Leben eines Detektivs

Leben eines Detektivs

Auf meinem Schreibtisch türmten sich die Rechnungen. Es war ein Fehler
gewesen, in dieses Büro zu gehen. Es war sehr Schicki-Micki, und viel zu
teuer. Ich hatte mir mehr davon versprochen, Aufträge von einer besseren
Klientel.

Und ich wollte diese Überwachung von Ehemännern loswerden, denn das war
fast ausschließlich mein täglich Brot gewesen. Im Auto stundenlang vor
einer Wohnung zu sitzen war nicht unbedingt das, was ich mir als
Detektiv erträumt hatte.

Meine Sekretärin war ich mittlerweile los, weil ich mir das Gehalt nicht
mehr leisten konnte. Statt dessen jobbte eine Jura Studentin bei mir.
Und selbst das war eigentlich zu teuer.

Aber da tauchte auf einmal diese Frau bei mir auf. Schon ihr Äußeres
zeigte viel Klasse. Ich kannte mich in bei den großen Labels nicht aus,
aber ihr dezentes Kostüm musste sehr viel gekostet haben. Es gibt nur
wenige Kleidungsstücke, die diese Aura verbreiten, und alle sind für
normale Menschen nicht erschwinglich.

Mein Blick ging zu ihren Füßen, die ihn zu dem Kostüm genau passenden
Pumps mit einem relativ hohen Absatz steckten. Vermutlich hätte ich für
den Gegenwert allein dieser Schuhe die meisten meiner Rechnungen
bezahlen können.

Und ihre Beine sahen einfach toll aus, wie sie in einer perfekt
graziösen Bewegung übereinandergeschlagen wurden. Selbst als sie nun
ruhig da saß, hatte ich Schwierigkeiten, meine Augen abzuwenden. Dabei
lag das Reizvollste höher, aber da traute ich mich nicht hinzusehen.

Also richtete ich meine Aufmerksamkeit auf ihr Gesicht. Ein überaus
reizvolles Gesicht. Klassisch schön und kaum merklich geschminkt. Ich
war mir sicher, dass sie sich geschminkt hatte, aber man sah es nicht,
abgesehen von etwas Maskara und einem zarten Lidstrich. Und das sah ich
auch nur, weil ich durch meine letzte Freundin davon wusste. Sie hatte
sich auch sehr gut geschminkt, aber an diese Klasse kam sie nicht heran.

Ich riss mich zusammen und hörte ihrer Sc***derung zu.

„… ich kann die Polizei nicht einschalten. Dabei würden eventuell
unangenehme Details an die Öffentlichkeit kommen.“

Bis jetzt wusste ich nicht mehr, als das ihr Vater verschwunden war.
„Und was genau ist das Problem?“

Zum ersten Mal verlor sie etwas von ihrer Selbstsicherheit. „Das – äh –
ist sehr persönlich.“

„Gute Frau-“ Kaum hatte ich es gesagt, hätte ich mich für die Worte
ohrfeigen können. Aber ich schaffte es, ohne große Verzögerung
fortzufahren. „Ich kann ihnen nicht helfen, wenn ich nicht darüber
informiert bin. Nach dem, was ich bis jetzt weiß-“ und das war vor allem
das sie richtig viel Geld hatte „-möchte ich Ihnen gerne helfen. Aber
ohne detaillierte Informationen geht das nicht. Dann sollten Sie besser
zur Polizei gehen.“

Ich merkte, wie sie mit sich rang. Schließlich antwortete sie, „Seit
meine Mutter gestorben ist, begann mein Vater langsam etwas merkwürdig
zu werden…“

Ich sagte nichts, als sie pausierte, sondern sah sie nur auffordernd an.

„Ich… ich habe Magazine bei ihm gefunden. Er scheint einen etwas – äh
– außergewöhnlichen Geschmack entwickelt zu haben.“

„Was meinen Sie? Sex-Magazine?“

„Wenn es nur das wäre. Das würde ich noch verstehen. Moment, ich habe
eines mitgebracht.“

Sie griff in ihre Tasche und holte ein Hochglanzmagazin hervor. Wie
alles andere sah auch das extrem teuer aus, selbst ohne das ich Details
erkennen konnte.

Es war ein Fetisch Magazin. Man sah sexy Frauen in extremen Outfits, aus
Lack, Leder und Latex. Und es wurden Dominas gezeigt mit dem, was
Dominas so tun: Männer mit Peitschen und ähnlichem traktieren. Dabei
hatten die Männer nicht weniger extreme Outfits an und waren oft genug
in irgendeiner Form von Bondage.

Nun gönnte ich wirklich jedem seinen Lebensstil, aber das war nichts für
mich. Ich mochte es beim Sex zu experimentieren, aber das war mir nun
doch zu extrem. Ich konnte nicht verstehen, was daran toll sein sollte,
sich fesseln zu lassen und dann den Hintern versohlt zu bekommen.

Ich versuchte meinen Gesichtsausdruck so neutral wie möglich zu halten,
als ich ihr das Magazin zurückgab. „Und was hat das nun mit Ihrem Vater
zu tun?“

„Er hatte Kontakte mit einer dieser Frauen, mit so einer Domina.“ Es
fiel ihr wirklich schwer das zu erzählen. „Jasmin heißt sie. Ich weiß
leider nicht viel mehr, vermute aber, dass er bei ihr ist.“

„Sie verstehen aber, dass ich, wenn er das aus freiem Willen macht,
nichts daran tun kann? Außer Ihnen die Information zu geben, natürlich.“

„Das verstehe ich. Mir reicht es auch, zu wissen, wo er ist. Und das es
ihm gut geht….“

„Ja?“

„Ich möchte natürlich nicht, dass etwas davon bekannt wird. Wenn Sie ihn
gefunden haben, dann müssten wir das auf geeignete Weise sicherstellen.“

Sie sagte es genau so, wie ich es von ihr erwartet hatte. Sie wollte nur
ein bestimmtes Ergebnis haben, wie war völlig egal. Und wenn etwas
Ungesetzliches dabei war, wollte sie einfach davon nichts wissen. Wie
etwa geeignete Drohungen, um ein Schweigen sicherzustellen. Oder auch
nur eine entsprechende Summe Geld; in ihren Kreisen sicherlich das
Mittel der Wahl.

„Ich nehme ihren Auftrag an“, sagte ich absichtlich formell. „Aber ich
brauche weitere Informationen. Kann ich seine Wohnung sehen?“ Ich schob
ihr dabei das Standard-Auftragsformular zum Unterschreiben hin.

Sie nickte und unterschrieb. Ich fand es äußerst angenehm, dass es
keinerlei Diskussion über das Geld gab. Bald würde ich erst einmal
saniert sein.

##

Am nächsten Tag fuhr ich wie vereinbart zu ihrer Villa. Zum ersten Mal
erschien mir mein Auto völlig unangemessen.

Ein Butler öffnete mir die Tür und führte mich in einem etwas steif
eingerichteten Raum, anscheinend speziell für Besucher. Es dauerte nicht
lange und meine Klientin kam zu mir. Nach der Begrüßung sagte sie, „Ich
habe leider nicht viel Zeit. Mein Butler wird sie zu den Räumen meines
Vaters führen. Sie können sich dort in Ruhe umsehen. Wenn sie fertig
sind, rufen Sie ihn einfach hiermit.“ Damit gab sie mir ein winzig
kleines Teil mit einem einzigen Knopf darauf. So etwas wie eine
Fernbedienung.

So etwas brauchte ich für zuhause. Einen ferngesteuerten Butler.

Kurz darauf war ich ein den Zimmern ihres Vaters. Eigentlich eine eigene
kleine Wohnung, obwohl ich bezweifelte, dass die Küche jemals benutzt
wurde. Der Butler verließ mich und ich begann mich umzusehen.

Alles war penibel sauber und aufgeräumt. Ich bezweifelte, dass ich hier
etwas finden würde. Trotzdem ließ ich nichts unversucht. Nachdem ich
mich umgesehen hatte, erschien mir der Schreibtisch am Interessantesten.

Alles war unverschlossen. Warum auch nicht, es war nichts außer
gewöhnlichem Büromaterial darin. Stifte würde hier wohl keiner klauen.

Wichtige Unterlagen waren garantiert in einem Safe, von dem absolut
nichts zu sehen war. Aber es gab nicht einmal ein Magazin oder ein
Werbeprospekt.

Auch sonst fand sich nichts, auch nicht in seinem Schlafzimmer. Alles
war wie in einem frisch aufgeräumten Hotelzimmer. Sehr edel, alles vom
Feinsten, aber ich hätte mich hier nicht wohlgefühlt. Vielleicht trieb
ihn das zu etwas außergewöhnlichen Dingen. Als extreme Kompensation
quasi.

Aber sollte es nicht einen kleinen Hinweis darauf geben, bevor er zu
einer Domina ging? So etwas entwickelt sich doch nicht abrupt. Oder
hatte er schon früher ein Doppelleben geführt?

Auch eine Stunde später war ich nicht weiter gekommen. Schließlich
drückte ich den Knopf auf der Fernbedienung. Kurz darauf kam der Butler.

Trotz des Butler-typischen Benehmens war irgendetwas nicht so, wie es
sein sollte. Ich fragte ihn, „Kann ich Sie etwas fragen?“

„Sicher.“

„Ich bin Detektiv, das wissen Sie?“

Er nickte.

„Ich suche nach Hinweisen für das Verschwinden, aber ich finde nichts.
Sie räumen zu gut auf.“

Das brachte ein leises Lächeln auf sein Gesicht.

„Kamen Sie gut mit ihm aus? Und bitte geben Sie mir jetzt nicht die
Standard Antwort eines guten Butlers. Ich brauche Hinweise!“

„Er war immer gut und freundlich zu mir.“

Irgendetwas störte mich an der Art und Weise, in der er es sagte. „Es
gab also ein Problem“, stellte ich fest.

Verblüfft schaute er mich an. „Wie kommen sie darauf?“

„Ich bin nicht ohne Grund Detektiv. Ich könnte meinen Job nicht machen,
würde ich so etwas nicht bemerken.“ Das war einfach mal auf den Busch
geklopft.

Er wirkte verwirrt. Augenscheinlich machte es ihm zu schaffen, dass er
mit seiner normalen Maske nicht weiterkam.

Ich fragte ihn, „Er hat sich verändert, nicht wahr?“

Er wollte etwas sagen, nickte aber nur.

„Sie haben seine, äh… ungewöhnlichen Vorlieben mitbekommen?“

„Sie wissen davon?“

Diesmal nickte ich.

„Nun, wenn Sie es sowieso wissen… Ja, er hat sich wirklich verändert.
Seine Vorlieben wurden immer seltsamer.“

„Hat er Besuch bekommen? Etwa von Frauen?“

Mit einem merkwürdigen Gesichtsausdruck verneinte er.

„Gar keinen Besuch? Das ist aber sehr ungewöhnlich.“

„Doch, normalen Besuch bekam er schon, aber nicht, was Sie meinen.“

„Und was meine ich?“

„Etwas – Außergewöhnliches. Eine ungewöhnlich aussehende Frau etwa.“

Ich nickte bestätigend und auffordernd.

„Sie müssen wissen, dass ich schon seit Jahrzehnten hier arbeite. Es war
immer eine gute Arbeit. Ich habe es so gut gemacht, wie ich konnte. Aber
dann… veränderte er sich einige Zeit nach dem Tod seiner Frau. Er
wollte auf einmal nicht mehr, dass ich bestimmte Sachen machte. Etwa
Staubwischen. Obwohl ich das nicht persönlich machte, dafür ist das
Mädchen da, kam es mir sehr merkwürdig vor. Obwohl niemand bei ihm Staub
wischte, war alles sauber.“

Ich nickte ihm wieder auffordernd zu. Das versprach interessant zu
werden.

Schließlich fuhr er fort. „Dann sah ich ihn einmal durch Zufall…“

„Und?“ fragte ich gespannt.

Er machte wieder eine Pause. „Ich möchte nicht darüber reden. Ich lasse
Ihnen die Sachen zukommen; es ist besser, wenn sie aus dem Haus sind.“

Und dabei blieb es. Mehr war aus ihm nicht heraus zu bekommen.

##

Zwei Tage später wurden mir mehrere große Kartons geliefert. Ich war
versucht, gleich einen Blick hineinzuwerfen, fand aber dann doch das
Büro nicht geeignet dafür. Zu schnell konnte jemand etwas mitbekommen,
und das würde das Aus für meinen lukrativen Auftrag bedeuten.

So räumte ich alles in mein nicht elegantes, aber dafür geräumiges Auto.
Und zuhause in meine kleine Wohnung, die meine finanziellen Verhältnisse
wiederspiegelte.

Zuerst machte ich den schwersten Karton auf. Darin befand sich eine Art
Maschine, deren Zweck ich nicht deuten konnte. Ein großer schwerer Motor
war daran, und so etwas wie eine Seilwinde. Die wenigen Piktogramme an
den Bedienungselementen ergaben keinen Aufschluss. So etwas hatte ich
noch nicht gesehen.

Ich öffnete den nächsten Karton. Ordentlich gepackt sah ich auf
glänzendes Satin, Rüschen und Spitze. Stück für Stück packte ich
exquisite feminine Unterwäsche aus. Seidenstrümpfe, Slips und
dergleichen mehr. Für vieles wusste ich nicht einmal den Namen. Aber
alles strömte diese Aura feinster Qualität aus. Besonders auffällig
waren die Korsetts, die es in mehreren Farben und Formen gab. So etwas
hatte ich bis jetzt nur in einer Zeitschrift gesehen. Es tatsächlich in
der Hand zu halten war etwas Besonderes.

In der nächsten Kiste fand ich den Hauptgrund für des Butlers Abneigung:
Mehrere Dienstmädchenkostüme. Spätestens damit war klar, dass das
keineswegs für eine Angestellte war. Ich nahm eines der Kleider. Ja, das
war für ein etwas kräftigeres Mädchen. Ich hatte nur ein Bild von ihm
gesehen, aber ich war nicht abgeneigt zu glauben, dass es ihm passen
könnte.

Das Kostüm war aus glänzendem Satin und aufwendig gearbeitet. Die Taille
schien sehr klein zu sein. Der Rock war kurz und weit, um Platz für
einen Petticoat zu haben. Am Saum war Spitze, wie auch an den
Puffärmeln. Der Stoff fühlte sich unglaublich glatt in der Hand an.
Meine Hand zuckte zurück, als ob ich etwas Verbotenes angefasst hätte.

In dem letzten Karton fand sich Zubehör: Schuhe, Petticoats,
Spitzenhauben und andere Kleinteile. Eine Perücke und Kosmetika.

Wusste die Tochter davon? Ich konnte mir gut vorstellen, dass das nicht
der Fall war. Nur der Butler hat es versehentlich mitbekommen, und war
dann wohl regelmäßig damit konfrontiert worden.

So konservativ wie der Butler war, dürfte er nicht wenige Probleme damit
gehabt haben. Seinen Chef als Dienstmädchen vor sich zu sehen – nein,
das konnte selbst ich mir nicht vorstellen.

Obwohl – das Kostüm sah sexy aus. Ich hätte mir gerne ein Bild davon
gemacht. Wie sah ein Mann in so etwas aus, mit korsettierter Taille und
den Schuhen mit den sehr hohen Absätzen? Lächerlich? Ich konnte es mir
kaum anders vorstellen. Nun, ich würde es wohl nie erfahren.

##

Normalerweise träumte ich nicht. Beziehungsweise konnte ich mich nicht
an meine Träume erinnern. Aber diese Nacht war es anders. Als ich
aufwachte, hatte ich ein überaus klares Bild in meinem Kopf: Ich war am
Staubwischen in der Villa – in dem Dienstmädchenkostüm.

Ich bekam eine Gänsehaut. Wieso erinnerte ich mich ausgerechnet an so
einen Traum? Und warum hatte ich das Kostüm an, das ich im richtigen
Leben nie tragen würde?

Während des kurzen Frühstücks konnte ich an nichts anderes denken. Ich
war froh, als mich die Fahrt zum Büro ablenkte.

Nachdem ich dort die Post durchgesehen hatte – höchst unerquicklich –
dachte ich über meinen aktuellen Fall nach. Ich hatte außer dem Kostüm
nichts in Händen. Ich brauchte dringend mehr Informationen.

Ich rief bei meiner Klientin an. Der Butler meldete sich und teilte mir
mit, dass sie nicht da sei und er ihr eine Nachricht geben würde. Dann
fragte er, „Haben Sie die Pakete bekommen?“

„Ja, aber der Inhalt bringt mich erst einmal nicht weiter.“

„Ich habe einige Zeit überlegt, ob ich ihnen das sagen soll. Aber ich
muss meiner Herrschaft helfen, und es geht wohl nur so.“

Zu sagen, dass das meine Neugier weckte, wäre stark untertrieben.

„Es gibt einen Raum, der sehr gut abgesichert ist. Früher gab es einen
Schlüssel und Zahlencode, aber das war ihm zu unsicher. Da hatte ich die
Idee mit der optischen Erkennung. In unserem Supermarkt erkennt die
Waage das aufgelegte Obst mit einer kleinen Kamera.“

„Und er installierte so ein System? Eine Gesichtserkennung?“

„Ja, obwohl er keine Gesichtserkennung benutzte. Es erschien ihm zu
unsicher, und er wollte auch erkannt werden, wenn er geschminkt war.“
Seine Stimme zeigte deutlich seine Abneigung, obwohl er versuchte,
neutral zu sein.

„Und…?“ fragte ich ungeduldig in die Pause.

„Es reagiert nur auf Dienstmädchen. Männliche Dienstmädchen, um genau zu
sein. Er war sich sicher, dass kein Einbrecher jemals so aussehen
würde.“

Und damit hatte er wohl recht. Wer zog schon freiwillig so ein Kostüm
an? Außer ihm natürlich. Damit war es der perfekte „Schlüssel“.

„Gibt es keine andere Möglichkeit, in den Raum zu kommen?“

„Nein.“

„Weiß noch jemand von der Leidenschaft ihres Chefs?“

„Nein.“

„Niemand hat ihn je so gesehen? Sie haben doch noch mehr Personal?“

„Oh – das Personal kannte ihn als Dienstmädchen.“

„Und sie haben ihn nicht erkannt?“ Das konnte ich mir nicht vorstellen.

„Nein. Durch das Korsett hatte er eine andere Figur. Nicht nur die
schmale Taille, und er war stolz auf seine besonders kleine Taille. Auch
stand er viel aufrechter, und die hohen Absätze ließen seine Beine nicht
mehr sehr männlich aussehen.“

„Aber sein Gesicht?“

„Er benutzte nicht nur Makeup, sondern auch professionelle Theater
Ausrüstung. Unter anderem klebte er sich etwas auf die Wangenknochen, um
sie prominenter erscheinen zu lassen. Alleine schon seine schmalen
Augenbrauen veränderten ihn sehr.“

„Deshalb glaubte er auch nicht an Gesichtserkennung“, stellte ich fest.
„Wie konnte er seine schmalen Augenbrauen im normalen Leben verbergen?“

„Er hatte kleine Haarteile, die aufgeklebt werden.“

Perücken für Augenbrauen? Was es nicht alles gibt.

Aber jetzt kam ich zu einem anderen Gedanken. Wenn niemand über das
Dienstmädchen wissen durfte, dann gab das nur eine Möglichkeit, um in
den Raum zu kommen…

Der Butler deutete meine Pause richtig. „Ja, wenn, dann können nur Sie
in das Zimmer kommen. Sie haben auch dir richtige Statur, wenn auch
etwas zu viel Gewicht.“

„Zu viel Gewicht?“ sagte ich fassungslos. Ich empfand mich als schlank,
hatte einen BMI mitten im guten Bereich.

„Sie werden so keines der Korsetts tragen können. Und probieren Sie es
besser nicht aus, die Korsettiermaschine schnürt sie erbarmungslos zu.“

Ahs, das war also das merkwürdige Gerät. „Aber – wie konnte er es
tragen?“

„Zuerst eine Diät, und dann eine Fettabsaugung.“

„Fettabsaugung?“ wiederholte ich unbewusst.

„Einer seiner guten Freunde hat eine Privatklinik. Dort wurde es
unauffällig gemacht.“

##

Ich lag mit ziemlichen Schmerzen im Bauch in einem Bett und wartete,
dass die Schwester endlich mit einem Schmerzmittel kommen würde.

Zwei Wochen waren vergangen. Zwei Wochen mit einer knallharten Diät.
Zwei Wochen, in denen ich dauernd daran denken musste, warum ich die
Diät machte. Öfters stand ich vor dem Korsett und ließ fassungslos meine
Hand darüber wandern. Ich tat das alles, um dort hineinzupassen. In ein
höchst feminines Teil. Nie wäre es mir sonst eingefallen, auch nur das
kleinste Stück weibliche Kleidung anzuziehen.

Erneut dachte ich an das Kostüm. Nachdem ich es so oft betrachtet hatte,
übte es eine gewisse Faszination aus. Eher eine ziemlich große
Faszination. Ich wollte es mir nicht zugeben, sagte mir, ich wollte es
nur hinter mich bringen. Aber tatsächlich fieberte ich dem Tag entgegen,
an dem ich es endlich tragen würde.

Das kam auch durch die Schuhe, die ich so fot wie möglich trug, um das
Gehen darin zu erlernen. Anfangs sah es schlimm aus, wie ich mit krummen
Knie dastand. Es dauerte einige Zeit, bis sich Muskeln und Sehnen
angepasst hatten. Und ich wollte nicht nur halbwegs gut laufen, sondern
mich sicher bewegen können. Schließlich war ich Detektiv, und ich konnte
mich nicht dadurch behindern lassen. Ich erinnerte mich nur ungern an
den Muskelkater der ersten Tage. Und die Krämpfe nachts von der
ungewohnten Beanspruchung.

Ohne Erfahrung hatte ich es natürlich zuerst übertrieben. Schließlich
konnte sich die halbe Menschheit in solchen Schuhen bewegen, und ich
nicht?

Ein Masseur brachte meine Beine wieder halbwegs in Schwung und
hinterließ eine weitere Rechnung. Dazu kamen die Kosten für einen
Privatkurs im Sich-Verwandeln am Theater. Und dabei musste ich noch froh
sein, überhaupt auf die Schnelle so einen Kurs bekommen zu haben.

Das war nur möglich mit der Hilfe meiner Klientin. Obwohl der Butler
überhaupt nicht davon begeistert war, weihte ich sie nach reiflicher
Überlegung ein. Anders konnte ich nicht weiterkommen, und sie hatte als
meine Auftraggeberin ein Recht auf diese Informationen.

Sie zeigte sich äußerlich ungerührt und zuckte auch nicht bei der
Kostenübernahme. So konnte ich den Rechnungen gelassen entgegen sehen.
Sie hatte nicht nur den Kurs vermittelt – als eine der großen Sponsoren
des Theaters konnte man ihr kaum das ablehnen – sondern auch den Grund
für mein Bauchweh.

Ich hatte gerade eine Fettabsaugung überstanden. Und das war bei Männern
deutlich schwieriger als bei Frauen. Der Arzt hatte mich gründlich
darüber aufgeklärt. Frauen hatten nicht nur eine weniger gut vernetzte
Hautstruktur – damit sich die Haut bei der Schwangerschaft besser dehnen
kann – sondern auch Unterhautfettgewebe, das quasi wie eine Trennschicht
wirkte. So konnte man die Haut leicht abheben.

Bei Männern war es nur durch neueste Technik möglich. Statt wie bei
Frauen einen Stab zur Absaugung zu benutzen, der unter der Haut hin- und
herbewegt wurde, war es bei Männern eine Art Kamm. Jedenfalls sah es so
aus. Tatsächlich waren es viele hohle Nadeln nebeneinander.

Von der Operation wusste ich natürlich nichts, außer meinen
Bauchschmerzen ein paar Stunden später. Für so ein bischen Absaugen
schmerzte es verblüffend stark. Jetzt kam tatsächlich die Schwester. Ihr
Kittel konnte ihre natürlich kleine Taille nicht verbergen. Ich war
neidisch. Moment mal, was hatte ich da für Gedanken? Ich konnte doch
nicht neidisch sein auf eine feminin kleine Taille! Ich war ein Mann!
Und einer, der stolz darauf war.

Sie bemerkte meinen Blick. Frauen haben in solchen Dingen eine spezielle
Wahrnehmung. „Neidisch?“ sagte sie mit einem Blick an sich herunter.
Vermutlich dachte sie, ich wünschte mir diese Taille, wäre ein
Transsexueller. „Seien Sie beruhigt: Ihre ist nicht mehr viel größer.
Die Absaugung ging besser als geplant. Damit sie allerdings wohlgeformt
wird, müssen sie unbedingt dauernd ein spezielles medizinisches Korsett
tragen.“

Das hatte mir vorher niemand gesagt! „Und wie lange?“ fragte ich,
nachdem ich die neue Information verdaut hatte.

„Wie meinen Sie das? Wie lange täglich? Die nächsten Wochen sicherlich
rund um die Uhr. Und danach Nachts noch sehr viel länger. Hängt von der
Heilung ab, und wie klein die Taille werden soll. Einige Monate
vielleicht.“

Einige Monate! Auf was hatte ich mich da eingelassen? „Was meinen Sie
damit, wie klein meine Taille werden soll? Die Fettabsaugung ist doch
schon gemacht worden.“

„Ja, aber das Korsett bestimmt, wie anderes Gewebe verteilt wird. Und
ein ganz klein bisschen Fett ist da immer noch, die Absaugung ist nicht
hundertprozentig.“

„Aha.“ Nun hatte ich etwas, über das ich nachdenken konnte. Und Lesen.
Nachdem ich mein Schmerzmittel erhalten hatte, bekam ich eine Broschüre,
in der erklärt wurde, wie ich mich die nächste Zeit zu verhalten hätte.

Eines der Dinge, die ich dort lernte, war, dass die Fettzellen an meinem
Bauch nie wieder kommen würden. Einmal weg, immer weg. Nie einen
Bierbauch. Aber das war nur bedingt eine gute Nachricht. Würde ich
zunehmen, würde das Fett sich an anderen Stellen ablagern. Und das würde
mir kaum Gefallen.

Am nächsten Morgen kam nach dem Arzt, der alles gut fand, die Schwester.
Sie betrachtete meinen wie ein Nadelkissen aussehenden Bauch. „Das sieht
ja sehr gut aus.“

Fand ich nicht.

„Es ist gut verheilt in den letzten 24 Stunden. Alle Wunden sind zu. Wir
brauchen nur noch einen dünnen Verband. So können sie auch schon ihr
Korsett tragen, wenn auch noch nicht so eng geschnürt. Für welches haben
Sie sich entschieden?“

Ich deutete auf das entsprechende Modell in der Broschüre.

„Oh, Sie wollen eine wirklich kleine Taille? Das ist mutig.“

Mutig, dachte ich? Wohl kaum. Bittere Notwendigkeit, sonst würde ich in
das andere Korsett nicht passen. Das war wirklich schmal.

Nachdem sie es geholt hatte, begann sie es mir anzulegen.

Ich schaute etwas verwirrt. „Da sind ja gar keine Schnüre?“

„Das wäre ja auch unpraktisch, oder? Wie wollten Sie es sich denn
alleine anlegen?“

Ich zuckte nur die Schultern. „Ich habe keine Erfahrung mit Korsetts.“

„Wollen Sie dann nicht vielleicht doch ein anderes nehmen?“

„Ist das denn schon das Endgültige? Der Bauch ist doch noch
geschwollen.“

„Nein, natürlich nicht. Das Endgültige bekommen Sie in ein paar Tagen,
wenn die Wunden gut verheilt sind und nichts mehr geschwollen ist.“

Nun lag das Korsett aus einem leicht flexiblen Plastikmaterial um mich.
Es war deutlich nicht für sexuelle Dinge gedacht, denn es war
ausgesprochen hässlich.

„Sehen sie hier, diese gezahnten Plastikstreifen gehen in diese Löcher.
Das kennen Sie vielleicht von Skistiefeln. Und hier ist der Hebel, mit
dem Sie es spannen können. Machen Sie es am Besten selbst.“

Ich führte die restlichen Streifen ein, die sie noch nicht gemacht
hatte. Dann bewegte ich den Hebel, der sonst flach auf dem Korsett lag.
Es verengte sich augenblicklich. „Und wie eng?“

„Es darf keinesfalls schmerzen. Heute sollten sie es eher locker lassen,
morgen dann enger. Sie sollen sich fest umschlossen fühlen, aber nicht
eingeengt.“

Ich zog alle Verschlüsse zwei Rasten nach, dann fand ich, es war genug.

„Sehr gut“, lobt sie.

„Warum überhaupt ein Korsett, wenn es nur locker sitzt?“

„Die Fettabsaugung kann nie hundertprozentig gleichmäßig sein. Mit dem
Korsett wird das übrig gebliebene Fett gleichmäßig verteilt. Es ist mehr
ein optischer Effekt als medizinisch notwendig, da würde ein fester
Verband reichen. Aber die ganze OP ist ja ohnehin nur aus optischen
Gründen.“

„Und das muss direkt nach der OP sein? Ich meine, das ist doch noch
alles geschwollen.“

„Ja. Je früher, umso besser ist das Ergebnis. Sie sollten auch das
Korsett öfters nachspannen, das es immer so stramm wie möglich sitzt.
Anfangs nimmt die Schwellung recht schnell ab. Je fester, umso besser
das Ergebnis. Aber übertreiben Sie es nicht: Zu viel schadet nur. Es
darf nicht weh tun, zu keiner Zeit. Wenn es ihnen unklar ist, dann
kommen Sie lieber hierher und lassen sich beraten. Alles klar?“

Ich nickte.

„Gut, dann können Sie sich anziehen und nach Hause gehen. Wir sehen uns
in zwei Tagen wieder.“

Erstaunt sah ich Sie an. Dass mein Aufenthalt so kurz sein würde, hätte
ich nicht gedacht.

Kurz darauf saß ich in meinem Auto. Ich dachte, das Einsteigen wäre ein
Problem, aber es ging erstaunlich gut. Nur die Sitzlehne musste ich
verstellen, da ich jetzt wesentlich aufrechter saß. Was meinen
Orthopäden sicherlich begeistert hätte.

Auf der Fahrt hatte ich etwas Zeit nachzudenken. Ich war überhaupt nicht
begeistert über das, was ich erst nach der OP erfahren hatte. Ich glaube
kaum, dass ich mich mit der Aussicht, monatelang ein Korsett tragen zu
müssen, auf die Sache eingelassen hätte. Und die Spätwirkungen konnten
auch noch problematisch werden. Wo würde das Fett hingehen, wenn ich
irgendwann einmal zunehmen würde?

Aber ich konnte dem Arzt kaum einen Vorwurf machen. Ich hatte auf das
ganze übliche Prozedere verzichtet, nur das es möglichst schnell ging.
Ich hatte viele Formulare unterschrieben, unter anderem, das ich kein
Beratungsgespräch wünschte. Keine gute Idee, fand ich jetzt.

Zuhause zog ich als Erstes den Trainingsanzug aus, den ich wie gefordert
für die OP angezogen hatte. Zum ersten Mal stand ich vor einem Spiegel.
Meine erste Reaktion war großes Erschrecken. Meine Figur hatte sich sehr
verändert. Ich glaube nicht, dass ich mich jemals wieder in ein
Schwimmbad trauen würde. Verdammt blöde Idee, nur um an ein paar
Informationen zu kommen! Und ich wusste nicht einmal, ob ich überhaupt
etwas in dem gesicherten Raum finden würde. Aber andererseits – ich
hatte schon jetzt viel Geld verdient.

Ich wusste nun auch, warum ich einen Trainingsanzug tragen sollte. Der
Gummibund sorgte dafür, dass mir die Hose überhaupt noch passte. Meine
normale Jeans dürfte sich kaum noch halten. Das fand ich interessant
genug, um es gleich auszuprobieren.

Die Hose schlackerte nur so um mich, als ob sie für jemanden ganz
anderen wäre. Der Bund war weit über zehn Zentimeter zu groß. So
dramatisch hatte ich mir die Auswirkungen nicht vorgestellt. Selbst mein
einziger Gürtel hatte keine Löcher an der passenden Stelle. Ich musste
erst ein Loch stechen.

Dann blieb die Hose zwar oben, aber der zusammengekrumpelte Bund sah
nicht gerade schön aus. Als hätte ich sie aus dem Altkleidercontainer.
Ich würde neue Hosen brauchen.

War nicht zu viel gemacht worden? Hätte es nicht viel weniger getan? Ich
holte das Korsett aus der Kiste. Im Vergleich zu meinem war das Sex pur.
Es war wirklich wunderschön, ich hatte es bis jetzt noch nicht so
gesehen.

Dann hielt ich es vor mir. Oh, das war klein! Meine reduzierte Taille
war ja noch VIEL zu groß!

Ich wurde wankelmütig. Sollte ich wirklich meine Taille so klein machen?
Der Gedanke begeisterte mich nicht gerade. Eher genau im Gegenteil. Wie
sollte ich so in Zukunft leben?

Ich nahm mir ein Bier und setzte mich vor den Fernseher, um auf andere
Gedanken zu kommen. Nach einiger Zeit beruhigte ich mich. Ich würde zwar
eine schmale Taille haben, aber richtig klein würde sie nur mit einem
Korsett sein. Und das würde ich nur so lange tragen, wie es nötig war.

Trotzdem, ich würde neue Hosen brauchen. Vielleicht mochten ja die
Frauen meinen neuen Look?

##

Nachmittags kam der Paketdienst. Darauf hatte ich dringend gewartet. Es
waren die bestellten Hochglanz-Magazine, die es beim
Zeitschriftenhändler um die Ecke nicht gab. Selbst in Sexshop hielt sich
das Angebot in Grenzen.

Ich hatte wieder den Trainingsanzug an, denn kaum etwas anderes passte.
Der Bote sah mich kaum an, meine Taille schien nur mir ungewöhnlich zu
sein. Nun ja, vielleicht würde ich mich einfach daran gewöhnen müssen.

Dann machte ich mich an das Studium der Magazine. Ich wollte ein
Verständnis für die Szene bekommen. Manche Dinge fand ich sehr schön,
wie etwa Frauen in hautengem Latex. Anderes abstoßend, wie etwa sehr
schmerzvoll aussehendes Bondage.

Mein Interesse galt jedoch einem Magazin, das auf der Titelseite einen
Mann in deinem Dienstmädchenkostüm zeigte.

Völlig ohne jedes Vorwissen lernte ich nun, dass es nicht ums Putzen
ging, sondern um Unterwerfung und Dominanz in vielfältigen Spielarten.

Auch nach einigen Stunden Studium war ich nicht viel weiter. Ja, ich
hatte nun eine gute Vorstellung davon, um was es ging. Aber das half mir
nicht wirklich weiter. Die Geschmäcker waren unendlich verschieden. Es
gab jene, denen es nur um die Erniedrigung ging und die sich kaum um ihr
Aussehen scherten, und andere, für die die Kleider das Wichtigste waren.

Meine Zielperson schien eher zu der zweiten Kategorie zu gehören. Die
Sachen in den Kartons waren besser als alles, was in den Magazinen war.

Trotzdem, eines stand für mich fest: Ich würde ihn entweder bei einer
Domina finden, oder bei einer Frau, die einfach dominant war und so
seine Wünsche erfüllte. Ich fragte mich nur, warum er seine tollen
Uniformen nicht mitgenommen hatte, die sicher sehr, sehr teuer gewesen
waren. Ich konnte kaum manche der Preise in den Anzeigen der Magazine
glauben.

##

Zwei Tage später war ich wieder in der Klinik. Mein Korsett hatte ich
zwischenzeitlich schon deutlich enger gestellt. Ich hatte mich schon gut
daran gewöhnt und nahm es nur noch selten als störend wahr.

Der Verband kam ab, und der Arzt war zufrieden. Alles bestens verheilt,
die Schwellung schon weit zurück gegangen. Heute würde ich endlich
wieder duschen können.

Merkwürdig erschienen mir zwei dicke Pflaster in den Achseln und dem
Bauchnabel. Ich fragte die Schwester.

Sie schaute mich an, als ob ich nicht alle Tassen im Schrank hätte. Dann
belehrte sie mich mit einer Stimme, die man für ganz kleine Kinder oder
geistig verwirrte Personen benutzt: „Das ist natürlich für das Endoskop
nötig. Wie sonst hätte man die unteren Rippen verkürzen können?“

Ich schaute jetzt sicherlich so, wie es ihrer Stimme entsprach.

Ganz langsam erklärte sie: „Ohne die Verkürzung der Rippen sähe eine
sehr schmale Taille höchst unnatürlich aus, es würde nicht zum
Oberkörper passen. Unsere Klinik liefert die besten Ergebnisse,
weltweit. Denn wir entfernen nicht die unterste Rippe, wie es oft
gemacht wurde. Das ist aus vielen Gründen problematisch, sogar
gefährlich. Wir trennen die Rippe auf, nehmen ein Stück heraus, und
verbinden sie wieder mit einem Dübel. Ist sofort belastbar. Wir sind
eine der wenigen Klinke, die das per Endoskop machen. Eine perfekte
Taille ohne Narben.“

Ich hätte diese Formulare nicht einfach so unterschreiben sollen. Wer
hatte das in Auftrag gegeben? Ich hörte jetzt jedenfalls zum ersten Mal
davon.

Jedenfalls war die Operation perfekt ausgeführt worden, ich hatte nicht
einmal Schwierigkeiten mit meinen Rippen gehabt. Ohne die Pflaster hätte
ich am Ende nie etwas davon erfahren, mich nur gewundert, warum meine
Taille so wohlgeformt war.

Wohlgeformt für eine Frau. Das wurde mir erst jetzt in aller
Deutlichkeit klar. Ein nicht kleiner Teil meines Körpers war dem einer
Frau angepasst worden. Mir wurde fast schwindlig. DAS hatte ich
sicherlich nicht gewollt.

Ich hatte nicht gemerkt, dass die Schwester weggegangen war. Nun kam sie
mit einem Korsett zurück.

„Ist das das Endgültige?“

Sie nickte, anscheinend davon angetan, dass ich nicht völlig verblödet
war. Dan legte sie es mir an. Oha, das war selbst in der weitesten
Stellung schon sehr eng. „Zu eng?“ fragte sie.

„Nein, das ist OK“, log ich. Ich musste in ein deutlich Kleineres
passen, und das so schnell wie möglich. Schon viel zu viel Zeit war
vergangen.

„Bei so einem Korsett würde ich Ihnen zu zusätzlicher Medikation raten“,
sagte sie. „Oder nehmen Sie schon etwas?“

„Nein, ich nehme keinerlei Medikamente.“

„Wir sind mit den Üblichen auch nicht zufrieden, zumal da die Diskussion
um gesundheitliche Nebenwirkungen solcher Präparate durch die Presse
geht.“

Ich dachte an die unsägliche Werbung für Abnehm-Pillen und nickte. Ich
wusste nicht, dass sie von etwas anderem redete.

„Wir haben eine eigene Mischung gemacht. Es besteht aus zugelassenen
Inhaltstoffen, ist aber in dieser Mischung nicht zugelassen. Interesse?“

„Erzählen Sie mir mehr.“

„Botenstoffe wirken oft nicht so, wie sie sollen, weil die Zellen sie
nicht aufnehmen, weil einfach zu viel da ist. Der Fachbegriff ist
Rezeptor Down Regulation. Deshalb haben wir statt einem oder weniger
Inhaltsstoffe einen breiten Cocktail möglichst niedrig dosierter Stoffe
benutzt, die sich perfekt ergänzen. Kaum Nebenwirkungen, aber wirken
Wunder auf die Fettverteilung in ihrem Körper. Garantiert ein wesentlich
besseres Ergebnis als nur mit der Absaugung.“

„Das hört sich interessant an. Muss ich dann laufend Pillen nehmen?“ Sie
merkte an meinem Tonfall, dass ich das überhaupt nicht mochte.

„Wir haben eine Alternative. Eine einmalige Injektion mit einem Depot,
das im Laufe der nächsten Monate gleichmäßig seine Stoffe abgibt.“

„Eine einzige Spritze?“

Sie nickte.

Sie hatte mir aber nicht erzählt, was für eine riesige Spritze das sein
würde. Trotz einer Betäubung vorher piekste es nicht gerade nur ein
bisschen.

Aber das war nicht das Einzige, was sie mir nicht erzählt hatte, wie ich
erst viel später erfuhr.

##

Zuhause machte ich das Korsett eine Stufe kleiner. Das war nicht mehr
angenehm! Aber da musste ich durch. Spätestens in einer Woche wollte ich
das andere tragen können. Ob das gesund war, darüber machte ich mir
keine großen Sorgen. Ich musste das enge Korsett genau einmal tragen,
dann konnte ich meines wieder tragen und es weiter stellen.

Ich musste mir gestehen, dass ich so etwas wie Bewunderung für den Mann
empfand. In seinem Alter noch so etwas machen, das war irre. Wie lange
hatte er gebraucht, um das Korsett tragen zu können?

Zwei Tage später stand ich zum ersten Mal wieder nackt vor dem Spiegel.
Ohne Korsett fühlte ich mich merkwürdig. Die feste Umschlossenheit
fehlte. Und das war keine positive Empfindung, wie es ist, wenn man
einen zu engen Schuh auszieht.

An der Operation konnte man nicht meckern. Ich hatte eine perfekt
wohlgeformte Taille. Nur sehr wenige Frauen hatten das, vor allem in
Kombination mit dem absolut flachen Bauch. Die Operationsfolgen begannen
zu verschwinden. In ein paar Tagen würden nur noch Verfärbungen daran
erinnern, und dann überhaupt nichts mehr.

Ich duschte und freute mich darauf, mein Korsett wieder zu tragen. Das
hätte mir jemand vor kurzem erzählen sollen! Die Freude endete
allerdings, als ich es erneut eine Stufe enger stellte.

##

Ich rief bei meiner Klientin an. Nach der Begrüßung sagte ich, „Ich bin
bald soweit. In wenigen Tagen kann ich das Korsett tragen. Ich würde
gerne mit ihnen besprechen, wann ich zu ihnen kommen kann. Kann ich mich
bei Ihnen umziehen?“

„Ich weiß nicht, ob das so eine gute Idee ist.“

„Warum?“ fragte ich völlig verständnislos.

„Das einfache Personal wechselt bei uns recht häufig, das ist heutzutage
leider normal. Ich habe eines der Mädchen dabei erwischt, dass sie
spioniert hat.“

„Wollte sie nicht einfach nur etwas stehlen?“

„Nein. Sie hat sich bei anderen Angestellten nach meinem Vater
erkundigt. Und sie war mehrfach in seinen Räumen, obwohl sie da nichts
zu suchen hatte. Ihre Ausreden klangen nicht glaubwürdig. Ich wollte sie
heute schon feuern.“

„Aber sie haben nicht?“

„Nein. Vielleicht ist sie die Spur zu meinem Vater. Ich habe mich mit
den Möglichkeiten beschäftigt. Können Sie zu mir kommen, sofort?“

Ich hatte gerade heute meine erste Zahlung von ihr bekommen. Eine nicht
gerade kleine Summe, die mich aller unmittelbarer Sorgen enthob. Ich
wäre notfalls zu ihr gejoggt.

Wenig später saß ich ihr gegenüber. Missbilligend sah sie auf meinen
Jogginganzug.

„Mir passen meine Sachen leider nicht mehr“, entschuldigte ich mich.

„Und warum kaufen Sie sich nichts Neues?“

„Mein Größe ändert sich täglich. Ich wollte abwarten, bis sich meine
endgültige Größe herauskristallisiert.“

„Gut, ich verstehe. Ich habe eine Idee, wie wir an Informationen von dem
Mädchen kommen können. Tragen Sie jetzt ein Korsett?“

„Ja, rund um die Uhr. Ein spezielles medizinisches Korsett.“

„Aha. Könnten Sie es kurz ausziehen?“

„Ich verstehe nicht?“

„Ich möchte sehen, wie sie aussehen. Schließlich habe ich es bezahlt.“

Da hatte sie wohl recht. Ich nickte.

„Gut. Gehen Sie nach nebenan, dort habe ich ein Trikot bereitlegen
lassen. Ziehen Sie sich bitte um.“

Wortlos ging ich nach nebenan. Dort lag ein dünner Overall aus Lycra,
wie etwa Eisläufer ihn tragen. Ich zog meinen Trainingsanzug aus, und
dann das Korsett. Wieder befiel mich dieses merkwürdige Gefühl, das
etwas von mir fehlte.

Ich wollte schon den Anzug anziehen, da sah ich einen Slip obenauf
liegen. Er war aus einem festen, aber trotzdem elastischen Material. Ich
brauchte nur wenige Momente, um zu begreifen, wozu das diente. Das sehr
elatische Material des Anzuges hätte meine Genitalien zu deutlich
gezeigt. Ich zog meine Unterhose aus und den Slip an, wobei ich den
Penis zwischen die Beine nahm. Tatsächlich war nun nichts mehr von ihm
zu sehen, aber der Slip war nicht gerade bequem.

