Mann schenkt auf unserer Reise, meine Mutter wird von meinem Mann verwöhnt indessen. Rodorian war unglaublich für sein Alter! Er dürfte mir wohl mehr helfen als das Wasser der heilenden Quellen, und wesentlich angenehmer dazu.“
„Ich habe Euch schon geholfen, schöne Prinzessin, werdet Ihr Eure Beine weiter für mich öffnen, wenn ich Euch heute zur Mutter gemacht habe?“
„So weit, wie es weiter nicht geht! Ich bin so zuversichtlich nach den vielen Enttäuschungen, doch dass Ihr es sein solltet, daran hätte ich nie gedacht. Ihr wart nur ein hübscher Junge zu meiner Hochzeit, an den ich damals nicht als Mann gedacht habe. Ja, Vater, kommt in mich, Rodorian, nehmt mich von hinten, es ist herrlich mit zwei Männern zugleich.“

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