Der Anzug war schnell angezogen, der Reißverschluss auf der Brust bequem
zu schließen. Völlig von hautengen leuchtend blauen Lycra umhüllt kehrte
ich zu ihr zurück.

„Bitte stellen Sie sich dahin.“ Sie wies in die Mitte des Raumes. Nach
einiger Zeit, in der sie mich intensiv studierte, sagte sie, „Bitte
drehen Sie sich um neunzig Grad.“ Ich folgte ihrer Aufforderung.

Nach einigen Minuten, in denen ich mich noch mehrmals drehen musste,
wurde ich allmählich ungeduldig.

Endlich sagte sie, „Ich denke, es könnte gehen.“

„Was könnte gehen?“

„Lassen Sie mich zuerst zusammenfassen, was ich sehe. Einen
durchschnittlich großen Mann mit fast zu wenig Gewicht. Vor allem die
Muskeln sind eher unterdurchschnittlich.“

„Ich habe eine krasse Diät hinter mir. Dabei werden leider zuerst die
Muskeln abgebaut.“

„Mir sind dir Ursachen klar. Und ich habe Sie auch vor einigen Wochen
gesehen, deshalb sind Erklärungen überflüssig. Gut, wo war ich stehen
geblieben? Ja, nicht sehr ausgeprägte Muskeln. Die Schultern sind nicht
zu breit, der Hals könnte schmaler sein. Zeigen Sie mir ihre Hände.“

Ich hielt sie hoch.

„Ja, das geht gerade noch. Etwas groß, aber da können wir kaum etwas
machen. Doch, vielleicht…“ nach einer kurzen Pause ging ihr Blick nach
unten. „Die Taille ist wunderschön, aber das hatte ich auch erwartet.
Die Hüfte hat etwas zu wenig Rundungen. Obwohl, für einen Mann schon
ganz ordentlich.“

Ich hatte auch bemerkt, dass mein Po etwas runder geworden war.

„Die Beine – hmm. Ziehen Sie die Pumps an.“

Sie wies auf einen kleinen Tisch, auf dem von mir bislang unbemerkt ein
Paar Pumps stand. Der Absatz war ähnlich hoch wie von dem Paar, mit dem
ich täglich übte. Schnell hatte ich die Pumps an und ging problemlos
wieder in die Mitte des Raumes.

Ein Lächeln machte sich auf ihrem Gesicht breit. „Sie haben geübt?“

Ich nickte. „Ja. In meinem Beruf muss man sich jederzeit sicher bewegen
können.“

„Dieses Ziel haben Sie zweifellos erreicht. Ich glaube, ich kann mich
nicht so sicher mit hohen Absätzen bewegen, und ich bin damit groß
geworden. Ich sehe, Sie gehen an die Sache professionell heran. Das
gefällt mir.“

Das zauberte nun ein Lächeln in mein Gesicht.

„Ich habe wohl den richtigen Mann, aus mehreren Gründen.“

Mein Lächeln verstärkte sich.

„Allerdings kommt es nicht nur darauf an, sich sicher zu bewegen. Ihnen
geht völlig die Eleganz, die Grazie einer Frau ab.“

Mein Lächeln erstarb.

„Das werden sie noch üben müssen.“

Ich wollte schon fragen wieso, aber ich ließ sie weiterreden. Er
Erklärung würde wohl gleich kommen.

„Nun sehen die Beine schon besser aus. Die Unterschenkel sind gut, die
Knie Ok. Die Oberschenkel sind zu schlank. Das heißt, das Problem liegt
for allem um die Hüfte herum. Aber das lässt sich verdecken. Hier,
ziehen Sie das an.“ Sie warf mir ein Kleidungsstück zu. So einen
zielgerichteten, ziemlich sportlichen Wurf hätte ich von ihr nicht
erwartet.

Ich nahm das Kleidungsstück in die Hände. Es war ein roter Minirock aus
Denim. Schon wollte ich protestieren, da erschien mir das
unprofessionell. Ich war ja kein kleines Kind mehr. Wortlos zog ich ihn
an, mit meinen Pumps vorsichtig in ihn hinein steigend. Der
Reißverschluss an der Seite ließ sich problemlos schließen. Wenige
Momente später wurde mir klar, was das bedeutete. Ich hoffte trotzdem,
dass nun niemand in das Zimmer kam, während ich einen Rock und Pumps
anhatte.

„Sehr gut. Nun sieht das deutlich besser aus. Selbst mit so einem kurzen
Rock fallen die fehlenden Rundungen kaum noch auf. Übrigens, den Rock
trug ich als Teenager, er passt mir schon lange nicht mehr. Sie können
ihn behalten, da er Ihnen ja passt.“

Ich wusste nicht, was ich sagen sollte. Und auf was ich etwas erwidern
sollte. Darauf, dass ich einen Rock geschenkt bekam? Oder darauf, dass
er mir im Gegensatz zu meiner Klientin passte? Nicht dass sie
übergewichtig wäre, ganz im Gegenteil. Sie hatte eine fantastische
Figur.

„Ich nehme an, sie wissen nun, was ich vorhabe?“

„Ich vermute es.“

„Als ein weiteres Dienstmädchen haben sie alle Möglichkeiten etwas
herauszubekommen, ohne Verdacht zu erwecken. Niemand sonst könnte das
machen.“

„Ich könnte eine Kollegin…“

„Nein“, unterbrach sie mich, „niemand soll etwas über meinen Vater
erfahren. Nur Sie können diese Aufgabe erledigen.“

Das erschien mir logisch. Nun, ich musste mich sowieso als Dienstmädchen
anziehen, um in den Raum zu kommen. Damit hatte ich mich abgefunden, und
deswegen hatte ich mich operieren lassen. Da konnte ich das auch noch
ein paar Stunden länger machen.

„OK. Meinen Sie, ich falle nicht auf?“

„Was ich vor mir sehe, überzeugt mich. Jedenfalls vom Hals abwärts. Was
macht ihr Theaterkurs?“

„Ich beherrsche die Technik. Aber ich könnte ein paar Tipps von einem
Profi vertragen. Keinen Theatermenschen, sondern einen
Schönheitsspezialisten.“

„Daran habe ich auch schon gedacht. Ich habe einen Termin für Morgen
ausgemacht. Sie haben doch nichts vor?“

Ich schüttelte den Kopf. Sie war derzeit meine einzige Klientin, und das
wusste sie.

„Gut, da bleibt nur noch eines: Ihre Stimme. Sie ist nicht besonders
tief, aber auch nicht sehr feminin.“

„Bis jetzt hatte ich nicht gedacht sprechen zu müssen. Es ging nur ums
Aussehen.“

„Richtig. Ich habe mich beraten lassen. Es gibt zwei Möglichkeiten:
Anders sprechen zu lernen, aber das dauert zu lang. Oder die
Stimmfrequenz ändern. Aber ich will ihnen keine weitere Operation
zumuten, zudem Sie ja später normal weiterleben wollen. Ich habe aber
eine Lösung gefunden.“

Ich sah sie gespannt an. An meinen Stimmbändern würde ich mich
garantiert nicht operieren lassen, das hatte sie vollkommen richtig
erkannt.

„Kenn sie Botox?“

„Ja, damit lassen sich Frauen Falten wegspritzen.“

„Richtig. Es ist ein sehr starkes Nervengift. Es wird auch viel in der
Medizin eingesetzt. Es ist damit möglich, einen Teil der Stimmbänder am
Schwingen zu hindern. Das Resultat dürfte klar sein.“

„Eine höhere Stimme.“

„Und es hält nur begrenzte Zeit, dann verschwindet der Effekt von
selber.“

Ich nickte, denn ich wusste, dass Frauen immer wieder Injektionen damit
brauchten. Nach einiger Zeit kommen die Falten wieder, wenn das Botox
abgebaut ist.

„Sie wollen, dass ich mich damit behandeln lasse?“

Sie nickte. „Es birgt nahezu kein Risiko, und ich sehe keine andere
Möglichkeit. Ich weiß, dass sie so keine anderen Aufträge annehmen
können. Deshalb habe ich einen Vorschlag: Solange ihre Stimme höher ist,
erhalten Sie von mir ein sehr großzügiges Gehalt, zusätzlich zu ihrer
Entlohnung als Detektiv. Dafür leben Sie hier und arbeiten als
Dienstmädchen, wenn Sie nicht mit ihren Nachforschungen beschäftigt
sind. So fallen Sie nicht auf.“

Ich wollte schon Nein sagen, da sagte sie eine Zahl: „Zehntausend Euro
monatlich. Das dürfte ihren Einkommensverlust ausgleichen. Dazu alle
vereinbarten Honorare und Kosten als Detektiv.“

Ich wurde unsicher.

Sie fuhr fort, „Ich brauche nur jemanden, der formell das Gehalt
bekommt. Sie müssen sowieso ein Dienstmädchen spielen, deshalb erscheint
es mir am Einfachsten, dass sie das eine Zeitlang fortsetzen. Zudem
nicht klar ist, wie schnell sie die nötigen Informationen bekommen.“

„Ist ein solches Gehalt für eine einfache Tätigkeit nicht ein wenig
ungewöhnlich?“

„Das ist weniger wichtig. Entscheidend ist: Fünf Angestellte, fünf
Löhne.“

Ich wollte ihr nicht widersprechen, denn Steuerdinge waren meine größte
Schwäche. „Gut, ich bin einverstanden.“

„Am Besten bleiben Sie gleich hier. Ich hatte mit Ihrem Einverständnis
gehofft und für morgen einen Termin ausgemacht, um Ihre Stimme zu
verändern. Da das nicht sehr aufwendig ist, kann das hier gemacht
werden.“

Ich war nun doch etwas überwältigt. Zu viel geschah zu schnell. Hatte
ich gerade zugesagt, hier als Dienstmädchen zu leben?

„Ich habe hier die Verträge. Lesen Sie sich sie durch und unterschreiben
Sie, wenn Sie einverstanden sind. Ein paar Dinge sollten Sie noch
wissen. Wenn Sie hier arbeiten, werden Sie genauso wie alle anderen
behandelt. Das heißt, Sie werden von mir geduzt, während Sie mich als
Madame ansprechen. Eben wie ein normales Dienstmädchen. Sie wollen ja
auch nicht auffallen?“

Ich nickte. Das machte Sinn.

„Es ist ja auch nur für die Dauer unseres Vertrages, und das ist nicht
lang. Im Angestelltenvertrag werden Sie nichts Besonderes finden, außer
der Uniformpflicht, solange Sie auf diesem Grundstück sind. Unterkunft
und Verpflegung kostet Sie nichts extra.“

Hmm, das klang immer besser. Ich glaube, ich kündige meine Bruchbude und
leiste mir was Anständiges nach diesem Auftrag. Zum ersten Mal seit sehr
langen Zeiten würde Geld dann kein Problem sein.

Als ich nichts sagte, fragte sie, „Sie sind so still?“

„Oh, Entschuldigung, ich wollte nicht unhöflich sein. Ich dachte gerade
an meine alte Wohnung, die ich sowieso aufgeben wollte. Und wenn ich
sowieso hier die nächsten Wochen wohne…“ Solange würde es wohl dauern,
bis meine Stimme wieder normal wäre. Die Miete musste ich nicht
bezahlen, auch wenn ich jetzt gut verdiente. Lange Zeit mit wenig Geld
hatte mich sparsam gemacht.

„Das kann mein Anwalt erledigen. Was brauchen Sie aus Ihrer Wohnung?“

Ja, was brauchte ich? Die Kleider passten nicht mehr, waren sowieso
nicht gerade neu. Die Küche gehörte wie einige andere Einrichtung zur
Wohnung. Blieb der alte Fernseher und kaum mehr. Ein paar Fotos
vielleicht. Nichts, was ich wirklich brauchte. Alles Wertvolle war in
meinem Büro, die gesamte teure Technik und alle wichtigen Unterlagen.

Ich hatte nicht lange überlegt. „Eigentlich nichts.“

„Gut, dann brauchen Sie sich nicht mehr darum zu kümmern. Dafür bezahle
ich Profis. Unterschreiben Sie nur die Vollmacht, dann brauchen Sie
nicht mehr zurückzugehen.“

„Aber ich habe nichts bei mir, keine Kleider, nichts.“

„Es passt Ihnen doch sowieso nichts mehr?“

„Auch wieder richtig.“

„Ich habe ein Zimmer für Sie fertig machen lassen. Hier ist der Code,
lernen Sie ihn bitte auswendig. Mit Ausnahme eines Raumes werden alle
Türen per Code geöffnet. Ihr Code berechtigt Sie zu allen Räumen, in die
ein Dienstmädchen muss, für ihr Zimmer, und zu allen Räumen meines
Vaters, für eventuelle Nachforschungen.“

Ich nickte. Den einen Raum kannte ich, deswegen musste ich zum
Dienstmädchen werden.

„Nehmen Sie die Verträge und gehen Sie nach nebenan. Sie haben beliebig
viel Zeit um sie zu lesen. Unterschreiben Sie, wenn Sie alles für gut
befinden. Ich muss mich jetzt leider anderen Verpflichtungen widmen.
Rufen Sie den Butler, wenn Sie fertig sind. Ach ja, noch eines. Ich mag
französische Namen für meine Dienstboten. Ich finde Michelle wäre ein
schöner Name. Wäre das OK?“

Michelle? Es klang nicht schlecht. „Ja, Michelle ist OK.“

„Gut, Michelle. Dann gehe bitte nach nebenan.“

Selbst ohne den Vertrag unterschrieben zu haben, duzte sie mich und
nannte mich bei einem femininen Namen. Nun ja, ich würde mich wohl daran
gewöhnen müssen, jedenfalls für die nächsten Wochen. Denn ich war
entschlossen, den Job anzunehmen. Etwas Besseres war mir noch nie
passiert.

Und danach würde ich erst einmal richtig Urlaub machen. Das war schon
viel zu lange überfällig.

##

In dem anderen Raum war von meinem Trainingsanzug nichts mehr zu sehen.
Von den Schuhen auch nichts. Ich setzte mich an den Couchtisch und
begann alles zu lesen. Es war nicht gerade wenig, und in diesem
merkwürdigen Anwaltsdeutsch geschrieben.

Die wichtigen Sachen las ich genau. Alles war so, wie sie es gesagt
hatte. Selbst der Name Michelle war festgehalten. Bei dem unendlichen
Kleinkram gab ich bald auf. Ich las einiges, bis mir der Kopf schwirrte.
Ich musste mein Zimmer sauber halten, immer vernünftig aussehen – selbst
schmutzige Fingernägel wurden erwähnt. Es erging sich in unendlichen
Kleinigkeiten, die alle eigentlich völlig selbstverständlich waren.

Irgendwann, nach einigen Stunden konzentrierten Lesens, gab ich auf.
Alles war Ok. Sollte ich irgendwo überlesen haben, das meine Zähne
zweimal täglich geputzt werden müssen, würde ich damit leben können. Ich
drückte den Knopf, der den Butler rief.

Wie ich es nicht anders von ihm kannte, war er kurz darauf da. Er nahm
die Verträge vom Tisch und prüfte die Unterschriften.

„Gut Michelle, alles scheint in Ordnung zu sein. Du kannst auf dein
Zimmer gehen.“

Oh, das ging aber schnell. Schon war er auch mit mir per Du und nannte
mich Michelle.

„Wo ist mein Zimmer?“

„Zweite Etage, letztes Zimmer links. Morgen bist du noch nicht bei dem
Frühstück der Dienstboten. Ich werde dir es um sieben Uhr bringen. Da
solltest du fertig angezogen sein.“

„Ich habe keine Kleider hier, außer diesen Sachen.“ Erst jetzt wurde mir
bewusst, dass ich in Pumps und einem Minirock vor ihm stand.

„Keine Sorge, auf deinem Zimmer findest du mehrere Uniformen.“

„Uniformen?“

„Sicher. Wie im Vertrag festgelegt, gilt für alle Angestellten hier
Uniformpflicht.“

„Ach ja, richtig.“

„Dann bis morgen um sieben.“

Es war unheimlich, wie er so plötzlich erscheinen und verschwinden
konnte. Plötzlich war er weg.

Ich ging die Treppe nach oben.

Die Tür zu meinem Zimmer ließ sich problemlos mit dem Code öffnen. Für
ein Dienstmädchenzimmer war es überraschend groß. Aber ich war ja auch
kein richtiges Dienstmädchen.

War ich nicht? Ich hatte einen entsprechenden Vertrag unterschrieben.
Rein rechtlich war ich ein Dienstmädchen, mit Uniformpflicht. Erst jetzt
wurde mir klar, auf was ich mich da eingelassen hatte.

Ich öffnete den Schrank. Tatsächlich, da waren drei typische
Dienstmädchen Uniformen. Und außer der Unterwäsche und Schuhen nichts.
Das Einzige, was man halbwegs als Hose durchgehen lassen konnte, war der
Lycra Anzug unter meinem Minirock. Mein Minirock! Ich konnte es kaum
glauben. Außer den Uniformen war es das einzig normale Kleidungsstück –
denn der Lycra Anzug war das sicherlich nicht.

Und außer dem Korsett, das auf dem Bett lag, war der Minirock
tatsächlich das Einzige, was mir hier gehörte. Die Uniformen waren mir
ja nur zur Verfügung gestellt.

Auf was hatte ich mich nur eingelassen? Ich hatte meine Wohnung mit
allen Kleidern aufgegeben, und einen Job als Dienstmädchen angenommen.
Mit Uniformzwang. In diesem Haus würde ich keine Hose mehr tragen.

Ich holte mir eine Uniform aus dem Schrank und betrachtete sie.

Reiche Leute, die sich Dienstboten hielten, zerfielen in zwei Gruppen.
Jedenfalls die, die auf Uniformen bestanden. Einmal die, die den
Dienstboten durch möglichst einfache Kleidung ihre Position klar machen
wollten. Und dann die, die durch üppige Kleidung ihren Reichtum zur
schau stellten. Wie mit einem teueren Auto.

Dies gehörte definitiv zur zweiten Gruppe. Die Uniform war kaum anders
als die, dich ich in den Kartons gefunden hatte. Der auffälligste
Unterschied war der, dass diese hier schwarz war. Jedenfalls das Kleid.
Der Rest war weiß: Der Petticoat, die Schürze, das Spitzenhäubchen.

Im Schrank befand ich eine laminierte Karte, in der genau festgehalten
war, wie die Uniform auszusehen hatte. War sie nicht perfekt, würde man
bestraft werden.

Ich hatte für heute genug. Ich hatte mich in eine Situation manövriert,
in der ich bestraft würde, wenn morgen mein Kleid oder der Petticoat
nicht richtig saßen.

Ich ließ mich auf das Bett fallen wie ich war und fiel in Bruchteilen
einer Sekunde in Schlaf.

##

Ich wachte vom Geräusch eines Weckers auf. Grrr, ich hatte doch gar
keinen Wecker gestellt. Halb sechs! Aber da ich schon wach war, ging ich
auf die Toilette.

Zurück an meinem Bett sah ich einen Zettel neben dem Wecker. „Ich habe
mir erlaubt den Wecker zu stellen, damit du rechtzeitig fertig bist. Zu
deinen vertraglichen Verpflichtungen gehört ein gepflegtes
Erscheinungsbild, und das bedeutet keine Haare an Armen und Beinen. In
deinem Fall auch das Kinn. Ich empfehle auch die Achseln zu rasieren,
und auch das Korsett dürfte angenehmer ohne Haare darunter sein. Vergiss
nicht die Augenbrauen. Wegen des Arzttermins ist Makeup nicht nötig,
auch auf Parfum solltest du verzichten. Aber du wirst dich um deine
Nägel kümmern müssen. Ich empfehle einen nicht zu kräftigen Nagellack,
um die Unschönheiten zu bedecken, da für eine richtige Maniküre keine
Zeit ist. Ich werde um 6:45 eine erste Abnahme machen.“

Ich konnte kaum glauben, was ich da las. Ich wurde tatsächlich wie ein
Dienstmädchen behandelt. Wieder einmal wurde mir zu spät klar, auf was
ich mich eingelassen hatte. Trotz meiner Vertragsstudien. Aber selbst
ohne Vertrag hätte mir so etwas klar sein müssen. Spätestens, wenn ich
zu den anderen Dienstmädchen ging, musste ich genauso aussehen. Eine
gewisse Übung war da sicherlich nicht schlecht. Ich hätte mir nur eine
etwas einfühlsamere Mitteilung gewünscht.

Es war schon beinahe viertel vor sechs. Nur noch eine Stunde. Nicht viel
Zeit für alle Aufgaben.

Ich ging ins Bad und entledigte mich aller Körperhaare, teils mit
Enthaarungscreme und teils mit einem Rasierer. Je nachdem, wie es an der
jeweiligen Stelle schneller ging. Es dauerte fast eine halbe Stunde, bis
ich außer meinem Haupthaar und den Augenbrauen keine Haare mehr hatte,
und mich komplett eingecremt hatte, um die Hautirritationen zu
minimieren.

Die Augenbrauen wurden nun zu dünnen Bögen gezupft. Keine angenehme
Prozedur am frühen Morgen, wo man besonders schmerzempfindlich ist. Ich
würde später noch einmal nacharbeiten müssen. Die dünnen Bögen
veränderten mein Gesicht ziemlich stark. Ich wusste das zwar durch
meinen Theaterkurs, aber in der Realität verblüffte es mich doch. Das
war für die nächste Zeit mein Gesicht, ich konnte es kaum glauben.

Ich zog mich an. Zuerst das Korsett, wieder eine Stufe enger. Ohne Haare
war es tatsächlich besser. In meinem Schrank fand ich etliche weitere
Slips wie den Gestrigen. Dann folgte die schwarze Feinstrumpfhose. Ich
bin zwar eigentlich nicht ungeschickt und auch kein Grobmotoriker, aber
ich hatte einfach keine Übung. Ich zerriss das erste Paar. Bei dem
zweiten Paar war ich vorsichtiger. Kurz darauf waren meine Beine in
schimmerndes zartes Schwarz gehüllt – ein höchst ungewohnter Anblick.

Ich nahm mir einen Augenblick Zeit, um in den Spiegel zu schauen. Von
der Brust an abwärts sah man nichts als eine Frau mit einer besonders
kleinen und wohlgeformten Taille.

Nun stand ich ratlos vor dem Teil, das mir anscheinend eine Oberweite
geben sollte. Ich beschloss die Zeit zu nutzen, in der ich es
betrachtete, um es zu enträtseln. Der Punkt, an dem mir meine Aktionen
merkwürdig vorkamen und ich jede Einzelne in Frage stellte war längst
überschritten. Die Zeit raste und ich musste fertig werden.

Schnelltrocknend stand auf dem kleinen Fläschchen mit Nagellack. Das
dunkle Rosa war schnell auf die linke Hand gebracht, aber dann mit der
linken Hand die Rechte zu lackieren war wirklich nicht einfach. Ich
machte das ja zum ersten Mal. Perfekt war das Ergebnis nicht, ich war
einige Male über den Nagel hinaus gekommen.

Ich wedelte meine Hände in der Luft, wie ich es meine Freundin so oft
habe machen sehen. Dabei betrachtete ich das hautfarbene Teil vor mir
genau. Nach ein paar Minuten war mir klar, wie es funktionierte. Es
bedeckte vom Hals abwärts den Oberkörper wie ein ärmelloser
Rollkragenpulli.

Vorsichtig testete ich meine Nägel. Ja, sie schienen trocken zu sein. Da
ich mir über die Trockenzeit nicht sicher war, zog ich das Teil mit
größter Vorsicht über den Kopf und zog es dann nach unten glatt. Es
reichte gerade bis zum Korsett. Auf meiner Brust wölbten sich nun zwei
prominente Brüste. Etwas zu groß für meinen Geschmack. Mit jeder
Bewegung wippten sie leicht, wie ich das von echten Brüsten kannte. Aber
nun bewegte es sich auf meiner Brust!

Ich nahm den BH in die Hand. Ich brauchte etwas, um die wabbelnden
Dinger unter Kontrolle zu bringen. Dieser Gedanke half mir, das
ultimativ weibliche Kleidungsstück in die Hand zu nehmen. Ich versuchte,
mich daran zu erinnern, wie meine Freundinnen es angezogen hatten.

Plötzlich öffnete sich die Tür und der Butler kam herein. „Ah, ich sehe,
ich habe richtig vermutet. Bu brauchst Hilfe, Michelle.“

Ich war bei der plötzlichen Störung zusammengezuckt und brauchte noch
einen Moment, um mich von dem Schreck zu erholen. Er nahm mir den BH aus
zittrigen Händen. Unwillkürlich bedeckte ich die Brüste mit den Händen,
in einer vergeblichen Anstrengung, sie zu verbergen.

„Du brauchst dich nicht zu schämen. Das sind sehr schöne Brüste“, sagte
er in einem beruhigenden Tonfall. Dann strich er mir wie einem kleinen
Kind über den Kopf.

Ich hätte ihn im ersten Moment umbringen können. Aber dann überwog der
besänftigende Effekt, und ich ließ ihn gewähren. Tatsächlich beruhigte
ich mich schnell. Wie hatte es zu so einer Reaktion kommen können? Ich
war ein Detektiv, verdammt noch mal. Ich kannte genug
Kampfsporttechniken, um ihn sofort zu Boden zu schicken. Statt dessen
benahm ich mich wie ein junges Mädchen. Sehr passend, dachte ich
sarkastisch.

Nun legte er mir den BH um und schloss ihn im Rücken. Es war ein höchst
merkwürdiges Gefühl, die Nähe eines Mannes zu spüren, während er mir
einen BH umlegt.

Der BH war weiß und hatte Halbschalen, die die obere Hälfte meiner
Brüste freiließen. Ich wollte nicht darüber nachdenken, warum ich das
künstliche Teil nun als meine Brüste bezeichnete. Aber eigentlich lag
der Gedanke nahe. Die Oberfläche sah aus wie richtige Haut, und der Ton
entsprach genau meinem. Man musste schon sehr genau hinsehen, um die
Brüste als Prothesen zu entlarven. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass
das jemals geschehen würde. Das gab mir ein Gefühl der Sicherheit, denn
ich wollte keinesfalls als Mann entlarv werden. Nicht nur wegen der dann
unmöglichen Ermittlungen, ich fände es einfach unglaublich peinlich.
Wenn das andere Klienten erfahren würden! Nein, ich musste alles tun, um
so überzeugend wie möglich zu sein.

Geistesabwesend ließ ich mir den Petticoat geben und zog ihn an. Ein
Meer weicher Rüschen legte sich um meine Hüfte. Ehe ich ihn richtig
betrachten konnte, kam schon das Kleid. Das glatte Satin rutschte fast
wie von selber über den Kopf. Ehe ich mich versah, schloss der Butler
schon den Reißverschluss in meinem Rücken. Dann zupfte er den Rock
zurecht, bis er ordentlich über dem Petticoat lag. Als Nächstes zog er
die Puffärmel in Position.

Ohne mich zur Besinnung kommen zu lassen, wies er mich an, „Ziehe dir
die Schuhe an.“

Folgsam steckte ich meine Füße in die Schuhe mit dem ziemlich hohen
Ansatz. Ein Riemen ging über den Spann und musste mit einer winzigen
Schnalle geschlossen werden, was ziemlich fummelig war. Mein Detektiv-
Verstand fand das nicht gut, denn ich würde nicht schnell aus den
Schuhen kommen, sollte es nötig sein.

In der Zwischenzeit hatte der Butler eine typische Spitzenhaube geholt,
wie es Zimmermädchen gewöhnlich trugen. Während er sie mir umständlich
in die Haare steckte, sagte er, „Diese Haube muss unbedingt immer
getragen werden, es gibt keine Ausnahme. Wegen des Arzttermins
verzichten wir auf die Perücke. Aber auf die Haube kann keinesfalls
verzichtet werden. Wiederhole!“

„Ich muss die Haube immer tragen.“

„Noch einmal, genauer!

„Ich muss die Haube immer tragen, egal unter welchen Umständen.“

„Gut, nimm es dir zu Herzen. Die Strafe für Vergessen ist ziemlich
hoch.“

Merkwürdigerweise störte mich das kleine bisschen weißer Spitze auf
meinem Kopf am Meisten. Ich war zwar wie eine Frau angezogen, und das
war überhaupt nicht mein Fall. Aber ich kam damit zurecht. Eine Frau war
ja erst einmal kein geringeres Lebewesen. Das sah man mehr als deutlich
an meiner Klientin. Chefin, musste ich wohl eher jetzt sagen.

Aber das Ding auf meinem Kopf änderte meinen Status. Ich war dadurch für
jeden sichtbar zum Befehlsempfänger geworden, zu einen Dienstboten. Ich
hatte mich nicht mehr um meine Dinge zu kümmern, sondern um die anderer
Leute. Ich empfand das als außerordentlich erniedrigend. Wahrscheinloch
deshalb, weil ich sonst immer mein eigener Herr war. Jetzt war ich nicht
einmal mehr Herr, dachte ich traurig.

„Deine Fingernägel sind in einem nicht akzeptablen Zustand. Aber jetzt
haben wir keine Zeit dafür. Hier, das ist dein Halsband. Alle Mädchen
müssen es tragen, damit man ihren Namen weiß. Bei dir dient es außerdem
dazu, die Naht der Brustprothese zu verdecken, samt dem Adamsapfel. Wir
lassen es jetzt erst einmal weg. Sofort nach dem Arzttermin musst du es
tragen.“

„Ich muss mein Halsband immer tragen“, sagte ich wie in Trance, und ohne
dazu aufgefordert worden zu sein. Grund dafür war, dass ich mich gerade
zum ersten Mal im Spiegel sah.

Ich konnte es nicht glauben, was ich sah. Von mir war nichts übrig
geblieben. Da stand nur ein etwas verängstigt aussehendes Mädchen mit
einer tollen Figur. Das Kleid mit dem Petticoat verstärkte noch den
Sanduhr-Effekt. Und mein Dekolleté war ein Hingucker. Es war supersexy.

Mein Kopf passte noch nicht so richtig dazu. Aber mit den dünnen
Augenbrauen und dem Spitzenhäubchen wirkte er ziemlich feminin. Mit ein
wenig Makeup würde ich sehr überzeugend sein, da war ich mir sicher.
Männer würden sowieso nur auf meinen Busen starren.

Ich hatte nicht bemerkt, dass der Butler gegangen war. Aber nun kam er
mit einem Tablett zurück, auf dem sich mein Frühstück befand.

Ich setzte mich an den kleinen Tisch und begann wortlos zu essen. Schon
kurz darauf war ich voll. In meinen korsettierten Bauch passte nicht
viel hinein, ich war in der letzten Zeit immer sofort satt. Ich musste
aufpassen, um nicht zu viel Gewicht zu verlieren, sagte ich mir.

Als ich fertig war, gab mir der Butler zwei weiße Handschuhe. „Mit
diesen Händen kannst Du dich nicht sehen lassen. Sie gehören zur
Uniform, werden aber nur getragen, wenn keine schmutzigen Arbeiten
verrichtet werden.“

Ich zog sie an. Sie gingen gerade bis zum Handgelenk. Meine Hände sahen
darin gleich viel zierlicher aus.

Dann folgte ich dem Butler nach unten. Ich merkte schon bei den ersten
Schritten, dass diese Absätze deutlich höher waren. Ich würde mich daran
gewöhnen müssen.

Auf der Treppe konnte ich in dem weiten Rock meine Füße nicht sehen. Ich
meisterte sie, aber bei weitem nicht so sicher, wie ich das erwartet
hatte. Bei meinem Üben hatte ich weder die Tatsache berücksichtigt, dass
ich noch höhere Absätze tragen würde – denn ich glaubte nur das Paar aus
dem Karton tragen zu müssen – noch, dass ein weiter Rock mir die Sicht
nach unten versperren würde. Und das hätte ich wissen müssen. Sollte ich
jemals wieder in diese Situation kommen, würde ich mir ein Kostüm zum
Trainieren kaufen. So wie ich das gemacht hatte, war es unprofessionell.

Aber der Butler hatte meine leichte Unsicherheit nicht bemerkt. Im
Erdgeschoss angekommen richtete sich meine Aufmerksamkeit immer noch auf
den bei jedem Schritt mitschwingenden Rock.

Mit einem Ruck riss ich mich davon los. Das war unprofessionell,
unprofessionell, unprofessionell!!! Ich hätte wirklich vorher in so
einem Outfit üben müssen, auch wenn es mir nicht gefiel, einen Rock
anzuziehen. Diese Kleidung war in einer Art und Weise ablenkend, wie ich
es nie erahnt hätte. Nicht nur der Rock schwang bei jedem Schritt,
sondern auch der Petticoat darunter. Unzählige Rüschen streichelten
meine Oberschenkel. Weil ich nicht an so etwas gewöhnt war, war es nur
um so erotischer.

Und dann das Gefühl, wie meine Beine in der Strumpfhose aneinander
glitten. Es machte ein ganz leises Geräusch. Aber das menschliche Gehör
ist verblüffend: Man hört es aus allen anderen Geräuschen heraus, wie
mein ein ungewohntes Geräusch im Auto heraushört. Und dieses Geräusch
war genauso sexy, wie es sich anfühlte.

Dazu kam das Stakkato meiner Absätze auf dem harten Boden. Auch darauf
war ich nicht vorbereitet, denn ich hatte zuhause auf Teppich trainiert.
Auf dem harten Parkett war nicht nur das Laufgefühl völlig anders,
sondern vor allem das Geräusch. Es war laut, sehr laut. Klack, klack,
klack. Für Detektivarbeit völlig ungeeignet.

Obwohl, das stimmte nicht. Zu bestimmten Dingen gehörten bestimmte
Geräusche, und es wäre eher sehr auffällig gewesen, wenn die Schuhe
lautlos wären. Ich war es nur nicht gewohnt.

Da ich nicht ganz sicher mit den Schuhen auf dem Boden war – es war
uraltes Parkett, das nicht ganz gleichmäßig war, und in diesen Schuhen
merkte man jede kleinste Unebenheit – schaute ich immer wieder nach
unten.

Der verstörendste Anblick war mein wogender Busen. Ein reichhaltiges
Dekolleté, umrahmt von weißer Spitze, die reizvoll mit dem glänzenden
Schwarz des Kleides kontrastierte. Alles bewegte sich so reizvoll, wie
ich es gerne bei meiner Freundin gehabt hätte. Nur dass die weder so
eine Oberweite hatte, noch sie zur Schau stellte.

Endlich kamen wir in einem Raum an. Es war der Empfangsraum, in dem ich
schon einmal gewesen war. Mir wurde bedeutet zu warten. Ich setzte mich,
froh selbst nach dieser kurzen Strecke nicht mehr auf den Schuhen stehen
zu müssen. Wie sollte das bei einem ganzen Tag werden?

Ich wusste nicht einmal, ob ich mich richtig hingesetzt hatte. Wie setzt
man sich mit einem Petticoat? Ich war froh das der Tisch die Sicht
darauf blockierte.

Die Tür öffnete sich und ein Mann kam herein. Er sah mich genau an und
sagte dann, „Entschuldigung, ich wollte zu jemand anderem.“ Nach einem
weiteren prüfenden Blick ging er. Gab es hier jemand, der mir so ähnlich
sah, dass er mich so genau ansehen musste? Vielleicht wollte er auch nur
einmal ein klassisches Dienstmädchen in Uniform betrachten. Konnte mir
egal sein. Oder hatte er mich als Mann entlarvt? Ich trug kein Makeup.

Nun sah ich auf meine weiß behandschuhten Hände. Sie sahen so anders
aus. Keinesfalls wie ich mich im Winter an Handschuhe erinnerte. Diese
Handschuhe waren ganz dünn und elegant. Sie ließen meine Hände viel
zierlicher erscheinen. Und feminin, was auch durch den Spitzenabschluss
kam, wie er auch am Rocksaum, Dekolleté und Ärmeln war.

Beim Warten hatte ich Zeit zum Nachdenken. Zum ersten Mal seit einiger
Zeit. Wie hatte es nur dazu kommen können, dass ich hier in
Frauenkleidung saß? Und nicht irgendeine feminine Kleidung, sondern
ausgesprochen sexy.

Ich hatte doch mit so etwas nichts am Hut. Hatte noch nie etwas
Feminines angezogen. Und nun war ich nicht nur ein sexy Dienstmädchen,
ich hatte auch den passenden Angestelltenvertrag unterschrieben. Noch
mehr, ich hatte meine Wohnung aufgegeben und nur noch mein
Dienstbotenzimmer, mit Dienstmädchen-Uniformen als einziger Kleidung.
Nein, ich hatte ja den roten Minirock vergessen. Das änderte natürlich
alles, dachte ich sarkastisch.

Dazu kam, dass ich eine sehr feminine Taille hatte, auf die viele Frauen
neidisch wären. Und sie musste noch kleiner werden. Da ich so schnell
nicht abnehmen konnte, hieß dass, dass das Fett – oder was auch immer da
nach der Absaugung war – woanders hin musste. Mein Po war schon etwas
größer, und ich vermutete, dass er um so größer würde, je kleiner meine
Taille wurde.

Dabei fiel mir die riesige Spritze ein. Die half sicherlich auch noch
dabei mit. Aber eigentlich hatte ich nichts mehr seither davon gespürt.
Die Schwester hatte recht, es gab keine Nebenwirkungen. Selbst wenn, ich
konnte nichts daran machen, das Depot war in meinem Körper. Ich hätte
doch Pillen nehmen sollen, irgendwie war mir das unheimlich.

Eine von vielen Fehlentscheidungen. Und es gab viele, sonst sähe ich
nicht so aus, und würde nicht meine Spitzenhaube als Zeichen meines
Status tragen. Das hatte ich nie gewollt. Ich wollte nur Informationen
für meinen derzeitigen Fall. Wann war das so entglitten?

Und es war noch nicht zu Ende, denn ich würde gleich eine höhere Stimme
bekommen. Mit den Verträgen, die ich unterschrieben hatte, konnte ich
mich nicht einmal umentscheiden. Ich würde die nächste Zeit eine schöne
hohe Stimme haben. Niemand würde mich mehr am Telefon erkennen.

Oh! Das war der nächste Fehler. Ich hätte einige Leute kontaktieren
müssen. So konnte ich nicht einmal meiner Aushilfs-Sekretärin
Anweisungen geben. Mist! Ich hoffte nur, die Änderung wird nicht zu
stark ausfallen, sodass ich meine Stimme nach unten verstellen konnte.
Ja, das könnte gehen, beruhigte ich mich. Und bei einer temporären
Geschichte konnte es ja sowieso nicht so schlimm sein.

Irgendetwas juckte mich am Bein. Ich strich mit der behandschuhten Hand
darüber. Satinhandschuh auf Feinstrumpfhose – dieses Gefühl hatte ich
auch noch nicht gekannt. Mmmmh.

Nach einer Minute zog ich beinahe panikartig meine Hand weg. Ich musste
mich zusammenreißen, sonst würden die Verlockungen schnell übermächtig
werden.

Jedenfalls sah ich den nächsten Wochen in meiner neuen Stellung nicht
mehr ganz so negativ entgegen.

##

Zwischenzeitlich fand zwei Räume weiter ein Gespräch zwischen der
Hausherrin und dem Arzt statt.

Gerade sagte der Arzt, „Ich versichere Ihnen, der Eingriff ist sehr
risikoarm. Ich habe ihn schon oft zur vollsten Zufriedenheit
ausgeführt.“

„Aber hier gibt es ein paar zusätzliche Dinge zu bedenken. Erstens habe
ich versprochen, das der Eingriff mittels Botox ausgeführt und
reversibel ist.“

„Das ist fast richtig. Natürlich kann das Botox die Stimme nicht selbst
verändern. Dazu muss die schwingende Lippe verkürzt werden.“

„Sie benutzen kein Botox?“

„Oh doch. Früher hatte man an den Stimmlippen herumgeschnitten oder
genäht. Das Ergebnis war oft nicht sehr gut, die Stimme konnte kratzig
werden oder andere unangenehme Effekte haben. Ich klebe die Stimmlippen
zusammen. Das ist aber oft wieder aufgerissen. Nun immobilisiere ich
diesen Teil mit Botox. Dadurch wird die Klebung nicht beansprucht und
kann gut verheilen. Das Ergebnis ist nahezu immer perfekt.“

„Und ist es reversibel?“

„Natürlich wachsen die Stimmlippen an der geklebten Stelle zusammen und
halten, auch wenn die Wirkung des Botox abklingt. Die Stimme kann sich
dann noch geringfügig verändern, aber meistens ist das so gering, dass
es weder der Patient noch andere bemerken. Man müsste dann die Stelle
wieder auftrennen. Das geht, aber es ist nicht ratsam, da dabei
Narbengewebe entsteht. Die Stimme würde wieder tiefer sein, aber nicht
mehr gut klingen. Außerdem kann sie nie wieder so tief werden, wie sie
einmal war. Insofern ist es also nicht ganz reversibel.“

„Ok, ich denke, ich habe aber nichts Falsches gesagt. Das ist mir
nämlich sehr wichtig.“

„Gut. Welche anderen Dinge wollten Sie noch geklärt haben?“

„In welchen Umfang die Stimmlage sich ändern lässt.“

„Nun, die Stimmlippen müssen noch schwingen können, das ergibt eine
Grenze. Aber machbar ist eine Erhöhung weit über den Bereich, der für
Frauen normal ist.“

„Wie genau ändert sich die Stimme?“

„Durch die kürzeren Stimmlippen wird die Stimme erst einmal höher. Aber
natürlich wird so auch weniger akkustische Energie erzeugt, sie ist also
leiser. Die Modulation wird etwas geringer. Das steigert sich bei einer
sehr starken Verkürzung, dann hört es sich mehr wie Micky Maus statt
einer Frau an.“

„OK. Ich möchte also Folgendes: Die Stimme soll so weit erhöht werden,
wie es möglich ist, ohne das es nach Micky Maus klingt. Also eine sehr
große Erhöhung. Aber es noch wie eine Frau klingen, eine Frau mit einer
sehr hohen Stimme, wie bei einem Teenager.“

„Das lässt sich machen. Allerdings kann ich das Ergebnis nicht ganz
genau vorher sagen. Das ist kein Stück Eisen, sondern lebendes Gewebe.“

„Ich verstehe. Wie lange dauert es?“

„Der Eingriff selbst nur wenige Minuten. Aber inklusive Vorbereitungen
und Betäubung etwa zwei Stunden. Dann ist der Kehlkopf für wenigstens 24
Stunden völlig betäubt. Meistens werden das 36 Stunden. Solange kann der
Patient nicht reden. Danach wird der Patient langsam wieder sprechen
können. Einige Tage später hat sich die neue Stimme stabilisiert.“

„Das ist etwas langsamer als gedacht. Aber wenn das Resultat gut
ausfällt, können wir das Sprachtraining verkürzen.“

„Sie können sich darauf verlassen. Sie wollten noch meinen Kollegen
sprechen?“

Auf das zustimmende Nicken kam ein anderer Mann.

„Sie haben sich ihn vorhin ansehen können“, sagte sie. „Was meinen Sie?“

„Es sieht gut aus. Er hat kein sehr ausgeprägtes Kinn. Ein bisschen
Silikon weiter hinten wird es noch schmaler erscheinen lassen. Sein
Gesicht wirkt mehr durch die flachen Wangenknochen maskulin. Etwas
Aufpolsterung wird das ändern. Dann müssen die Lippen modelliert werden.
Was wünschen Sie für Lippen?“

„Nichts Auffälliges. Er soll möglichst jung aussehen. Am besten wie ein
Teenager.“

„Ich denke das wird gut gelingen. Er hat einen guten Teint.“

„Wird man etwas von den Silikoninjektionen sehen?“

„Nein. Die Nadeln sind extrem dünn, es bleiben keine Spuren.“

##

Endlich wurde ich von dem Butler in einen anderen Raum geführt. Ich
fragte mich, warum das heute Morgen so eine Hektik war, wenn ich jetzt
so lange warten musste. Aber andererseits war es wohl ganz gut, dass ich
nicht alleine auf meinem Zimmer war. Sagen wir es einmal so: Ich konnte
meiner Uniform immer mehr positive Seiten abgewinnen.

In einem großen Badezimmer war eine Art Anglerstuhl aufgestellt. So ein
faltbarer Stuhl aus Stoff mit Metallrohren als Gestell. Nur war dieses
Teil deutlich größer. Mehr wie ein Chefsessel, mit einer zusätzlichen
Kopfstütze. Dort hinein setzte ich mich nun, nachdem ich den Arzt
begrüßt hatte.

Es war eigentlich sehr bequem. Der Kopf ruhte in der Stütze. Sie war so
geformt, dass ich ihn kaum bewegen konnte.

„Leiden Sie unter Klaustrophobie?“

„Nein, warum?“

„Ich muss nun ihren Kopf fixieren. Manche Menschen bekommen dann Panik.“

„Ich denke, das ist bei mir kein Problem.“

Kurz darauf war mein Kopf völlig bewegungslos fixiert. In so einer
Situation merkt man erst, wie sehr man ihn normalerweise bewegt.

„Es wird jetzt kalt im Hals. Dadurch spüren Sie die Betäubungsspritze
nicht.“

Es wurde kalt, und dann spürte ich nichts mehr. Eine lange Zeit, in der
ich entweder die Decke oder das Gesicht des Arztes sah. Irgendwann
musste ich eingeschlafen sein.

„So, fertig“, weckte mich eine Stimme. Ich fühlte, wie die Fixierung
gelockert wurde. „Sie können aufstehen.“

Etwas unsicher stand ich auf. Das lag aber mehr an den ungewohnten
Schuhen.

„Sie werden mindestens 24 Stunden nicht sprechen können, es kann auch
doppelt so lange sein. Dann kommt ihre neue Stimme allmählich, also
werden Sie nicht ungeduldig.“

So lange? Das würde wieder alles verzögern. Ich begann mir Sorgen um
meine Zielperson zu machen.

Der Butler war anscheinend im Zimmer gewesen, denn er führte mich nun
heraus – in ein anderes Bad. Dachte er vielleicht, ich müsste auf die
Toilette? Wieder besseres Wissen wollte ich aus Gewohnheit sprechen.
Nichts kam heraus, nicht der leiseste Laut, außer dem Atmen.

„Hier ist deine Halskette. Es gibt nun keinen Grund mehr, sie nicht zu
tragen. Ganz im Gegenteil, niemand soll versehentlich die Naht von der
Brustprothese sehen. Wenn Du fertig bist, gehst Du zu Madame, sie
erwartet dich im Empfangszimmer.“ Damit war er weg.

Fast hatte ich erwartet, noch einmal darauf hingewiesen zu werden, dass
ich dazu verpflichtet sei. Aber nichts dergleichen geschah. Vermutlich
dachte er sich, dass ich die Notwendigkeit schon einsehen würde. Und das
stimmte auch.

Die Halskette bestand aus einem breiten schwarzen Samtband, an dessen
Rand oben und unten weiße Spitze war. Genau passend zu meiner Uniform.
Daran hingen metallene Buchstaben, die in einer geschwungenen femininen
Schreibschrift das Wort Michelle formten. Auf den Buchstaben waren viele
Kristallsplitter, die sie im Licht funkeln ließen.

Überraschenderweise war das Halsband recht stabil, als ich in die Hand
nahm, aber trotzdem leicht. Achselzuckend legte ich sie um den Hals. Ich
hatte nicht nach dem Verschluss gesehen. Aber das war auch gar nicht
nötig, denn es rastete problemlos in meinem Nacken mit einem leisen
Klicken ein.

In meinem Dekolleté baumelten nun mit jeder Bewegung die Buchstaben
meines neuen Namens und funkelten dabei. Jeder konnte bei einem Blick
feststellen, dass ich Michelle, das Dienstmädchen war. Insofern war
dieser Schriftzug genauso erniedrigend wie das Spitzenhäubchen.

Nun entdeckte ich, dass in dem Samt des Halsbandes eine Art
Wasserzeichen war. Der Name des Hauses mit dem Wappen. Sehr dezent, aber
sichtbar. Darauf aufmerksam geworden, sah ich dasselbe auf meinem
Spitzenhäubchen.

Auf den ersten Blick war es harmlos. Aber eigentlich markierte es mich
wie ein Brandzeichen als Besitz meiner Chefin. Zumahl ich verpflichtet
war, es zu tragen. Für mich war das ein kurzes Gastspiel, aber ich
bedauerte die anderen Dienstboten.

Ich ging zu meiner Chefin. Als ich nach Klopfen eintrat, sah sie mich
an, als hätte ich etwas verbrochen. Aber ich konnte sie nicht fragen.

„Ich sehe, du hast den Eingriff gut überstanden.“ Anerkennend sah sie
auf mein Halsband. „Michelle“, sagte sie, als ob sie es ablesen würde,
„der Arzt hat mich informiert, dass es länger dauern wird, bis du wieder
sprechen kannst als geplant. Ich habe deswegen entschieden, dass du auch
so die anderen Dienstmädchen treffen wirst. Ich werde sie wahrheitsgemäß
informieren, dass du einen Eingriff hattest und deshalb ein oder zwei
Tage nicht sprechen kannst.“

Ich nickte. Wie meistens war das, was sie sagte, logisch.

„Ich habe einen Terminplan aufgestellt. Nachher wird die dringend nötige
Maniküre gemacht. Die Dame weiß bescheid, also ist es kein Problem, dass
du nicht sprechen kannst.“

Wieder nickte ich. Ich musste das modifizieren, den jedes Mal baumelte
mein Namenszug.

„Wenn du möchtest, kannst du auch von ihr Ohrschmuck bekommen. Das ist
keine Verpflichtung, aber ich denke, es ist sinnvoll. Etwas an den Ohren
lenkt vom nicht ganz perfekt femininen Gesicht ab.“

Zögernd nickte ich. Das würde ich mir noch überlegen, denn sie meinte
wohl ein Piercing in den Ohrläppchen.

„Danach kommt Madame Berliot von der hiesigen Schule für höhere Töchter.
Sie wird dich in die Benimmregeln an einem Haus wie diesem einweisen.“

Ich ahnte, dass ich irgendetwas in dieser Richtung falsch gemacht hatte.
Ich wollte nicht auffallen, deshalb war das unbedingt nötig.
Professionell wäre es gewesen, wenn ich selbst daran gedacht hätte.
Dieser Auftrag erwies sich als immer schwieriger.

„Ich empfehle besondere Aufmerksamkeit, denn ich kann dich nicht anders
behandeln als alle anderen Dienstboten. Das beinhaltet auch Strafen bei
Fehlverhalten. Meistens sind das Geldstrafen, aber es kann auch
körperliche Züchtigungen geben. Das weißt du ja alles, denn du hast die
Verträge gelesen.“

Ich nickte, obwohl ich nichts davon gelesen hatte. Nun, ich hatte nicht
vor das Tafelsilber zu stehlen. Insofern betrachtete ich das als
Randinformation.

„Morgen kommt die Kosmetikerin. Sie soll dir nicht nur beibringen
möglichst gut auszusehen, sondern auch deine Körpersprache verbessern.
In diesen Schuhen gehst du noch schlechter als in den Anderen. “

Eigentlich war ich empört, aber statt eines Protestes errötete ich. Ich
war noch nie in so einer Situation errötet. Das empfand ich als so
peinlich, das ich noch intensiver errötete. Ich hätte mich selbst treten
können, aber es half nichts, ich stand da wie ein Schulmädchen.

„In einer halben Stunde bekommst du Mittagessen auf dein Zimmer. Ab
übermorgen isst du mit den anderen Dienstboten und arbeitest genau wie
sie. Das wäre alles.“

Damit wand sie ich ab. Ich war entlassen wie ein kleines Kind – oder wie
ein einfacher Dienstbote.

##

Auf meinem Zimmer ärgerte ich mich erst einmal über das überhebliche
Verhalten. Aber eigentlich machte es Sinn, sagte ich mir dann. Sie war
viel professioneller als ich. Sie behandelte mich meiner derzeitigen
Rolle entsprechend, und das war richtig so. In so einem Haus gab es
schnell unerwünschte Mithörer.

Ich musste mich dringend damit beschäftigen, mehr wie ein devotes
Dienstmädchen aufzutreten. Ich durfte nicht versehentlich aufbegehren,
auch wenn es noch so sehr meinem Naturell entsprach. Ich war jetzt
Michelle. Und die verhielt sich nicht wie ein selbstbewusster Detektiv.

Ich musste das lernen, was mir am Schwersten fiel: Unterwürfig zu sein.

Aber ich war ein Profi. Das würde mir gelingen. Ich wollte diesen
Auftrag unbedingt positiv abschließen. Denn ich hatte schon so viel
investiert, von meiner Taille bis zu einer anderen Stimme.

Bis der Butler mit dem Essen kam, nannte ich mich selbst immer wieder
laut Michelle, um mich an den Namen zu gewöhnen. Nicht nur zu gewöhnen,
sondern zu verinnerlichen. Ich sagte mir immer wieder, dass ich nie
einen anderen Namen hatte. Immer wieder. In einer Art Selbsthypnose.

Als ich aß, wäre ich vermutlich überrascht gewesen, anders als mit
Michelle angeredet zu werden. Als er mich so nannte, fühlte ich mich
bestätigt. Ich versuchte in mein Hirn zu bringen, es jedes Mal toll zu
finden, wenn ich Michelle gerufen wurde. Eine positive Bestätigung.
Irgendwann einmal hatte ich das in einem Kurs gelernt.

Nach dem Essen fuhr ich mit diesen Überlegungen fort. Ich durfte nicht
mehr feminine Sachen ablehnen. Nein, ich musste es so toll finden wie
ein kleines Mädchen seine Prinzessin. Feminin war toll, maskulin
schlecht. Nur wenn ich das verinnerlichte, konnte ich meinen
Spionageauftrag erfüllen. Andernfalls wäre ich sofort entlarvt. Denn
welche Frau denkt sich etwas dabei, einen BH oder einen Rock anzuziehen?
Für die nächsten Tage oder Wochen musste es bei mir genauso sein.

Dann kam die Frau für die Maniküre. Als sie ihren Koffer aufmachte, sah
ich, dass mehr als nur Feilen angesagt war.

„Madame hat empfohlen, dass wir Ihre Nägel verlängern. Damit die Hände
gestreckter wirken.“

Beinahe hätte ich meinen Vorsatz vergessen. Beinahe. Dann sagte ich mir:
Michelle, du bist ein Mädchen. Mädchen lieben lange Nägel.

Ich nickte ihr auffordernd mit einem Lächeln zu.

„Was haben Sie für Vorstellungen?“

Ich nahm einen Zettel und kritzelte darauf: „Was immer Ihnen am Besten
erscheint und für ein Dienstmädchen sinnvoll ist.“

Ein Lächeln machte sich bei ihr breit. So einen Freibrief bekam sie wohl
nur selten.

Ich staunte was für ein Aufwand es war, neue Fingernägel zu bekommen.
Erst wurde ausgiebig gefeilt, dann Plastiknägel aufgeklebt. Ich staunte
über die Länge.

Aber dann nahm sie eine Art Seitenschneider und hielt ihn fünf
Millimeter von meiner Fingerkuppe. „Arbeiten Sie körperlich?“

Ich wusste überhaupt nicht, was ich einmal machen sollte. Ich schüttelte
den Kopf.

Sie hielt den Seitenschneider nun einen Zentimeter weg. „OK?“ Ich
nickte. Ich hatte keinerlei Ahnung, ob das gut oder schlecht, viel oder
wenig war. Wieder einmal schlechte Vorbereitung, schalt ich mich.

Nun wurde ein Gel aufgetragen, dann kam meine Hand unter eine UV-Lampe.
Das Gel wurde hart. Dann wurde wieder gefeilt, und alles begann von
vorne.

Endlich hatte ich zehn mustergültige feminine Nägel.

„Welche Farbe?“

Ich machte eine Geste, dass sie entscheiden sollte.

„Nagellack oder farbiges Gel?“

Ich erinnerte mich an meine Freundin. Wenn sie einmal Nagellack trug,
fluchte sie darüber, dass er nicht hielt. Ich hielt zwei Finger hoch,
für die zweite Option. Sie verstand.

Es dauerte noch einmal eine halbe Stunde, dann hatte ich perfekte
feuerwehrrote Nägel. Wortgewaltig hatte sie erklärt, dass kaum noch
jemand dies Farbe benutze, sie aber so gut zu jungen Frauen wie mir
passte.

„Gut, das wäre erledigt. Madame erwähnte Ohrschmuck?“

Ich nickte.

„Und an was dachten Sie?“

Ich wies auf den Zettel, den ich vorhin geschrieben hatte.

„Gut. Madame hat mir schon einen Vorschlag gemacht, wenn Sie nichts
anderes wollten.“

Ich nickte wieder einmal.

„Madame wollte einen Anhänger. Das geht normalerweise nur, wenn das Loch
einige Wochen ausgeheilt ist. Aber ich kann ein kleines Röhrchen
implantieren, das sich nach einiger Zeit selbst auflöst. Das ist zwar
etwas teurer, aber dafür sofort belastbar.“

Ich gönnte ihr den Umsatz und nickte. Sie schaute verwirrt auf meine
baumelnden Buchstaben. Ich sollte weniger nicken. Aber was sonst, wenn
man nicht sprechen kann?

Es dauerte noch einmal eine Stunde, dann baumelte von jedem Ohrläppchen
ein glitzerndes Hauswappen auf einer herzförmigen Unterlage. Sehr
feminin und sehr glitzernd. Aber auch sehr elegant, das sah nicht billig
aus.

Darüber hatte ich in jedem Ohr fünf weitere Piercings, mit kleinen
Ohrsteckern, die Kristalle wie Diamanten hatten. Nach oben wurden sie
immer kleiner. Bei den vielen Piercings hatte ich meine Bedenken gehabt,
dass ich wie manche dieser jungen Frauen aussehen könnte, die
entsprechende Piercings auch in der Nase und sonstwo hatten.

Aber ich wurde angenehm enttäuscht: Es sah sehr dezent und elegant aus.
Alles passte perfekt zusammen: Die glitzernden Buchstaben, die Ohrhänger
und die kleinen Stecker.

Sie weckte mich aus meinen Überlegungen. „Sie dürfen den Hänger die
nächste Zeit nicht entfernen. So ist alles steril, aber dann könnten
Keime eindringen und alles entzünden.“

Auf meine fragende Geste sagte sie: „Ein Monat, besser zwei.“

Beinahe wäre ich sarkastisch geworden. Aber dann sagte ich mir, dass ich
so lange sowieso einen Rock anhaben würde. Und ich wollte feminin und
unterwürfig sein.

Es fiel mir schwer.

##

Während ich auf Madame Berliot wartete, betrachte ich mich im Spiegel.
Zugegeben, es sah ausgesprochen gut aus. Und lenkte ab, das war
garantiert.

Aber es war das Hauswappen, wenn auch dem Herz untergeordnet. Trotzdem,
es war ein weiteres Brandzeichen, da ich auch das nicht entfernen
durfte. Letztendlich nicht anders als die Ohrmarke bei einem Rind.

Ruhig, sagte ich mir. Unterwürfig sein. Nicht ganz passend zu meinem
Vorsatz ergänzte ich: Es ist nur für kurze Zeit.

Und dann kam auch schon meine nächste Lehrerin.

„Ahs, ich sehe, da liegt einiges im Argen“, stellte sie fest.

Ich schaute sie verwirrt an.

Sie erklärte: „Wenn jemand Übergeordnetes eintritt, und das ist bei
einem Dienstmädchen eigentlich jeder, dann musst du einen Knicks machen.
Und auch, wenn dir etwas aufgetragen wird.“

Und so lernte ich zu knicksen. Eine Geste, in der sich die Frau per
Körpersprache unterwirft, indem sie sich kleiner macht, und auch noch
eine unterwürfige Geste mit ihrem Rock macht.

Eigentlich wollte ich genau das lernen. Aber man kann seine
Persönlichkeit nicht einfach so über Bord werfen, egal, welche Vorsätze
man hat.

Aber sie war eine geschickte Lehrerin. Wahrscheinlich begehrten ihre
Schülerinnen aus besserem Hause auch auf, und sie war so ein Verhalten
gewöhnt.

Nach drei Stunden fand sie es akzeptabel. Noch zwei Stunden Intensivkurs
später kamen Knickse wie andere passende Körpersprache – letztendlich
alles Unterwürfigkeitsgesten – praktisch automatisch.

Ich fühlte mich meinem Ziel ein gutes Stück näher, aber trotz meines
Vorsatzes war es nicht gut genug. Kann man Unterwürfigkeit überhaupt
lernen?

Ich wäre wohl überrascht gewesen, wie stark sich meine Körpersprache
geändert hatte, hätte ich mich sehen können. Und der Effekt wurde sogar
stärker, da ich nicht glaubte, auch nur annähernd gut genug zu sein.

Der Butler sah sehr zufrieden aus, als er mir das Abendessen brachte,
und ich ihn mit einem Knicks begrüßte.

Aber ich war mit mir nicht zufrieden. Und so übte ich nach dem
Abendessen, bis ich irgendwann todmüde ins Bett fiel. Natürlich erst,
als ich meine Uniform aufgefrischt und sorgfältig weggeräumt hatte.
Keine einfache Aufgabe mit den ungewohnt langen Fingernägeln.

Damit schaffte ich es auch nicht, meine Halskette abzunehmen. Ich fand
den Verschluss nicht, konnte ihn also noch viel weniger öffnen. Da meine
Brustprothesen darunter waren, konnte ich sie auch nicht ausziehen.

Es war meine erste Nacht in einem Nachthemd. Einem mit vielen Rüschen,
aber das war wohl der Stil des Hauses, und ich hatte nichts anderes
erwartet. Es zeigte von Brüsten bis schmaler Taille alle nötigen Kurven.

Ich schlief so gut wie lange nicht mehr, ohne zu wissen, warum.

##

Der Wecker klingelte wieder um dieselbe Zeit. Obwohl ich mich weder um
Haarentfernung noch um Fingernägel kümmern musste, reichte die Zeit fast
nicht.

Ein Grund waren eben diese langen Fingernägel, mit denen ich den BH
nicht zu bekam. Und wie sollte ich den Reißverschluss von dem Kleid in
meinem Rücken schließen?

Letzteres schaffte ich mit einem Stück Schnur. Aber es war nicht das
Einzige, wo meine Kreativität gefragt war.

Kaum warf ich einen abschließenden Blick auf das sexy Dienstmädchen im
Spiegel, das kam auch schon der Butler herein – wie immer, ohne
anzuklopfen. Praktisch automatisch kam der Knicks.

Er schaute zufrieden. „Ich sehe, dass sich der Unterricht gelohnt hat.
Hier ist das Frühstück. In einer Stunde kommt die Kosmetikerin.“

Wie gestern fragte ich mich, warum ich jetzt schon fertig war. Zum
Frühstücken brauchte ich nur zehn Minuten.

Ich nutzte die Zeit, um das gestern Gelernte zu wiederholen, damit es in
Fleisch und Blut überging.

Etwa später fragte ich mich, was ich wohl gesagt hätte, wenn mir vor ein
paar Wochen jemand gesagt hätte, ich würde in einer Dienstmädchenuniform
vor dem Spiegel Knicksen üben. Stumm, in Erwartung einer neuen femininen
Stimme.

Da fiel mir ein: Wenn ich morgen den anderen Dienstboten vorgestellt
wurde, ohne sprechen zu können, warum dann überhaupt der Eingriff? Ich
hätte auch noch ein paar Tage länger stumm sein können.

Nein, falsch, berichtigte ich mich. Wie sollte ich die Verdächtige
ausfragen, wenn ich nicht reden konnte? Der Eingriff schien nötig zu
sein, obwohl ich mich eines unangenehmen Gefühls nicht erwehren konnte.
Und morgen sollte ich ja eigetlich auch wieder sprechen können.

Ich stellte mich wieder vor den Spiegel und zupfte an meiner Uniform,
damit alles perfekt war, da gleich die Kosmetikerin kommen würde.

Kam sie auch, und ich empfing sie mit einem Knicks. Schon erschien es
mir befremdlich, jemanden mit Handschlag zu begrüßen. Eine ausgestreckte
Hand war fast so etwas wie eine aggressive Handlung, und das schickte
sich nicht für einen Dienstboten. Mir fiel die devote Einstellung
langsam leichter.

Es würde einige Zeit dauern, bis ich das wieder machen würde, wurde mir
klar. Aber jetzt wollte ich nicht darüber nachdenken, denn ich wollte
lernen, wie ich mich schön machte. Mein Gesicht musste besser zum Rest
passen.

##

Die Kosmetikerin war wirklich gut. Sie nannte sich auch Visagistin, und
hatte eine nette, offenherzige Art. Mit keinem Wort ging sie darauf ein,
dass ihr da ein Mann in einer Dienstmädchenuniform gegenübersaß.

Nach einiger Zeit war kaum noch etwas davon zu sehen. Ich hatte
zugestimmt, dauerhafte lange Wimpern zu bekommen. Mit denen zum
Aufkleben kam ich einfach nicht klar, immer zwinkerte ich oder es war
schief. Eine Sache weniger, die morgens Zeit kostete.

Das lag natürlich auch an meinen langen Fingernägeln. Speziell kleine
Dinge waren sehr schwierig, alles mit einem Stiel daran konnte ich
problemlos handhaben. So bereitete es mir keine Probleme, den
Lidschatten auf die Lider zu tun. Langsam wurde ich auch geschickt
genug, das Resultat wurde von Versuch zu Versuch besser.

„Ich denke, wir machen eine Pause mit den Augen. Sie sind zwar das
Wichtigste im Gesicht, aber das ist nicht alles. Mir bereitet vor allem
der Bart sorgen. Sollen wir da etwas machen?“

Das war auch meine Sorge. Ich musste mich zweimal täglich rasieren, wenn
man nichts sehen sollte. Und selbst da blieb ein Schatten.

„Ich fürchte, mit rasieren ist da nichts zu machen. Man könnte die Haare
bleichen, damit sie nicht so auffallen. Aber das ist etwas für einen
einmaligen Auftritt. Bei täglicher Anwendung hält die dickste Haut nicht
aus. Ich schlage vor zu Lasern. Ihre Haarfarbe verspricht ein optimales
Ergebnis.“

Permanente Entfernung? Warum nicht, ich hasste, rasieren. Einen Bart
wollte ich mir nie wachsen lassen. Ich nickte zustimmend.

„Gut, wir können gleich anfangen. Ich habe ein Gerät dabei. Was sollen
wir zuerst machen? Das Kinn?“

Ich machte eine Handbewegung über das ganze Gesicht.

„Alles? Wissen Sie, was Sie sich da zumuten?“

Ich nickte, obwohl ich es nicht wusste.

„Sie nehmen es wie ein Mann?“ sagte sie, während ihr Blick von meinem
Busen bis zu meiner Taille ging. Dabei grinste sie.

Ich grinste zurück. Das sollte mir aber bald vergehen. Der Laser war
kaum zu spüren, aber die irritierte Haut wurde danach schnell rot und
schmerzte. Nach Stunden, die mir wie Tage vorkamen, war mein Gesicht
eine aufgequollene rote Masse.

Sie cremte mich vorsichtig ein. Es gab ein wenig Linderung. „Diese Creme
sorgt dafür, dass sich nichts entzündet. Tragen Sie sie regelmäßig auf,
mindestens die nächsten 24 Stunden.“

Ich nickte.

„Gut. Die Behandlung muss in ein paar Wochen wiederholt werden, denn die
momentan inaktiven Haarwurzeln haben wir noch nicht erwischt. Keine
Angst, das wird dann weit weniger schlimm. So, für heute bleibt nur noch
die Perücke. Ich hatte ein Bild von Ihnen bekommen, so habe ich ein paar
geeignete Modelle mitgebracht.“

Sie setzte mir die erste Perücke auf. Lange braune Haare umrahmten mein
rotes Gesicht. Es sah nicht schlecht aus, aber die Haare waren zu lang.
Ich war schon durch die Fingernägel und die hohen Absätze genug
behindert, ich brauchte nicht auch noch störende Haare.

Nach einigen weiteren Modellen entschied ich mich für eine aschblonde
Perücke in einem Pagenschnitt. Die Haare endeten gerade oberhalb meines
Halsbandes. Trotz der relativen Kürze sah es sehr feminin aus, was wohl
vor allem durch den Pony kam. Der Stil war jugendlich und irgendwie
niedlich. Ich sah deutlich jünger damit aus. Und es passte hervorragend
zu meiner Uniform.

Und obendrein war sie deutlich pflegeleichter als die längeren Modelle,
wie sie mir erklärte. „Sollen wir sie an ihren Haaren befestigen? Das
ist erheblich angenehmer, wenn man sie lange trägt.“

Zum wiederholten Male nickte ich.

Die Prozedur war ziemlich aufwendig. Zuerst wurden mit einem
elektrischen Haarschneider meine Haare ziemlich kurz geschnitten. Dann
schnitt sie ein Haarnetz passend für meinen Kopf im Form und legte es
auf meine Haare. Nun zog sie mit einer Art Häkelnadel meine Haare durch
das Netz. Als sie fertig war, war von dem Netz nichts mehr zu sehen.

Nun träufelte sie eine Flüssigkeit aus einer Art Spritze vorsichtig auf
das Haarnetz. „Das ist eine Art Sekundenkleber“, erklärte sie. „Das geht
am Schnellsten. Man kann es auch verknoten, aber das dauert endlos.“

So war sie nach ein paar Minuten fertig. Dann zog sie testweise an dem
Haarnetz. Es rührte sich nicht von der Stelle, aber ich spürte den Zug
an meinen Haaren. Das änderte sich auch nicht, als mir die Perücke
aufgesetzt wurde und nach der Verbindung mit dem Netz nun an ihr gezogen
wurde. Sie saß bombenfest.

„Du kannst sie behandeln, als wären es deine eigenen Haare. Auch waschen
geht problemlos.“

Kurz danach war sie weg. Ich setzte mich vor den Spiegel und steckte mir
mein Spitzenhäubchen in die ungewohnte Frisur. Immer wieder kitzelten
mich die Haare am Hals. Dort bogen sich die Haare zum Hals hin. Das ließ
ihn schlanker erscheinen, hatte sie mir erklärt. Ich konnte nicht
widersprechen. Abgesehen von meiner roten Haut sah mein Kopf stimmig
feminin aus. Und es war pflegeleicht, worüber ich sehr dankbar war. Ich
wollte nicht noch früher aufstehen. Vielleicht konnte ich jetzt sogar
ein wenig länger schlafen.

Ich verbrachte einen sehr ungemütlichen restlichen Tag. Mehrfach trug
ich die lindernde Creme auf, trotzdem verfluchte ich die Idee, alles auf
einmal machen zu lassen. Nie wieder. Nun, das wäre auch kaum möglich,
musste ich grinsen. Die meisten Haarwurzeln waren dauerhaft zerstört.

##

Am nächsten Morgen ging es mir deutlich besser. Die Schwellung war
praktisch völlig verschwunden, die Haut nur noch ein wenig rot. Und
nachdem ich die Creme erneut aufgetragen hatte, war die letzte
unangenehme Reizung weg.

Gestern hatte ich schon vergeblich versucht, mein Halsband zu öffnen.
Ich konnte nicht in meinen Nacken sehen, und ertasten brachte keinen
Erfolg, ging auch kaum mit den Nägeln. Um meine Brustprothese zu
entfernen, musste ich das Halsband mühselig nach oben schieben. Damit
kam ich aber in den Bereich meiner malträtierten Haut. Deswegen gab ich
auf.

Nun probierte ich es noch einmal. Wenn ich das Kinn weit nach oben nahm,
konnte ich das Halsband gerade so hoch schieben, dass der Abschluss der
Brustprothese freilag. Jetzt war keine Zeit dafür, ich würde heute Abend
duschen.

Statt dessen griff ich zum Deo und sprühte reichlich. Oh, das roch aber
intensiv. Ich sah auf die Dose. Parfumdeo. Kein Wunder. Aber der Duft
war nicht schlecht, schön leicht und blumig. Nun roch ich auch noch wie
ein Mädchen. Frau wollte ich nicht sagen, denn mein Kopf sah mit der
Frisur und der jetzt glatten Haut ziemlich jugendlich aus. Und der Duft
war auch nichts für eine Frau, er passte zu einem Teenager.

Noch vor sehr kurzer Zeit hätte mich das entsetzt. Ein Ding kam zum
Nächsten, ich wurde immer weiter feminisiert. Aber ich wollte das ja, es
war für meine Nachforschung unbedingt nötig. So war ich zufrieden über
meine Fortschritte. Spätestens in ein paar Monaten würde es nur noch
eine verrückte Erinnerung sein.

Heute war ich schon ein paar Minuten früher fertig, und ich sah
perfekter aus als jemals zuvor. Meine Uniform saß perfekt, die Haare
waren in Ordnung. Um Makeup musste ich mich heute nicht kümmern, dafür
war die Haut noch zu sehr gereizt. Ich hätte die Augen schminken können,
hatte jedoch beschlossen, der Anweisung Folge zu leisten und heute gar
kein Makeup zu benutzen.

Der Butler kam wie immer ohne zu klopfen herein. Privatsphäre gab es für
Dienstboten hier anscheinend nicht. Ein weiterer Punkt, mich mehr wie
ein Sklave als einem Angestellten zu fühlen. Aber ich musste aufhören,
von mir als Mann zu denken, dachte ich noch, bevor ich den Butler mit
einem Knicks begrüßte.

„Guten Morgen“, sagte er freundlich, als er mich picobello dastehen sah,
den Blick demütig zu Boden gerichtet.

„Guten Morgen“, wollte ich antworten, bevor mir einfiel, dass ich ja
nicht sprechen konnte. Aber es kam tatsächlich ein piepsiges „Gu…“
heraus, bevor mich der Schreck über die unglaublich hohe Stimme
verstummen ließ.

„Ah, die Stimme kommt langsam wieder.“

Ich probierte es noch einmal. „Test, test. Eins, zwei drei.“

Aber ich hatte wohl noch so eine Art Frosch im Hals. Irgendetwas
klemmte, vermutete ich. Denn meine Stimme blieb so hoch. Dabei war sie
völlig klar, nicht kratzig oder so etwas, was die ersten Tage sein
konnte, wie mir gesagt worden war.

„Meine Stimme ist so hoch!“ klagte ich. Das Sprechen ging problemlos
ohne jede Schwierigkeiten. Ich erinnerte mich an meine Schulzeit. Dort
hatte eines der Mädchen auch so eine Stimme gehabt. Das gab sich dann,
als sie älter wurde. Später wurde sie sogar Sängerin in einer Popgruppe.

„Ich finde die Stimme sehr schön“, sagte der Butler in einem
beschwichtigenden Tonfall.

„Aber so hoch sollte nicht sein. Wie soll ich so arbeiten? Niemand wird
mich ernst nehmen.“

Sein Blick sagte nichts anderes als warum man ein Dienstmädchen
überhaupt ernst nehmen soll. „Das ist hier kein Problem.“

Ja, toll. Ich erfüllte meine Rolle noch besser. „Ich meine meine Arbeit
als Detektiv. Deswegen bin ich ja hier.“

„Ach so.“ Man könnte glauben, er hielt mich jetzt für völlig verrückt.
Oder bildete ich mir das nur ein?

„Ich sehe, dass du dir Mühe mit deinem Aussehen gegeben hast“, fuhr er
fort, ohne mir eine Antwort zu geben. „Aber warum bist du nicht
geschminkt?“

„Ich darf heute noch nicht. Mein Bart ist epiliert worden, deswegen ist
die Haut gereizt.“ Ich könnte wahnsinnig werden mit dieser Stimme. Ich
klang wie ein kleines Mädchen.

„Gut, dann ist das für heute in Ordnung. Aber ich denke, du gehst besser
nicht so zu den anderen Dienstmädchen. Was macht die Taille?“

Ach, nun nahm er meinen Job doch zur Kenntnis. „Ich bin auf der
vorletzten Stufe. Allerdings kann ich so schnell nicht abnehmen, deshalb
scheint alles in meinen Po zu gehen.“ Nicht nur von der Stimme, auch vom
Inhalt her klang ich wie ein weiblicher Teenager, stellte ich entsetzt
fest.

„Kein Problem, das sieht man unter dem Rock nicht“, tröstete er mich.
„Eigentlich ist es sogar gut, denn dann ist deine Figur überzeugender.“

Das kam mir nun doch merkwürdig vor. Ich mochte klingen wie ein
Teenager, aber mein Verstand funktionierte noch. „Ich denke, ich soll
möglichst wie ihr Chef aussehen? Der hat doch keinen großen Po.“

„Wie gesagt, unter dem Rock sieht man das nicht“, speiste er mich ab.
Anscheinend war er mit meinem Auftreten nicht zufrieden, denn er sah
mich prüfend an. „Kann es sein, dass deine Haube nicht richtig sitzt?“

„Das ist wegen der Perücke. Sie lässt sich nicht richtig einstecken.“

„Das hättest du mir gleich sagen müssen“, sagte er streng.

Nicht aufbrausen, devot sein, sagte ich mir. Ich machte einen Knicks.

„Warte, ich habe eine andere Sorte.“

Er kam kurz darauf zurück. „Stelle dich gerade vor mich.“

Ich folgte seiner Anweisung. Erst jetzt wurde mir bewusst, dass er trotz
meiner hohen Absätze deutlich größer war als ich.

Er steckte eine Spitzenhaube in meine Perücke und fummelte dann ein
wenig damit, bis es einen leisen Knacks gab. Er trat zurück und
betrachtete mich. Er schien zufrieden zu sein, sagte aber nichts.

„Ich hole dein Frühstück“, sagte er dann und verschwand.

Ich betrachtete mein neues Spitzenhäubchen im Spiegel. Es war nicht viel
anderes als das Andere. Etwas zierlicher vielleicht, und die Spitze
etwas verspielter. Ich wollte es näher betrachten und es aus dem Haar
nehmen. Es ging nicht. Es saß unverrückbar fest.

Als der Butler wiederkam, stand ich schnell auf und machte einen Knicks.
„Entschuldigung…“

„Ja?“

„Ich bekomme das neue Spitzenhäubchen nicht ab.“

„Das sollst du auch nicht. Wenn es einmal einrastet, lässt es sich nicht
mehr entfernen. Keine Sorge, es ist wasserfest.“

Beinahe wäre ich wieder aufgebraust. Ich glaube, er war zufrieden, als
nach einem kurzen Funkeln in meinen Augen ich den Blick devot senkte.

„Und was ist mit dem Halsband? Es stört beim Anziehen der Prothese. Ich
finde den Verschluss nicht.“

„Es gibt keinen normalen Verschluss. Man braucht ein spezielles
Werkzeug. Einige Mädchen hatten es verloren, und es ist ziemlich
wertvoll. Deswegen kann nur ich es entfernen.“ Damit ging er.

Das war ja klasse! Nun war ich doch kurz davor, die Beherrschung zu
verlieren. Aber ich schaffte es, die aufkommende Wut zu unterdrücken.
Ich machte einen Knicks, um mich daran zu erinnern, nicht aus meiner
Rolle zu fallen. Es funktionierte.

Ich frühstückte, während ich darüber nachdachte, dass das schon ziemlich
unverschämt war, was den Dienstboten hier zugemutet wurde. Ich musste
selbst in meiner Freizeit das Halsband tragen. Das wäre ja gerade noch
OK, auch wenn es mich für den, der das Wappen kannte, als Angestellte
auswies. Als Dienstmädchen, um genau zu sein. Aber das Spitzenhäubchen!
Damit konnte ich unmöglich das Haus verlassen. Niemand ging so auf die
Straße, auch kein richtiges Dienstmädchen.

Erst jetzt dachte ich daran, dass ich auch meine Ermittlungen fortführen
musste. In dieser Umgebung begann ich manchmal zu vergessen, dass ich
eigentlich Detektiv war. Alles drehte sich um mein korrektes Aussehen
als Dienstmädchen.

Ich hatte den ganzen Tag nichts zu tun. Gegen die Langeweile nahm ich
das Buch zur Hand, das ich von Madame Berliot bekommen hatte und lernte,
wie sich eine bessere Tochter zu benehmen hatte. Besonders die
Tischmanieren waren völliges Neuland für mich. Wohin mit den Händen, und
wie vermeidet man Lippenstift an Gläsern.

Abends nahm ich eine Dusche, nachdem ich mühsam die Prothese unter dem
Halsband hervor gefummelt hatte. Es war auch dringend nötig, denn meine
Brust war irritiert. Die Brustwarzen waren deutlich geschwollen und sehr
empfindlich. Wahrscheinlich hatte die Prothese zu sehr darüber gerieben.
Nach der Dusche cremte ich sie mit der Creme ein, die bei der Schwellung
meines Gesichtes so gut geholfen hatte. Es wurde auch ein wenig besser,
die Schwellung blieb aber.

##

Nach dem Aufstehen, wie immer um halb sechs, ging ich Zähne putzen.
Selbst unter dem Nachthemd zeichneten sich deutlich zwei Schwellungen
ab. Ich hatte erwartet, dass die Creme helfen würde, aber heute Morgen
erschienen sie eher noch größer. Ich cremte sie wieder ein, bevor ich
die Prothese überzog. Es war nun schon fast normal, dass sich zwei
Brüste auf mir bewegten. Es war unglaublich, welches Eigenleben sie
entwickeln konnten, wenn ich keinen BH anhatte. War das mit echten
Brüsten auch so?

Mit dem BH fühlte ich mich deutlich besser. Dann verengte ich das
Korsett auf die letzte Stufe. Wie immer war es zuerst unangenehm. Aber
ich wusste, dass ich mich bald daran gewöhnen würde. Das Gewebe darunter
wich langsam an andere Stellen, und der Druck nahm ab.

Meine Taille war jetzt fast irrwitzig klein. Gerade noch fünfzig
Zentimeter. Das war schon klein für eine Frau, aber ich hatte etwas
breitere Schultern. Entsprechend dramatisch war die Kurve.

Aber das andere Korsett war noch einmal fünf Zentimeter kleiner. Ich
hatte gestern die Kartons bekommen, die ich zuletzt zu Hause gesehen
hatte. Eine Frage nach meiner Wohnung ersparte ich mir, sie war
sicherlich schon weitervermietet.

Ich hatte alles ordentlich weggeräumt. Zusätzlich zu meinen schwarzen
Uniformen kamen jetzt die Farbenfrohen dazu. Sie waren deutlich
verspielter, mit mehr Spitze und Rüschen als meine. Mir fiel überhaupt
nicht auf, wie selbstverständlich ich sie als meine Uniformen
betrachtete. Nun, ich hatte auch nichts anderes zum Anziehen.

Ich hatte versucht, eine der Uniformen anzuziehen. Keine Chance, es
fehlten ein paar Zentimeter an der Taille. Aber das Material war edel.
Schimmernd und samtweich. Für den Herrn des Hauses nur das Beste.

Dann hatte ich das Korsett gemessen. Unglaublich, dass da ein nicht mehr
ganz junger Mann hineinpassen sollte. Ich dürfte es dank Fettabsaugung
und verkürzten Rippen in ein oder zwei Tagen schaffen. War er auch an
den Rippen operiert worden? Ich hatte diese Information nicht bekommen.
Er musste jedenfalls zierlicher sein als ich, sonst war das in seinem
Alter nicht möglich. Trotzdem unglaublich, was er für seinen Fetisch auf
sich nahm.

##

Die Schwellung auf meiner Brust wurde einfach nicht kleiner. War das
das, wovor mich die Schwester gewarnt hatte? Das sich Fett an anderen
Stellen ablagern würde? Bei älteren Männern hatte ich das schon häufig
gesehen. Es scheint eine der Standardstellen des Körpers zu sein, um
Fett abzulagern.

Mit meiner Prothese war es kein Problem, denn sie war innen ein wenig
hohl. Wohl um Gewicht zu sparen. Es fühlte sich angenehm an, wenn sie
sich weich um meine empfindlichen Brustwarzen legte.

Meine Rötung im Gesicht war völlig verschwunden, die Haut wunderbar
glatt. So war sie selbst nach noch so gründlichem Rasieren nie gewesen.
Das war sicherlich eine der positivsten Sachen, die ich aus diesem
Auftrag mitnehmen würde. Ich konnte mir vorstellen, dass das bei Frauen
gut ankam. Meine Freundin hatte sich immer über die kratzigen Stoppel
beschwert, manchmal auch einen Kuss verweigert.

Die einzigen Haare, um die ich mich kümmern musste, waren meine
Augenbrauen. Ich zupfte sie mit einer Pinzette in perfekte Bögen – nicht
ein Härchen stand heraus.

Ich cremte mein Gesicht sorgfältig mit Makeup ein. Alle kleinen
Unschönheiten verschwanden. Meine Haut sah ebenmäßig schön aus. So war
mein Gesicht wohl zum letzten Mal vor der Pubertät gewesen.

Ich verzichtete darauf, meine Theatertricks anzuwenden. Ein wenig Farbe
tat es genauso, und war nicht so störend wie etwas Aufgeklebtes. Meine
Wangenknochen erschienen mir auch nicht mehr so flach.

Durch etwas hellere und dunklere Farbe zauberte ich meine Nase klein.
Unglaublich, was ein so einfacher Trick ausmachte. Das menschliche
Gehirn lässt sich leicht überlisten.

Nun kam Rouge, und meine Backenknochen sahen prominenter aus. Schon
jetzt sah mein Gesicht sehr feminin aus, denn ich hatte kein besonders
großes Kinn.

Um meine Wimpern musste ich mich nicht kümmern – die waren durch die
Visagistin dauerhaft lang und dicht. Ich brauchte nicht einmal Maskara.
Ein dünner Lidstrich, und etwas Lidschatten – sehr dezent. Zum Schluss
die Augenbrauen nachgezogen, fertig.

Stolz betrachtete ich mein Werk. Ganz ohne Eigenlob – ich sah gut aus.
Und deutlich jünger, man hätte mich auf 18 schätzen können. Hörte jemand
meine Stimme, würde das schnell weiter nach unten korrigiert.

So perfekt meine Verkleidung war, sie konnte zu Problemen führen. Zu
schnell würde ich als minderjährig eingestuft. Von Autofahren bis
Alkohol trinken konnte das Schwierigkeiten geben. Mein Ausweis konnte
mir nicht helfen, denn das Bild zeigte eine ganz andere Person.

Ich brauchte eine Legitimation, wenn ich aus dem Haus ging. Und dann
musste mein Spitzenhäubchen ab. Ich glaube nicht, dass sie mit der
Halskette mit sich reden lassen würden, damit musste ich leben. Hat auch
einen Vorteil, dachte ich sarkastisch, ich musste mich niemandem
vorstellen.

Ich hatte Verbindungen für gefälschte Ausweise. Aber so, wie ich aussah,
kam ich kaum in mein Büro. Und meine Kontakte würden mich weder am
Aussehen noch an der Stimme erkennen. Es blieb nur eines, ich musste bei
nächster Gelegenheit mit Madame darüber reden. Schon komisch, wie sie
jetzt nur noch „Madame“ war.

Als der Butler kam, war ich fertig, perfekt in allen Details. Niemand
hätte geglaubt, dass ich etwas anderes war als ein junges sexy
Dienstmädchen.

Der Butler schien auch entsprechend zufrieden. „Gut, ich sehe, du bist
bereit. Gehen wir zu den anderen zum Frühstück. Was macht das Korsett?“

„Ich denke, morgen kann ich es probieren. Wenn ich heute nicht zu viel
esse.“

„Iss lieber nicht zu wenig. Ich möchte nicht, dass du umkippst.“

„Aber dann könnte es noch einen Tag dauern.“

„Es ist so viel Zeit verstrichen, da kommt es auf einen Tag auch nicht
mehr an.“

Viel Sorge um seinen Herrn klang da aber nicht heraus.

In der Küche traf ich drei weitere Personen. Zwei Frauen und ein Mann.
Das waren mit dem Butler und mir wohl die fünf Angestellten, von der
Madame gesprochen hatte. Der Mann war auf den ersten Blick als Gärtner
zu erkennen, mit der Kleidung gab es kein Vertun. Eine der Frauen war
älter und hatte eine strengere Form der Uniform an. Mit einem langen
schmalen Rock. Die andere Frau war ein junges Mädchen, deutlich jünger
als ich. Nein, korrigierte ich mich, gleich alt wie ich, so wie ich
aussah. Als sie mich wie alle anderen begrüßte, musste ich feststellen,
dass sie eine tiefere Stimme hatte als ich.

Beim Frühstück wurde ich natürlich ausgefragt. Ich hatte mir natürlich
plausible Antworten überlegt, und konnte ohne zu zögern alles
beantworten. Dabei erfuhr ich auch etwas über die Anderen. Der Gärtner
hatte erst gestern seinen vierzigsten Geburtstag gefeiert. Vermutlich
hatte er einen Kater, er schaute nicht so ganz frisch. Die Frau nannte
ihr Alter nicht, aber sich schätzte sie ein paar Jahre Älter. Das
Mädchen war stolz darauf, schon achtzehn zu sein. Sie hatte eine nette
unverdorbene Art, manchmal sprudelte die Fröhlichkeit aus ihr hervor.
Und das sollte die Spionin sein?

„Was hältst du von dieser Halskette?“ fragte sie auf einmal. Sie hatte
genau so eine an wie ich, nur das bei ihr Tina darauf stand. Der Name
passte zu ihr. Die ander Frau hatte eine hochgeschlossene Bluse an,
sodass man nicht sehen konnte, ob sie auch ein Halsband trug.

„Soll ich ehrlich sein?“ fragte ich sie mit einem Blick auf die Anderen.

„Du kannst offen sprechen. Du wirst schon nicht verpetzt.“

„Ich war ziemlich sauer, dass sie nicht abgeht. Sie ist nicht gerade
unauffällig.“

„Ja, da habe ich mit meinen wenigen Buchstaben direkt Glück“, kicherte
sie. „Aber die meisten Jungs finden sie toll. Sieht irgendwie wertvoll
aus.“

Damit waren wir bei einem sehr wichtigen Gespräch für sie, denn es ging
um Jungs. Ich ließ sie reden, und sie freute sich, einem anderen Mädchen
erzählen zu können. Ich glaubte, dass meine Zielperson eher einer ihrer
Freunde war. Sie schien viel zu unbedarft.

Dann war das Frühstück zu Ende und wir begannen unsere Arbeiten. Ich
wurde eingewiesen, was ich zu machen hatte. Alle Besucher und
Lieferanten empfangen, und Anrufe entgegen nehmen. Dazwischen kleinere
Aufgaben wie Rechnungen abheften – es schien, ich konnte dieser
ungeliebten Aufgabe nicht entrinnen.

Die Zeit verging wie im Fluge. Schnell war es Mittag. Es gab noch einen
Angestellten, den ich jetzt kennenlernte. Die Köchin. Madame hatte wohl
fünf Angestellte ohne mich gemeint.

Es gab für alle etwas zu essen, außer für Tina und mich. Wir mussten
bedienen. Tina war froh über die Hilfe, bis jetzt hatte sie alles allein
machen müssen. Und ich war froh das Buch gelesen zu haben, denn sonst
hätte ich nicht gewusst, was zu tun war. Selbst so machte ich genug
Fehler. Aber heute wurden sie dem neuen Mädchen nachgesehen.

Endlich konnten auch Tina und ich essen. So schnell es ging zog ich die
Schuhe aus und fluchte über die fummeligen Schnallen. Dann streckte ich
die schmerzenden Füße aus. Nina tat dasselbe, schien aber nicht solche
Probleme wie ich zu haben. Das lag sicherlich daran, dass sie mehr Übung
hatte. Aber nun sah ich auch, dass ihre Absätze etwas niedriger waren.

Wenn wir des Öfteren nebeneinandergestanden hatten, hatte ich bemerkt,
dass wir genau gleich groß waren. Sie war anscheinend ein paar
Zentimeter größer als ich, und das wurde über die Absätze justiert.
Warum hatte sie nicht fünf Zentimeter kleiner sein können? Meine Füße
hätten es ihr gedankt.

Nach dem Essen hätte ich am Liebsten die Schuhe nicht mehr angezogen.
Aber was blieb mir übrig? Ich war mir sicher, heute Abend kaum noch
laufen zu können. Es war nur gut das die vielen Aufgaben mich ablenkten.

Ich hatte gedacht, mein Job wäre nur Tarnung. Aber sie brauchten ein
weiteres Dienstmädchen, das war klar. Selbst noch eines wäre kein Fehler
gewesen.

Immerhin musste ich nicht mit einem Staubwedel durch die Räume gehen,
darüber war ich froh. Es war zu sehr das klassische Dienstmädchenbild.
Warum ich mir darüber Sorgen machte, war mir nicht klar. Ich war zu
hundert Prozent Dienstmädchen – ich sah so aus und hatte einen
entsprechenden Vertrag.

Am Ende des Arbeitstages kam noch einmal eine große Herausforderung für
meine Füße: Abendessen servieren. Ich war unendlich froh, als das
überstanden war. Ich wusste nicht, wie viele Kilometer ich gelaufen war,
und wie oft ich einen Knicks gemacht hatte. Es kam nun schon völlig
automatisch, ich brauchte nicht mehr darüber nachzudenken.

Endlich war ich in meinem Zimmer und konnte die Schuhe für heute
ausziehen. Zuerst tat es fast mehr weh, mit dem flachen Fuß aufzutreten.
Für die Zeit nach dem Abendessen hatte einer der Dienstboten
Bereitschaft. Bis jetzt waren auch die Frau und der Butler daran
beteiligt, nun waren es nur wir zwei Mädchen, die sich abwechslen
mussten. Deshalb mussten wir auch nach Feierabend unsere Uniformen
tragen. Nun, ich hatte sowieso nichts anderes. Dafür einen ganzen
Schrank voll.

Bei den bunten Uniformen war ein nicht gerade alltäglicher Geschmack zum
Ausdruck gekommen. Aber was sollte man auch von einem älteren Mann
erwarten, der so etwas anzog?

Eine war in einem leuchtenden Rosa, das es schon fast die Augen
schmerzte. Eine andere in einem Neon Farbton, der sowohl gelb wie grün
sein konnte. Ich konnte mich nicht entscheiden, was es war. Jedenfalls
ziemlich grell. Eine war feuerrot, so ziemlich das grellste Rot, das ich
je gesehen hatte. Die Letzte war weiß. Aber ein sehr glänzendes Weiß.
Ich fühlte das Material. Meine Vermutung bestätigte sich: Das war kein
Stoff, das war PVC. Neugierig geworden untersuchte ich die zugehörigen
Sachen, die an dem Bügel nebenan hingen, wie bei allen Uniformen. Der
Petticoat und das Korsett waren ebenfalls aus PVC. Nun entdeckte ich
auch weiße oberschenkelhohe Stiefel aus PVC mit himmelhohen Absätzen.

Wie hatte ich das bis jetzt übersehen können? Ich hatte doch das Meiste
selbst hineingeräumt? Nein, ich war mir sicher, bis jetzt war das nicht
in meinem Schrank gewesen. Nun entdeckte ich auch ein weiteres Paar
Schuhe. Slipper mit einem hohen Absatz, der etwas niedriger war als
meine Uniform Schuhe. Er hatte nur ein Band über den Vorderfuß, das mit
flauschigen Fell besetzt war. Ziemlich kitschig, fand ich. Trotzdem zog
ich einen an, denn ich hatte keine Hausschuhe und wusste nicht, wie
lange das meine Strumpfhose mitmachen würde.

Er war verblüffend bequem. Und auch meine Beine protestierten nicht
mehr, nach einem ganzen Tag in sehr hohen Absätzen flach aufgesetzt zu
werden. Die etwas kleineren Absätze waren ideal, obwohl sie immer noch
hoch waren. Ganz im Gegensatz zu den PVC-Stiefeln, von denen ich mir
nicht vorstellen konnte, wie man darin laufen sollte.

Plötzlich stand wieder der Butler im Raum. Ich fand das wirklich
störend, das auf die Privatsphäre keinerlei Rücksicht genommen wurde. Ob
er das bei Tina genauso machte? Ich würde sie bei Gelegenheit fragen.

„Ziehe dich morgen nicht an. Wir werden das Korsett probieren.“

Ich nickte und machte einen Knicks.

Später zog ich mir das Nachthemd an. Obwohl der Stoff recht weich war,
schmerzte die Berührung auf meinen geschwollenen Brustwarzen. Ich wusste
mir nicht anders zu helfen, als wieder einen BH anzuziehen. Die Cups
wurden zwar kaum ausgefüllt, aber nun rieb nichts mehr.

##

Irgendwann bringe ich ihn um, dachte ich, während ich den plötzlich
eintretenden Butler mit einem Knicks begrüßte. Ich war wunschgemäß immer
noch im Nachthemd, mit Korsett und BH darunter. Den BH merkte ich erst
wieder, als ich nun das Nachthemd auszog. Leicht errötend zog ich ihn
aus, um ihn mit meiner Brustprothese zu ersetzen. Ich war froh, dass nun
meine geschwollenen Brustwarzen nicht mehr zu sehen waren.

Nun folgte das Korsett. Nach der sehr engen Umschließung war es
unangenehm, plötzlich ohne es zu sein. Ich fühlte mich regelrecht
instabil.

Der Butler schwang ein Maßband um meine Taille. Er nickte anerkennend.
„Sehr gut, das müsste gehen. Hier, ziehe den Slip an.“ Er gab mir einen
in leuchtendem Rosa.

Ich ging ins Bad und wechselte die Slips. Dieser war raffinierter als
der andere, der meinen Penis einfach nur durch sein festes Material
wegdrückte. Dieser hatte eine Tasche dafür. Das war deutlich bequemer,
und man sah trotzdem nichts von meinem Penis.

Ich ging zu ihm zurück und er legte das Korsett lose um mich, das
genauso rosa wie der Slip war. Dann zog er die Schnürung leicht an. Nun
musste ich die Maschine wie einen Rucksack anziehen. Er fädelte die
Schüre in sie ein, steckte den Stecker in die Dose und betätigte einen
Schalter.

Es summte leicht und es wurde enger um mich. Schnell wurde es enger und
enger. Als ich dachte, ich würde zerdrückt, stoppte der Motor. Er nahm
mir die Maschine ab.

Ich konnte mich kaum auf den Beinen halten. Das war unglaublich eng! Im
Spiegel sah ich meine irrwitzig kleine Taille. Ich hätte nie geglaubt,
dass so etwas möglich sein würde. Ich hoffte nur, das verdrängte
Material würde nicht wieder auf meinem Po landen. Oder gar auf meiner
Brust.

Was sagten eigentlich meine inneren Organe dazu? War das nicht
schädlich?

Der Butler beschäftigte sich in meinem Rücken, während ich um Luft rang.
„Eine Abdeckung, damit man die Schnürung nicht sieht“, erklärte er.

Wer sollte denn mein Korsett sehen? Das war doch völlig egal.

Aber jetzt war er fertig. „Wo ist…? Ach ja.“ Damit zeigte er mir ein
kleines Vorhängeschloss. „Es gab ihm immer den gewissen Kick, wenn er
die Sachen nicht mehr ausziehen konnte.“ Damit machte es in meinem
Rücken klick.

Klasse, jetzt war ich in diesem unglaublich engen Korsett
eingeschlossen. Ich fand das überhaupt nicht lustig. Aber ich war
momentan zu schwach, um zu protestieren.

„Ich komme in einer Viertelstunde wieder, damit du dich erholen und
daran gewöhnen kannst.“ Damit war er auf seine unglaubliche Art weg.

Ob er es deshalb abgeschlossen hatte, damit ich es mir nicht von Leib
riss? Ohne das Schloss wäre ich tatsächlich in Versuchung gewesen, denn
es war viel zu eng. So hatte ich keine Chance als zu warten.

Langsam beruhigte sich mein Atem. Ich war wohl auch etwas in Panik
geraten. Nach ein paar Minuten war es besser. Ich betrachtete mich
erneut im Spiegel. Es war schon ein bizarrer Anblick. Ich glaube, ein
Fetisch Magazin würde viel Geld bezahlen. So etwas hatte ich noch
nirgends gesehen. Und ich war es, den ich da betrachtete. Unglaublich.
Ich schüttelte den Kopf und meine Haare kitzelten mich wieder, und die
Ohrringe baumelten wild.

Der Butler kehrte zurück. „Geht es jetzt?“

„Gerade so. Es ist nicht gerade angenehm.“

„Es wird besser im Laufe der Zeit. Ziehe dich an. Hier, zuerst die
Strümpfe.“ Er gab mir lange weiße Feinstrümpfe mit einem
Spitzenabschluss.

Ich schaffte es nicht mich zu meinen Füßen zu bücken. „Ich schaffe es
nicht. Können sie mir helfen?“

Wortlos setzte er sich auf einen Stuhl, nahm ein Bein auf seine Knie und
zog mir den Strumpf an. Bald war mein Bein in hauchzartes Weiß gehüllt.
Dann befestigte er ihn an den Strapsen vom Korsett. Kurz darauf sah das
zweite Bein genauso aus.

„Ich denke, ich ziehe dir auch gleich die Schuhe an“, sagte er mit etwas
eigentümlicher Stimme. Sonst klang er immer so reserviert.

Er nahm einen der Schuhe. Ein kleines Stiefelchen, genauso intensiv rosa
wie der Rest. Der Absatz war fast so hoch wie bei den PVC-Stiefeln. Ob
ich darin überhaupt gehen konnte?

Er zog mir den Schuh an. Er passte wie alles andere, als ob er
maßgefertigt wäre. Schon komisch, dass ich genau dieselbe Schuhgröße
hatte. Die Schnürung wurde langsam aber sicher geschlossen. Mein Fuß war
eng umhüllt. Das versprach eine gewisse Stabilität, sodass ich
vielleicht doch laufen könnte. Jetzt war er fertig mit der Schnürung,
aber es hing immer noch ein breites Band von dem Schuh. Er zog mir nun
aber den Anderen an und begann ihn zu schnüren.

Fast hatte ich das Gefühl, er machte es langsam, weil er es genießen
wollte. Und nun sah ich auch die Beule in seiner Hose. Er hatte eine
Erektion! Der Kerl war genauso pervers wie sein Herr.

Nun nahm er das erste Bein auch auf seine Knie. Ich war darauf nicht
gefasst und wäre beinahe nach hinten gekippt. Während ich mich wieder
aufrichtete, hörte ich ein Klick. Als ich wieder zu meinen Füßen sehen
konnte, sah ich, wie gerade am anderen Schuh das Band um meine Fessel
geschlungen und mit einem Schloss gesichert wurde. Ein Schloss an meiner
Fessel – welch passender Ort, dachte ich sarkastisch.

Er atmete schwer und ich sah einen kleinen feuchten Fleck an seiner
Hose. Der Typ war echt kaputt. Ich tat so, als hätte ich nichts bemerkt.
Wer weiß, wie er reagieren würde. Ich wollte schließlich aus diesen
Sachen wieder heraus, und ohne ihn ging das nicht.

Ich stand auf. Oha, ich war deutlich größer geworden. Aber die Stiefel
gaben festen Halt, und so ging es. Mit Pumps hätte ich es kaum
geschafft, ich wäre sicherlich ungeknickt. Dann stelzte ich zum Schrank,
denn Gehen konnte man das kaum nennen, und holte die rosa Uniform samt
Petticoat. Nach dem, was ich bereits anhatte, kam nur die in Frage. Der
Petticoat war wie ein Unterhemd mit angenähtem Rock und war
angenehmerweise weiß. Ich zog ihn über den Kopf. Das Oberteil war sehr
flexibel und passte sich meiner Taille an. Der Petticoat war üppig, sehr
üppig. Wahrscheinlich hatte er deshalb nicht nur einen Gummibund.

Ohne den Rock darüber stand er beinahe horizontal ab. Und ich spürte,
dass um meine Beine jede Menge Material war. Er liebkoste den schmalen
Bereich nackter Haut oberhalb der Strümpfe. Hmmmm, das war gut, sehr
gut. Ich glaube, ich wollte keine Strumpfhose mehr.

Nun kam die Uniform. Der Stoff war wesentlich fester als meine Uniform.
Ich meine die Schwarze, die ich sonst trug. Es war Brokat oder so etwas.
Der Butler hatte sich erholt und half mir, sie über den Kopf zu ziehen.
Dann zog ich sie nach unten. Der Rock legte sich in schönen Wellen über
den Petticoat, stand aber immer noch etwa in einem 45-Grad-Winkel ab.
Das sollte später noch zu einem Problem werden.

Er zog mit den Reißverschluss zu. Das war anscheinend gar nicht so
einfach, denn immer wieder stockte es, und er musste an dem Stoff
ziehen. Zum einen lag das an dem schweren Stoff, aber auch daran, dass
das Kleid gerade so über meine Taille passte. Und das bei meiner
superschmalen Taille!

Endlich war er zu. Ich hörte wieder ein Klick. Ich konnte es nicht
fassen. Der Herr des Hauses mochte wirklich das Gefühl, die Kleider
nicht mehr ausziehen zu können. Und dem Butler gab es auch einem Kick,
wie ich alleine schon am Atmen hörte. Kaum schaffte er es, mir die
Schürze umzubinden.

Nachdem er mich eine Zeitlang betrachtet hatte, sagte er, „Ich nehme
nicht an, dass du frühstücken willst?“

Ich schüttelte den Kopf. „Ich bezweifle, dass etwas in meinen Bauch
passt.“

„Gut, in der Zwischenzeit schminke dich. Zu der Uniform gehört ein
kräftiges Makeup, hier sind die Sachen.“ Er gab mir eine kleine Tasche.
Damit war er wieder verschwunden.

In welches Irrenhaus war ich hier eigentlich gekommen, fragte ich mich.
Da schließt mich der Butler in die Parodie einer Uniform ein, und es
geht ihm einer ab dabei. Ich konnte nicht glauben, was ich im Spiegel
sah. Durch die riesigen Puffärmel war ziemlich viel Stoff um die
Schultern. Durch den festen Stoff standen sie schön, es sah gut aus.

Und dann der weit abstehende Rock, unter dem das Meer der Rüschen des
Petticoats aufblitze. Dazwischen war die unglaublich kleine Taille, die
nun noch kleiner wirkte. Es sah irrwitzig aus.

Unten ragten meine weiß schimmernden Beine hervor, um in den
Stiefeletten mit den unwirklich hohen Absätzen zu enden.

Das war etwas, was sich nur ein Fetisch Liebhaber ausdenken konnte. Vor
allem in dieser Farbe! Das Rosa war nur grell zu nennen. Trotzdem – es
übte in all seiner grenzenlosen Übertriebenheit eine gewisse Faszination
aus. Je länger ich mich betrachtete, um so mehr fühlte ich meinen in
seiner Tasche eingeengten Penis.

Ich wandte mich ab, ehe es einen Unfall in meinem Höschen gab. Ich
setzte mich an den Spiegel und holte den Inhalt aus der Tasche. Rosa
Nagellack und Lippenstift, passend zu meinem Kleid. Lidschatten,
Eyeliner und Maskara. Und ein Bild, das vorgab, wie es auszusehen hätte.
Es war anscheinend aus einer Werbung für Kosmetik und zeigte ein extrem
stark geschminktes Auge.

Nun würde ich meine Theaterkenntnisse doch noch anwenden können, denn
mit dezenten Schminken hatte das nichts zu tun. Ich bezweifelte auch,
dass das notwendig war, um in den Raum zu kommen. Das war nur zur
Befriedigung des Butlers.

Ich machte mich an die Arbeit. Die Lider wurden intensiv Azurblau. Das
Blau war mindestens so leuchtend wie das Rosa des Kleides. Dazu kamen
glitzernde Akzente. Meine dichten künstlichen Wimpern wurden durch die
Maskara noch mehr hervorgehoben. Ein dicker Lidstrich umrahmte die Augen
dramatisch.

Das hatte ziemlich lange gedauert. Umso schneller war der Lippenstift
appliziert. Noch nie hatte ich bei einer Frau so grellrosa Lippen
gesehen. Aber in all seiner Übertriebenheit wirkte es trotzdem, oder
gerade deshalb, sehr erotisch. Irgendwie erinnerte es mich an eines der
Musicals. Ja, Starlight Express hieß es.

Nun fehlte nur noch der Nagellack. Bald waren auch meine Nägel
grellrosa. Ich wedelte mit meinen Fingern in der Luft, als der Butler
wiederkam. Ich hatte, während der Nagellack trocknete, darüber
nachgedacht, was an meiner Kleidung nicht richtig war. Etwas war nicht
so, wie es sein sollte, aber ich kam nicht drauf. Und damit meinte ich
nicht mein Aussehen als Fetisch-Dienstmädchen.

„Stell dich bitte hin, ich möchte dich ansehen.“

Ich stellte mich in die Mitte des Raumes und ließ mich anstarren. Ich
hatte gehört, wie Frauen sich darüber beschwerten. Nun konnte ich es
verstehen. Er sah mich mit verklärten Augen an. Nach ein paar Minuten
löste er sich aus seiner Starre. „Ja, du bist sehr überzeugend. Ich
denke, du wirst passieren können. Lass uns gehen.“ Damit ließ er mich
durch die Tür. Das war garantiert keine Höflichkeit, er wollte mich nur
von hinten beobachten.

Das Ganze kam mir immer merkwürdiger vor. Was passierte hier
tatsächlich? Beinahe wäre ich stehen geblieben, als ich endlich
erkannte, was es war. Alle Sachen waren nagelneu! Nichts davon war
jemals getragen worden, auch das Makeup unbenutzt.

Das musste nicht unbedingt etwas heißen, denn die anderen Uniformen
konnten getragen worden sein. Vielleicht tickte der Hausherr ja doch
etwas normaler wie der Butler und hatte kein Faible für rosa.

Trotzdem, ich bekam Bauchkribbeln. Und das lag nicht an dem zu engen
Korsett. Oder jedenfalls nicht nur.

Endlich hörte ich ihn rufen und wir hielten vor einer Tür. Darüber war
tatsächlich eine kleine Kamera. „Stell dich vor die Kamera“, forderte er
mich auf.

Ich tat es, denn nur deshalb hatte ich das alles auf mich genommen, die
Operation und die Korsetts. Und letztlich auch die Bartepilation, um nur
die permanenten Dinge zu nennen. Wenn sich noch mehr Fett auf meine
Brust verlagerte, dann konnte ich bald besser im Bikini ins Schwimmbad
gehen.

Und das alles dafür, dass sich nun die Tür nicht öffnete. Was mich
allerdings wunderte, der Butler schaute genauso enttäuscht wie ich.

„Ah, ich weiß, was fehlt!“ rief er auf einmal, und er sah tatsächlich so
aus, als wäre ihm ein Licht aufgegangen. Er eilte davon und kam mit
etwas in der Hand zurück. Dann kniete er sich vor mir hin. „Bleib still
stehen,“ wies er mich an. Ich fühlte etwas Kaltes an meinem Bein direkt
oberhalb der Stiefeletten, und dann am anderen Bein. Er stand auf.

Ich konnte nichts sehen, da der Rock im Weg war. Wegen der Schuhe musste
ich mich an der Wand abstützen, um mich über den Rock beugen zu können.
Fassungslos sah ich auf zwei breite chromglänzende Metallschellen an
meinen Beinen direkt oberhalb der Schuhe. Sie waren mit einer dünnen
filigran Kette von etwa 30cm Länge verbunden.

„Sorry, er hatte halt diesen Tick.“

Entweder dieser Butler war ein hervorragender Schauspieler oder er
meinte es ehrlich, als er mich etwas zerknirscht ansah.

Merkwürdigerweise machte mir die Kette nichts aus. Ich fand das Korsett
wesentlich restriktiver, und darin war ich auch eingeschlossen. Wie
viele Schlösser waren jetzt eigentlich an mir?

Aber wieder passierte nichts. Wenn er jetzt mit noch etwas käme, dann
wäre ich endgültig überzeugt, dass er mir etwas vormachte. Aber er
schaute nur ratlos.

Auf einmal kam mir ein Gedankenblitz. Es ist schon merkwürdig, wie einem
diese Ideen kommen. Ich erinnerte mich an „Herr der Ringe“, als die
Gruppe vor dem Tor nach Moria stand und nicht herein kam. „Sprich Freund
und tritt ein“ war die Lösung. Ein Dienstmädchen spricht nicht, es macht
einen Knicks.

Ich machte es und hörte ein kaum wahrnehmbares Klick. Die Leuchtdiode am
Türgriff wechselte von rot nach grün.

„Super, du hast es geschafft!“ freute sich der Butler. „Entschuldige,
die Kette wäre wahrscheinlich nicht nötig gewesen.“

Ich wurde nicht schlau aus ihm. Meinte er es doch ehrlich? Er wollte in
den Raum gehen.

„Moment bitte“, sagte ich mir aller Autorität, zu der ich mit meiner
Stimme fähig war. „Ich möchte den Raum unverändert sehen. Das bedeutet,
ich gehe allein hinein.“

Er sah überrascht in mein Gesicht. Dort war trotz des Makeups deutlich
zu lesen, dass ich es nicht als Bitte meinte. Hier war ich der Detektiv
und nicht das unterwürfige Dienstmädchen.

Nun wandelte sich sein Gesichtsausdruck in Ärger. Aber er sagte nichts
und ging. Dieser finstere Gesichtsausdruck ließ aber nichts Gutes ahnen.
Ich glaube, dass er sich dafür rächen würde.

Aber nun ging ich erst einmal in den Raum. Ich schloss die Tür hinter
mir, um nicht gestört zu werden. Niemand außer mir konnte hier
hereinkommen.

Ich war am richtigen Ort, und das in mehr als einem Sinn. Denn mein
Outfit passte perfekt zu dem Raum. Er war voller Fetisch Artikel und
BDSM. Lack, Latex, Leder, es gab alles. Fesseln in allen Variationen.

Ich schaute mir alles gründlich an. So beeindruckend die Auswahl war, so
wenig half sie mir weiter. Es gab keinen Bezug auf eine Domina oder
Bilder. Es hätte der Ausstellungsraum eines Fetischladens sein können.

Und das stimmte auch dahin gehend, das vieles neu war. Allerdings leider
ohne Etiketten. Ich schaute in diverse Kleidungsstücke – nichts. Genau
wie in meiner derzeitigen Uniform, stellte ich fest.

Es gab nicht einmal Magazine, was mich sehr verwunderte. Nach mehreren
Stunden genauer Inspektion verließ ich den Raum. Einiges davon hätte ich
gerne einmal ausprobiert, aber das Meiste lieber nicht. Einige der
Fesseln sahen gemein aus. Als Profi hatte ich nichts angerührt, auch
wenn mich niemand stören konnte. Nur ich hatte die schmale Taille, die
der Schlüssel zu diesem Raum war. Nicht einmal Tina käme hier herein.

Es war schon ein merkwürdiges Gefühl, eine schmalere Taille zu haben,
als ein junges, attraktives Mädchen.

Ich verließ den Raum. Draußen wartete der Butler, sichtbar nicht bester
Laune. „Lass die Tür auf“, pflaumte er mich an.

„Nein“, piepste ich. „das geht nur Madame und mich an, und keinen
Angestellten.“ Damit zog ich die Tür zu. Die Led wurde rot.

Der Butler schnaubte wie ein wütender Stier. Er hätte devot sein üben
sollen, dachte ich, und lächelte bei dem Gedanken.

Mein Lächeln erzürnte ihn nur noch mehr. „Dann geh nach unten und
beginne deine Arbeit.“

Das ich das in diesem Aufzug machen sollte, war garantiert nicht
geplant. Er wollte mich demütigen. Und fast gelang es ihm. So wollte ich
sicherlich von niemanden gesehen werden, es war zu peinlich.

Aber im letzten Moment beherrschte ich mich. Mein automatischer Knicks
war die Rettung.

Ich fragte ihn erst gar nicht, mich von der Kette zu befreien. Es wäre
vergeblich gewesen, er wollte mich in seinem Zorn so allen vorführen.

Ich muss zugeben, dass ich gehöriges Kribbeln in Bauch hatte, als ich
die eine Etage nach unten ging. Mit der Kette an den Beinen konnte ich
kaum die Stufen laufen, zusätzlich zu den unsäglich hohen Absätzen. Das
Korsett tat sein Übriges.

Unten angekommen überholte mich der Butler, was mit meiner kurzen
Schrittlänge nicht schwierig war. „Gehe in die Küche. Gleich muss das
Essen serviert werden.“

In der Küche hätten mich die Köchin und Tina nicht erkannt, sie staunten
den bizarren Anblick nur an. Als ich dann etwas sagte, wurden ihre Augen
noch größer.

„Mein Gott, was ist passiert?“ Sie sah mich noch einmal von oben bis
unten an.

„Erzähle ich dir später.“

„Nicht reden bei der Arbeit“, fuhr mich der Butler von hinten an.

Ich sagte nichts mehr. Ich würde aufpassen müssen, er würde die kleinste
Chance nutzen, um sich zu rächen. Dabei erledigte ich nur korrekt meinen
Job. Meine zwei Jobs genauer gesagt, aber er wollte mich nur als devotes
Dienstmädchen sehen, mit dem er seinen Fetisch ausleben konnte.

Das Auftragen der Speisen fiel mir nicht leicht, da ich dauernd mit dem
Gleichgewicht kämpfen musste. Mehrmals wäre ich beinahe gestürzt, als
sich die Kette in einem Absatz verfing. Ich lernte allmählich, sie
möglichst gespannt zu halten.

Bei einem so einem Beinahesturz fragte mich Tina, „Kann ich dir helfen?“

„Nicht nötig“, sagte ich leise zurück.

Aber der Butler hatte es gemerkt. „Ich hatte dich doch schon wegen
sprechens bei der Arbeit zurecht gewiesen. Jetzt ist es genug. Ich muss
disziplinarische Maßnahmen ergreifen.“ Er kam zu mir und holte dabei
etwas aus seiner Tasche.

Er befahl mir, „Mund auf.“ Völlig verdattert gehorchte ich. Schnell
schob er etwas Birnenförmiges hinein. Meine Erstarrung ob dieser
unerwarteten Handlung nutzte er, um ein Band um meinen Nacken zu ziehen
und vor meinem Mund mit dem anderen Ende mittels eines nicht gerade
kleinen Vorhängeschlosses zu verbinden.

Als ich eine Sekunde später zu mir kam, tastete ich ungläubig an das
baumelnde Schloß vor meinem Mund. Meine Mundhöhle war fast völlig
ausgefüllt und ein intensiver Gummigeschmack machte sich breit.

Immer noch völlig verdutzt schüttelte ich den Kopf. Nun gesellte sich zu
den baumelnden Ohrringen noch ein baumelndes Schloss. Es war wohl
deshalb so groß, um jedem zu zeigen, dass mein Mund wortwörtlich
verschlossen war.

„So, und nun erwarte ich, dass du keine Fehler mehr machst.“

Auf allen Gesichtern war ungläubiges Staunen. Das konnte er sich nur
leisten, weil Madame nicht da war. Dadurch war er der Ranghöchste.

Wollen wir einmal sehen, ob du jetzt keine Fehler gemacht hast, dachte
ich mir. Ich werde den heutigen Tag auch geknebelt überstehen, aber du
hast eventuell morgen keinen Job mehr. Plus eine Anzeige. Genug Zeugen
waren da.

Nach dem Essen war nur noch Bereitschaft für mich. Tina zog mich in die
Küche, wo wir jetzt alleine waren. Endlich konnte ich sitzen, aber
leider meine Schuhe nicht ausziehen. Vermutlich würde ich das Schloss
auch so schnell nicht loswerden. Tina fragte, „Hast du dieses Kostüm
wegen ihm an?“

Ich nickte. Nicht sprechen zu können war nichts Neues für mich, und
deshalb schockte es mich nicht. Nur das baumelnde Schloss störte. Und
der Gummigeschmack, der aber nun stark nachließ. Vermutlich war auch
dieser Knebel neu und schmeckte deshalb so intensiv.

„Er war so sauer. Hast du ihn geärgert?“

Ich nickte wieder. Beim nächsten Mal würde ich das Schloss festhalten.
Es war schwer genug, das auf die Dauer das Baumeln weh tat.

„Prima. Der Kerl ist ein Arschloch. Ich hatte auch einmal etwas falsch
gemacht, da hat er mir den Hintern versohlt.“

Das ihm das Spaß gemacht hatte, konnte ich mir gut vorstellen.

Da klingelte der Alarm. Natürlich das Zimmer des Butlers.

„Das macht er nur, um dich zu ärgern.“

Ich nickte wieder, und hielt dabei diesmal das Schloss in der Hand. Dann
stand ich auf.

Aus der Küche ging es durch das Esszimmer zur Treppe. Im Flur waren
diverse Gegenstände zur Dekoration. Sehr stilvoll, wie nicht anders zu
erwarten.

Ich richtete meine Aufmerksamkeit mehr auf die Kette zwischen meinen
Beinen als auf den Weg, um nicht zu stürzen. Was eigentlich auch kein
Problem war, denn es gab keine Hindernisse. Aber ich hatte meinen
abstehenden Rock vergessen, durch den ich wesentlich mehr Platz
brauchte. Er streifte eine Vase, ohne dass ich es merkte. Erst das laute
Scheppern sagte mir, dass etwas nicht stimmte.

Ich drehte mich langsam um, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Auf
dem Boden lagen Scherben. Ich konnte mich an die Vase erinnern, die dort
gestanden hatte. Irgendetwas Asiatisches.

Wenige Augenblicke später kam der Butler angestürmt. Er sah die Scherben
und schrie, „Was hast du da angestellt? Bist du nur unfähig?“

Ich stand einfach nur da, was sollte ich auch sonst tun? Reden konnte
ich nicht, und bücken, um die Scherben aufzuheben, war genauso
unmöglich.

„Die Vase war unglaublich teuer! Das wird Folgen haben. Jetzt werde ich
erst einmal dafür sorgen, das du nicht noch mehr Blödsinn machst.“

Einige Augenblicke später starrte ich auf die Kette an meinen Armen. Sie
war genauso wie die an meinen Beinen, praktisch identisch. Nur hatten
die breiten Manschetten weniger Umfang, da für Arme gedacht, und die
Kette kürzer, kaum zwanzig Zentimeter.

Wie er das so schnell an meine Arme gebracht hatte, war mir völlig
unverständlich. Es war wie die unheimliche Art, in der er in ein Zimmer
kam oder verschwand.

Nun hatte ich aber die Nase gestrichen voll. Nein, ich war richtig
sauer. Schluss mit devoten Dienstmädchen. Dummerweise war ich an Armen
und Beinen gefesselt, hatte einen Knebel. Dabei war meine Kleidung schon
restriktiv genug.

Wie auf einen telepathischen Hilferuf hin kam Madame. „Was geht hier
vor?“ fragte sie mit ruhiger Stimme. Nur einen kurzen Augenblick hatte
sie meinen bizarren Anblick gemustert. So eine Professionalität wünschte
ich mir.

„Michelle zeigt ein Fehlverhalten nach dem Anderen. Ich habe deshalb zu
disziplinarischen Maßnahmen gegriffen.“

„Ich muss sowieso mit ihr reden. Bringe sie in die Bibliothek.“ Es war
völlig selbstverständlich für alle mich feminin anzureden, selbst bei
denen, die es besser wussten.

Der Butler folgte der Anweisung. Bald saß ich in einem bequem Sessel,
wofür ich überaus dankbar war. Meine Füße schmerzten. Ich bezweifelte
allerdings, dass ich mit meinem Korsett und den Armfesseln ohne Hilfe
wieder aufstehen konnte.

Dann wies sie ihn an, „Entferne den Knebel.“

Es passte ihm sichtlich nicht, das zu tun. Aber kurz darauf war der
Knebel entfernt. Er legte ihn neben mich auf einen kleinen Tisch, wohl
als mahnenden Hinweis. Vielleicht sollte ich das so interpretieren,
besser nichts Falsches zu sagen.

„Du kannst gehen.“

So rausgeschmissen zu werden passte ihm überhaupt nicht. Er wollte wohl
eine Anklage vortragen. Missmutig verschwand er.

„Gut, jetzt will ich wissen, was in meiner Abwesenheit passiert ist. Und
das will ich von Ihnen als Detektiv wissen.“

Diese Frau beeindruckte mich immer mehr. Es war so, als ob ich mit ihr
in meinem Büro säße, und nicht als Fetisch Dienstmädchen in ihrem.

Ich versuchte zu sprechen, aber es kamen nur einige piepsige Laute
heraus. Vielleicht eine Folge des Knebels, oder war es meine Aufregung?
Ich war nicht so ruhig, wie sie es war.

Sie ignorierte meinen Fehlversuch. „Fangen Sie am Besten damit an, warum
Sie dieses“, sie machte eine abfällige Handbewegung, „Kostüm tragen.“

Ich nahm befriedigt zur Kenntnis, dass sie sie es nicht Uniform nannte.

„Es ging um den Zugang zu dem verschlossenen Raum Ihres Vaters. Es war
klar, dass ich ein spezielles Kostüm tragen musste, um von der
Elektronik erkannt zu werden. Trotzdem hat mich das Ausmaß ein wenig
überrascht.“

„Inwieweit?“

„Nun, das Rosa ist ein wenig intensiv für meinen Geschmack, zudem der
Zutritt wohl nur nach der Silhouette gewährt wird, und nicht nach der
Farbe. Es wären nicht ganz so extreme Kostüme vorhanden gewesen.“

Sie nickte bestätigend.

„Dann sind da die vielen Schlösser. Das Korsett, das Kleid und die
Schuhe sind verschlossen, ich kann sie nicht ausziehen. Das Makeup war
sicherlich auch nicht nötig.“

„Ja, ich kenne diese Schwäche von ihm. Solche Dinge erregen ihn. Nur hat
er sie bis jetzt noch sie so öffentlich gezeigt. Ich nehme an, Ihr
Anblick hat ihn ein wenig aus der Bahn geworfen, da sein Fetisch so
deutlich Realität geworden ist. Ich muss sagen, ich bin von Ihrer Taille
beeindruckt.“ Das war das einzige Mal, das sie auf mein Aussehen
einging.

„Er ist ein überaus wertvoller Mitarbeiter und ich werde ihm seine
offensichtlichen Verfehlungen nachsehen. Ich möchte nicht, dass es
zwischen Ihnen zum Streit kommt. Er ist jetzt erregt. Ich kenne ihn, er
wird in Kürze wieder sein gutmütiges Selbst sein. Vermutlich hat es mit
dem Verschwinden meines Mannes zu tun. Sie haben wohl beide dieselben
Neigungen, und er kann seinen nicht mehr nachgehen. Auch weil nur Sie
Zutritt zu dem Raum haben, aber er nicht.“

Ich weiß nicht, wie sie diesen Aspekt erraten hatte. Meine Hochachtung
wuchs weiter.

„Wie gesagt, ich möchte, dass diese Angelegenheit gütlich beendet wird.
Er wird sich noch ein wenig abreagieren wollen. Das bedeutet wohl morgen
ein paar Klapse auf den Po und die Strafuniform für ein oder zwei Tage.
Nichts, was Sie umbringen wird. Ich möchte Ihnen für diese
Unannehmlichkeiten einen Bonus zahlen. Sind 3000 Euro akzeptabel?“

Ich nickte, beinahe zu dem nicht mehr vorhandenen Schloß greifend.

„Das beinhaltet, dass Sie ihm etwas entgegen kommen. Wenn er sich
abreagiert hat, verbringen Sie einen Abend in dieser Fetischkleidung mit
ihm oder so etwas.“ Eine Handbewegung zeigte, wie wenig sie von solcher
Kleidung hielt.

„Kein Problem.“

„Ich sehe, Sie sind wie immer professionell. Das gefällt mir. Was haben
Ihre Recherchen ergeben?“

„Leider nicht viel. In dem Raum sind nur unpersönliche Dinge. Aber ich
habe nur einen groben Überblick, ich muss das noch genauer untersuchen.
Bezüglich des Mädchens ist meine erste Annahme, dass sie nichts weiß,
vielleicht durch einen Liebhaber gesteuert wird. Das braucht noch Zeit,
sie muss Vertrauen zu mir fassen.“

„Nun, ein weiterer Besuch des Raumes bedingt ein erneutes Tragen des
Kostüms. Vielleicht eine Möglichkeit, mit dem Butler Frieden zu
schließen. Am Besten, Sie kommen ihm entgegen. Sagen Sie ihm, dass Sie
diese Kostüme erregen, und die Schlösser und all das.“ Wieder diese
abwertende Handbewegung.

„Das dürfte ein paar zusätzliche Unannehmlichkeiten bedeuten. Ich erhöhe
den Bonus auf 5000 Euro. Dafür stellen Sie mir aber auch meinen Butler
zufrieden. Einverstanden?“

„Ja.“

„Sonst noch etwas?“

„Ja. Ich muss demnächst wohl Recherchen außerhalb machen. Ich habe aber
keine Papiere. Mein derzeitiges jugendliches Aussehen könnte schnell zu
Problemen führen. Außerdem brauche ich Kleidung, ich kann nicht in einer
Uniform recherchieren.“

„Gut. Ich werde das Vorbereiten. Kommen Sie morgen Nachmittag in mein
Büro. Die Kleidung erhalten Sie, sobald die Papiere fertig sind.“

„Dann wäre das von meiner Seite alles.“

„Gut. Ich erwarte, dass es keinen Ärger mehr gibt. Sollte er über die
Stränge schlagen, dann sagen Sie mir Bescheid.“ Nach einer winzigen
Pause fuhr sie fort, „Und nun Michelle, lege deinen Knebel wieder an. Du
warst wirklich ein unartiges Mädchen und musst bestraft werden.“

Ich versuchte genau so professionell zu sein wie sie und legte den
Knebel ohne ein Seufzen an. Wenigstens schmeckte es nicht mehr so stark
nach Gummi.

Der Butler wurde per Fernbedienung gerufen und hatte nun ausgiebig
Gelegenheit, seinen Frust von der Seele zu reden. Ich konnte dazu
sowieso nichts sagen und spielte das devote Dienstmädchen, das durch die
versammelte Autorität völlig verschüchtert war.

Nachdem er fertig war, wurde mir das verkündet, was ich schon wusste:
Züchtigung morgen und zwei Tage Strafuniform. Was auch immer das war.
Dann waren wir entlassen.

Er traktierte mich noch etwas. Kaum hatte ich mich gesetzt, ließ er sich
ein Getränk bringen oder die Haustüre nachsehen. Er weidete sich daran,
wie schwer es mir fiel, alles etwas anstrengendere zu erledigen. Sowohl
das Korsett als der Knebel raubten mir die Luft.

Endlich konnte ich schlafen gehen. Er entfernte die Armfesseln und ließ
mich Kleid und Petticoat ausziehen. Dann legte er mir die Armfessel
wieder an. Arschloch, dachte ich mir.

Was man nicht alles für einen hohen Bonus macht. Aber wenigstens die
Schuhe hätte er mich ausziehen lassen können. Meine Füße brachten mich
um. Genau deshalb musste ich sie wohl anbehalten. Ob der Bonus wirklich
groß genug war? Keine Chance für Nachverhandlungen, da musste ich jetzt
durch.

##

Die Nacht war unangenehm gewesen, wie kaum anders zu erwarten.
Eigentlich störten mich nur zwei Dinge: Der Knebel und die Schuhe.
Momentan mehr der Knebel, mein Kiefer tat einfach nur weh.

Aber ich war ja ein Mann, oder? Also Augen zu und durch.

Ich bildete mir dann auch ein, dass meine Tränen, als er am Morgen ins
Zimmer kam, geschauspielert waren. Aber dafür kamen sie viel zu schnell
und reichhaltig. Nun, ja, Einbildung…

Er öffnete alle Schlösser und gab mir dann etwas. „Da hat mir Madame
gegeben, damit die Diskretion gewahrt bleibt.“ So ganz schien ihm da
nicht zu gefallen, richtig abgeneigt war er auch nicht.

„Gehe duschen. Ich komme in einer halben Stunde und helfe dir mit dem
Korsett.“ Damit öffnete er die Schürung in meinem Rücken.

Am Anfang war dieses Korsett unangenehm gewesen. Das war kein Vergleich
zu dem, als es entfernt wurde. Meine Innereien schoben sich
protestierend an andere Stellen. Ich bekam so etwas wie eine Kolik. Um
nicht laut zu schreien, steckte ich mir den Knebel in den Mund.

Nach ein paar Minuten wurde es etwas besser. Aber auf dem Knebel waren
deutliche Beißspuren. Ich steckte ihn gleich wieder in dem Mund, denn
nun waren die Schuhe dran. Es war gut, dass ich das getan hatte. Meine
Waden protestierten genauso wie meine Füße. Mit ein paar Beißspuren mehr
legte ich den Knebel weg. Nicht sehr elegant ging ich zur Dusche.

Das warme Wasser baute mich wieder auf. Der Duschkopf war umstellbar und
ich benutzte den harten Massagestrahl. Langsam lockerten sich alle
verkrampften Muskeln.

Wieder halbwegs Mensch stellte ich mich vor den Spiegel. Die Taille war
das Herausragende: Sie war so klein wie nie zuvor. Leider war dafür
Wachstum auf meine Brust zu vermelden. Die Brustwarzen waren empfindlich
wie immer die letzte Zeit, aber die Schwellung war nun noch größer.

Und war meine Haut immer schon so bleich gewesen? Ich musste wieder in
die Sonne. Aber irgendwie war diese Bleiche anders als von zu wenig
Sonne. Was war das nun wieder? Wurde ich krank? Aber abgesehen von
schmerzenden Muskeln fühlte ich mich gesund.

Nun untersuchte ich das Teil, das mir der Butler gebracht hatte. Eine
Anleitung aus Piktogrammen brachte die Erkenntnis, sonst hätte ich es
nicht erraten. Es war eine Vagina, komplett mit Behaarung.

Den Piktogrammen folgend legte ich sie an. Kurz darauf war mein Penis
versteckt und es sah so aus, als ob ich eine richtige Vagina hätte. Das
Unangenehmste daran war ein Riemen, der zwischen meinen Pobacken
verschwand.

Ich verstand den Sinn der Aktion nicht. Niemand würde das sehen können.
Sollte ich da nun noch einen Slip darüber ziehen? Ich tat es, ohne zu
begreifen, warum.

Ich hatte kaum die Brustprothese angezogen – nicht ohne wieder über das
Halsband zu fluchen – da kam der Butler.

Wortlos nahm er aus dem Schrank das rote Korsett und legte es mir um.
Dann wurde es wieder mit der Maschine geschnürt. Diesmal war es nur ein
wenig unangenehm. Das positive Gefühl der festen Umschließung überwog.

Dann kamen Strümpfe und Schuhe. Kaum anders als die Gestrigen. Und alles
wurde wieder verschlossen. Ich wollte eine Basis für eine Annäherung
schaffen, und ihm irgendwie andeuten, das ich die Schlösser gut fand.

Ich überlegte. Warum war er davon fasziniert? Es ging darum, dass ich
als Mann sehr feminine Sachen anhatte. Und die nicht ausziehen zu können
– andere könnten einen erwischen, ohne das man daran etwas machen
könnte…

Ich fand einen Keim von Faszination, der ähnlich war wie Gestern, als
ich mich zum ersten Mal in der rosa Uniform gesehen hatte. Diesem Gefühl
ging ich nach. So geschah es, dass es, als das zweite Schloß an meinem
Bein klickte, mich das tatsächlich erregte. Ich fühlte, wie sich mein
Penis gegen sein Gefängnis wehrte. Ein leises Stöhnen kam aus meinem
Mund. Verwundert sah er mich an, aber ich sagte nichts.

Zu meiner Verwunderung kam nun nicht das entsprechende rote Kostüm. Er
hatte ein anderes mitgebracht. Ebenfalls rot, aber kein Kleid, sondern
zweiteilig, aus Oberteil und Rock bestehend. Sonst gab es wenig
Unterschiede, außer das es leichter war und weniger verziert. Mehr wie
meine normale Uniform in Rot. Und ohne Petticoat. Trotzdem schwang der
Rock schön um mich, wenn er aus nicht so füllig aussah wie mit
Petticoat. Nach der obligatorischen weißen Schürze war ich fertig
angezogen.

„Du brauchst dich heute nicht zu schminken.“ Mit diesen Worten reichte
er mir den Knebel. Ich sah ihn erstaunt an.

„Deine Strafe ist noch nicht vorbei. Ich war großzügig, ihn dir für die
Morgentoilette zu erlassen.“

Entgegen einem ersten Impuls sagte ich, „Vielen dank“, machte einen
Knicks und schob ihn mir in den Mund. Hoffentlich sah er die Beißspuren
nicht. Ich führte das Band um meinen Hals und sicherte es mit dem
Schloss, nicht ohne mein Lächeln zu verlieren.

Er wusste nicht, was das bedeutete. Nun, um mich zu fragen, war es zu
spät. Ich spürte so etwas wie Frust, das ich mich nicht gewehrt hatte,
und Erregung, weil ich mich nicht gewehrt hatte.

Das Frühstück verlief völlig normal, außer das ich nichts essen konnte,
sondern statt dessen alle bediente. Ich hatte immer noch keinen Hunger,
wusste aber, dass ich bald etwas essen musste, sollte ich keine Probleme
haben wollen. Mit dem engen Korsett war das aber nicht so einfach, es
eliminierte meinen Hunger.

Als alle fertig waren, sagte der Butler zu mir, „Für deine Strafe komm
mit in mein Büro.“

Tina sah mich bedauernd an, sie wusste aus eigener Erfahrung, was auf
mich zukam. Als sie aufstand, rieb sie sich unbewusst über den Po.

Ich musste wieder vor dem Butler gehen. Was dachte er wohl jetzt? Hatte
er Vorfreude?

In seinem Zimmer angekommen wies er mich an, „Strecke die Arme aus.“ Als
ich der Aufforderung folgte, schob er zwei lange Lederhülsen über sie,
die fast den gesamten Unterarm bedeckten und miteinander verbunden
waren. Mit jeweils drei Schnallen schloss er sie fast unangenehm eng.
Meine Unterarme waren starr miteinander verbunden.

„Ziehe deinen Slip aus.“

Mit den verbundenen Armen war das nicht einfach. Und die Aufforderung
war als solche eigentlich schon ungeheuerlich. Trotzdem folgte ich ihr.
Er beobachtete meine Anstrengungen, was wohl Sinn der Sache war.

„Und nun lege dich über meine Knie.“

Es war so ziemlich das Demütigste, was ich bisher je machen musste. Mich
auf die Beine eines anderen Mannes zu legen, um gezüchtigt zu werden.

Ich konnte mir vorstellen, dass er nun eine Erektion bekam. Gottseidank
konnte ich das wegen des Korsetts nicht spüren. Tina war nicht so
glücklich gewesen, vermutete ich.

Als nun nichts passierte, sah ich über die Schulter. Der Feigling zog
sich einen Handschuh an! Er hatte nicht einmal genügend Mumm, es mit
bloßer Hand zu machen.

Nun fühlte ich, wie mein Rock hochgeschoben wurde. Ich konnte nicht
glauben, was geschah. Vor kurzem war ich noch ein völlig normaler Mann,
und nun hatte ich mich gerade als Mädchen gekleidet über seine Knie
gelegt. Nicht zu vergessen die vielen Schlösser und das ich mich selbst
geknebelt hatte.

Letzteres erwies sich als sehr gut. Ich weiß nicht, aus was der
Handschuh bestand, aber es tat weh. Unglaublich weh. Sehr schnell kamen
die ersten Tränen. Ich ließ ihnen freien Lauf, ich musste hier nicht
tapferer Mann spielen.

Aber der Butler wusste, dass ich ein Mann war. Deshalb schlug er kräftig
zu. Ich konnte mit dem Knebel nicht protestieren, und die gefesselten
Arme behinderten mich mehr, als ich das geglaubt hätte. Ich war völlig
hilflos seien Schlägen ausgesetzt. Mir blieb nur zu wimmern und zu
weinen.

Zwischen den Schlägen sagte er in ruhigem Tonfall, immer alle zwei oder
drei Worte ein Schlag, „Früher haben wir das öffentlich vor allen
Angestellten gemacht. Aber das geht ja heute nicht mehr. Trotzdem soll
die Strafe abschreckend sein, und das geht nur, wenn alle es sehen. Ich
habe eine Lösung dafür gefunden.“

Endlich war er fertig. Mein Po war unter Feuer. Es tat unglaublich weh.
Ich wimmerte in meinen Knebel, ohne das ich eine Rolle spielen musste.
Hätte ich jetzt auch nicht gekonnt.

Er richtete mich auf, zog aber dann meinen Rock zu Boden. Wegen des
Gummibundes war das kein Problem. Dann entfernte er die Fessel.

„Zieh das an.“

Ich nahm durch verquollene Augen nur war, das es so etwas wie ein Rock
war und zog ihn an. Er richtete die Schürze aus und wies mich vor die
Tür. Mein Slip blieb zurück.

Im Flur stand ich ein paar Minuten, um mich zu fassen. Die Tränen
versiegten langsam, und ich begann wieder klar zu sehen.

Ich hatte einen durchsichtigen Rock aus klarem PVC an. Durch die
Steifigkeit des Materials stand er so ab wie mit einem Petticoat. An
meiner Taille vorbei konnte ich meinen feuerroten Po sehen. Das
verstärke den Schmerz, und die Tränen kamen wieder. Nun wusste ich,
warum ich den Knebel wieder tragen sollte.

Und etwas anderes wurde mir klar: Nur die Schürze verhinderte die Sicht
auf meine Genitalien. Nun verstand ich die künstliche Vagina. Niemand
sollte meinen Penis versehentlich sehen.

Das hatte ich Madame zu verdanken. Aber das bedeutete auch, dass sie
diese Praktiken billigte. Wieso? Sie schien so eine vernünftige Frau zu
sein.

Das gehen fiel mir aus mehr als einem Grund schwer. Am liebsten hätte
ich mich irgendwo verkrochen, aber genau das durfte ich nicht tun.
Trotzdem kostete mich riesige Überwindung, mit meinem durchsichtigem
Rock in die Küche zu gehen, wo ich andere Angestellte treffen würde.

Es war so erniedrigend! Jemand nach einer Züchtigung in einem
durchsichtigen Rock durch das Haus zu schicken war menschenverachtend.
Und bei mir kam noch hinzu das ich ein Mann war. Wie hatte sich Tina in
der Situation gefühlt? Sie war ein junges Mädchen, weniger gereift als
ich. Es musste völlig verstörend sein. Oder steckten junge Menschen das
leichter weg?

In de Küche war nur Tina, und die stürzte auf mich zu, umarmte mich und
streichelte mein Gesicht. Es tat mir unsäglich gut.

„Es ist gemein, einfach nur gemein“, sagte sie. Am liebsten hätte ich
ihr gesagt, besser still zu sein.

Ihr Trost löste paradoxerweise einen neuen Tränenschub aus. Sie nahm
meinen Kopf an meine Schulter und wiegte mich sanft vor und zurück.
„Weine nur, das befreit.“

Die Bewegung war eigentümlich tröstend. Langsam gewann ich meine Fassung
wieder. Wieso war ich nur so emotional gewesen? Sicher, es hatte weh
getan, aber so schlimm war es nun auch wieder nicht gewesen. Ein Mann
sollte so etwas doch abkönnen. Ganz augenscheinlich konnte ich nicht.
Ich verhielt mich eher so, wie ich angezogen war.

Dann löste sie sich von mir. „Ich hole Creme, das hilft.“ Damit war sie
weg.

Meine Füße begannen wieder zu schmerzen. Vermutlich hatten sie das die
ganze Zeit getan, aber ich hatte es nicht bemerkt. Aber zu setzen traute
ich mich auch nicht. Also lehnte ich mich an die Wand. Mit dem Kopf zur
Wand, um so keinen Kontakt mit dem Po zu haben.

Natürlich sah jeder damit sofort mein Hinterteil durch den
durchsichtigen Rock und wusste, was geschehen war. Das war das
eigentlich Schlimme: Die öffentliche Zurschaustellung. Auch mit der
Ausrede, ich wäre ja vollständig bekleidet, weswegen ich wohl den Rock
bekommen hatte. Fast war ich über die Schürze dankbar, auch wenn sie nur
eine falsche Vagina verdeckte.

##

Immerhin wurde ich kurz darauf von dem Knebel befreit. Aber ich musste
das Essen in dem durchsichtigen Rock servieren. Jeder hatte freien Blick
auf meinen roten Po. Ich ertrug es so tapfer, wie es ging. Manchmal
rollte aber doch eine Träne über meine Backe.

Als ich endlich auf dem Bauch einschlief, ging ein wirklich
schrecklicher Tag zu Ende.

Am nächsten Morgen war nur noch die Erinnerung übrig. Wieder hatte ich
im Korsett geschlafen. Das war aber nicht so schlimm, denn die Schuhe
waren mir erspart geblieben. Und kein Knebel. Über was man sich nicht so
alles freuen kann.

So langsam gewöhnte ich mich an den plötzlich auftauchenden Butler.
„Aufstehen. Du willst doch duschen?“

Ich nickte groggy. Dann stand ich auf und der Butler löste das Korsett.
In der Dusche wurde ich richtig wach. Ich hatte immer noch die falsche
Vagina an. Nachdem ich sie entfernt hatte, wusch ich mich, trocknete
mich ab und ging in mein Zimmer. Als ob ich es geahnt hätte, hatte ich
mir das Handtuch umgebunden. Um den Oberkörper, um die stetig wachsenden
Schwellungen zu verbergen. So sah ich dem Butler gelassen entgegen.

„Normalerweise haben wir eine andere Strafuniform, aber das Korsett wäre
für dich viel zu groß. Das hier ist besser.“ Er deutete auf die PVC-
Uniform in dem geöffneten Schrank. „Das Korsett hat 35 Zentimeter.“

Nun schluckte ich. Das war noch einmal drastisch weniger. Das Korsett
der letzten zwei Tage war schon überaus eng gewesen, und selbst nach der
Nacht darin spürte ich es noch.

„Es ist auch schön lang und gut verstärkt. Du wirst es toll finden.“

Er bemerkte meinen suchenden Blick. „Unterwäsche brauchst du heute
nicht.“

Ich ergab mich devot in mein Schicksal. Mit einem Knicks. Das schmälerte
seinen Triumph. Wenigstens ein kleiner Gewinn.

„Zuerst ziehe die Stiefel an, das geht mit dem Korsett nicht mehr.“

Dazu musste ich das Handtuch loslassen. Es fiel zwar nicht sofort
herunter, aber als ich nach dem ersten Stiefel griff, war ich nackt. Er
sah mich interessiert an, mit einem leisen Lächeln.

Erneut fühlte ich mir gedemütigt, ohne etwas dagegen unternehmen zu
können. Ich hätte die falsche Vagina nicht entfernen sollen.

Ich zog den Stiefel an. Das waren die höchsten Absätze bis jetzt. Höhere
waren wohl kaum möglich, der Fuß hat nur eine begrenzte Länge. Um den
hohen Absatz zu ermöglichen, war die Fläche für die Zehen sehr klein,
was es nicht gerade komfortabel machte.

Die lange Schnürung war Schweißtreibend. Den zweiten Stiefel schnürte er
zum größten Teil, ich hätte erst eine Pause gebraucht. Nun waren beide
Beine praktisch komplett in weißes PVC gehüllt.

Die Stiefel konnten ähnlich wie die kleinen Stiefeletten abgeschlossen
werden. Auf das kurz nacheinander folgende zweimalige Klick versteifte
sich mein Penis. Es war mir mehr als peinlich, aber was sollte ich tun?
Viel wichtiger: Warum geschah das, ohne das ich daran gedacht hatte? Und
die Erektion blieb, obwohl ich sie dringend wegwünschte. Warum erregte
es mich, in zwei Stiefel eingeschlossen zu werden?

Auf seine Aufforderung stand ich auf. Es gelang nur mit seiner Hilfe.
Die Stiefel waren so steif, dass ich meine Beine nicht beugen konnte.
Ich stand wie auf zwei Stelzen. Ohne mich festzuhalten wäre ich
umgefallen, denn zu der Steifigkeit kamen die unglaublich hohen Absätze,
die nadelfein endeten.

Nun legte er das Korsett um mich. Ohne Brustprothesen. Er betrachtete
interessiert meine Schwellungen, sagte aber nichts dazu. Es war wirklich
lang. Es bedeckte nicht nur praktisch meinen ganzen Oberkörper, sondern
ging auch bis zu den Oberschenkeln. Wenigstens konnte man meine Erektion
nicht mehr sehen, obwohl ich sie deutlich spürte. Sie schien sich noch
zu verstärken, als sich das Korsett langsam um mich schloss.

Dann hatte ich keine Zeit mehr, mich darum zu kümmern. Es wurde eng,
fürchterlich eng. Ich dachte, ich könnte nicht mehr atmen, aber
irgendwie ging es doch. Und es hörte nicht auf. Immer enger zog es sich
um mich. Ich glaube, ich habe gefleht aufzuhören, aber ich weiß es nicht
mehr genau.

Ich kam an die Wand gelehnt wieder zu mir. War ich ohnmächtig geworden?
Jedenfalls fühlte ich um mich einen Panzer, der mich schier zerdrückte.

Ganz langsam wurde es ein wenig besser. Ich war aber zu nichts anderen
in der Lage, als an der Wand gelehnt zu stehen. Das ging auch nur
deswegen, weil mich Stiefel und Korsett ohne mein Zutun trugen.

Ich war nun wieder in der Lage, meine Umgebung wahrzunehmen. Das merkte
der Butler. Er zeigte mir ein Schloss, drehte mich etwas an der Wand,
und ich hörte es klicken. Das Geräusch wanderte direkt zu meinem Penis.
Ich glaubte, jeden Moment die Kontrolle zu verlieren.

Während ich noch damit kämpfte, bekam ich etwas um den Hals gelegt. Es
umschloss meinen gesamten Hals und reichte vorne und hinten bis zu dem
Korsett herunter. Vorne ging es über mein Kinn zu meinem Mund und bis
zur Nase. Nun zog es sich zu. Ich fühlte den Druck auf meine Halskette
wachsen, aber es wurde nicht so schlimm, das es weh tat.

Aber mein Kopf wurde immer unbeweglicher, und das Kinn nach oben
gedrückt. Ich konnte den Mund nicht mehr öffnen. Und dann hörte ich
wieder das bekannte Klick, das wieder geradewegs zu meinem Penis ging.
Erneut gelang es mir gerade so, die Kontrolle zu behalten.

Nun bekam ich Handschuhe angezogen, wie alles andere auch aus weißem
PVC. Sie reichten bis zu den Achseln und wurden fast über die ganze
Länge schnürt. Obwohl sie nicht ganz so steif waren wie die Schuhe,
konnte ich den Arm nur mühsam anwinkeln, und ebenso mühsam die Finger
bewegen.

Mein Korsett war nun gar nicht mehr das einzig Schlimme, da überall auf
meinen Körper Druck ausgeübt wurde. Merkwürdigerweise ging es mir
dadurch besser. Vielleicht wurde das Blut zurückgedrückt oder so etwas.

Nun kam das Kleid. Es war ähnlich wie die anderen Uniformen, war aber
hochgeschlossen. Er zog es mir über den Hals. Anscheinend gab es keinen
Reißverschluss, denn er hantierte wieder an einer Schnürung in meinem
Rücken. Das Kleid zog sich eng um mich zusammen. Dann hörte ich erneut
ein Klick. Diesmal hätte ich beinahe verloren.

Es hatte wie alle anderen Puffärmel, aber diese waren mit Abstand die
Größten. Dann liefen die Ärmel hautnah hinter die Ellenbogen. Dort
endeten sie in Manschetten, die metallisch weiß glänzend den gesamten
Unterarm bedeckten. An den Manschetten waren der Länge nach mehrere
Ringe angebracht, die bei jeder Bewegung leise klimperten und damit
kundtaten, dass da stabiles Metall um meine Armen war. Nun wurden die
Manschetten auch jeweils mit einem Schloss verschlossen.

Ich konnte es nicht mehr halten. Nun war ich über den Punkt ohne
Wiederkehr. Ich verkrampfte, und dann tropfte es zwischen meinen Beinen
nach unten und lief teilweise die Stiefel herunter.

Der Butler sah regungslos zu und wischte kurze Zeit später die Stiefel
sauber.

Ich konnte es nicht fassen. Ich hatte einen der besten Orgasmen meines
Lebens bekommen, weil ich nahezu unbeweglich eingeschlossen war. Und
gerade die eigentlich schlimme Aktion des Einschließens hatte dazu
geführt. Obendrein hatte ich nicht einmal meinen Penis berührt.

##

Der Orgasmus hatte meinen Kopf wieder klar gemacht. In den Stiefeln
konnte ich nur mir Mühe das Gleichgewicht halten. Und das trotz meiner
Übung mit sehr hohen Absätzen. Natürlich war auch alles andere nicht
einfach zu bewältigen. Unter anderem, dass ich den Kopf nicht drehen
konnte. Um mich im Spiegel zu sehen, musste ich mich mit vielen kleinen
Tippelschritten drehen.

Der Anblick haute mich schier um. Wortwörtlich, beinahe hätte ich das
Gleichgewicht verloren. Wieder verstärkten die bauschigen Puffärmel und
der weit abstehende Rock noch optisch den Unterschied zu der unfassbar
kleinen Taille. Nie hätte ich es für möglich gehalten, dass ein Mensch
eine so kleine Taille haben könnte. Und doch war der Beweis im Spiegel
zu sehen.

Auch hatte ich es nie für möglich gehalten, ein noch kleineres Korsett
als das zu tragen, das zum Zutritt für den Raum nötig war.

Würde meine Taille je wieder normal werden? Sicher, ohne das Korsett
würde sie größer sein. Aber immer noch kleiner als bei jeder Frau. Würde
sich das im Laufe der Zeit normalisieren? Ich hatte da meine Zweifel.
Ich musste mich wohl vom Strand verabschieden. Oder doch einen Bikini
anziehen, wenn das auf meiner Brust noch größer wurde. Ich hoffte ja
noch, dass mit Ende des Korsetttragens es sich wieder zurückbildete.
Aber der Gedanke an einen Bikini war gar nicht mehr so verstörend nach
der ganzen Zeit ausschließlich in Röcken, Spitze und Rüschen. Und
sicherlich normaler als mein derzeitiger Aufzug.

Das lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf den Spiegel. Hatte ich
wirklich so schmale Beine? Oder war das nur ein optischer Effekt der
Stiefel? So stark waren sie nun auch nicht geschnürt. Ich bezweifelte
auch, dass sie wie die Taille komprimierbar waren. Jedenfalls waren
meine Beine makellos glatt in schimmerndes PVC gehüllt, ohne die
kleinste Falte. Und dazu die irrwitzig hohen nadeldünnen Absätze. Obwohl
ich mit Fetisch Kleidung nie etwas zu tun hatte, fand ich den Anblick
sehr erotisch. Bizarr erotisch, aber nichtsdestotrotz erotisch.

Dann kam der weite Rock. In gleichmäßigen Wellen stand er ab, als ob ein
Petticoat darunter wäre. Aber das war nicht nötig. Der Winkel des Rockes
setzte sich an meinem Körper weiter fort, bis er an meiner Taille
endete. Spiegelverkehrt wurde er wieder breiter.

Das Kleid endete um meinen Hals mit einem breiten Abschluss aus PVC
Rüschen. Daraus ragte der von ebenmäßigen PVC umhüllte Hals. In einer
eleganten Kurve setzte sich es über mein Kinn fort bis zu meiner Nase
Von meinem Gesicht war nur der Bereich von Nasenspitze bis Augenbrauen
zu sehen. Das richtete den Blick vor allem auf die Augen. Ich bedauerte
sehr, dass ich kein Makeup trug. Das Outfit brauchte unbedingt ein paar
stark geschminkte Augen.

Was meine Gedanken darauf brachte, wie es wohl wäre, wenn mein ganzer
Kopf in glänzendes PVC gehüllt wäre. Meinem Penis schien das zu
gefallen, denn er meldete sich zurück. Dadurch in meine Aufmerksamkeit
gerückt fiel mir auf, dass ich überall fest zugeschnürt war und das auch
schön durch Schlösser gesichert wurde, außer in meinem Intimbereich.

Der lag völlig frei unter einem weit schwingenden Rock. Wenn der nun
durch einen Windstoß hochflog – jeder würde meine Genitalien sehen. Ein
eisiger Schreck durchfuhr mich, der die aufkommende Erektion beendete.
Ich würde sehr, sehr vorsichtig sein müssen. Angesichts meiner
Unbeweglichkeit ein schwieriges Vorhaben.

Plötzlich hörte ich die Stimme des Butlers direkt neben meinem Ohr. Ich
weiß nicht, was er die ganze Zeit gemacht hatte, jedenfalls klang sie
wieder etwas belegt. „Ich sehe, du hast gerade gemerkt, dass wir dein
Makeup vergessen haben. Gehe in die Küche, ich sage Tina Bescheid, dass
sie dich schminken soll.“ Damit verschwand er auf seine typische Art.

Ich stakste langsam und vorsichtig den Gang entlang. Dann kam ich zur
Treppe. Da kam ich unmöglich herunter. Zum Treppensteigen muss man die
Knie beugen können. Unentschlossen blieb ich dort stehen, ich konnte ja
nicht einmal jemanden rufen.

Nach einigen Minuten tauchte der Butler auf und sagte ungeduldig, „Wo
bleibst du denn?“

Ich zeigte auf die Treppe.

„Ach ja, so kommst du nicht herunter?“

Ich wollte nicken,aber natürlich ging das nicht. Statt dessen bewegte
sich mein Oberkörper leicht vor und zurück.

Ohne Vorwarnung nahm mich der Butler auf seine Arme und trug mich ohne
sichtbare Anstrengung die Treppe herunter.

Mann, war der stark! Ich hätte keinen Mann so einfach da heruntertragen
können.

Eine winzige Stimme in meinem Kopf sagte mir, dass es auch eine andere
Erklärung gäbe. Ich hatte eine krasse Diät hinter mir und viel
abgenommen. Wann hatte ich eigentlich zuletzt richtig gegessen? Oh!

Der Butler war also nicht so stark, sondern ich so leicht. Das erklärte
auch meine dünnen Beine und Arme. Als Erstes werden die Muskeln
abgebaut, und erst dann das Fett. Und das ich trotz meines abgemagerten
Zustandes immer noch genug Fett hatte, zeigte sich an meinem Po.

Eigentlich war es ja auch logisch. Ohne viel abzunehmen hätte ich nie
dieses Korsett tragen können. Das bedeutete aber auch, das wohl nicht
mehr viel Kraft übrig war. Hoffentlich kam ich in keine brenzlige
Situation, wo es darauf ankam. Nicht das mir mehr Muskeln in diesem
Outfit genützt hätten.

Nun, da meine Aufmerksamkeit darauf gerichtet war, merkte ich, wie
schwach ich eigentlich war. Die Handschuhe waren eigentlich nicht so
fürchterlich steif, ich war so schwach. Selbst in normalen Kleidern
hätte ich wohl keine Chance gegen die zierliche Tina.

Es wurde dringend Zeit, dass sich alles wieder umkehrte. Ich war in dem
Raum gewesen, und nur deswegen hatte diese ganze Korsettgeschichte
stattgefunden. Der Arzt hatte zwar gesagt, ich müsste noch einige Zeit
wenigstens Nachts ein Korsett tragen, aber das konnte ja ein weites
sein. Ich musste dringend etwas essen. Leicht gesagt, wenn einem der
Mund verschlossen ist. Und selbst wenn nicht, ich bezweifelte, dass in
diesem Korsett Platz genug für Nahrung war. Magen und Darm mussten total
zusammengedrückt sein.

Wir kamen im Erdgeschoss an und er stellte mich auf meine Beine. Ich
stakste Richtung Küche und der folgte mir. Er überholte mich nicht,
obwohl ich nur sehr langsam gehen konnte.

In der Küche sah mich sofort Tina. „Wow Michelle, du siehst super aus.“
Sie strich mit dem Finger über mein Kinn und dann über meinen
verschlossenen Mund.. Dann fuhr sie mit dem Finger dem Kleid entlang zur
Taille und ließ ihn an der schmalsten Stelle mehrfach hin- und hergehen.
„Hmmm, so eine Strafuniform hätte ich auch gerne einmal getragen.“

Die so unschuldig wirkende Tina stand auf Fetisch Kleidung? Das hätte
ich nie gedacht. Plötzlich änderte ich alles, ich hatte erstmalig eine
Spur. Madame hatte doch recht. Nun störte es mich nicht mehr, in dieser
bizarren Uniform eingeschlossen zu sein, ganz im Gegenteil.

Ich lehnte mich mit dem Po an die Fensterbank, da das Stehen anstrengend
war und ich mich wohl kaum setzten konnte mit einem Korsett, das bis zu
den Oberschenkeln ging.

Bei dem Gedanken fühlte ich plötzlich große Erleichterung. Mann konnte
meinen Penis gar nicht sehen, er wurde von dem langen Korsett verdeckt!
Nun war ich dankbar dafür, auch wenn ich mich nicht setzen konnte.

Aber die Fensterbank bot Erleichterung genug, denn nun musste ich nicht
mehr balancieren und die steifen Stiefel trugen mich auch so. Einzig
meine Füße protestierten. Ich weiß nicht, wie ich den Tag in den
Stiefeln überstehen sollte. Keine Chance, daran etwas zu tun, sie waren
abgeschlossen.

Nun begann Tina mich zu schminken. Sie war darin geübt und es ging
ziemlich schnell. Ich hatte dieses hübsche Mädchen direkt vor mir, sah
auf ihre Brüste und atmete ihren Duft. Sie sah wunderschön aus in ihrer
sexy Uniform. Und dann dazu das Gefühl von meiner eigenen bizarren
Uniform mit dem Wissen, darin eingeschlossen zu sein; als Mann ein
feminines Fetischobjekt zu sein, ohne daran etwas machen zu können –
mein Penis wurde so hart wie kaum jemals zuvor. Hätte ich nicht gerade
schon einen Orgasmus gehabt, ich hätte mich nicht beherrschen können.

Jetzt war sie fertig und sie hielt einen kleinen Spiegel vor mich. Mein
Gesicht war atemberaubend. Sie hatte mir „Smoky Eyes“ gemacht, mit einer
Menge schwarz und silber. Die dramatischen Augen passten perfekt zu
meinem Outfit. Viel zu schnell nahm sie den Spiegel wieder weg. Dann
trat sie einen Schritt zurück und begutachtete mich ausführlich.

Nach ein paar Minuten kam sie wieder nahe zu mir, sagte, „Ein paar
Accessoires fehlen noch, dann ist es perfekt.“ Damit ging sie zu dem
Butler und redete leise mit ihm. Ich verstand nichts.

Aber auf seinem Gesicht zeichnete sich ein leises Lächeln ab und er ging
mit Tina weg. Ich blieb einfach stehen, da mir alles andere zu
anstrengend war. Was sollte ich auch machen? Ich hatte diese langen
Handschuhe an, die man unter dem Kleid nicht einmal sah. Sie waren wohl
nur dazu da, um meine Beweglichkeit einzuschränken. Und den Zweck
erfüllten sie bestens.

Dann kam Tina zurück. Ich sah es nur aus den Augenwinkeln, da ich den
Kopf nicht drehen konnte. „So, als Erstes hier unten“, sagte sie, und
ließ sich auf die Knie direkt vor mir sinken. Hoffentlich wird mein
Penis wirklich von dem Korsett bedeckt, hoffte ich, denn sie war unter
meinem Rock.

Ich spürte eine schwache Berührung an den Fußgelenken, aber sonst
nichts. Sehen konnte ich natürlich nicht, da ich den Kopf nicht beugen
konnte. Selbst wenn, der Rock wäre im Weg gewesen.

Nun stand sie auf. „Strecke deine Arme aus.“ Einen Moment später waren
meine Arme mit einer dicken kurzen Kette verbunden. Sie hatte sie mit
zwei Schlössern an den Ringen meiner Metallmanschetten befestigt. Die
Kettenglieder sahen zwar martialisch dick aus, waren aber anscheinend
hohl, denn nicht sehr schwer. Trotzdem höchst stabil, wie ein Zerren
zeigte.

Ich konnte es nicht fassen, das Biest hatte mich gefesselt. Die Empörung
darüber drängte den Orgasmus zurück, den ich sonst gehabt hätte. Ich
bewegte vorsichtig ein Bein und fühlte nun die Restriktion der Kette
dort. Mit einem vorwurfsvollen Blick hielt ich ihr meine Arme hin.

„Sorry meine Liebe, ich habe die Schlüssel nicht. Du wirst damit leben
müssen. Aber du siehst einfach klasse aus.“ Und das von der ach so
lieben Tina.

##

Ich wusste nicht, was ich nun machen sollte. So konnte ich sicherlich
nicht arbeiten. Aber das verlangte anscheinend auch niemand. Ich war
anscheinend nur zum Anstarren da. Alle mussten das Fetisch Dienstmädchen
ausgiebig betrachten, und selbst Madame nahm einen langen Blick. Dann
legte sie mir ein paar Papiere hin. „Für die Papiere, Ausweis und
Führerschein. Bitte unterschreiben.“

Ich unterschrieb ohne zu lesen. Das war mit meinem unbeweglichen Kopf
viel zu anstrengend. Immerhin schaffte ich es, in meinen Handschuhen
eine leserliche Unterschrift zu produzieren.

Dann ließ mich der Butler kleine Dinge von hier nach dort bringen und
schaute mir fasziniert zu, wie ich mit winzigen Schritten ging. Dabei
erzeugten die Kettenglieder ein lautes Geräusch, das man von der Optik
nicht vermutet hätte. Weil sie hohl waren, boten sie wohl einen
Resonanzraum. Ich fand es nervig, dass ich nichts machen konnte, ohne das
es von Kettengeklirr begleitet wurde. Aber alle anderen schienen es gut
zu finden.

Langsam wurde es in dem PVC ungemütlich, denn Schweiß begann sich
anzusammeln. Ich merkte es vor allem in den Handschuhen.

Ich war jetzt auch schon einige Stunden in dem superengen Korsett auf
extrem hohen Absätzen unterwegs. Ich brauchte eine Pause. Dringend. Aber
wie?

Das war mein letzter Gedanke. Mir wurde schwindlig, ich verlor das
Gleichgewicht und stürzte. Dann wurde alles schwarz um mich.

##

Ich wachte in einem weichen Bett auf. Der Druck um mich war verschwunden
und ich konnte Arme und Kopf bewegen. Dann sah ich einen Plastikschlauch
zu meinem Arm gehen, der zu einem Ständer mit einem Tropf führte.

Nun nahm ich die ältere Angestellte wahr, die ich bis jetzt kaum gesehen
hatte. „Aha, wieder wach“, sagte sie mit freundlicher Stimme. „Keine
Angst, dir geht es gut. Ich bin ausgebildete Krankenschwester. Du warst
total dehydriert, hast du denn nichts getrunken?“

Ich zuckte die Schultern. Gegessen hatte ich schon lange nichts mehr,
aber getrunken?

„Wie fühlst du dich?“

Ich wollte antworten aber nur ein Piepsen kam heraus. Ich räusperte mich
in einem extrem hohen Tonfall und konnte dann antworten: „Eigentlich
ganz gut. Etwas schwach.“

„Kein Wunder. Das andere Korsett war einfach zu eng. Der Butler hat dich
hierher gebracht und ausgezogen.“

Ich war erleichtert, dass es niemand anderes gewesen war. Aber ich war
nicht nackt, das fühlte ich. Ich hatte etwas an, dass mich höchst
angenehm umschloss. Meine Hand ging unter die Decke. Ein Korsett. Ich
konnte Satin und Rüschen fühlen.

„Ich habe ihn angewiesen, dir ein weiteres Korsett anzuziehen. Ich halte
es für keine gute Idee, wenn du jetzt völlig ohne Korsett wärest.“

„Danke. Es fühlt sich gut an.“

„Schön. Neben dir steht ein Energiedrink. Du solltest so viel wie
möglich davon trinken. Und ab morgen wirst du langsam wieder mit fester
Nahrung anfangen. Du bist viel zu dürr, bist du vielleicht
magersüchtig?“

„Nein. Es hat sich nur einfach so ergeben. Der neue Job…“

„Ich verstehe, du wolltest einen guten Eindruck machen. Das mag dem
Butler gefallen, aber ich erlaube nicht, dass es auf Kosten deiner
Gesundheit geschieht. Ich habe noch nie ein Mädchen mit so einer
schmalen Taille gesehen.“

„Danke.“

„Gut, dann gehe ich. In einer Stunde komme ich wieder, um den Tropf zu
entfernen.“

„Danke. Noch eines, was ist in dem Tropf?“

„Ringerlösung. Die besteht hauptsächlich aus Salzwasser, um dir
Flüssigkeit zuzuführen. Eine Spur Kaliumchlorid und Calciumchlorid ist
auch dabei, aber das wolltest du so genau wohl kaum wissen? Glaubst du,
ich wollte dir schaden, oder wüsste nicht, was ich tue?“

„Nein, nein, ich war nur neugierig.“

Sie ging und ich trank etwas. Hauptsächlich wegen meinem trockenen
Mundes, weniger, weil ich Durst hatte. Aber ich trank dann noch mehr,
denn ich wusste eigentlich genau, was passiert war. Ich hatte wirklich
viel zu wenig getrunken. Die langsame Austrocknung lässt auch das Gehirn
schlechter arbeiten und man bemerkt die Warnsignale nicht.

Ich wusste das und trotzdem war es mir passiert. Aber ich war auch durch
zu viel abgelenkt worden. Wenn mein bizarrer Aufzug keine Ablenkung war,
dann wusste ich nicht, was es sein könnte.

Ich dachte an meinen Orgasmus. Hatte das auch mit meinem benebelten
Gehirn zu tun? Ich war bis jetzt immer ein völlig normaler Mann gewesen,
hatte Sex nur auf die gute alte Art gehabt. Ich stand doch nicht auf
solche Dinge!

Aber als ich an die Fetisch-Uniform zurückdachte und das ich darin
eingeschlossen gewesen war, da spürte ich, dass wieder etwas zwischen
meinen Beinen geschah. Ich kannte das Gefühl. Mein Penis wollte sich
aufrichten, konnte aber nicht, weil er in dem speziellen Slip war. Ich
seufzte. Was bedeutete das nun? Stand ich auf Fetische und Bondage, ohne
es zu wissen?

Ich fühlte mich immer noch ziemlich matt. Kaum hatte ich die Augen
geschlossen, schlief ich ein.

##

Als ich wieder aufwachte war der Schlauch samt Tropf weg. Ich musste
sehr tief geschlafen haben, dass ich es nicht bemerkt hatte. Und jetzt
hatte ich tatsächlich Durst. Ich trank langsam ein ganzes Glas des
Energiedrinks.

Dann stand ich vorsichtig auf, denn ich musste pinkeln. Alles schien
wieder in Ordnung zu sein, kein Schwindel mehr, und auch die Mattigkeit
war weg. Ich ging auf die Toilette, bemerkte dabei, dass ich nur das
rote Korsett und den passenden Slip anhatte, zog den Slip herunter und
setzte mich.

Während ich mein Geschäft erledigte, wunderte ich mich, dass das Korsett
so bequem war. Gab es verschiedene Größen? Ich sah an mir herunter.
Dabei lenkte mich meine nackte Brust ab. Oh, ich hatte die Prothese
nicht an. Aber trotzdem waren da zwei kleine Brüste. Die Schwellungen
waren deutlich gewachsen. Wie war das möglich? Vielleicht lag es daran,
dass ich nun genug Flüssigkeit in mir hatte.

Jedenfalls waren das ganz unmissverständlich Brüste. Den Beweis
lieferten zwei Nippel, die sich in der Kühle steif aufrichteten. Solche
großen Nippel hatte ich bislang nicht gehabt. Vorsichtig fasste ich sie
an. Sehr empfindlich, aber nicht so unangenehm, wie es gewesen war. Eher
– schön.

Dann wurde mir plötzlich bewusst, was ich da tat. Ich spielte mit meiner
Brust und genoss das angenehme Gefühl. Panikartig zog ich die Hand weg.
Das konnte doch nicht wahr sein!

Ich packte meinen Penis wieder in seine Tasche im Slip und ging vor den
Spiegel. Nein, das Korsett war keine größere Version. Es war genau
dasselbe, dass ich schon einmal angehabt hatte. Wohl wegen des viel
engeren PVC Korsetts kam es mir nun bequem vor.

Im Spiegel sah ich nichts mehr, was an einen Mann erinnerte. Schlanke
Beine und geradezu dünne Arme. Meine schlanke Taille ließ meine Hüfte
breiter erscheinen. Aber sie war auch runder als früher. Mit den kleinen
Brüsten, die in der Relation gar nicht sooo klein aussahen, hatte ich
alle Kurven einer Frau. Nein, korrigierte ich mich, so schlank, wie ich
war und mit den kleinen Brüsten, eher die eines Teenagers. In das Bild
passten auch die dünnen Ärmchen und die für eine Frau zu schlanken
Oberschenkel.

Ich staunte nur, wie jugendlich mein Gesicht aussah. Ich schien zehn
Jahre verloren zu haben. Wie war das passiert? Das konnte nicht die
Bartepilation gewesen sein. Die ließ meine Haut zwar schön glatt
aussehen, aber dadurch konnte man nicht so viel jünger aussehen.

Ich konnte den Grund dafür nicht feststellen, solange ich auch in den
Spiegel sah. Ich sah nur mich, in einer jüngeren und feminineren Form.
Doch, eines schien mir anders zu sein, dadurch war ich durch meinen
Theaterkurs aufmerksam geworden. Meine Wangenknochen schienen
prominenter zu sein. Ich tastete darüber. Weich. Über dem Knochen war
eine weiche Schicht. Wie war die dahin gekommen?

Mir fiel nur eine Lösung ein: Das ominöse Medikamentendepot in mir. Das
sollte die Fettverteilung optimieren. Ich hatte nicht genau genug
gefragt, was für Medikamente das waren. Was sorgte für eine
Fettverteilung mit einer schmalen Taille? Das, was auch bei Frauen dafür
sorgte: weibliche Hormone.

Nun war ich mir eigentlich sicher. Die Brüste konnten kaum durch das
Korsett gekommen sein. Das war das Resultat weiblicher Hormone, was
schon die Nippel bewiesen. Mir wuchsen richtige Brüste!

Ich war entgeistert. Und ich hatte keine Chance, das Depot aus dem
Körper zu bekommen. Die Brüste würden weiter wachsen. Ehe mein Job hier
zu Ende war, würde ich keine Prothese mehr brauchen.

Wen konnte ich dafür zur Rechenschaft ziehen? Niemand. Ich hatte alles
selbst bestimmt. Niemand hat mich zu etwas gezwungen. Alles war Schritt
für Schritt perfekt normal gewesen. Und nun stand ich, vor kurzem noch
ein normaler Mann, und sah im Spiegel einen weiblichen Teenager. Und die
nächste Zeit würde ich mich auch so anhören.

##

Für meine dramatische Entdeckung schlief ich ausgezeichnet. Jemand hatte
den Wecker ausgestellt, deshalb wurde ich durch den Butler geweckt. „Na,
wieder alles in Ordnung?“

„Ja, mir geht es gut.“

„Gut. Ich mache jetzt das Korsett ab, damit du duschen kannst.“

„Oh ja, das ist dringend nötig. Ich bin ganz klebrig.“

Er nahm es mit einem Nicken zur Kenntnis. „Madame sagte, dass du noch
einmal in den Raum willst?“

„Ja, ich will nichts unversucht lassen. Vielleicht finde ich etwas.“

„Gut, dann kannst du nicht die normale Uniform tragen. Welche von den
anderen willst du?“

Er war so freundlich heute, was war los? „Ist mir eigentlich egal.
Suchen Sie aus.“

Das schien ihn zu freuen. Er nahm die Neongelbe aus dem Schrank, von der
ich nicht wusste, ob sie nicht doch neongrün war. Nun ja, unauffällig
war etwas anderes. Aber selbst in Grau wäre sie auffällig gewesen, bei
dem Schnitt.

Er löste das Korsett, dann ging ich duschen. Dabei rasierte ich wieder
meinen ganzen Körper, denn die Stoppel kamen zurück. Nach dem Abtrocknen
sah ich die Körperlotion. Hmm, das dürfte eine gute Idee nach der Rasur
sein. Ich musste lächeln, als ich mich eincremte. Früher hatte ich mein
Kinn rasiert und danach gecremt und sonst nichts, nun war es umgekehrt.

Ich stieg in den neongelben Slip und verließ das Bad. Der Butler hatte
geduldig gewartet. Wegen des Rasierens hatte es länger gedauert, aber er
erwähnte es mit keinem Wort.

Er half mir Korsett und alles andere anzuziehen. Das Kostüm war sehr
ähnlich wie die anderen. Strümpfe und Petticoat waren weiß, der Rest
neongelb. Es unterschied sich nur ein wenig in der Art, wie es mit
Spitze verziert war.

Ich band mir die Schürze um, während er den Stoffbeutel mit den Schuhen
nahm, in dem sie wie alle anderen im Schrank lagen. Dieser war aber mehr
gefüllt.

„Ah ja“, sagte er zufrieden, „zu dem Kostüm gibt es zwei Paar Stiefel.
Die kleinen Stiefeletten wie die anderen, und diese hier.“

Damit hielt er mir ein paar lange neongelbe Stiefel vor die Nase. Sie
waren deutlich länger als die anderen.

„Es sind Ballettstiefel. Sie heißen so, weil man darin so steht wie eine
Balletttänzerin, mit den Zehen nach unten. Wie beim Spitzentanz.“

Ja, jetzt sah ich es auch. Es gab keine Sohle, nur einen winzigen
Lederflecken an der Spitze. Das war die gesamte Standfläche. Dazu ein
sehr dünner Absatz, der noch länger als bei den PVC-Stiefeln, denn er
lief über die ganze Fußlänge.

„Willst du sie ausprobieren? Du kannst auch die Anderen nehmen.“

Er war heute wirklich die Freundlichkeit selber. Und Madame wollte, dass
wir gut miteinander auskamen. „Welchen würden Sie lieber an mir sehen?“

Er lächelte. „Den Ballettstiefel.“

„Gut, dann nehme ich den.“ Er war vermutlich bequemer als die PVC-
Stiefel mit dem extrem abgeknickten Zehenteil.

„Prima“, sagte er fröhlich. „Lege deine Beine meine auf meine Knie.“ Er
schnürte beide Stiefel, die bis gerade unter das Knie reichten. Das
dauerte einige Zeit. Dann sagte er, „Fertig. Warte, ich helfe dir, bis
du die Balance findest.“

Er stützte mich. Oh, das war wirklich nicht einfach. Nach ein paar
Minuten begann ich mich daran zu gewöhnen. Ich konnte ohne seine Hilfe
laufen. Solange ich ging, war es nicht so ein Problem. Aber im Stehen
konnte man kaum das Gleichgewicht halten. Nun, dann würde ich mich
öfters setzen. Heute hinderte mich kein zu langes Korsett daran.

Ich ging durch den Flur und konnte selbst die Treppe ganz gut laufen.
Dort verließ mich der Butler. Die Kamera erkannte mich, obwohl ich durch
den Knicks beinahe gestürzt wäre. Diese Stiefel waren definitiv nicht
Knicks-tauglich.

Ich begann meine Suche. Heute suchte ich nicht in der bizarren Kleidung,
sondern nach versteckten Sachen. Etwa hinter den Schränken, oder in
Kartons. Nach zwei Stunden hatte ich nichts gefunden, aber ich war
ziemlich kaputt. Ich setzte mich auf einen Hocker. Nur wenig später
klopfte es an der Tür.

Ich stakste hin und öffnete – von innen gab es eine normale Klinke. Der
Butler stand vor der Tür. „Kann ich hereinkommen?“

Ich dachte, warum nicht. Hier war sowieso nichts zu finden, er konnte
keine Spuren zerstören. Und immerhin war er mein Vorgesetzter, ich
konnte es ihm ohne Grund nicht verbieten. Ich machte eine einladende
Handbewegung.

Er kam herein und sah sich um. „Sieht aus wie immer.“

„Sicher. Glauben sie, ich würde hier wild herumwühlen und ein Chaos
verursachen?“

Er zuckte mit den Schultern und sah dann mit sehnsüchtigem Blick auf
diverse Sachen. An einem Teil blieb sein Blick hängen. Ich folgte seinem
Blick und sah etwas Chromglänzendes. „Was ist das?“ fragte ich.

„Oh, das ist ein Keuschheitsgürtel. Speziell für Männer. Willst du ihn
einmal anprobieren?“

„Oh, lieber nicht. Das klingt doch zu martialisch.“

„Es würde mich wirklich freuen, dich darin zu sehen. Sage mir, wenn du
dich anders entscheidest, ja?“

Ich nickte.

„Ich glaube, hier gibt es etwas, das dir besser gefallen dürfte. Zu dem
Kostüm gibt es noch ein paar Sachen. Mal sehen, hier müsste es sein. Ja,
das ist es.“ Er holte eine der Stofftaschen, in der vieles hier verstaut
war. Keine schlechte Methode, viel platzsparender als Kartons, alles
bleibt sauber und verkratzte nicht.

Er holte etwas hervor, das ganz augenscheinlich zu dem Kostüm gehörte,
denn es hatte dieselbe neongelbe Farbe. „Ich habe dich beobachtet, wie
du die PVC-Sachen anhattest. Du hast dich gefragt, wie es ist, wenn dein
ganzer Kopf darin ist, und nicht nur die untere Hälfte?“

War das so deutlich zu sehen gewesen? Ich nickte beschämt.

„Diese Sachen sind reizvoll, nicht war? Du brauchst nichts zu sagen, ich
habe die Spuren deines Orgasmus weggewischt.“

Ich nickte wieder nur, nun auch noch errötend.

„Ich spielte mit Madames Vater hier öfters Rollenspiele. Er tat so, als
ob er etwas verbrochen hätte, oder machte tatsächlich eine Tasse oder so
etwas kaputt. Und ich musste das ‚böse Mädchen‘ bestrafen.“

Was sollte ich dazu sagen? „Klingt interessant.“

„Findest du? Das ist gut. Denn mir fehlen diese Rollenspiele. Ich würde
gern wieder einmal strenger Herr spielen. Würdest du mitmachen und das
böse Mädchen spielen? Es ist noch früher Vormittag, wir haben genügend
Zeit. Die Arbeit kann etwas warten. Was meinst du?“

Ich war nicht so richtig begeistert. Ich sah auf das Teil, das er in der
Hand hielt. Es sah aus wie ein gelber Kopf. Kein Wunder, es sollte auch
einer hinein. Das reizte mich schon. Wie sich das wohl anfühlte?

„Ja, warum nicht?“

„Ich hatte es gehofft. Prima. Dann las uns das Spiel beginnen.“ Er fuhr
mit wesentlich strengerer Stimme fort, „Was hast du da nur wieder
angestellt?“

Ich musste kurz überlegen. Ach ja, warum nicht ein wenig bei den
Tatsachen bleiben? „Ich habe meine Stiefel dreckig gemacht.“ Verschämt
senkte ich den Blick.

„Und was hast du mir damit zugemutet?“

„Sie mussten sie sauber machen, Herr.“

„Und das ist eine Zumutung“, donnerte er. „Wie kannst du es nur wagen,
mich so etwas Ekliges machen zu lassen!“

„Ich habe einen schrecklichen Fehler gemacht.“

„Das hast du! Du bist ein böses Mädchen. Was bist du?“

„Ich bín ein böses Mädchen.“

„Lauter.“

„Ich bin ein böses Mädchen.“

„Noch lauter.“

Ich sagte, so laut es mir meine neue Stimme erlaubte, „Ich bin ein böses
Mädchen!“

„Genau. Und was bedeutet das?“

„Ich muss bestraft werden.“

„Richtig. Und was für eine Strafe soll das sein?“

„Ich überlasse Ihnen die geeignete Strafe.“

„Gut, ich werde etwas finden. Mal sehen. Lege dich dort auf die Bank,
Gesicht nach unten.“

Ich folgte dem Befehl. Dann fühlte ich, wie er meine Stiefel anhob.
„Böse Mädchen muss man erst einmal am Weglaufen hindern, damit sie der
Strafe nicht entkommen können.“

Etwas schob sich über meine Beine, wie ein großer Schlauch. Dann spürte
und hörte ich, wie eine Schnürung geschlossen wurde. Langsam begann der
Schlauch immer enger zu werden, bis beide Beine fest aneinander gepresst
wurden. Es war nicht unangenehm, aber ich konnte meine Beine nur noch in
den Knien anwinkeln, eine andere Bewegung ging nicht.

Es machte Klick, und er sagte, „Gut, setz dich auf.“

Das ging relativ leicht. Nun sah ich, dass aus meinem Rock statt zweien
nur noch ein breites Bein kam. Bis zu den Fußgelenken waren meine Beine
von einem Stoffschlauch eng umhüllt. Er war aus demselben Material wie
mein Kleid und hatte natürlich dieselbe Farbe. Statt weißer Strümpfe war
ich nun fast komplett neongelb bekleidet.

Weglaufen konnte ich so allerdings garantiert nicht. Mit nakten Füßen
vielleicht hüpfen, aber nicht in den Ballettstiefeln.

„Böse Mädchen dürfen auch nicht reden.“

Er entfernte mein Spitzenhäubchen. Ich hätte gerne gewusst, wie das
ging. Dann schob er mir das Teil über den Kopf, das ich vorhin gesehen
hatte. Es war in der Tat PVC und ich war dabei zu erleben, wie es ist,
wenn der ganze Kopf davon eingeschlossen wird.

Im Prinzip war es nicht anders als das weiße Halskorsett, nur das dieses
hier den ganzen Kopf umschloss. Es saß schon so ziemlich stramm,
jedenfalls die obere Hälfte des Kopfes. Vorne lief es spitz aus und
reichte gerade zwischen meine Brüste. Hinten ging es genauso weit
herunter, blieb aber gleich breit. Nun wurde ein Riemen knapp unter
meiner Brust um mich geschlungen, fest angezogen und mit einem Schloss
gesichert.

Ich konnte meinen Kopf nicht mehr bewegen, obwohl die Schnürung im
Nacken noch offen war. Es mussten Verstärkungen darin eingearbeitet
sein, ähnlich wie Korsettstäbe. Nun schloss sich die Schnürung.
Faltenlos glatt legte sich die Haube um meinen Kopf und Nacken. Alles
war fest umschlossen, aber nicht unangenehm stramm. Es gab nur Öffnungen
für die Nase. An den Augen war das PVC durchsichtig genug, das man ein
undeutliches Bild der Umgebung gewinnen konnte. Als sie sich an das
neongelbe Sehen gewöhnt hatten, wurde es besser. Es ist schon toll, wie
gut das Gehirn Farben ausfiltern kann – es war nicht anders als bei
einer farbigen Sonnenbrille. Aber wurde nicht richtig scharf, halt so,
als ob man durch eine Plastikfolie schaut. Was ja auch der Fall war.

Wenn ich gedacht hatte, das weiße Halskorsett würde den Kopf
bewegungsunfähig machen, dann hatte ich mich getäuscht. Dieses Teil tat
das viel perfekter. Der Kopf konnte nicht das kleinste Bisschen bewegt
werden, in keine Richtung. Es umschloss den Kopf so eng, dass ich den
Mund nicht öffnen konnte.

Ich war praktisch völlig ohne Kommunikation. Ich konnte nicht sprechen,
nicht nicken, und ein Augenblinzeln würde man nicht sehen. Es war schon
unglaublich, wie perfekt ein bisschen gelbe Plastikfolie das unterband.
Dabei war es nicht unangenehm. Vermutlich würde sich das nach einiger
Zeit ändern.

Nun hörte ich wieder das bekannte Klicken eines Schlosses im Nacken. Ich
tastete mir meinen Händen über den Kopf. Ich fühlte nur makellos glattes
Plastik. Es fühlte sich toll an, über das Gesicht zu streichen, und dann
über das Kinn den Hals entlang bis zu den Brüsten und immer nur dieses
glatte Gefühl zu haben. Im Nacken konnte ich das Schloss fühlen, das
verhinderte, dass jemand dieses Teil entfernte. Ich fühlte meinen Penis
sich versteifen, soweit das in dem Slip ging.

„Böse Mädchen dürfen ihre Hände nicht benutzen. Nimm die Arme nach
hinten.“

Ich fand, dass das Spiel weit genug gegangen war. Ich behielt die Arme
vorne. „Was, du willst nicht gehorchen? Dir werde ich helfen.“

Er betrachtete es anscheinend als Teil des Spiels. Sagen konnte ich
nichts, deshalb wollte ich eine Geste benutzen. Aber das ging nicht
mehr. Er hatte sich neben mich gesetzt und zog mich über seine Knie.
Dann zog er meinen Rock samt Petticoat nach oben, sodass sich alles um
meine Taille sammelte. Nun zog er mir den Slip aus.

Ich war so erstaunt darüber, und in welcher Geschwindigkeit es geschah,
das ich vergaß, mich zu wehren. Nicht dass ich viel machen könnte, mir
fehlte schon die nötige Menge Luft dafür. Die Beine waren nahezu
unbeweglich, der Torso bildete mit dem Kopf eine unbewegliche Einheit.
Nur die Arme konnte ich bewegen. Aber was nützte es mir über den Knien
liegend? Sollte ich ihm die Schnürsenkel aufziehen?

Zumal logische Gedanken nun ein Ende fanden, denn auf meinem Po machte
sich brennender Schmerz breit.

Was dann nach etlichen Schlägen passierte, ist mir bis heute nicht so
richtig klar. Ich war vorher sexuell stimuliert, das ist klar. Und nun
rieb mein Penis auf seiner Hose. Ohne zusätzliche Stimulation sollte das
eigentlich nichts machen. Und ich dachte wirklich nicht an sexuell
stimulierende Dinge, ich kämpfte nur mit dem Schmerz. Aber ich hatte
schon davon gehört, dass eine genau dosierte Menge Schmerz stimulierend
ist – der Sinn von BDSM.

Jedenfalls hatte ich plötzlich einen Orgasmus. Es wäre mir ja peinlich
gewesen, hätte ich irgendetwas dazu getan.

Nun merkte der Butler den nassen Fleck. Er stand auf und ich fiel dabei
zu Boden – wenigstens bremsten meine ausgestreckten Arme den Fall.

„Ihhh, was für eine Sauerei“, schimpfte er und ich hörte, dass er
richtig sauer war. So gut kannte ich ihn mittlerweile.

„Du bist wirklich ein böses Mädchen.“ Es klang anders als vorher. Nun
war richtige Wut dabei. Er nahm mich vom Boden und setzte mich auf die
Bank. Mein schmerzender Po protestierte, aber ich wagte nichts zu
machen, um nicht noch mehr Zorn hervor zu rufen.

„Nimm die Arme auf den Rücken.“

Ich gehorchte sekundenschnell. Nur nicht noch mehr Schläge.

Er zog etwas über meine ausgestreckten Arme bis zu den Puffärmeln. Nun
verengte es sich. Erst wurden meine Handflächen aneinander gepresst,
dann die Handgelenke, und dann ging es immer weiter Richtung Schulter.
Meine Schulterblätter wurden unangenehm nach hinten gezogen. Aber da war
auch Schluss. Meine Arme waren wie meine Beine aneinander gepresst.

Nun wurde ein Riemen um meine Taille geschlungen, angezogen und mit
einem Schloss gesichert. Meine Arme waren eng an den Rücken fixiert, ich
konnte sie nicht das kleinste bisschen bewegen.

Ich war so extrem gefesselt wie nie zuvor. Praktisch nichts konnte ich
bewegen. Und ich brauchte nicht auf andere Hilfe zu hoffen, selbst wenn
jemand in den Raum kommen könnte. Ohne die Schlüssel ging nichts ab.
Selbst mein Kleid und Korsett waren abgeschlossen, aber das war nun
völlig egal.

So hilflos, wie ich war, bekam ich es nun mit der Angst zu tun. Der
Butler war jähzornig, das war deutlich. Und momentan hatte er gerade
einen Wutanfall. Auch wenn er es selbst verschuldet hatte, aber das
würde er kaum hören wollen.

„So ein Mist“, schimpfte er. „Ich habe die Uniform gerade erst gekauft.
Richtig guter Stoff und sauteuer. Das gibt garantiert einen Fleck, der
nicht mehr herausgeht.“

Statt sich um den Fleck zu kümmern, kramte er in einer Schublade. Dann
legte er mich wieder über seine Knie und zog den zurückgerutschten Rock
wieder hoch. Dann spürte ich einen Druck an meinen Anus. Stück für Stück
wurde etwas hineingeschoben. Es tat weh, obwohl es sich schlüpfrig
anfühlte. Er schon einen Dildo in meinen Po, und ich konnte nichts
dagegen tun. Wenigstens hatte er Gleitcreme darauf getan.

Immer wieder ging es ein Stück hinein, bis sich mein Körper wehrte, und
dann wieder heraus. Schließlich flutsche es auf einmal ganz in mich. Ich
konnte es nicht glauben, ich hatte einen Dildo in mir. Noch nie war
etwas da gewesen. Ich fühlte mich unglaublich erniedrigt. Das Gefühl war
fast stärker als meine brennenden Pobacken.

„So, ich habe einen speziellen Sitz für dich, damit du nicht auf deinen
roten Backen sitzen musst.“ Seine Stimme troff vor Sarkasmus.

Er schob etwas in die Mitte des Raumes, was aussah wie ein senkrecht
stehender Stab, mit einem kleinen Querstab kurz vor dem oberen Ende.
Mühelos hob er mich auf und setzte mich auf den Stab. Der Dildo war
hohl. Nun Schob sich der Stab bis zum Anschlag hinein. Der Querstab war
nun zwischen meinen Pobacken. Nun justierte er die Höhe so, dass meine
Beine gerade eben den Boden erreichten. Ich saß teils auf dem Querstab,
teils auf dem Dildo und teilweise stand ich auf den Zehenspitzen.

„So, jetzt kannst du über deine Sünden nachdenken.“ Er wollte gehen,
aber drehte sich noch einmal um. „Ach ja, Türsicherheit abschalten.
Sonst hättest du ein richtig großes Problem gehabt.“

Das Licht ging aus und ich saß in völliger Dunkelheit auf einem Dildo.
Mal schmerzten die Füße, wenn ich mit allem Gewicht auf den Zehen stand.
Ich war schließlich keine trainierte Balletttänzerin. Dann verlagerte
sich das Gewicht auf den Dildo, bis der unangenehm schmerzte. Und dann
ging es von vorne los.

Ich fast ausschließlich damit beschäftigt, das Gewicht zu verlagern,
dass ich nur wenig Zeit hatte, über meine Situation nachzudenken. Ich
war praktisch bewegungsunfähig gefesselt und saß auf einem Dildo, von
dem ich nicht wegkam. Denn dazu hätte ich hoch gemusst, und das war
völlig unmöglich. Ich stand schon auf Zehenspitzen.

Nun begannen auch meine Schultern immer mehr zu schmerzen, durch die
nach hinten gezogenen Arme. Ich versuchte mich zu winden, aber ohne den
kleinsten Erfolg. Alles saß bombensicher.

Dann wurde es plötzlich wieder hell. Ich blinzelte. Der Butler kam
herein. Er roch nach Essen. Das gab mir eine ungefähre Zeitangabe. Ich
musste drei Stunden auf dem Dildo gewesen sein.

„Ich wollte dich ja eigentlich bis heute Nacht hier schmoren lassen“,
begann er. Ich hörte an seiner Stimme, dass sein Zorn verraucht war.
„Aber du hast Glück. Der Fleck ging raus. Aber Strafe muss sein.“

War das bis jetzt keine Strafe gewesen?

„Wenn du den Keuschheitsgürtel trägst, dann befreie ich dich jetzt.
Stöhne einmal für ja, zweimal für nein.“

Aha, daher wehte der Wind. Er sah nun die Chance, mir ihn anzulegen. Ich
hätte es ihm wahrscheinlich sowieso erlaubt, aber das wusste er nach
meiner Ablehnung nicht.

Schnell stöhnte ich einmal.

„Gut. Dazu muss ich dich ausziehen, denn auch das Korsett muss ab.“

Er hob mich von dem Stab. Ich seufzte erleichtert durch die Nase. Aber
immer noch war der Dildo in meinem Po. Dann entfernte er meine
Armfessel. Ich rieb die schmerzenden Schultern, soweit es die Kopfhaube
erlaubte.

Dann entfernte er die Umhüllung um meine Beine. Statt das Kopfteil zu
entfernen, sagte er, „Gehe auf dein Zimmer. Ich komme gleich.“

Ich stakste auftragsgemäß los. Entweder er wollte allein in dem Raum
sein, oder ich sollte mit niemandem reden, oder beides. Da ich nur
langsam vorankam, kam er kurz nach mir in mein Zimmer. Ich hatte kaum
Zeit meinen PVC umhüllten Kopf anzusehen, so gut das durch die Folie
ging. Mein Kopf sah aus wie nicht von dieser Welt. Ein glänzendes
neongelbes Oval saß auf meinen Schultern. Es sah bizarr, aber
ausgesprochen gut aus.

Doch nun entfernte der Butler die Schlösser und wenig später war mein
Kopf frei. Ich war verschwitzt und die Haare waren auch nass. Ich sah
nicht gerade gut aus. Wie ein nasser Hund.

Zehn Minuten später war ich nackt und ging sofort duschen. Dort zog ich
als erstes den Dildo heraus. Nun ging es mir wieder recht gut, mal von
dem immer noch feuerroten Pobacken abgesehen. Ich föhnte die Haare und
kehrte zu dem Butler zurück. Ich stand nackt vor ihm, es war unnötig,
etwas verbergen zu wollen.

„Du hast ja richtige Brüste bekommen. Nimmst du Hormone?“

Ich schüttelte den Kopf. Jetzt wollte ich das nicht diskutieren.

Er gab mir den metallenen Keuschheitsgürtel. „Unten ist eine Röhre, da
kommt dein Penis rein. Ich habe schon Gleitcreme daran getan.“

Ich fummelte den Penis in die Röhre. So erschlafft war das nicht ganz
einfach. Dann half er mir das Teil anzulegen. Kurz darauf hatte ich in
meinem Genitalbereich nur noch eine silbern glänzende Edelstahlplatte.
Zwei Bänder gingen V-förmig nach oben bis über meine Hüftknochen. Dort
war nun, etwas unter der schmalsten Stelle meiner Taille, ein Band rund
um meinen Körper. Hinten ging ein Band zwischen meinen Pobacken zu der
Stahlplatte. Damit war sie nicht mehr entfernbar – der Sinn eines
Keuschheitsgürtels. Mein Penis war in seiner Röhre zwischen den Beinen.
Ich konnte aber urinieren und auch bei meinem Anus war eine genügend
große Öffnung.

„Das ist feinster Stahl“, verkündete er, als er verschlossen war.
„Selbst ein Handwerker bekommt das nicht ab. Nicht, ohne größere
Verletzungen zu verursachen.“

„Wie lange soll ich ihn tragen?“

„Mal sehen. Ich denke, mindestens eine Woche. Wenn du wieder etwas
ausfrisst, dann länger. Aber ich bin noch nicht fertig. Ich habe
gesehen, du hast den Dildo schon entfernt. Gut, denn ich habe hier einen
anderen.“

Er zeigte mir einen kleineren aus silbernen Metall. Ich sagte nichts
Ablehnendes. Das Ding würde doch in meinen Po kommen, und Gegenwehr
würde ihm nur Spaß machen. Statt dessen fragte ich, „Kann ich ihn selber
einsetzen?“ Das würde sicher am Angenehmsten sein.

Er zuckte die Schultern und gab ihn mir. Die Gleitcreme lag noch bereit,
ich schmierte ihn ein. Nach dem anderen Dildo rutschte dieser recht
leicht hinein und rastete in den Keuschheitsgürtel ein.

„Wie kann ich jetzt auf die Toilette?“

„Ich werde ihn jeweils für deine Morgenhygiene entfernen.“

Nun zog er mir wieder das rote Korsett an. Die Metallbänder darunter
bereiteten kein Problem, da sie flach anlagen und kaum auftrugen. Unter
dem Korsett schaute nun die Metallplatte hervor. Völlig flach gab sie
keinen Hinweis darauf, dass da irgendwo ein Penis war. Das war ein
Positives daran, niemand konnt mich mehr als Mann entlarven.

Strümpfe und die roten Stiefeletten folgten. Dann kam wieder das rote
Oberteil. Ich sollte doch nicht etwa wieder den durchsichtigen Rock
tragen?

Doch. Für jeden sichtbar musste ich meinen roten Po präsentieren. „Wenn
dich jemand fragt, dann sagst du, dass du ein böses Mädchen warst,
klar?“

Ich nickte. „Gut. Dann schminke dich und komme nach unten. Es ist viel
Arbeit liegen geblieben.“

Als ob ich Schuld daran wäre. Ich hatte mich nicht gefesselt und auf
einen Dildo gesetzt.

Ich begegnete als erstes Tina. Auf ihre Frage, warum ich schon wieder
verhauen worden war, antwortete ich auftragsgemäß, „Weil ich ein böses
Mädchen war.“

Sie schaute mich nur mitleidsvoll an. Vielleicht hatte sie das auch
schon machen müssen.

Nicht viel später hatte ich jedem erzählt, was für ein böses Mädchen ich
war. Niemand sagte etwas darauf.

##

Am nächsten Morgen befreite mich der Butler von Korsett und Dildo. Ich
hatte wieder in dem Korsett geschlafen. Es war kein Problem, denn es
passte perfekt.

Nach Toilettenbesuch und kurzer Dusche stand ich vor dem Spiegel, nur in
dem Keuschheitsgürtel. Meine Taille war klein wie immer, aber nun feiner
gerundet. Auch meine Hüfte war einen Hauch runder geworden. Alles Essen
war wohl direkt dahin gegangen.

Ich grinste. Das dachten wohl alle Frauen.

Plötzlich wurde mir klar, dass ich mich gerade auch als Frau gesehen
hatte. Dauernd nur sexy Kleider anzuhaben schien Auswirkungen zu haben.
Nein, es war wohl eher, dass ich von allen als Frau behandelt wurde –
die meisten wussten es nicht besser.

Aber dazu kam noch etwas viel wichtigeres – mein Körper. Ich sah nicht
mehr aus wie ein Mann. Die Taille war zuerst nur klein, nun rundete sie
sich harmonisch. Der Po wurde immer runder. Ob das Verhauen mit seiner
starken Durchblutung danach das förderte?

Und dann waren da meine Brüste. Ich hatte nun sicherlich einen A-Cup.
Nach allem, was ich wusste, wuchsen Brüste nicht so schnell. Jedenfalls
bei einem normalen Teenager.

Aber bei mir wirkten Medikamente. Ich wusste nicht, was darin war.
Weibliche Hormone, das war klar. Aber davon gab es viele Verschiedene.
Gut, man konnte so einen Mix optimieren. Erklärte es das?

Nein. Es musste mehr sein. Mir kam ein Bericht von der
Wissenschaftsseite meiner Tageszeitung in den Sinn. Dort wurde davon
berichtet, dass man im Labor die Heilung von Knochenbrüchen extrem
beschleunigen konnte. Tage statt Wochen.

Es musste etwas in dieser Richtung sein. Was auch immer es war, es tat
seine Wirkung. Fett verteilte sich sehr wirkungsvoll neu an meinem
Körper. Im Prinzip das, was die Schwester gesagt hatte. Sie hatte zwar
nichts von wachsenden Brüsten erzählt, aber sonst gab es tatsächlich
keine Nebenwirkungen.

Ich fragte mich, was ich machen sollte, wenn das alles vorbei war. So,
wie ich mich gerade im Spiegel sah, konnte ich unmöglich als Mann leben.
Kein Stück Männerkleidung würde mir passen, egal welche
Konfektionsgröße.

Ok, die Brüste konnte man wegoperieren. Aber meine Taille? Man kann ja
nichts hinoperieren. Und konnte man einen runden femininen Po
wegoperieren? Ich hatte schon viel Schlechtes über solche heiklen
Schönheitsoperationen gehört. Nicht selten war das Ergebnis dabei
katastrophal. Das war etwas anders als eine einfache Fettabsaugung am
Bauch bei Frauen.

Ich musste mich wohl damit abfinden, dass sich mein Leben ändern würde.
Ein Leben als Frau schien mit diesem Aussehen sinnvoller. Lieber gut als
Frau aussehen als schlecht als Mann. Und ich sah gut aus, fand ich. Wenn
auch deutlich zu jung.

Dabei fiel mir ein, dass ich mein Büro sträflich vernachlässigt hatte.
Aber wie sollte ich auch? Telefonisch ging nicht, niemand würde mich
erkennen. Ich musste auf meine gefälschten Papiere warten und auf die
versprochenen Kleider. So konnte ich nicht auf die Straße, selbst wenn
ich meine normale schwarze Uniform anzog, was das Normalste war, was ich
hatte. Und dann war da das Spitzenhäubchen auf meinem Kopf, das der
Butler wieder dort platziert hatte und nur er wusste, wie man es
entfernte.

Nun kam der Butler wieder und riss mich au meinen Überlegungen. Er legte
mir wieder das rosa Korsett an, warum auch immer. Es wurde nicht mehr
benötigt, der Raum war geöffnet. Ich ließ es mir trotzdem kommentarlos
anlegen, machte sogar einen Knicks, und tat auch sonst sehr devot. Es
fiel mir immer leichter, da es immer mehr zu Gewohnheit wurde.

Der Grund war, dass ich diesen Keuschheitsgürtel so schnell wie möglich
loswerden wollte. Deswegen wollte ich mich so gut mit ihm stellen wie
nur irgend möglich.

Bald war ich wieder in der rosa Uniform. Wie immer verschloss er
Korsett, Schuhe und Kleid. Warum auch immer. Es war wohl sein Fetisch.
Und leider auch meiner, stellte ich wieder fest, als die Röhre im
Keuschheitsgürtel zu eng wurde.

Ich ging Frühstücken.

##

Der Tag verlief normal, bis Madame mich zu ihr rief. Ich klopfte an ihre
Tür und trat auf Aufforderung ein. Völlig automatisch kam der Knicks und
ebenso automatisch stand ich mit gesenktem Blick da, ein Bein leicht
angewinkelt, bis ich angesprochen wurde.

„Michelle, ich sehe, du hast dich gut in deine Rolle eingefunden. Ich
kann deine Arbeit hier nur positiv bewerten. Der Butler hat mir gesagt,
dass dir die Korsetts perfekt passen und du sie immer tragen solltest,
denn dein altes Korsett ist zu groß. Ist das richtig?“

„Ja, Madame.“

„Damit passen auch die alten Uniformen nicht mehr richtig. Er will sie
ersetzen lassen. Er ist der Meinung, dass rosa dir sehr gut steht. Ich
bin derselben Meinung. Ist das OK?“

„Ja, Madame.“

„Dann hat er mir berichtet, dass du kleine Brüste entwickelt hast.
Richtig?“

„Ja, Madame.“

„Der Grund?“

„Ich weiß es nicht genau, Madame. Ich vermute es steht in Zusammenhang
mit Medikamenten von der Fettabsaugung.“

„Diese Medikamente wirken immer noch?“

„Ich fürchte ja. Ich habe ein lang wirkendes Depot im Körper.“

„Deine Brüste werden also weiter wachsen?“

„Ja, Madame.“

„Nun, das ist gar nicht so schlecht. Um so besser kannst du deine Rolle
hier spielen. Deshalb denke ich, dass der Vorschlag nicht schlecht ist,
keine Prothesen mehr zu benutzen, denn das dürfte dann bald ein Problem
geben. Statt dessen einen Push-Up BH. Der kann leichter mit dem Wachstum
mithalten. Einverstanden?“

„Ja, Madame.“

„Gut, das wäre alles.“

Ein Knicks, und ich ging hinaus.

##

Am nächsten Morgen hatte sich der Inhalt meines Kleiderschrankes
deutlich geändert. Die alten Uniformen waren weg. Statt dessen mehrere
von der intensiv rosa Version. Entsprechende Korsetts und neu dazu
passende Push-Up BHs. Die Stiefeletten kannte ich schon, nun waren auch
noch Ballett Boots dazu gekommen. Die PVC-Uniform war durch eine in Rosa
ersetzt worden. Und ich sah eine PVC Kopfhaube, auch in rosa. Noch
einige andere Sachen waren da, die ich nicht identifizieren konnte. Aber
auch in rosa. Sogar mein Nachthemd war ersetzt durch ein rosa Baby Doll.

Ich war von der Menge rosa nicht angetan. Überhaupt nicht. Bald würde
jeder wissen, dass ich es war, wenn jemand in Rosa auftauchte. Und diese
Farbe war so schrecklich intensiv. Was war den Grund dafür?

Mir fiel dazu ein Spruch aus einem alten Film ein. Nur ein unsichtbarer
Spion ist ein guter Spion. Mit diesen Sachen war ich das genaue
Gegenteil: Extrem auffällig. Das konnte nur bedeuten, jemand wollte
Nachforschungen verhindern. Aber wer?

Der Butler kam mir in den Sinn. Er schloss mich jeden Tag in meine
Kleidung ein. Wenn das nun kein Fetisch war, sondern verhindern sollte,
dass ich mich unauffällig kleidete? Es verhinderte es auch, den über
diesen extrem üppigen Petticoat konnte man nicht einmal einen Mantel
tragen, ohne dass es auffiel. Und selbst wenn, leuchtete immer noch mein
strahlend weißes Spitzenhäubchen.

Ich war mir sicher, dass irgendjemand hier im Haus falsches Spiel trieb.
Der Butler war zu offensichtlich, als dass ich es wirklich glauben
wollte.

Nicht viel später saß ich in einer brandneuen Uniform beim Frühstück und
wartete darauf, dass jemand etwas zu meinen Brüsten sagen würde. Nun war
alles echt, durch den Push-Up BH so groß wie möglich geschoben. Der BH
kneifte ein wenig, aber das musste man wohl im Dienste der Schönheit
hinnehmen.

Meine Oberweite war nun trotzdem kleiner. Aber außer Tina schien niemand
etwas zu bemerken. Nach dem Frühstück zog sie mich in eine Ecke. „Trägst
du jetzt nur noch rosa? Und was ist mit deinen Brüsten, die sind die
kleiner?“

„Beidesmal ja.“

„Und wieso?“

„Das mit der rosa Uniform war der Butler. Er meint, die Farbe stünde mir
gut. Bist du auch der Meinung?“

„Nie und nimmer. Rosa passt überhaupt nicht zu dir. Und vor allem nicht
so grell. Aber was ist mit deinen Brüsten?“

„Das sind die Echten.“

„Du hast gemogelt?“

Ich nickte.

„Und der Butler hat es gemerkt?“

„Ja, als er mir das Korsett anlegte“, sagte ich wahrheitsgemäß.

„Ich verstehe. Sag mal, hast du jetzt auch eine rosa PVC Strafuniform?“

„Warum?“

„Weil bei mir im Schrank seit heute Morgen eine Weiße hängt.“

„Du meinst, das wäre meine?“

„Wieso nicht?“

„Könnte sie dir denn passen? Das Korsett ist sehr eng.“

„Keine Ahnung. Aber ich würde es gerne ausprobieren, kann es aber nicht
alleine.“

„Du willst freiwillig die Strafuniform anziehen?“

„Ich finde eigentlich nur schlimm, wenn er mir den Hintern versohlt, und
ich den durchsichtigen Rock anziehen muss, sodass jeder es sehen kann.“

„Ja das finde ich auch soooo demütigend.“

„Diese PVC-Uniform aber… Wie ist es, wenn man sie anhat?“

„Solange man nicht zu sehr schwitzt, ist es einfach geil. Du bist total
fest umhüllt. Überall, nicht nur um die Taille. Und du kannst es nicht
selbst ausziehen, weil überall diese kleinen Schlösser sind.“

„Geil! Das … aufpassen, der Butler!“

Aber es war zu spät, er hatte uns erwischt. „Wieder beim Schwätzen
erwischt“, stellte er fest. „Ich hatte mir schon gedacht, dass ihr euch
nicht beherrschen könnt, und gleich die Strafe eingesteckt.“

Er drückte mir einen Knebel in die Hand. In rosa. Tina bekam einen
weißen, den sie aus großen Augen anstarrte. Ich seufzte, steckte die
Birne in den Mund, schlang das Band um meinen Nacken und sicherte es mit
dem Schloss, das nun wieder vor meinem Mund baumelte. Grr, wieder
Gummigeschmack. Das Teil war neu.

Tina hatte ihr Teil immer noch in der Hand und starrte es an. Ich nahm
es ihr aus der Hand und sagte, „Mund auf.“ Sie ignorierte es. Ich griff
unter ihren Rock und zwickte sie in den Po. Erschreckt riss sie den Mund
auf. Ich schob den Knebel hinein und sicherte ihn mit dem Band.
Ungläubig tastete sie nach dem vor ihrem Mund hängenden Schloss.

„Gut“, meinte der Butler. „Vielleicht sollte man das zum Bestandteil der
Standard-Uniform machen.“

Arschloch, dachte ich mir. Es wird Zeit, das du geknebelt wirst. Ich war
es nun schon viel zu oft.

##

Nach dem Servieren des Abendessens bekamen wir die Knebel abgenommen und
konnten selber essen. Ich aß immer noch nicht sehr viel, trank aber viel
Wasser und andere Getränke, die für ausreichend Kalorien sorgten.

Danach gingen wir auf ihr Zimmer. Ich war zum ersten Mal da. Es war
genau wie meines.

Dann musste ich weiter von dem PVC-Kostüm erzählen. Als ich fertig war,
fragte ich sie, „Dich machen so Sachen an, nicht war?“

„Oh ja! Ich ging immer in diesen Klub. Das gibt es auch alle möglichen
Leute in Fetisch Kleidung. Und die Bedienungen sind in Gummi.“ Sie
kicherte.

„Du meinst, die haben Latex Kleider an?“

„Ja. Und manche haben auch Knebel und so etwas. Ich habe mich das nie
getraut. Heute habe ich zum ersten Mal einen Knebel angehabt.“

„Und wieso bist du in den Klub gegangen?“

„Weil ich all diese Sachen sooo toll finde. Und weil da Thomas
arbeitet.“ Sie strahlte mich an.

„Dein Freund?“

„Beinahe. Wir gehen nicht miteinander. Noch nicht. Aber wir sehen uns
öfters. Er hat mir den Job hier verschafft.“

„Und wie kam er ausgerechnet auf diese Stelle?“

„Er wusste, dass hier auch Leute solche Sachen anziehen. Das fand ich so
toll, dass ich das dann jeden Tag sehen kann.“

„Hast du den Vater von Madame gesehen?“

„Nein. Ich bin noch nicht so lange hier.“

„Hast du ein Bild von deinem Freund?“

„Ja.“ Sie wühlte in einer Tasche. „Hier ist es.“

Ich prägte mir den jungen Mann ein. Gesichter konnte ich mir
ausgezeichnet merken, ein Vorteil in meinem Beruf. Er war meine neue
Zielperson. Er wusste von der Fetischleidenschaft und hatte das Mädchen
hier eingeschleust. Ich fragte sie noch, wo dieser Klub war.

Nun holte sie das PVC-Korsett aus dem Schrank. „Ist das deines?“

Ich sah mir die Größe der Taille an. „Nein, das muss für dich passend
sein.“

Sie klatschte die Hände zusammen. „Klasse. Ich möchte es so gerne
anziehen.“

„Das geht nicht so einfach. Wir brauchen zum Beispiel die
Korsettmaschine, sonst ist es viel zu anstrengend. Aber warum frisst du
nicht einfach etwas aus? Dann musst du sie zur Strafe anziehen.“

„Aber das passiert nur, wenn man etwas Teueres zerschlägt oder so. Ich
fürchte, sie schmeißen mich dann raus. Ich bin noch in der Probezeit.
Und der Butler verhaut mich wieder, und jeder kann es sehen, und ich bin
nackt unter dem Rock. Nur die kleine Schürze und sonst nichts! Ich habe
das Gefühl, das jeder schon meine Muschi gesehen hat.“

„Ich verstehe.“ Auf eine nochmalige Züchtigung hatte ich wirklich auch
keine Lust. Zweimal war zweimal zu viel. Ich, ein erwachsener Mann von
27 Jahren, wurde verhaut wie ein kleines unartiges Kind! Und dann in
einem durchsichtigen Rock zur Schau gestellt. Über diese Demütigung war
ich noch nicht hinweg.

Sie sah, dass ich das mindestens so wenig mochte wie sie. „Und du Arme
musstest das schon zweimal erdulden.“ Sie strich über mein bestrumpftes
Bein. Es war sehr erotisch. Ich mochte zwar nicht ganz so aussehen, aber
ich war innerlich immer noch ein Mann. Dieser blöde Keuschheitsgürtel!
Aber nur deswegen konnte ich auf ihr Zimmer. Männer durften die Zimmer
der weiblichen Angestellten keinesfalls betreten. Aber solange ich den
Keuschheitsgürtel trug, galt ich als Frau. Wenn ich ihn wieder loswurde,
wäre Tinas Zimmer wieder verbotene Zone. Verkehrte Welt!

„Ja, dagegen war die Strafuniform vergleichsweise angenehm.“

„Ich wette! Ich kann es nicht erwarten sie anzuziehen.“

„Es dauert, bis du sie anhast. Dann willst du sie eine Zeitlang tragen,
und auch das Ausziehen dauert. Zusammen viel Zeit. Und dann bin ich nach
einem Tag in hohen Absätzen auch reichlich kaputt.“

Sie schaute enttäuscht. Aber dann hellte sich ihr Gesicht auf. „Ich habe
Sonntag meinen freien Tag. Da ginge es doch?“ fragte sie hoffnungsvoll.

An den Wochenenden war Madame fast immer weg, und auch der Butler war
wenig da. Ich hatte Samstags meinen freien Tag und Sonntag Bereitschaft,
bei Tina war es umgekehrt.

„Ja, warum nicht? Das könnte gehen, und wir haben keinerlei Zeitdruck“,
antwortete ich.

„Gut, dann ist es abgemacht. Ws hast du eigentlich mit dem Butler so
lange in dem abgesperrten Raum gemacht? Und dann kam er allein heraus
und schien richtig sauer zu sein.“

Oh. Was erzählte ich jetzt? Warum nicht ein Stück von der Wahrheit? „An
dem Tag hat mir der Butler gesagt, er steht auf Rollenspiele. Er fragte,
ob ich mitmachen wollte, als wir über eine PVC-Kopfmaske sprachen. Ich
wollte sie gerne ausprobieren.“

„Den ganzen Kopf in PVC? Das muss toll sein.“

„Ja, es ist schon ein ganz besonderes Erlebnis. Jedenfalls musste ich
böses Mädchen spielen und er strengen Herr.“

„Das macht ihm garantiert Spaß.“

„Er zog einen Schlauch um meine Beine und schnürte ihn eng. Es sah so
aus, als ob ich nur noch ein Bein hätte. Damit konnte ich nicht mehr
weglaufen.“

Ihre Augen wurden groß.

„Dann zog er mir die PVC-Haube auf. Das war nicht schlecht, aber das
Teil ist schon ziemlich extrem. Der Kopf wird völlig unbeweglich
fixiert.“

Nun musste ich diese Haube genau sc***dern.

„Dann wollte er mir eine Armfessel anlegen, aber ich wollte nicht. Dann
begann es schief zu laufen. Er versohlte mir den Hintern. Ich war durch
das Ganze sexuell erregt und merkwürdigerweise führte der Schmerz zu
einem Orgasmus. Ein paar Tropfen kamen auf seine Hose, da ich ja auf
seinen Knien lag. Das fand er überhaupt nicht gut.“

Durch die Erzählung gab ich mein wahres Geschlecht nicht Preis, denn
auch Frauen produzieren nicht wenig Flüssigkeit. Ein feuchtes Höschen
kommt öfters vor.

„Oh, das kann ich mir vorstellen. Er ist immer so penibel mit seinen
Sachen.“

„Jedenfalls fesselte er mir dann doch die Arme hinter dem Rücken. Auch
mit so einer Art Schlauch. Ich konnte nichts mehr bewegen, war völlig
hilflos.“

Nach ihrem Gesichtsausdruck schien sie das sehr zu faszinieren „Das
hätte ich gerne gesehen!“

„Was, nicht ausprobiert?“

„Ich glaube, ich traue mich das nicht.“

Ich fuhr mit meiner Erzählung fort. „Er war sehr wütend und schob mir
einen Dildo in den Po.“ Sie staunte und wusste anscheinend nicht, ob sie
fasziniert oder abgestoßen sein sollte.

„Der Dildo ist hohl. Damit setzte er mich auf eine Stange, die in den
Dildo ging. Ich konnte davon nicht weg.“

Sie versuchte sich das bildlich vorzustellen. Dann schüttelte sie den
Kopf.

„Nach einigen Stunden befreite er mich unter der Bedingung, dass ich
einen Keuschheitsgürtel tragen würde. So einen aus Stahl.“

„Uiiii. Hast du den immer noch an?“

Ich nickte.

„Kann ich ihn sehen?“

„Klar.“ Sie konnte meinen Penis nicht sehen, der war hinter viel Stahl.
Ich zog den Rock hoch. Die Metallplatte wurde sichtbar. Sie sah sie erst
an, dann betastete sie sie.

„Ganz schön massiv.“

Ich nickte. „Aber das ist nicht alles. Er schließt auch einen Dildo
ein.“

„Du hast jetzt einen Dildo im Po?“ Ihr Mund blieb offen.

Ich musste die Details noch mehrmals erzählen, bis es Zeit zum Schlafen
war. Den Zeitpunkt setzte der Butler, der die Schlösser an meinem Kleid
und Stiefeln öffnete. Wie immer schlief ich in dem Korsett, das Baby
Doll darüber.

##

Ich konnte nicht sofort einschlafen. Ich dachte an die rosa Uniformen.
Etwas hatte ich noch nicht bedacht. Ich hatte sie zum ersten Mal
getragen, um den gesperrten Raum zu öffnen. Das Überwachungssystem
erkannte die Form des Kleides. Die Farbe zu erkennen war erst recht kein
Problem. Damit war ich für ein elektronisches System fehlerfrei zu
identifizieren. Und auch in diesem Zusammenhang machte es Sinn, das ich
nichts selber ausziehen konnt.

Aber es gab eine Lücke. Mein Babydoll war zwar rosa, hatte aber keinen
Petticoat und viel locker um mich, meine Taille damit verdeckend. Nun
war ich über das flauschige rosa Fell am Saum angetan, das ich vorher
affig gefunden hatte. Aber es zog den zarten Stoff nach unten.

Im Dunkeln würde das Rosa kaum zu identifizieren sein. Und infrarot
Detektoren sahen keine Farben.

Barfuß machte ich mich auf den Weg. Flache Schuhe hatte ich leider
nicht. Ich war so an hohe Absätze gewohnt, dass ich es unangenehm
empfand, den Fuß flach aufzusetzen. Ich wusste, wohin das nach längerer
Zeit gehen würde: Meine Achillessehne würde sich verkürzen. Dann könnte
ich nicht mehr ohne hohe Absätze laufen. Aber das würde noch sehr lange
dauern.

Nach der Treppe funktionierten meine Füße besser. Es gab zwei Computer
im Haus, beim Butler und bei Madame. Der von Madame war sicherlich
besser gesichert, also ging ich in das Büro des Butlers. Alles blieb
still, als ich mich lautlos durch dunkle Flure dahin schlich. Aber ich
kannte das Haus nun genau.

Das Büro war unverschlossen. Warum auch nicht, es gab dort nur Dinge zur
Hausverwaltung, es war schlicht der Arbeitsraum für den Butler.

Ich wollte auch an gar keine Geheimnisse, die sowieso kaum hier zu
finden waren. Ich wollte an den Computer.

Es machte mir keinerlei Problem mich anzumelden. Wie öfters war
vergessen worden für den Administrator ein Passwort zu vergeben, nur der
Benutzer hatte eines. Momente später war ich im Internet.

Ich loggte mich auf meiner Bank ein und sah, dass Madame alle Rechnungen
prompt beglich. Sogar der Bonus war da und mein erstes Gehalt als
Dienstmädchen. Wenn Tina wüsste, was ich verdiente, würde sie ausrasten.

Ich hatte ein Konto im Ausland. Nicht um Steuern zu hinterziehen, dazu
hatte ich nie genug Geld gehabt. Aber mache Transaktionen sollten an dem
viel zu neugierigen Staat vorbei gehen.

Ich transferierte alles, was da war, in die Schweiz. Ein Dauerauftrag
würde auch alle zukünftigen Eingänge dorthin transportieren.

Ich wahr sehr froh, dass ich wohlweislich die Chipkarte abgelehnt hatte,
die das Online-Banking so viel sicherer machen sollte. Nur so konnte ich
das in meiner jetzigen Situation machen.

Dann schrieb ich mehrere Emails. Ich kündigte mein Büro und erteilte
Vollmacht, das eine gewisse Michelle die persönlichen Dinge ausgehändigt
bekommen konnte. Ich kündigte der Studentin.

Dann sah ich im Telefonbuch unter meiner alten Adresse nach. Es wohnte
jetzt jemand anderes dort. Mit der Räumung des Büros gab es mein altes
Leben nicht mehr.

Ich löschte alle Daten aus dem Browser und fuhr den Computer herunter.
Nicht viel später lag ich in meinem Bett. Nun schlief ich sofort ein.

##

Langsam nahm ich die rosa Uniform als völlig normal wahr. Und auch mit
dem weit abstehenden Rock warf ich garantiert nichts mehr um. Besucher
pflegten mich ausführlich anzustarren, aber mittlerweile fand ich das
nicht mehr schlimm. Des Öfteren schmeichelte es sogar meinem stärker
werdenden femininen Ego.

Tina und ich konnten es nicht lassen, ab und zu ein Schwätzen zu halten.
Aber wir wurden nicht erwischt. Alles begann zur Routine zu werden.

Es war nur schwer vorstellbar, wenn man mich nun sah, dass ich vor
weniger als zwei Monaten ein völlig normaler Mann gewesen war. Nun
präsentierte ich in meinem Dekolleté meine eigenen A-Cup Brüste, die
wegen des Push-Up BHs eine Nummer größer aussahen. Männer schienen mit
der Größe keine Probleme zu haben, wenn man die dorthin wandernden
Blicke sah.

Dann wurden Tina und ich zu Madame gerufen. Artig stellten wir uns
nebeneinander und machten synchron einen Knicks.

„Michelle hat mich um zivile Kleider gebeten. Da sie so nicht einkaufen
gehen will, möchte ich dich bitten, ihr ein paar passende Sachen zu
kaufen,“ sagte sie zu Tina. „Kannst du das in deiner Freizeit machen?
Als Bonus darfst du dir auch etwas kaufen.“

Shopping. Das Zauberwort. Tina war begeistert. „Ja, Madame.“

„Du kannst gehen.“

Dann wandte sie sich an mich. „Deine Papiere sind da. Ich fürchte, es
gibt nur ein kleines Problem. Oder auch nicht, eigentlich passt es gut.“

Sie gab mir einen Personalausweis. Er sah SEHR echt aus. Und ich war
Fachmann. Michelle war mein Name darauf, und das sollte ja auch so sein.
Mein Nachname war geblieben, als Wohnort war nun diese Villa angegeben.
Keine schlechte Adresse.

Dann sah ich das Problem. „Ich bin ja nur siebzehn!“

„Als du den Antrag unterschrieben hattest, ist anscheinend ein Fleck auf
eine ungünstige Stelle gekommen. Dein Geburtstagsdatum wurde dadurch an
einer Stelle unleserlich. Ich nehme an, dass wegen des Fotos diese eine
Ziffer um eins erniedrigt weiterverarbeitet wurde. Das macht genau zehn
Jahre weniger.“

„Äh – Antrag?“ Ich erinnerte mich an das Formular, das ich in dem PVC-
Outfit unterschrieben hatte, ohne es zu lesen.

„Ja, der Antrag auf Namensänderung? Ich mache doch keine i*****len
Sachen!“ sagte sie entrüstet.

„Das heißt, der Ausweis ist echt?“

„Aber sicher. Ich habe auch einen Führerschein.“

Ich nahm ihn in die Hand. „Aber der ist nur zur Probe. Ich darf nur in
Begleitung eines Erwachsenen fahren, steht da.“ Wie das klang. Ich war
selbst ein Erwachsener, verdammt noch einmal. Mir war gerade meine
Volljährigkeit gestohlen worden. Und mein Geschlecht, denn im Ausweis
stand weiblich.

„Das geht mit siebzehn nun einmal nicht anders. In ein paar Monaten
bekommst du den richtigen. Die Kosten werden dir vom nächsten Gehalt
abgezogen.“

„Äh, apropos Gehalt. So kann ich nicht zu meiner Bank gehen, niemand
wird mich erkennen. Selbst Telefonbanking geht nicht. Kann ich einen
Vorschuss haben? Ich habe eine Spur und muss Ermittlungen machen.“

„Ach ja? Gut. Ich sehe, was ich hier habe.“ Sie ging zu einem kleinen
Wandsafe. „Reichen tausend Euro?“

„Ja, Madame“, kam automatisch, obwohl ich hier eigentlich als Detektiv
stand.

„Noch etwas?“

„Ja. Können Sie den Butler anweisen, mir für Recherchen außer Haus das
Spitzenhäubchen abzunehmen? Ich kann es selbst nicht entfernen.“

„Ich werde ihn informieren. Du kannst gehen.“

Geld und Papiere fest umklammert ging ich hinaus. Draußen wurde mir die
Tragweite erst richtig klar. Ich war amtlich ein siebzehnjähriger
weiblicher Teenager. Nicht mehr volljährig. Ohne Detektiv-Lizenz. Ohne
Wohnung und Büro. Aber mit einem Dienstmädchenvertrag, der mich den
ganzen Tag in eine bizarre rosa Uniform zwang.

Ich stützte mich an die Wand. Dann wurden mir die Knie schwach und ich
ließ mich zu Boden rutschen.

##

Ich hatte nicht lange da gesessen, ich wollte mir keine Blöße geben.
Wenn Madame mich so sah… Immerhin hatte ich einen laufenden Detektiv-
Vertrag mit ihr. So stürzte ich mich in die Arbeit, um mich abzulenken.
Tina sah mich erstaunt an, da ich sonst nicht so arbeitswütig war.

Den Abend verbrachte ich bei Tina, um erneut über Fetischkleidung zu
reden. Aber dann kam das Gespräch auf ihren Freund. Schließlich musste
ich auch über Jungs erzählen. Natürlich musste ich mir alles ausdenken.
Ich versuchte überzeugend zu sein, mich daran zu erinnern, wie ich
Gespräche von Mädchen mitgehört hatte.

Dann sagte sie, „Ich habe übrigens schon etwas für dich gekauft.“ Ich
kam nicht sofort darauf, dass das nicht sein konnte, denn sie war nicht
weg gewesen. „Hier“, sagte sie und gab mir eine edle Boutique Tüte.

Erwartungsvoll griff ich hinein. Nacheinander holte ich einen sehr
kurzen Faltenrock, ein kurzes Top, dass viel Bauch zeigen würde, und
zwei lange weiße Strümpfe heraus.

Ich starrte die Sachen verwundert an. Das konnte sie doch nicht ernst
meinen?

„Das Gesicht war es wert“, rief sie fröhlich. „Da habe ich dich ja gut
reingelegt!“

„Du Biest!“ rief ich freundschaftlich und stupste sie in die
korsettierte Taille.

„Aber einmal musst du es anziehen. Nachher, wenn du dich ausziehen
kannst?“

Auch sie hatte ihre Uniform noch an. Etwas anderes durften wir ja nicht
im Haus tragen, außer zum Schlafen. Und ich konnte es nicht einmal
ausziehen.

„Oh ja!“ sagte ich. Woher dieser Enthusiasmus kam? Keine Ahnung.

„Wieso hast du so etwas?“

„Ach, ich hatte es mir mal für Fasching gekauft. Irgendwie muss es in
den Koffer gekommen sein, ich bin nicht so ordentlich beim Packen. Du
kannst es behalten, wenn du willst. Ich werde es wohl nicht wieder
anziehen.“

Später ging ich dann in mein Zimmer und stellte mich vor den Spiegel,
während ich auf den Butler wartete.

Ich betrachtete mich. Das war ich also. Ein siebzehnjähriges Mädchen mit
einer klasse Figur und einer Oberweite, die vielversprechend war, da
noch im Wachstum. Nichts störte das Bild, kein noch so kleines Detail
zeigte, dass da kein Mädchen stand.

Ich nahm den Ausweis. Das Bild war fast identisch zu dem, was ich im
Spiegel sah. Und darauf stand ein Geburtsdatum, das erst siebzehn Jahre
zurücklag. Und „weiblich“.

Das war ich jetzt. Nicht nur in diesem Ausweis, sondern auch bei der
Meldebehörde. Mein altes männliches ich war vollständig getilgt, nichts
war übrig geblieben, außer einer Erinnerung.

Ich hatte das gestern nicht wissen können, als ich Vorsorge getroffen
hatte. Ich hoffte nur, dass es nicht zu spät gewesen war. Ich musste
heute überprüfen, ob die Transaktion geklappt hatte. Es würde wieder
eine Nacht mit wenig Schlaf werden. Aber heute war Freitag. Das
Wochenende würde ruhiger sein.

Nun kam der Butler, öffnete schnell die Schlösser und war wieder weg,
ohne mir zu helfen. Vermutlich ging ihm dieser Gang mittlerweile auch
auf den Keks, wo die erste Faszination weg war, einen Mann in extrem
feminine Kleidung einzuschließen.

Ich zog mich bis auf BH und Korsett aus. Das Schloss daran war
eigentlich völlig überflüssig, ich konnte die Schnürung sowieso nicht
öffnen.

Dann zog ich die Sachen von Tina an. Erst den Rock. Er war nicht größer
als eine Shorts und saß tief auf der Hüfte. Das Top war zum Binden unter
der Brust und ließ viel Bauch sehen – jetzt ein rosa Korsett. Nun, meine
Taille war perfekt geeignet, um so zur Schau gestellt zu werden.

Dann die weißen Strümpfe. Sie reichten bis gerade über die Knie. Schuhe
– hatte ich noch die von der schwarzen Uniform? Ja, und das Mary Janes
Styling mit dem hohen Absatz passte perfekt dazu.

Im Spiegel sah ich ein höchst sexy Schulmädchen. Ich konnte es kaum
erwarten, das ohne Korsett zu sehen.

Ich ging zu Tina. „Du siehst klasse aus! Echt toll! So sexy war es bei
mir nicht.“

Wir redeten noch ein paar Minuten, dann ging ich zurück auf mein Zimmer.
Ich zog die Schuhe aus, dann ging es zum Büro. Ich war froh, endlich
einmal wieder Sachen anzuhaben, die nicht rosa waren.

Ich kam problemlos im Büro an und meldete mich am Computer an. Ich hatte
diesmal Zeit gehabt darüber nachzudenken, was ich machen wollte. Zuerst
legte ich einen weiteren Benutzer mit Administratorrechten an, damit ich
den Computer auch benutzen konnte, wenn der jetzige Zugang gesperrt
werden sollte.

Nach einigen weiteren Absicherungen rief ich mein Online-Banking auf.
Ja, alles war ausgeführt worden. Dann beantragte ich bei einer anderen
Bank ein Konto. Die Unterlagen druckte ich aus, unterschrieb sie mit
meinem neuen Namen und steckte sie in einen Umschlag. In einem Büro ist
dankenswerterweise alles Nötige da. Dann steckte ich es zur ausgehenden
Post. Da war so viel, dass das niemand bemerken würde, zumal es genau
wie alle anderen Sendungen aussah.

Zuletzt kaufte ich online ein Handy. Meines war damals samt meinem
Portemonnaie und der Uhr verschwunden. Ich trug nie eine wertvolle Uhr,
zu schnell konnte sie bei meiner Arbeit Schaden nehmen. Die Kreditkarten
und Ausweis in meinem Portemonnaie waren jetzt wertlos, und das bisschen
Bargeld egal. Nur das Handy war ärgerlich, es war ein teueres Modell mit
allerlei nützlichen Features gewesen.

Nun, mein neues Handy war passender für mich. Ich weiß nicht, welcher
Teufel mich geritten hatte oder ob meine Kleidung mich irgendwie
beeinflusste: Es war rosa, mit Strasssteinen. Auf meinem Konto war noch
eine kleine Menge Geld übrig, die gerade dafür reichte.

Dann machte ich eine kurze Recherche zum Thema Hormone. Ich wollte
wissen, was mich erwartete. Als Letztes druckte ich mir eine
Konfektions-Maßtabelle aus.

Schließlich tilgte ich alle Spuren und ging auf mein Zimmer. Niemand
hatte etwas bemerkt.

##

Samstag. Keine Arbeit heute, aber Bereitschaft. Der Butler war vom
Wochentag unbeeindruckt und kam wie immer um halb sechs. Ich verfluchte
ihn innerlich, begrüßte ihn aber mit einem Lächeln und dem
unvermeidlichen Knicks.

Ich machte das mit dem Knicksen noch nicht so lange, aber es würde
schwer werden, damit aufzuhören. Zu automatisch geschah es, und auch
gerade eben hatte ich es völlig unbewusst gemacht.

„Ich brauchte heute etwas länger“, sagte ich ihm.

„Gut, das passt mir. Ich komme um acht wieder.“

Ich nahm eine richtig schön lange Dusche. Dabei reinigte ich auch den
Keuschheitsgürtel gründlich. Ich hatte einen Trick gefunden, um das zu
bewerkstelligen: Ich schraubte den Duschkopf ab und lenkte den Strahl
unter das Metall. Heute besonders gut, ich hatte keine Lust auf
Infektionen oder so etwas.

Frisch rasiert cremte ich mich ein. Meine Haut war wunderbar weich
geworden und ein wenig bleicher. Nun wusste ich, dass das von einer
neuen dünnen Fettschicht kam, die durch die weiblichen Hormone gebildet
wurde.

Meine Brüste waren wieder einen Hauch größer. Nicht direkt sichtbar,
aber ich maß sie mittlerweile jeden Morgen. Zwei Taschenbücher waren
mein Messmittel. Eines auf der Seite auf die Rippen gelegt, und das
andere so angelegt, dass sich ein L bildete. Nun schob ich es bis gerade
an meine Brust und machte einen Strich am Buch. Jeden Tag war der Strich
ein Stück weiter, auch heute war es wieder ein Millimeter. Sie wuchs,
obwohl man das so kaum bemerkte.

Heute hatte ich endlich auch ein Maßband. Es hatte mich einige Zeit
gekostet, eines im Haus zu finden. Ich maß über der Brust und direkt
darunter. Dann sah ich in der Tabelle nach. Ich hatte einen vollen A-
Cup, wie ich es schon vermutet hatte. Sogar ein bischen mehr, sozusagen
A+.

Ich hatte am Computer herauszubekommen versucht, wie groß sie werden
würden. Aber das war anscheinend nicht vorherzusagen. Es hing etwas von
der Art der Hormone ab – Östrogene, Gestagene und wie sie alle hießen –
aber vor allem, welche Gene man geerbt hatte.

Ich hatte einen ziemlich potenten Hormonmix in mir, was alleine schon
die ungewöhnliche Wachstumsgeschwindigkeit zeigte. Ich war auf bestem
Weg zu einem B-Cup, sodass es dabei wohl nicht bleiben würde. Also
schätzungsweise ein C-Cup. So groß, wie meine Prothesen gewesen waren.
Das war nicht gerade klein.

Nun maß ich meine Taille ohne Korsett. Das Korsett hatte 40cm, das war
klar. Ich war gespannt, wie es ohne war.

48cm. Das war verdammt wenig. Wieviel Kraft hatte ich noch? Mit dem
Korsett mussten meine Rumpfmuskeln kaum noch arbeiten und würden sich
langsam abbauen. Letztendlich würde das irgendwann dazu führen, dass ich
ohne Korsett nicht mehr leben konnte.

Beim Duschen hatte ich keine Probleme. Ich ging zum Bett und versuchte
Sit-Ups. Oh, da zeigten sich schon Probleme. Eisern machte ich noch ein
paar, um wenigstens zu etwas Training zu kommen. Dann noch Rumpfbeugen
und was mir sonst so einfiel. Ich kam schnell ins Schwitzen. Das war
aber auch eine Nebenwirkung der Hormone, wusste ich seit gestern.

Jedenfalls war von meiner früheren Kraft nichts mehr übrig. Ich musste
unbedingt trainieren. Mir war klar, dass ich nie wieder so stark wie
früher werden würde. Aber ich musste wenigstens fit sein, und so stark
wie ein gesundes Mädchen. Vielleicht auch ein bisschen stärker. Mädchen
prügelten sich sowieso nicht.

Nach dem Wochenende musste ich mit Madame reden. Um das Korsett tagsüber
kam ich wohl nicht herum. Aber nachts und vielleicht auch abends, wenn
ich keine Bereitschaft hatte, wollte ich ohne eines sein.

Ich nahm noch einmal Maß um meine Taille, wo alle Muskeln jetzt
gearbeitet hatten. 51cm. Ich würde wohl nie wieder wenigstens auf für
Mädchen schöne 60cm kommen, selbst nach längerer Zeit ohne Korsett.

Aber ich hatte nur bekommen, was ich bestellt hatte. Eine schmale
Taille, und der Arzt hatte seinen Job verstanden. Das Ergebnis war nur
perfekt zu nennen.

Nun nahm ich auch noch meine anderen Maße. Tina wollte ja heute
einkaufen. Mit der Konfektionstabelle konnte ich wenig anfangen, meine
Maße tauchten da nicht auf.

Ich sah auf die Uhr. Kurz vor acht. Keine Zeit mehr für eine weitere
Dusche. Ich wusch nur kurz mein Gesicht und machte dann mein Makeup.
Heute brauchte es nicht so normal wie sonst sein, ich konnte
experimentieren. Die „Smoky Eyes“ hatten mir sehr gut gefallen. Ich
probierte es, mit recht passablem Ergebnis. Tina war besser. Aber sie
hatte auch viel mehr Übung, war damit aufgewachsen. Ihre Version war
etwas eleganter gewesen, meine dramatischer.

Der Butler warf mir einen kurzen interessierten Blick zu und legte mir
dann kommentarlos das Korsett um. Die Übung machte alles viel schneller,
bald sah ich aus wie immer.

„Gut, das es so schnell ging. Ich muss gleich weg und bin den ganzen Tag
nicht da. Du bist verantwortlich für das Haus, da du Bereitschaft hast.
Bei Problemen wende dich an die Köchin.“ Wieder verschwand er auf seine
merkwürdige Art.

Da fiel mir etwas ein. Was machte eigentlich diese andere Frau? Ich
bekam sie kaum zu Gesicht, nur wenn ich das Essen servierte. Sie war
momentan die große Unbekannte. Immer war sie mit einem langen Rock und
weißer hochgeschlossener Bluse konservativ streng gekleidet. Ein
bisschen lack oder Leder, und sie gäbe die perfekte Domina. Warum hatte
ich da noch nicht daran gedacht? Vielleicht konnte ich heute etwas in
Erfahrung bringen.

Ich ging zu Tina, die gerade erst aufgestanden war. „Schon wach?“ meinte
sie schlaftrunken.

„Zieh dich an, ich mache Frühstück.“

„Gut, ich bin in fünf Minuten da.“

Es wurden zehn, aber damit hatte ich gerechnet. Als ich sie sah, war ich
neidisch. Normale Kleidung. Eine Jeans und ein schönes Shirt. Die Jeans
war ziemlich eng und sah toll aus, zeigte ihren schönen Po und Beine.

Nach dem Frühstück fragte ich, „Gehst du heute für mich einkaufen?“

„Klar, wenn du mitkommst.“

Ich schaute sie nur strafend an. Sie zog mich wieder auf. Das wäre schon
etwas, wenn ich so in ein Kaufhaus ginge. Vielleicht auch nicht, und ich
würde nur als Bedienung gesehen.

„Ich habe Bereitschaft.“ Eigentlich konnte ich das Umgehen, denn meine
Arbeit als Dienstmädchen war auf die Zeit terminiert, in denen ich keine
Nachforschungen machte. Nur hatte es leider bis jetzt nichts zum
Nachforschen gegeben. Ich war froh morgen aus dem Haus zu kommen.
Endlich normale Kleider und keine Bestrafungen. Das war das, was mich am
Meisten störte. Nur ein paar Worte, und man hatte einen Knebel. Aber am
Schlimmsten war das Verhauen und die öffentliche Zurschaustellung
danach.

Dabei merkte ich überhaupt nicht, wie viel kleine und große Demütigungen
ich einfach hinnahm. Angefangen davon geduzt zu werden, während man
selbst das nicht durfte, bis zu einer Halskette, die man auch in der
Freizeit nicht abnehmen konnte. Die Kleidung, die einem als ganz unten
in der sozialen Hierarchie markierte – selbst ein einfacher Hilfs-
Bauarbeiter hatte einen besseren Status. Und vieles mehr, wie etwa das
Verhalten. Die Knickse. Der gesenkte Blick. Ich hatte viele Dinge, die
für mich einmal wichtig gewesen waren, über Bord geworfen. Ich war
ziemlich devot geworden, ohne es in dieser Deutlichkeit zu merken.

„Erde an Michelle. Was ist los? Ich habe es nur im Spaß gemeint.
Natürlich gehe ich einkaufen.“

„Ach, ich war in Gedanken.“

„Der Butler ist weg?“

„Ja, kommt erst spät wieder.“

„Prima, sturmfreie Bude. Ich kann das PVC-Kostüm probieren!“

Das hatte ich beinahe vergessen. „OK. Gehen wir auf mein Zimmer, dort
ist die Maschine.“

Als ich meinen Kleiderschrank öffnete, sah sie die ganzen rosa Sachen.
Aber sie interessierte nur die PVC Uniform.

„Du, wir können uns beide so anziehen.“

„Geht nicht, ich bekomme meine Schlosser nicht auf.“

„Welche Schlösser?“

Ich sah an meine Schuhe: Nichts. Ich fühlte im Nacken nach dem Kleid:
Auch nichts. „Er muss sie vergessen haben, weil er in Eile war.“

„Ist doch toll. Ich stelle mir das toll vor, wenn wir beide so angezogen
sind.“

Ich mir ehrlich gesagt auch. Ich war sehr empfänglich für die Reize
extremer Fetischkleidung geworden.

„Gut“, stimmte ich zu. „Dann hole du deine Sachen hierher.“

„Warum ich?“

„Du hast flache Schuhe an und ich brauchte länger zum Ausziehen.“

„OK. Dann fang schon an.“

Als sie mit vollen Händen zurückkam, hatte ich gerade erst Schuhe und
Stümpfe aus. Diese langen Schnürungen dauern, und auch Strapse zu öffnen
ist nicht so einfach mit langen Nägeln.

Kurz darauf stand ich nur noch im Keuschheitsgürtel da. Tina hatte keine
Probleme damit sich völlig nackt auszuziehen – es waren ja nur Mädchen
da. Ich musste aufpassen, keinen zu intensiven Blick zu riskieren. Ich
hatte immer noch ein männliches Gehirn. Und der Anblick war auch
wirklich nicht schlecht, sie hatte einen schönen Körper.

„Gibt es keine Unterwäsche?“

„Nein, aber das Korsett ist sehr lang.“

Sie wollte es anlegen. „Nein, Zuerst die Schuhe. Mit dem Korsett kann
man sich nicht mehr bücken.“

Jetzt schaute sie sich die Schuhe genauer an. „Oh, wie sehen die denn
aus?“

Ein Blick sagte mir, dass es Ballettstiefel waren. Anscheinend war die
Uniform nicht genauso wie die, die ich angehabt hatte. „Ballettstiefel.
Die Zehen gehen senkrecht nach unten. Das ist eigentlich bequemer als
die, die ich anhatte.“

Ihre Augen waren groß. „Kann man darin überhaupt laufen?“

„Laufen geht ganz gut, nur stillstehen ist nicht einfach.“

„Toll, das muss ich unbedingt ausprobieren.“

Deshalb waren wir doch hier oder, dachte ich verwirrt.

Sie zog sich die Stiefel an, während ich mein Kostüm herausholte. Auch
meine Stiefel waren Ballettstiefel, in dem unvermeidlichen Rosa. Das
Korsett würde meine Taille wieder auf 35cm bringen, darauf freute ich
mich nicht unbedingt. Die Handschuhe sahen außer der Farbe genauso aus,
und auch das Kleid. Die Kopfhaube war so wie die, die mir der Butler
angezogen hatte. Oh, und es gab Arm- und Beinbinder, wie er sie mir auch
abgelegt hatte. Darauf konnte ich gerne verzichten.

Wir schnürten uns gegenseitig in die Stiefel. Dann merkten wir, dass wir
in den steifen Beinen nicht aufstehen konnten. Sie schob und drückte,
bis ich stand. Dann hielt ich mich mit der einen Hand fest und zog sie
mit der Anderen hoch. Ich war es schon gewohnt auf den Zehenspitzen zu
stehen, aber mit diesen war es noch schwieriger, weil die Knie praktisch
unbeweglich waren.

Tina versuchte unsicher ein paar Schritte. Sie stakste an der Wand
entlang und kicherte. Ihre hauteng weiß umschlossenen Beine sahen
erotisch aus. Um so mehr, als das sie sonst nichts anhatte.

Schließlich sah sie sich an, wie ich kaum besser gehen konnte. Sie
strich mit der Hand um mein rosa Bein. Ich konnte durch das PVC hindurch
die Berührung fühlen. Es sandte einen Schauer durch mich. Bei mir war
aber oben das Band noch offen, das zum Abschließen diente. Sie hatte
ihres festgebunden, aber das war mir entgangen. Sie legte das Band am
oberen Ende eng um die Stiefel und dann klickte das Schloss. Ich spürte
es sofort in meinem Penis. Noch ein Klick, und auch der zweite Schuh war
gesichert.

Ich war so an die Schlösser gewöhnt, dass ich mir keine Gedanken darum
machte. Hätte ich aber besser. Denn wir hatten keine Schlüssel, und der
Butler war weg. Ich würde die Stiefel sehr lange tragen müssen.

Aber statt an ausziehen dachten wir beide an das Gegenteil. Wir legten
uns die Korsetts an und zogen die Schnürung locker zu. Ich holte die
Korsettmaschine, die ich auf dem Tisch bereitgelegt hatte, und hängte
ihr sie um. Nun machten die Piktogramme Sinn. Ich fädelte die Schnur ein
und drückte den Schalter. Die Maschine sog die Schnur in sich auf.

„Das wird eng werden“, sagte ich.

„Ich weiß, ich trage jeden Tag ein Korsett.“

„Dieses ist viel enger.“

Das merkte sie nun selber. In ihrem Gesicht konnte man ablesen, wie der
Druck zunahm. Sie atmete in schnellen, flachen Zügen. Die Maschine
klackte, wie ich das kannte, und schaltete sich selbst ab. Ich nahm sie
herunter.

Wo war eigentlich die ganze Schnur geblieben? Ich schaute mir ihren
Rücken an. Eine ganz gleichmäßige Schnürung ging darüber. Die Enden
waren abgeschnitten und mit einer Klammer verbunden.

Das bedeutete, dass jedes Mal ein Stück Schnur verloren ging. Im
Vergleich zu dem, was aufgewickelt war, war das eher wenig, wie ich
merkte, als ich die Kordel aus der Maschine holte. Ich brauchte Platz
für meine.

Ich erklärte ihr die Bedienung. Dann zog sich mein Korsett um mich
zusammen und es wurde eng, sehr eng. Mir ging es nicht anders als Tina.
Aber meines hatte einen geringeren Umfang.

Bald japste ich auch nach Luft. Dann kam die Maschine ab. Der größte
Teil unserer Körper war in PVC gehüllt. Das Korsett ging ein Stück über
die Stiefel. Es blieb gerade genug Bewegungsmöglichkeit, um etwas zu
staksen. Aber gerade das erregte mich. Tina auch, wie ich an ihrem
Gesicht ablesen konnte. Nun kam sie aber an ihre Muschi nicht mehr
heran.

Sie strich langsam mit ihrer Hand über ihre kleine Taille. Es schien ihr
sehr zu gefallen, was sie sah. Sie hatte etwas von einem Android, mit
ihrer makellos glatten Oberfläche.

„Wir sollten schnell weiter machen. Sonst sind wir zu erschöpft.“ Jede
Aktion wollte mit der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit gut überlegt
sein.

Sie nickte. „Was als Nächstes?“

„Die Haube, denn sie muss geschnürt werden, das geht mit den Handschuhen
nicht. Dann die Handschuhe und darüber das Kleid. Das muss auch geschürt
werden, aber es geht ganz einfach. Nichts muss mehr zusammengezogen
werden und die Ösen sind sehr groß.“

Wir zogen uns die Hauben über den Kopf – und gleich wieder ab.
Irgendetwas war im Weg. Etwas ragte nach innen, wo der Mund hinkam.

„Oh, ein Knebel“, sagte Tina. „Und nicht gerade klein. Und was sollen
die zwei Röhrchen?“

„Die sind wohl für die Nase, um sicherzustellen, dass man immer genug
Luft bekommt. Sollen wir die Haube weglassen?“

„Nein! Das erhöht den Reiz.“

Und nur dafür konnte es gut sein, denn auch ohne den Knebel konnte man
genauso wenig sprechen, denn der Kiefer konnte nicht nach unten bewegt
werden. Aber das wenige an Geräusch, das man machen konnte, wurde
praktisch vollständig eleminiert, denn die Zunge konnte nicht mehr
bewegt werden.

Diesmal zog ich die Haube mit offenem Mund über. Ein großer Gegenstand
aus weichem, gelartigem Kunststoff füllte ihn kurz danach völlig aus,
gleichzeitig schoben sich die Röhrchen ziemlich weit in die Nase. Das
war einen Moment unangenehm, aber in der elektrisierenden Stimmung nahm
ich es kaum wahr. Wenigstens schmeckte der Knebel nicht nach Gummi, das
Plastik war völlig geschmacklos. Aber dafür deutlich länger nach hinten,
gerade kurz genug, um keinen Würgereiz auszulösen. Der Mund war zum
Bersten gefüllt, mehr Knebel ging nicht. Mein Penis registrierte es
positiv.

Ich spürte, wie etwas oben auf meinen Kopf drückte. Oh, das
Spitzenhäubchen! Es würde später wohl nicht mehr gut aussehen.
Ich schloss den Riemen um ihre Brust, sie tat bei mir dasselbe. Nun
wurde es schwieriger. Der Kopf konnte nicht mehr bewegt werden und die
Sicht war behindert.

Ich versuchte die Schnürung in meinem Nacken zu schließen, als ich sah,
dass Tina sie sich zuzog. Aber während sie geschickt genug war, gab ich
schnell auf. Sie machte es auch bei mir. Oha, diese Haube war deutlich
enger als die andere. Das PVC presste sich an meinen Mund und schloss
ihn Luftdicht ab. In der anderen Haube hatte ich noch durch die
geöffneten Lippen etwas Luft durch die Nasenlöcher bekommen. Ich stellte
fest, dass es noch eine Steigerung zu bewegungslos gab: völlig
bewegungslos. Wieder hörte ich das leiste Klick, das so unglaublich
stimulierend war. Ob ich in dem Keuschheitsgürtel einen Orgasmus
bekommen konnte?

Nun zogen wir uns die Handschuhe an und schnürten sie uns gegenseitig.
Abgesehen von einem winzigen Stück Schulter war alles von PVC bedeckt.
Das änderte sich, als das Kleid darüber kam. Wir schlossen uns
gegenseitig die Schürung, was tatsächlich auch mit den Handschuhen ging.
Es zog sich über dem Korsett glatt.

Dann staksten wir vor den Spiegel, uns gegenseitig stützend. Das Bild
sah einfach fantastisch aus. Zwei weibliche Androiden standen da, die
sich gegenseitig festhielten. Alles war glattes glänzendes Plastik mit
tollen femininen Kurven, nicht ein bisschen Haut war zu sehen.

Nach einiger Zeit hatten wir uns genug betrachtet. Schade, dass die
Sicht nicht perfekt klar war. Wir hätten Fotos machen sollen.

Sie ließ sich auf das Bett kippen. Ich folgte ihr. Dort lagen wir uns
gegenüber. Sie begann mein Gesicht zu streicheln. Es fühlte sich
wahnsinnig gut an. Ich erwiderte den Gefallen.

Es ging so weiter. Ihre Hände waren an meinem Hals. Dann ein Finger an
meine Lippen, die um den Knebel waren. Ich konnte kaum glauben, wie gut
sich die Berührung selbst unter dem PVC anfühlte.

Es waren unzählige Eindrücke, die mein Gehirn verarbeiten musste. Das
unglaublich aussehende Wesen vor mir, das Wissen, dass ich genauso
aussah und durch Schlösser daran gehindert wurde, etwas daran zu ändern.
Das allgemeine Gefühl, überall fest umschlossen zu sein. Und keinen Laut
von mir geben konnte, abgesehen von einem Stöhnen durch die Nase.

Und dann war da der Finger an meinen Lippen. Der Knebel in meinen Mund
erschien mir wir die Fortsetzung ihres Fingers. Es war zu viel. Ich
erschauerte. So viel zu dem Thema, ob man mit einem Keuschheitsgürtel
einen Orgasmus haben kann. Nun, das Teil hieß ja auch Keuschheitsgürtel
und nicht Orgasmusverhinderer.

Ich hoffte, dass sie unweigerlich bald zu sehenden Konsequenzen an
meinen Stiefeln wie Vaginalflüssigkeit aussehen würden.

Nun war es wieder an mir, sie zu verwöhnen. Und sie reagierte genauso
empfänglich. Ich merkte, wie sie erstarrte und durch die Nase stöhnte.

Wir waren ein Mann und eine Frau. Wir hatten jeder einen Orgasmus. War
das nun Beischlaf? Schon merkwürdig, was einem für Gedanken durch den
Kopf gehen konnten.

Wir lagen eine Zeitlang still da, dann rappelte sie sich auf. Ich half
und drückte mit meinen Armen hoch.

Sie begann sich das Kleid zu öffnen und dann Stück für Stück
auszuziehen. Warum hatte sie eigentlich keine Schlösser? Bei dem
Gedanken durchfuhr es mich heiß und kalt: Wir hatten keine Schlüssel!
Ich war so daran gewöhnt, dass Schlösser an mir befestigt worden. Aber
nur der Butler hatte den Schlüssel. Ich war eingeschlossen, ohne eine
Chance, wieder herauszukommen. Das würde frühestens heute Nacht sein.
Dabei war erst früher Vormittag!

Nun stand sie nur noch in dem Korsett da, dessen Schnürung sie natürlich
nicht öffnen konnte.

„Komm, ich helfe dir auf.“ Sie zog an meinen Händen und ich stand. Jetzt
war ich deutlich größer als sie, da sie keine Stiefel mehr anhatte. Als
ich an der Wand abgestützt stand, sah sie mich noch einmal genau an. „Du
siehst einfach toll aus. Hattest du auch einen Orgasmus?“

Ich machte eine bejahende Geste.

„Das ist toll, nicht wahr? Ich werde ein Foto machen. Moment, gehe nicht
weg…“ Es schien ihr eine Idee zu kommen. „Genau, das fehlt noch. Beim
letzten Mal sahen diese Ketten so toll aus. Haben wir hier welche?“

Sie suchte in meinem Schrank und hatte sie kurz darauf triumphierend in
der Hand. „Klasse. So wird das Bild noch besser.“

Ohne das ich etwas dagegen machen konnte, befestigte sie die Ketten an
Beinen und Armen. Nun war wieder jede meiner Bewegungen von
Kettengeklirr begleitet. Und ich hatte vier Schlösser mehr an mir.

Dann holte sie ihre Kamera und machte etliche Bilder von mir.

„Gut, dann ziehen wir dich auch aus. Wo sind die Schlüssel?“

„Mhhh, mhhh!“ Ich stakste klirrend zu meinem Tisch. Mit etwas
Schwierigkeiten holte ich einen Block samt Stift uas der Schublade. Als
erst einmal der Stift in der richtigen Position war, konnte ich ziemlich
gut schreiben.

„Nur Butler hat Schlüssel!“

Sie las, und dann kam langsam das Verständnis. „Das heißt, du kannst au
den Sachen nicht heraus!“

Messerscharf erkannt. Ich hielt einen Daumen nach oben.

„Oh du Arme! Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich niemals die Schlösser
benutzt. Gut, das ich so eine Angst davor hatte, und selber keine
genommen habe. Sonst wären wir jetzt beide so. Was soll ich nun machen?“

Ich schrieb: „Auf Butler warten. Keine andere Möglichkeit.“

„Dann musst du bis heute Abend so bleiben? Oh!“ Ich sah, dass sie
beinahe super gesagt hätte.

Sie begann alles Mögliche zu erzählen. Ab und an strich sie über
verschiedene Stellen meines Körpers. Dort, wo ich es fühlen konnte,
genoss ich es sehr.

Zach einiger Zeit wurden mir die Beine müde. Ich verschaffte mir mit
Kettengeklirr Aufmerksamkeit und zeigte auf meine Beine.

„Ah, es ist anstrengend, nicht wahr?“

Schlaues Mädchen.

Sie dachte nach, so weit ich das sehen konnte. „Ich habe eine Idee. Dreh
dich mit dem Gesicht zur Wand.“

Warum? Aber ich tat es, mich dann mit beiden Händen gegen die Wand
stützend.

Ich hörte, wie sie etwas aufhob und zu mir kam. Dann schlang sie mir
etwas um die Beine. Ich konnte nichts dagegen machen, da ich durch ihre
Bewegungen beinahe das Gleichgewicht verlor. Ich bewege die Hände vor
mir, um eine sichere Position zu bekommen. Dabei bemerkte ich, wie sich
etwas immer fester um meine Beine zog, während ich das surrende Geräusch
von Kordel durch Ösen hörte. Bald waren meine Oberschenkel fest
aneinander gepresst. Ganz unten war etwas mehr Luft, wohl wegen der
Kette. Ein Klick beendete die Aktion. Sie wusste doch, dass wir keine
Schlüssel hatten?!?!?

Ich konnte meine Beine überhaupt nicht mehr bewegen. Als sie dann nach
mir griff, wollte schon Panik aufkommen, aber sie drehte mich nur herum.
Auf der Spitze eines Stiefels ging das wie auf einem Drehlager. Ich
lehnte dann relativ sicher mit den Schultern an der Wand.

„So dürfte es doch besser sein.“

War es tatsächlich. Die Beine waren so stabil, dass sie ohne jede
Muskelkraft den Körper trugen. Aber ich konnte auch keinen Millimeter
mehr gehen. Sehr viel machte das nicht, denn in den Stiefel wäre ich
sowieso höchstens bis zur Treppe gekommen.

Trotzdem war ich sauer auf sie. Leider konnte sie meine blitzenden Augen
nicht sehen.

„Und ich wollte es die ganze Zeit sehen, seit du davon erzählt hast. Es
sieht wirklich beinahe so aus, als würde nur ein Bein aus dem Rock
kommen. Noch besser, als ich es mir vorgestellt hatte.“

Sie betrachtete mich intensiv. „Ich weiß, dass es wohl ein wenig viel
ist. Aber könntest du auch die Armfessel tragen? Ich würde es wahnsinnig
gerne sehen.“

Ich gestikulierte wird. Natürlich wollte ich nicht! Ich hätte nichts
dagegen, wenn es nur für kurze Zeit wäre, aber nicht so lange.

Unglücklicherweise brachte mich das aus dem Gleichgewicht. Ich arbeitete
wild mit den Armen, um nicht umzukippen. Es gelang.

„Prima, ich wusste, dass du mir den Gefallen tust. Es macht ja auch kaum
einen großen Unterschied, ob du ein wenig mehr gefesselt bist.“ Sie
holte die Armfessel.

Ich wusste nicht so recht, was ich tun sollte. Ich konnte nicht den
Block zum Schreiben holen, da ich keinen Millimeter laufen konnte. Und
meine Aktion eben ließ mich ersten Schweiß fühlen. Schweiß war
unvermeidlich, wenn man komplett wasserdicht umhüllt ist. Aber es kam
auf die Menge an. Ein bisschen störte kaum, ein wenig mehr, und es
begann unangenehm zu werden. Ich konnte zum Beispiel nichts dagegen
machen, sollte mir Schweiß in die Augen laufen.

Und viel machte es wirklich nicht aus. Meine Arme waren sowieso schon
gefesselt. Und immerhin saß ich nicht auf einem Dildo wie beim letzten
Mal.

Ich streckte ihr die Arme entgegen, als sie zu mir kam. Sie freute sich
wie ein kleines Kind. So hatte es noch etwas Positives, und vielleicht
konnte ich ja später einen Gefallen dafür einfordern. Der heutige Tag
war sowieso gelaufen.

Sie schob sie über meine Arme. Die Schürung war völlig offen und sie
begann nun die Schnur einzufädeln. Ich ließ die Arme wieder sinken, da
es sonst zu anstrengend wurde.

Kurz darauf stockte sie. „Das stört das ganze Bild, wenn man die
Schnürung sieht. Sonst ist alles schön glatt.“ Sie zog es wieder ab,
drehte es um 180 Grad und schob es wieder über die flach aufeinander
liegenden Hände.

„Jetzt muss ich erst einmal das Korsett loswerden.“ Ich fragte mich wie,
ohne Hilfe. Aber sie sah das pragmatisch. Mit einer Schere hatte die
kein Problem, die Schürung vor dem Spiegel durchzuschneiden. Kurz darauf
stand sie völlig nackt da. Ihr Oberkörper war leicht verschwitzt und sie
Schamhaare feucht. Mein armer eingeschlossener Penis!

Dann setzte sie sich mit dem Rücken zu meinen Beinen auf dem Boden und
begann die Schnürung zu schließen. Die Kette ließ sie zwischen zwei Ösen
draußen, an dieser Stelle fädelte sie auch die Schnur nicht ein, damit
es nicht drückte.

Ich kannte das Gefühl schon, wenn sich die Arme langsam von unten nach
oben aneinander pressen. Aber es war etwas völlig anderes, wenn das ein
schönes nacktes Mädchen macht. Und nun wurden auch nicht meine Schultern
schmerzhaft nach hinten gezogen.

Bald war sie fertig und schlang dann den Riemen um meinen Bauch, zog ihn
feste an und dann hörte ich ein Klick. Es ging mir durch Mark und Bein.
Nun konnte sie sie nicht wieder abmachen, ich würde auf jeden Fall bis
heute Abend so bleiben. Aber gleichzeitig stimulierte es mich, von dem
Mädchen eingeschlossen zu werden.

Sie stand nun unmittelbar vor mir, ihr Körper berührte mich. Wie gerne
wäre ich jetzt auch nackt gewesen! Nun rieb sie sich an mir und tastete
dabei nach dem letzen Schloss. Sie spielte damit zwischen ihren Fingern.
Dann gingen die Hände wieder über meinen ganzen Körper. Ich stöhnte
durch die Nase, ich war kurz vor dem Explodieren.

Nun war ihre Hand an meinem Hals und spielte mit den PVC-Rüschen, die
den Abschluss von dem Kleid bildeten. Dann stockte sie kurz und schaute
in meinem Nacken. „Oh, da haben wir ja noch eines vergessen.“

Sie holte eines der letzten noch vorhandenen Schlösser und hängte es an
die vorgesehene Stelle in das Kleid. Es machte klick. Sie fuhr wirklich
auf diese Schlösser ab, hatte ich gerade noch Zeit zu denken, bevor ich
explodierte. Während des Abklingens des Orgasmus hoffte ich nur, sie
würde noch etwas finden, in dem sie mich fesseln konnte.

Sie beschäftigte sich noch einige Zeit mit mir, dann hatte sie genug.
Sie nahm ihre Kleider und begann sich anzuziehen. Schade, dachte ich.
Dann stand sie in ihrer Jeans vor mir und sah etwas auf meinen Stiefeln.
Sie lächelte. „Oh, da fährt jemand genauso drauf ab wie ich. Ich freue
mich, dass ich eine Freundin mit den gleichen Interessen gefunden habe.“

Dann holte sie ein Tuch und wischte mich sauber. Kurz darauf sagte sie,
„Ich lasse dich ja ungern allein, aber ich muss shoppen gehen. Nur für
dich. Sonst hast du nichts anzuziehen und müsstest so bleiben. Was
eigentlich auch nicht schlecht wäre…“ Sie strich liebevoll über mein
Gesicht und ging.

Schnell ließ die sexuelle Erregung nach. Nun war es nicht mehr so toll,
bewegungsunfähig an der Wand gelehnt zu sein.

Die Stunden verstrichen quälend langsam. Dann kam Tina wieder und zeigte
mir ihre Einkäufe. Wenigstens hatte ich nun Gesellschaft. Schlimm wurde
es erst, als der Butler kam und umgehend einen Wutanfall hatte.

##

Tina und ich standen am nächsten Morgen in unserer normalen Uniform im
Büro von Madame. Gerade hatten wir einen Knicks gemacht, als Madame
hereinkam.

„Das ich schon unglaublich, dass ich wegen so etwas Sonntags hierher
kommen muss!“

Sie war sauer, aber wenigstens schrie sie uns nicht an. „Ihr verhaltet
euch wie zwei kleine Kinder!“ Dabei sah sie vor allem mich durchdringend
an.

„Michelle, du hast deine Bereitschaftsregeln verletzt. Wäre etwas
geschehen, du hättest nichts machen können. Was wäre, wenn ein Feuer
ausgebrochen wäre? Oder ein Einbrecher? Oder Michelle hätte ein
gesundheitliches Problem bekommen, oder keine Luft mehr durch die zwei
winzigen Löcher?“

Wir sahen betreten zu Boden. Diesmal musste ich es nicht spielen.

„Dazu kommen noch weitere Regelverletzungen, wie Bereitschaft ohne die
vorgeschriebene Uniform, oder etwa das Zerstören von Teilen derselben.“
Sie sah auf mein verknautschtes Spitzenhäubchen.

Sie wandte sich an Tina. „Und du lässt sie einfach allein, um Shoppen zu
gehen? Das ist unverantwortlich. Dazu steht es dir nicht zu, Gegenstände
zu benutzen, die zur Bestrafung dienen und ausschließlich von
Vorgesetzten benutzt werden dürfen. Du wirst nie wieder in diesem Haus
ein Schloss verschließen, ohne das es dir ausdrücklich aufgetragen
wurde, klar?“

Sie nickte.

„Das gilt natürlich genauso für Michelle.“ Sie machte eine kurze Pause.

„Ihr müsst dafür bestraft werden, das ist euch doch klar?“

Wir nickten.

„Ich habe eine passende Strafe festgelegt und den Butler informiert.
Morgen früh werdet ihr nach dem Frühstück eine Züchtigung erhalten. Ihr
werdet dazu schon nach dem Aufstehen die Uniform mit dem durchsichtigen
Rock anziehen.“

Sie sah auf die sich windende Tina. Man könnte fast glauben, sie hätte
den Hintern schon versohlt bekommen.

„Was ist?“ fragte Madame.

„Dann… dann bin ich wieder nackt unter den Rock?“

„Sicherlich. Sonst kann man nicht sehen, dass ihr gezüchtigt worden
seid, und das ist Teil der Bestrafung.“

„Aber… jemand kann mich von vorne sehen.“

„Da ist die Schürze drüber.“

„Aber… die ist so klein.“ Madame wurde ungeduldig. Ich wäre jetzt
besser still gewesen, wo sie sowieso schon schlechte Laune hatte. Aber
Tina fuhr fort, „Michelle hat wenigstens den Keuschheitsgürtel an, da
sieht man nichts.“

„Ach, ist das so? Dann will ich euch natürlich beide gleichstellen“,
sagte sie spöttisch. „Du wirst ab sofort auch einen tragen. Für eine
Woche.“

„Aber…“ Tina wusste nicht, wann Schluss war.

„Ein Monat.“

Jetzt wusste sie es.

„Da es sich um einen schwerwiegenden Vorfall handelt, gibt es noch
weitere Strafen. Und ich bin dabei weit unter dem geblieben, was der
Butler vorgeschlagen hat. Also beschwert euch lieber nicht, sonst werde
ich seine Vorschläge in Betracht ziehen.“

„Damit man sieht, was ihr gemacht habt, werdet ihr den ganzen Tragen die
PVC-Stiefel und Handschuhe tragen. Dazu einen Knebel und eine Kette für
Arme und Beine. Sie wird so sein, dass ihr damit arbeiten könnt.

Morgen kommen einige Besucher, unter anderem ein paar chinesische
Kaufleute. Ich erwarte, dass sie perfekt bedient werden. Es dürfte für
uns positiv sein, wenn sie sehen, dass wir Unregelmäßigkeiten zu ahnden
wissen und nichts durchgehen lassen.“

Oh, oh. Ein Tag in den Stiefeln und meine Füße würden abends mehr als
nur schmerzen. Dazu die Handschuhe, die alle Arbeiten viel anstrengender
machten. Aber am Schlimmsten war, das wir unsere roten Hintern fremden
Leuten präsentieren mussten, dazu gefesselt und geknebelt. Ich wäre vor
Scham am liebsten im Boden versunken.

„Nehmt ihr eure Strafe an?“

Ich brauchte nicht lange zu überlegen. Schnell würde es noch übler
kommen. Ich knickste. „Ja, Madame.“

Kurz darauf sagte es auch Tina.

„Gut, wenn ihr euch morgen gut benehmt, dann ist der Fall für mich
erledigt.“

„Madame?“ fragte ich.

„Ja?“

„Ich müsste Sie sprechen.“

„Gut, ich sage nur kurz dem Butler bescheid.“ Sie griff zum Telefon und
trug ihm auf, Tina einen Keuschheitsgürtel anzulegen. Kurz darauf kam er
und holte sie ab. Das musste ein Fest für ihn sein. Und so sah er alles
andere als mürrisch aus.

„Um was geht es?“ fragte sie, als wir allein waren.

„Ich müsste heute Nachforschungen machen.“

„Aber natürlich, Herr Detektiv.“ Sie verzog in keinster Weise das
Gesicht, als sie das sagte. Obwohl nichts, wirklich nichts an mir nach
Mann aussah. „Es ist heute sowieso Ihr freier Tag.“

„Ich müsste nur aus diesen Sachen heraus.“ Ich deutete auf die Schlösser
an meinen Schuhen. „Und ohne Spitzenhäubchen.“

„Der Butler wird es entfernen. Lassen Sie sich ohne Uniform hier im Haus
so wenig wie möglich sehen. Das heißt, es ist nur der Weg nach Draußen
und zurück erlaubt.“

„Sicher.“

„Sonst noch etwas?“

„Nein.“

„Du kannst gehen, Michelle.“

Ich fand es unglaublich, wie sie von der einen Anrede in die andere
wechselte, ohne dass es man ihr irgendwie anmerkte.

##

Ich saß in einem Taxi und war auf dem Weg in den Klub. Mein Outfit war
so, wie es viele Mädchen trugen: Jeansrock und Shirt. Dazu die Schuhe
von der schwarzen Uniform, das einzig Passende. Tina hatte auf Hosen
verzichtet, sie meinte, der Keuschheitsgürtel könnte stören. Ich glaubte
das ja eher weniger.

Ich war nun schon seit Wochen ausschließlich in Röcken. Trotzdem war
dieser eher unauffällige Rock etwas anderes. Es war keine Uniform,
sondern ein ganz normales Kleidungsstück. Für Mädchen. Und obwohl ich
sicher perfekt normal darin aussah, erst recht mit dem Stück freien
Bauch darüber, fühlte ich mich als Mann in Verkleidung. Was ja
grundsätzlich auch stimmte. Allerdings konnte ich anziehen, was ich
wollte, niemand würde einen Mann sehen.

Trotzdem blieb dieses nagende Gefühl. Ich war unsicher, und ich glaubte,
jeder merkte es.

Da half auch nicht, dass ich heute einen weiteren Strich an die Bücher
gemacht hatte, und erneut ein Wachstum protokollieren konnte. Mein Push-
Up BH war gut gefüllt, und ein Teil davon war in meinem Dekolleté zu
sehen. So eine Brust hat kein Mann.

Es war gegen sechs, als ich den Klub erreichte. Ich zahlte das Taxi,
wobei mir der Fahrer auf die Brüste sah. Obwohl ich in meiner Uniform
mehr von meinen Brüsten zeigte, hatte noch niemand so offensichtlich
darauf gestarrt. Ich errötete. Heftig. Ich spürte, wie mein Gesicht
glühte.

An die Handtasche hatte ich mich auch noch nicht gewöhnt. Ich hätte sie
im Taxi vergessen, hätte ich nicht bezahlen müssen. Nun hing sie
ungeliebt an meiner Schulter. Ungeliebt deswegen, weil ich alle paar
Meter den Riemen wieder hochschieben musste. Die nächste Handtasche
würde ich selber auswählen. Und es wäre auch nicht so ein Miniding, das
Tina schick fand.

Das nächste Problem waren meine Schuhe. Ich war nur Parkett gewöhnt. Das
hier war die richtige Welt, und die war nicht so picobello sauber. Ich
merkte schnell, dass sie nur für Räume geeignet waren. Mehrmals knickte
ich beinahe um. Als ich endlich am Eingang war, war ich reichlich
entnervt.

Dort schaute mich ein Mann an. „Eintritt erst ab achtzehn, Mädel.“

„Ich bin achtzehn.“

Meine Stimme trug nicht dazu bei, um ihn zu überzeugen. „Ausweis.“

„Habe ich nicht dabei.“

„Dann komme mit einem Ausweis wieder.“

Beinahe hätte ich vor Frust mit dem Fuß auf den Boden gestampft. Ich
hatte mir zwar allerlei Gedanken gemacht, was ich nachforschen wollte.
Aber das geschah aus meinem Gedächtnis heraus. Und da war nichts von
hochhackigen Schuhen und kurzen Röcken gespeichert, auf das man
Rücksicht nehmen musste. Ich hätte nie damit gerechnet, schon am Eingang
zu scheitern.

Nun wurde mir auch bewusst, wie der Mann mich angesehen hatte. Dies war
keine schöne Gegend, es war ein Gewerbegebiet, das nicht mehr sehr
gefragt war. Passanten waren eher Arbeiter. Ich wog wahrscheinlich fast
die Hälfte von dem, was die meisten Männer hier wogen. Ich hatte keine
starken Muskeln mehr und war in Schuhen, die hier mehr als ungeeignet
waren. Zudem war ich für die Männer interessant, denn ich sah gut aus.

Im Magen fing es an zu kribbeln. So schnell es ging lief ich die kurze
Strecke zu dem Taxi, das Gottseidank immer noch da stand.

„Das war aber ein kurzer Aufenthalt, Mädchen.“

„Ich musste nur etwas abgeben.“

„Wohin?“

„Zurück.“

##

Auf meinem Zimmer begann ich nachzudenken. Auf der Fahrt hatte ich mich
langsam beruhigt. Nun war ich wieder in der Lage zu denken.

So frustrierend der nutzlose Ausflog gewesen war, er war doch hilfreich.
Ich hatte einiges gelernt. Der nächste Versuch würde anders sein, ohne
die ganzen Fehler von heute. Und ich wusste mehr darüber, wie ich mich
präsentieren musste. Allerdings hatte ich noch sehr viel zu lernen. Zum
Beispiel, wie ich geile Taxifahrer abfertigte.

Ich ging nicht zu Tina, weil ich die Uniform nicht anziehen wollte. Bei
meinem Glück wäre ich gesehen worden und die nächste Strafe wäre fällig
gewesen. Sie ließ sich aber auch nicht blicken. Vielleicht hatte sie
Angst, ich könnte sauer sein. Denn es war ihre Idee gewesen, und sie
hatte die ganzen Schlösser benutzt.

Ich nutzte die Zeit für Gymnastik. Ich wollte meinen Rumpf stärken.
Überhaupt kräftiger werden. Abe ich hatte keine Geräte oder ähnliches.
Nicht einmal eine Turnhose. Ich grinste. Ein Gymnastikanzug war jetzt
wohl passender. Denn ich konnte jetzt nur Gymnastik machen.

Nun übte ich eine neue Handschrift. Mit meiner alten würde ich
auffallen, und das konnte schnell ins Auge gehen. Ich probierte mehrere
Varianten und blieb bei einer, die schön geschwungen war, mit einem
kleinen Herzchen auf dem i. Ganz anders als meine alte Schrift, die mehr
zu einer Druckschrift tendierte. Ich schrieb dann ein Kapitel aus einem
Buch ab. Das mit den kleinen Strichen vom Brustmessen.

Dann gab es viel nachzudenken.

##

Am nächsten Morgen kam wie immer der Butler. Er entfernte den Dildo und
ich ging duschen. Als ich zurückkam, lag neben dem Korsett der
durchsichtige Rock aus klarem PVC. Es erinnerte mich daran, was mir
bevorstand. Der Butler schien hingegen bester Laune zu sein.

Bald hatte ich das Korsett an. Es folgten die PVC-Stiefel, in denen ich
schon den ganzen Samstag gewesen war, und dann die Handschuhe. Beides
wurde sorgfältig geschnürt und abgeschlossen. Oberteil und Rock folgten.
Das einzig gute an dem Rock war, dass ich meine Füße sehen konnte. Bei
Ballettstiefeln nicht unwichtig.

Natürlich bekam ich auch wieder ein Spitzenhäubchen. Mein Halsband war
ja noch nie ab gewesen, seit ich es hatte. Und das würde sich auch nicht
so schnell ändern, da war ich sicher. Normalerweise war mir das egal,
ich fand die glitzernden Buchstaben sogar schön. Da war nichts billiges
dran, sie sahen sehr elegant aus. Nur würden sie gleich jedem zeigen,
wem der Hintern versohlt worden war.

Der Butler trug mich die Treppe herunter, problemlos wie immer. Ich
deckte den Frühstückstisch, dann brachte er Tina. Wir sahen uns nur kurz
an. Obwohl es beim Frühstück kein Sprechverbot gab, sagten wir nichts.
Gleich würde es uns nicht mehr gut gehen, das zeigte sich an unseren
Gesichtern. Wir hatten auch keinen Appetit. Da musste sich bei mir
dringend etwas ändern. Ich wusste es, aber bekam nichts in mich hinein.

Dann ging es ins Büro des Butlers. Ich fand es so unglaublich
erniedrigend, mich selbst über seine Knie legen zu müssen und dann auch
noch den Rock hochzuziehen.

Er nahm sich viel Zeit. Vielleicht kam es mir auch nur so vor. Endlich
war es vorbei. Mein Hintern brannte wie nie zuvor. Ich ging mit Tränen
in den Augen hinaus und ließ Tina herein. Ich musste im Flur warten.
Nach einer Minute kam Madame vorbei.

„Madame?“ sagte ich mit brüchiger Stimme.

„Ja, Michelle?“ Sie ließ sich nichts anmerken.

Da stand meine Klientin vor mir, und ich hatte einen gut sichtbaren
frisch verhauenen Po. Keine gute Basis für ein Gespräch.

„Ich müsste noch einmal das Haus verlassen. Morgen Nachmittag.“

„Kein Erfolg gestern?“

„Ich habe die Person nicht getroffen.“

„Gut, ich informiere den Butler. Du hast nach dem Mittagessen frei.“

„Ich, ich werde einen ziemlich kurzen Rock anziehen. Da kann ich den
Keuschheitsgürtel nicht gebrauchen.“

„Er wird bis zum nächsten Morgen entfernt werden.“

„Wie lange soll ich ihn eigentlich tragen?“

„Er schützt sicher vor unangenehmen Entdeckungen. Ich kann es
keinesfalls gebrauchen, dass bei einem Dienstmädchen ein Penis entdeckt
wird. Also solange du hier bist. Oder keinen Penis hast.“ Damit ging
sie.

Was meinte sie damit? Glaubte sie ernstlich, ich würde mir meinen Penis
entfernen lassen? Bestimmt nicht. Vielleicht gab es doch einen Weg,
wieder als Mann zu leben.

Dann ging ich auftragsgemäß ins Bad, um mich zu schminken, wenn die
Tränen versiegt waren. Viel schwarzer Eyeliner und knallroter
Lippenstift.

Kurz darauf wurde ich hereingerufen. Tina stand weinend da. Der Butler
schickte sie nach draußen mit der Aufforderung, geschminkt zurück zu
kommen, kam dann zu mir und hielt mir etwas vor den Mund.
Widerspruchslos öffnete ich den Mund. Er schob einen Gummiball hinein,
der gerade so zwischen die Zähne passte. Dann schloss er mehrere Riemen,
die wie ein umgekehrte Y nach oben liefen, nach rechts und links und
unter das Kinn. Weitere Riemen liefen um den Hals. Es war ein richtiger
Harness, den er mir am Kopf befestigte. Das entfernte Spitzenhäubchen
wurde nun an den Lederriemen befestigt.

An einem Ring am Kinn wurde eine lange Kette per Schloss befestigt.
Unten waren zwei breite Metallschellen, die um meine Fußgelenke gingen.
Jeweils ein Klick sagte, dass sie so schnell nicht mehr entfernt würden.

In Höhe der Taille waren noch zwei Schellen daran, die sich nun um meine
Handgelenke schlossen. Ich konnte nicht mehr nach meinem schmerzenden Po
greifen. „Du kannst mit der Arbeit beginnen. Der Konferenzraum muss
fertig gemacht werden. Sieben Personen.“

Ich stakste los und begann mit der aufgetragenen Arbeit. In einem
Spiegel sah ich meinen Kopf: Die ganzen Riemen sahen martialisch aus,
und der rote Mund um den schwarzen Gummiball ausgesprochen sexy. Ich
hätte mir gerne so etwas angesehen, nur nicht an mir. Schon begann mein
Kiefer zu schmerzen.

##

Das Schlimmste an dem Tag waren die Besucher. Vor allem die chinesischen
Kaufleute schienen nicht aus bestem Haus zu kommen. Zuerst waren sie von
Tina und mir schockiert. Dann erklärte Madame mit wenigen Worten die
Situation, dass es sich um eine Disziplinarmaßnahme handelte.

Sie unterhielten sich darüber, dann mussten wir uns umdrehen, dass sie
uns auch von hinten gut sehen konnten. Wir präsentierten widerwillig
unsere Hintern, es war so unendlich peinlich! Und einer hob auch noch
Tinas Schürze hoch, um dadurch den Keuschheitsgürtel zu offenbaren. Ich
sah, dass sie unter ihrem Rock nun völlig identisch zu mir aussah, mit
der großen Metallplatte. Davon überzeugte sich nun ein anderer bei mir.

Tina und ich flüchteten mit Tränen in den Augen auf einen Wink von
Madame. Sie war sichtlich pikiert von dem Benehmen ihrer Gäste.

##

Vor dem Mittagessen wurden uns Knebel und Fesseln abgenommen. Weil wir
uns gut geführt hätten. Der Ballknebel war wirklich unangenehm gewesen.
Nun tat der Kiefer erst einmal noch mehr weh, aber es ging rasch vorbei.

Ich vermute, es lag eher an der Langsamkeit, in der alles geschah. Wir
konnten nur winzige Schritte machen, und das dazu in Ballettstiefeln.
Man hätte uns für die Übung am Samstag belohnen müssen, denn sonst
hätten wir kaum darin laufen können.

Und dann konnten wir nichts sicher tragen, weil wir öfters mit dem
Gleichgewicht rangen, aber das mit gefesselten Armen nicht gut
ausgleichen konnten. Der Butler hatte jedenfalls den Kaffee den Gästen
vorsichtshalber selber serviert. Nun wollte er wohl nicht auch noch das
Essen servieren.

Als Tina und ich endlich nach allen anderen essen konnten, merkten wir,
dass unsere Hintern noch nicht wieder OK waren. Mit einem weichen Kissen
darunter ging es etwas besser.

Bis zum Abend hatten uns bestimmt zwanzig Leute gesehen. Es war so
peinlich! Ich wollte nicht wissen, was der Briefträger erzählen würde.
Oder wenn wir jemanden im Ort begegneten!

Nach dem Abendessen gingen wir auf mein Zimmer. Heute trug auch Tina an
ihren Kleidern Schlösser. Wir cremten uns unsere immer noch roten
Hintern ein – der Butler hatte es wirklich übertrieben. Gut, das unsere
Handschuhe aus PVC waren. Dabei stellten wir fest, dass unsere
Keuschheitsgürtel völlig identisch aussahen. Madame hatte es ernst
gemeint mit dem Gleichstellen, Tina hatte auch einen Dildo im Po.

Da musste ich noch einmal mit Madame reden. Den Keuschheitsgürtel sah
ich ja notfalls noch ein, aber der Dildo war völlig unnötig und diente
nur zu unserer Erniedrigung. In ein paar Tagen, wenn aller Ärger
vergessen war.

##

Am nächsten Morgen kam mir meine rosa Uniform wie eine große
Erleichterung vor. Endlich konnte ich mich wieder normal bewegen. Trotz
hoher Absätze, die aber kein Problem mehr für mich waren. Madame
komplementierte mich sogar, denn ich hätte nun einen schönen femininen
Gang.

Das war nicht das einzig positive. Der Briefträger hatte auch zwei
Sachen für mich: Ein kleines Päckchen und ein Brief. Ich brachte beides
schnell auf mein Zimmer, ehe es jemand sah.

Nach dem Mittagessen, und nachdem Tina und ich auch gegessen hatten,
hatte ich frei. Der Butler befreite mich aus allem außer der Halskette.
Wieder stand ich vor dem Spiegel, zum ersten Mal seit langem völlig
nackt. Der Penis passte nicht zu der Mädchenfigur. Ich war so an einen
flachen Schritt gewöhnt, dass es störend aussah.

Ich holte die Kleider heraus, die Tina gekauft hatte. Viel war es nicht.
Jeansrock und Shirt hatte ich schon angehabt. Das andere war ein Kostüm,
eher Kostümchen, in rot, mit einem ziemlich kurzen Rock. Tina wusste
sicherlich nicht, was etwas formellere Kleidung bedeutete. Ich hatte das
Gegenstück zu einem Anzug gewollt. Vielleicht hatte ich mich nicht gut
genug ausgedrückt, ich kannte die Namen für all die femininen
Kleidungsstücke nicht.

Ich zog die einzige Unterwäsche an, die ich besaß: Auch von Tina
gekauft. Ein BH/Slip Set. Sicher genau das, was sie auch trug. Ich hätte
es früher sexy oder verspielt gefunden, nun war es einfach normale
Unterwäsche, die mir passte.

Im Slip hatte ich leider eine nicht zu verhindernde Beule. Aber ich
konnte nichts daran machen, mit dem Keuschheitsgürtel waren alle andern
Slips verschwunden.

Der BH schob meine Brüste nach oben. Er saß schon recht stramm, bald
würden die Cups zu klein sein. Ich war ein Mädchen im Wachstum.

Dann zog ich den kurzen roten Rock an. Er war ohne Schnickschnack und
ging bis zu der Mitte der Oberschenkel. Kurz, aber nicht zu kurz. Dann
kam ein kurzes Top mit Spitze über den Brüsten.

Ich machte mein Makeup. Dezent wie schon lange nicht mehr. Ein paar
nachgewachsene Haare an den Augenbrauen mussten auch gezupft werden.

Zuletzt die Jacke des Kostüms. Grrr. Es passte gut, aber ich sah aus wie
ein Teenager, der erwachsen aussehen will. Wirklich nicht schlecht,
sogar schick, aber nicht seriös, wie ich es erhofft hatte. Ich würde
selbst einkaufen gehen müssen.

Und meine einzigen Schuhe passten natürlich nicht richtig dazu. Die
künstlichen Nägel auch nicht so hundertprozentig, aber es war gut genug.
An meinem Schmuck konnte ich nichts ändern, jeder konnte Michelle lesen
und die Wappen des Hauses an meinen Ohren baumeln sehen. Aber das würde
kaum jemand als das erkennen, was es war.

Ich betrachtete mich noch einmal. Ja, ein schicker Teenager. Aber eine
Banklehre hätte ich so nicht beginnen können.

Ich setzte mich an meinen kleinen Tisch und machte den Brief auf. Eine
Kontokarte mit dem Namen Michelle war darin. Keine EC-Karte, Gott
bewahre, dafür war eine Siebzehnjährige nicht vertrauenswürdig genug.
Das würde sich ändern. Vorerst kein bargeldloses Zahlen mehr.

Nun packte ich das Päckchen aus. Mein Handy. Schön rosa und mit
glitzernden Steinchen. Ich musste grinsen. Ich war ganz schön verrückt.
Aber was soll’s, dachte ich mir, ich sehe aus wie ein Teenager, da kann
ich auch ein passendes Handy haben.

Ich schob die Prepaid Karte hinein und konnte nun sagenhafte zwanzig
Euro abtelefonieren. Ich testete es, indem ich ein Taxi rief. Dann
packte ich das Schulmädchen Outfit in eine Tüte und Makeup in meine
Handtasche.

##

Ich stand vor dem Eingang meines Büros. Meines ehemaligen Büros, denn
mein Namenssc***d gab es nicht mehr. Ich klingelte bei der
Hausverwaltung. Ich hatte eine Vollmacht von einem Detektiv, der hier
einmal ein Büro hatte, in der Handtasche. Leider immer noch die, deren
Riemen dauernd rutschte.

Ich traf den Verwalter und musste damit kämpfen, keinen Knicks zu
machen. Das klappte nur, weil er mir sofort die Hand hinstreckte und ich
sie verdutzt akzeptierte. Aber ich hatte danach einige Zeit das mulmige
Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben und gleich vom Butler bestraft zu
werden.

Ich zeigte ihm die von mir selbst unterschriebene Vollmacht. In meiner
alten Handschrift natürlich. Er hatte keine Schwierigkeiten damit. Ich
hatte denselben Nachnamen und hatte mich auch per Email angekündigt. Was
nicht unbedingt nötig gewesen wäre, aber die Sache erheblich
vereinfachte.

Er hatte eine Liste mit den Sachen, die aus meinem Büro herausgeräumt
worden waren. Ich ging sie durch und machte die Ziffern 1 bis 3 an jede
Position. Von Wegwerfen über Einlagern bis Verkaufen.

Einige persönliche Sachen wollte ich eingelagert haben. Es waren
größtenteils persönliche Dinge wie Bilder. Ich wollte wenigstens einmal
nachsehen können, wie ich einmal ausgesehen hatte.

Die ganze Technik wollte ich verkaufen. Die Entwicklung schritt so
schnell voran, bis ich sie wieder brauchen würde, wären sie veraltet.
Ich fragte, wer es verkaufen könnte. Er schlug sich selbst vor, das er
immer liegen gebliebene Dinge verkaufte und das als ausreichende
Qualifizierung sah. Ich zuckte innerlich die Schultern, säuselte ihn an,
wie gut er sich mit Technik auskennen müsse (bewundernder Blick), und
ging schnell wieder zu meiner Liste, ehe ich einen Lachanfall bekam.

Ich war sehr zufrieden soweit, denn meine Überlegungen vom Sonntag
funktionierten. Ich nutzte meine Schwächen zu meiner Stärke. Er ließ
sich aber auch gut manipulieren.

Nun fügte ich zu der Liste einen Verkaufspreis hinzu, als Mindestpreis.
Alles darüber würde durch zwei geteilt, je für uns beide. Der arme Kerl
würde nicht sehr viel verdienen, da ich die Preise recht hoch ansetzte.
Und meine Sachen waren wertvoll. Wenn das alles wirklich klappen sollte,
und das Geld wirklich auf meinem Konto wäre, dann hätte ich ein gutes
Polster. Ich wusste gar nicht, was ich alles hatte und wie viel es wert
war. Kein Wunder, dass ich pleite war, trotz regelmäßiger Aufträge. Aber
ich habe es ja schon gesagt, ich und Finanzdinge – das würde nie
zusammen kommen.

Mit dem zum Wegwerfen markierten konnte er machen, was er wollte.
Verkaufen, wenn es ihm gelang.

Als ich ging, hinterließ ich einen mir sehr verbundenen Verwalter. Halb
geplant, und halb aus der Laune des Augenblicks, gab ich ihm einen
leichten Kuss auf die Wange. Ich hatte schon viele Frauen so etwas tun
sehen, und ich konnte meine persönliche Abneigung gegen solche Gesten
gegenüber Männern nicht beibehalten. Ich wollte ja nicht mit ihm ins
Bett. Aber ich verstand nun die Abneigung meiner Freundin gegen
Bartstoppeln.

Er hatte einen verträumten Blick, als ich mich noch einmal umsah und
winkte. Ich glaubte, er wird sich viel Mühe geben. Das wäre das erste
Geld auf meinem neuen Konto.

##

Das Taxi hatte unweit des Klubs gehalten. Ich hatte den Fahrer gefragt,
ob ich mich auf den Rücksitz für den Klub umziehen könnte. Und ob er
mich dann zu Eingang begleiten könne. Er stimmte nur zu gerne zu. Das
war auch die einzige Bezahlung dafür: Mich kurz in meiner Unterwäsche zu
sehen. Wenige Minuten später hatte ich das Schulmädchen Outfit an, mit
viel zu sehendem Bauch und um so weniger Rock. Dann machte ich mein
Makeup deutlich intensiver.

An seinem Arm hatte ich wenig Schwierigkeiten mit den Schuhen. Und kein
Problem herein zu kommen, ohne jeden Ausweis. Es funktioniere genauso,
wie ich es geplant hatte. Diesmal vor allem unter dem Aspekt, jetzt wie
ein Mädchen auszusehen. Meine Laune war entsprechend gut.

In dem Klub zeigte sich sofort, um was es ging. Fetisch und Bondage. Es
war ziemlich dunkel. Nach ein paar Minuten hatte ich mich daran gewöhnt.

Schnell bemerkten mich ein paar Männer. Ich sprach mal mit einem, mal
mit einem anderen. Um Getränke brauchte ich mir keine Sorgen zu machen,
jeder spendierte mir gerne etwas. Noch ein positiver Punkt. Teure Klubs
wurden auf einmal sehr preiswert.

Das war der erste Teil meines Planes: Erst einmal allgemein den Platz
erkunden, Räumlichkeiten und Personen.

Zu Teil zwei kam es dann nicht mehr. Ein Mann hatte eine Frau als
Begleitung, die mich schon mehrmals nicht sehr freundlich angesehen
hatte. Dann setzte sie sich doch zu uns. Beim Gespräch berührte sie mich
immer wieder. Ich ließ es geschehen, da ich wusste, dass Frauen da viel
weniger Probleme mit hatten als Männer.

Trotzdem überraschte es mich, als die Hand auf meinem Oberschenkel
plötzlich unter meinen Rock verschwand. Sofort rief sie: „Ich hab’s
geahnt. Das ist ein Mann!“

Meine Beule im Slip musste irgendwie zu sehen gewesen sein. Nun hatte
ich vermutet, dass ein solcher Klub einer der Orte war, wo so etwas am
ehesten akzeptiert würde. Zumindest in diesem war das Gegenteil der
Fall. Ich hätte mich vorher schlaumachen sollen, dann wäre das nicht
soweit gekommen. Aber seitdem ich einen Rock trug hatte meine
Professionalität spürbar nachgelassen. Vermutlich lag es an den vielen
unbekannten Eindrücken, denen ich seither ausgesetzt war.

Mein Slip wurde heruntergezogen. Dann der Rock. Mehrere andere Frauen
kamen hinzu, vor allem die Bedienungen in ihren Fetisch Outfits. Sie
sahen nicht so viel anders aus als meine schwarze Dienstmädchen Uniform,
waren jedoch vollständig in Latex geleidet. Der Geruch nach Gummi war es
dann auch, was ich als Letztes wahrnahm. Ich hatte einen Schlag an die
Schläfe bekommen.

##

Ich wachte in einem gekachelten Raum auf. Ein schneller Blick zeigte,
das ich allein und nackt war.

Ein paar Minuten später war ich wieder halbwegs fit, das Kopfweh
erträglich geworden. Ich war in einem Bad. Und ich war nicht völlig
nackt. Mein Penis war in einem stählernen Gefängnis. Allerdings war es
kein Keuschheitsgürtel. Es war ein gebogenes Rohr in der Form des nicht
erigierten Gliedes. Ein Ring hielt es um Hodenbeutel- und Peniswurzel.
Die beiden Hoden wurden dabei durch einen Steg getrennt. Es war
wirkungsvoll befestigt, wie ich probeweise feststellte. Keine Chance, es
abzubekommen. Aber auch keine Chance, meinen Penis zu verbergen.

Nach diesen Entdeckungen untersuchte ich meine Umgebung. Außer einem
kleinen billigen Tonbandgerät und einem Latexbody gab es nichts. Ich
drückte die Starttaste.

„Du hast so ziemlich das Schlimmste gemacht, was möglich ist.“

Die Stimme war weiblich und nicht ganz jung.

„So etwas bestrafen wir normalerweise extrem hart.“

Pause. Bislang keine Erklärung, was so fürchterlich war. Ich vermutete,
es war mein Penis. Und das ich mich als Frau ausgegeben hatte.

„Aber wir haben auch gesehen, dass du die Mühe gegeben hast. Dein Körper
hat viel von den negativen Eigenschaften verloren. Vermutlich hast du
auch eine entsprechende Einstellung. Deshalb sind wir zur Milde bereit.“
Wieder eine Pause.

„Du kannst deine Bereitschaft zeigen, indem du das Ritual zur Aufnahme
als Novize durchläufst. Es verlangt viel. Aber ein freier Geist wird das
akzeptieren.“ Pause. Ich vermutete, freier Geist war synonym für ’nicht
männlich‘.

„Du musst dich von allen Haaren befreien. Von allen! Der Kanister an der
Decke beinhaltet ein Enthaarungsmittel. Über den Körper laufen lassen
und zehn Minuten warten. Dann abspülen. Es darf keinesfalls in die Augen
kommen. So gereinigt wirst in unseren Versammlungsraum gebracht werden.
Dort findest du eine Kopfhaube, Handschuhe und Stümpfe aus Latex. Und
einen Topf mit Flüssiglatex. Streiche es reichlich auf deinen Körper und
ziehe dann die Sachen darüber.

Das flüssige Latex beinhaltet Substanzen, die Schweißbildung unmöglich
machen. Und einen Stoff, der in die Haut eindringt und extrem gut mit
ihr verbindet. Du kannst dann die Sachen nicht mehr ausziehen. Das du
dieses Opfer bringst, zeigt deine Bereitschaft. Andernfalls wirst du
Sklave.“

Das war es. Mehr kam nicht. Ich spulte zurück und hörte es mir noch
einmal an. Was waren das für Leute? Extreme Feministinnen? Aber der Klub
war allen offen, Männern und Frauen. Aber anscheinend nicht
Transvestiten.

Jedenfalls war ich in einer präkeren Situation. Nicht wegen des
eingeschlossenen Penis, das würde irgendwie zu lösen sein, auch wenn es
sehr stabil aussah. Aber der Raum hatte keine Fenster, und die Tür hätte
ich auch zu besseren Zeiten nicht eintreten können.

Ich überlegte ein paar Minuten und beschloss, dass die Haare das
kleinste Übel waren. Ich war nahezu haarfrei, und die Perücke war
ersetzbar.

Ich entdeckte eine Schwimmbrille bei dem Kanister. Nachdem ich sie
aufgesetzt hatte, ließ ich die Substanz über mich fließen und verteilte
sie mit den Händen. Es begann überall leicht zu brennen. Nach
geschätzten zehn Minuten ging ich unter die Dusche. Alle Haare wurden
weggewaschen. Ich war kahl. Tatsächlich hatte ich nur noch die Wimpern.

Als ich trocken war, wurde mir kalt. Das einzige Kleidungsstück war der
Body aus Latex. Ich zog ihn an. Dabei stellte ich fest, dass er innen
einen Dildo hatte. Und ich hatte keine Gleitcreme. Etwas Wasser musste
als Ersatz dienen. Es ging, war aber nicht sehr angenehm. Vor allem,
weil der Dildo sehr groß war. Mein Edelstahl umhüllter Penis ragte durch
ein Loch nach draußen.

Ich hatte nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn mehrere Personen kamen
herein. Vier Dienstmädchen in Latexuniformen und eine in einem strengen
Kleid, auch Latex. Alle hatten Gesichtsmasken auf. So konnte ich keine
Emotionen erkennen.

Wortlos nahmen sie mich in ihre Mitte und führten mich hinaus.

In einem größeren Raum warteten wenigstens zehn weitere Personen auf
uns. Auch alle in Latex gekleidet. Acht waren Dienstmädchen, teilweise
mit Ketten an Händen und Beinen. Und zwei hatten lange Latexkleider an.

Ich wurde an das andere Ende gebracht. Dort lagen die beschriebenen
Sachen und der Topf mir einer zähen schwarzen Flüssigkeit. Alles war auf
einer Plastikplane.

Niemand sagte etwas. Ich wurde nur angestarrt. Ich hatte immer noch
Kopfweh von der ersten Auseinandersetzung ein keinen Bedarf an mehr. Mir
gefiel die Idee nicht, weder Handschuhe noch Strümpfe ausziehen zu
können, aber was sollte ich machen? Es würde mich nicht umbringen, und
vielleicht ließen sie mich dann ja laufen, wenn ich dauerhaft als eine
der Ihren gekennzeichnet war. Irgendjemand würde es schon wieder
abbekommen.

Ich untersuchte die Sachen: Zwei lange Strümpfe, zwei lange Handschuhe
und eine gesichtsoffene Haube, die über den Hals ging. Erst jetzt
bemerkte ich, dass mein Halsband weg war. So aufmerksam gemacht griff
ich an die Ohren. Die Hänger waren weg, aber die fünf Stecker noch da.
Man hatte sie wohl nicht abbekommen.

Ich seufzte und steckte, da ich kein Werkzeug hatte, eine Hand in den
Topf. Damm schmierte ich reichlich auf beide Beine. Da ich keinen Lappen
hatte, wischte ich die Hand am anderen Arm ab. Dann zog ich die Strümpfe
an. Sie bedeckten praktisch das gesamte Bein. Ich strich über sie, bis
sie völlig glatt anlagen. Dann merkte ich auch schon, wie sie an der
Haut zu kleben begannen. Die Flüssigkeit außerhalb der Strümpfe
veränderte sich jedoch nicht. Die Strümpfe mussten etwas haben, was das
Zeugs zum Abbinden brachte.

Als nächstes behandelte ich den Kopf. Es war merkwürdig, über den völlig
haarlosen Schädel zu streichen. Dann setzte ich die Haube auf und strich
sie Glatt. Ein paar Minuten später hatte ich auch die Handschuhe an. Sie
bedeckten den gesamten Arm bis zu den Schultern.

Niemand reagierte. Ich merkte, wie sich erst am Kopf und dann an den
Armen sich das Latex mit der Haut verband. Ich versuchte an der Schulter
unter den Handschuh zu kommen. Keine Chance. Es war so, als ob jetzt der
Handschuh meine Haut war. Ich würde mich an schwarze Hände und Beine
gewöhnen müssen. Nach unten sehend sah ich den silbernen Stahl um meinen
Penis aus dem Body ragen. Es war ein starker Kontrast und fiel dadurch
sehr auf. Jeder würde an meinem fast vollständig schwarzen Körper zuerst
dahin sehen. Wenigstens war der Body nicht auch festgeklebt. Wohl wegen
des Dildos. Oder weil man das Schwitzen nicht überall unterbinden
konnte. Jedenfalls wollten sie mich nicht umbringen.

Jetzt kam eines der Dienstmädchen und wischte übrig gebliebene
Flüssigkeit ab. Dann wurde ich mit etwas eingesprüht und abgerieben. Nun
glänzte das Latex und die wenige nicht bedeckte Haut war sauber.

Topf und Plastikfolie wurden weggeräumt. Ich saß auf den Boden. Nun
wurde mir Glas mit etwas zu Trinken gebracht. Ich hatte tatsächlich
Durst und trank, in der Vermutung, dass damit die Prozedur beendet war.
Sekunden später fiel ich ohnmächtig um.

##

Als ich aufwachte, glaube ich zuerst nicht, wach zu sein. Alles war
dunkel. Das ich nicht klar denken konnte war auch die Nachwirkungen von
dem Zeugs, dass ich getrunken hatte. Schließlich merkte ich, dass ich
eine absolut dichte Kopfhaube trug. Mit den Handschuhen war tasten nicht
einfach. Aber ich hatte viel Zeit. Über Stunden war es mein einziger
Zeitvertreib. Denn eine Kette um meinen Hals hielt mich auf meine Liege,
ohne viel Spielraum.

Ich war überzeugt, dass es eine gepolsterte Lederhaube war. Die Augen
waren von weichen Teilen bedeckt, die sanft auf sie drückten. Riemen
hielten sie an Ort und Stelle. Ansonsten war es anscheinend ein Teil,
mit dem Versschluss im Nacken. Ich ertastete drei kleine Schlösser.

Es war meine erste Bekanntschaft damit, ich trug sie noch öfter. Es war
die klassische Methode: Zuerst wurde man mürbe gemacht, dann begann die
neue Erziehung. Jede Missachtung von Befehlen wurde drastisch bestraft.
Mit allem, was möglich war: Längeres bewegungsloses Fesseln in
Dunkelheit, Drohungen, Schmerzen und was es noch alles gab.

Ich dachte, ein Jahr wäre um, aber tatsächlich waren es nur vier Wochen,
als ich aus meiner Einzelzelle kam. Ich war völlig zerstört und hatte
vor allem panische Angst. Auf den leisesten Befehl machte ich alles. Und
ich meine alles.

Nun musste ich damit zum Geldverdienen beitragen. In so einem Klub geht
es nur um eines: Sex. Ich machte es in allen denkbaren Variationen mit
allen Körperöffnungen.

Wenn nicht „gearbeitet“ wurde, dann waren wir in einem kleinen Raum mit
mehreren Stockbetten angekettet. Dort hatte ich nichts an, was
bedeutete, es waren nur die Strümpfe, Handschuhe und Kopfhaube. Sie
ließen sich wirklich nicht mehr ausziehen, waren nun meine schwarze
Haut. Ich hatte mich längst daran gewöhnt, wie auch an meinen
eingeschlossenen Penis, der immer noch in seinem Edelstahlgefängnis war.

Ich war nicht der Einzige. Obwohl sechs Betten vorhanden waren, waren
nur drei belegt. Namen gab es nicht. Ich hätte nie gewagt einen zu
benutzen. Mein Nachbar war ganz nett, der andere schirmte sich ab und
sagte nie etwas. Wer weiß, was er erdulden musste. Keiner macht so etwas
ohne geistigen Schaden durch.

Mein Nachbar war ein gutes Beispiel. Er war wie einige Gefangene, die
nicht mehr aus dem Gefängnis wollten. Er hatte sich damit abgefunden,
hatte keinerlei Fluchtpläne. Wollte nur nicht bestraft werden.

Bei mir war das anders. Ich arbeitete konsequent auf eine Flucht hin.
Aber um in den öffentlichen Teil zu kommen, musste man Dienstmädchen
werden. Das war kein Abstieg, sondern ein weiter Aufstieg. Aber es sah
so aus, als mein Penis das verhinderte. Ein Penisgefängnis war bei
Dienstmädchen nicht erlaubt. Ihre Röcke waren kurz, und ein Penis war
das, was mich letztlich hierher gebracht hatte. Völlig inakzeptabel.

Aber nur in einer Dienstmädchenuniform durfte man aus den hinteren
Räumen hinaus. Die Katze biss sich in den Schwanz.

Und nun bekam ich gerade die Lösung präsentiert. Ich dachte, er wäre
operiert, weil er so eine Uniform trug und ich nie ein Penisgefängnis
gesehen hatte. Mit seiner nach vorne ragenden Form war das aber
eigentlich unmöglich zu übersehen. Aber er war nur kastriert.

Meinen Penis wegoperieren zu lassen erschien mir immer noch keine Option
zu sein. Obwohl meine Brüste mittlerweile einen C-Cup hatten. Als Quelle
männlicher Hormone hatten sie es nicht verhindern können. Die einzige
andere Funktion waren Samenzellen. Aber nach allem, was ich wusste, war
ich durch die Hormone sowieso steril. Es gab also eigentlich nichts, was
mich daran hielt.

Der Grund, warum man dann kein Penisgefängnis mehr trug, war die
mangelnde Befestigungsmöglichkeit. Nur mit dem Penis allein ging das
nicht, man brauchte den Hodensack samt Hoden.

Das erlaubte das Tragen der Uniform, und das wiederum machte mich zu
einer Frau, Penis hin oder her. Verquere Logik, aber ich habe sie nicht
gemacht.

Ich sagte also der Herrin meinen Entschluss. Sie nahm es sehr positiv
aus, als ob ich damit vom Saulus zum Paulus würde. Ich glaube, sie hat
sich zu lange selbst zugehört.

Aber das es so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht. Es wurde
nicht in ein paar Tagen gemacht, sondern gleich jetzt und hier. Ein
kurzer Befehl genügte und ich knebelte mich selber. Dann ging es in
einem der „Spielräume“. Dort musste ich mich auf eine Bank legen und
wurde sofort daran gefesselt. Die Beine kamen an zwei Ständern schräg
nach oben. Meine Genitalien lagen frei. Nun wurde mein Penisgefängnis
entfernt. Ich hatte Angst, riesige Angst. Schweißperlen bildeten sich
auf meiner Stirn.

„Keine Angst“, sagte die angebliche Frau mit einer ziemlich tiefen
Stimme. „Ich habe tausende Rinder kastriert.“

Und das befähigte ihn, es bei Menschen zu machen? Meine Angst stieg.

Er desinfizierte alles im Umkreis, Bank und meinen Körper. Mit etwas
Glück würde ich wenigstens keine Infektion bekommen.

Dann piekste mich etwas und ich fühlte, wie mein Unterleib taub wurde.
Ich war ein gutes Stück erleichtert, hatte ich doch geglaubt, dass er
einfach so zum Messer greifen würde.

Ich löste meine verkrampfte Haltung und sah an eine andere Stelle, als
zwischen meine Beine. Meine Genitalien konnte ich nicht sehen, da ich
meinen Kopf nicht heben konnte. So merkte ich erst jetzt, dass an der
Decke für Sexspielchen ein Spiegel war. Nicht immer konnte ich alles
sehen, da manchmal sein Kopf oder Hände im Weg waren. Aber prinzipiell
verstand ich, was geschah. Mein Schritt war von dem Desinfektionsmittel
orange gefärbt. Der Penis wurde nun nach oben gebunden, sodass der
Hodensack freilag.

Nun setzte er auch schon das Skalpell an. Pulskontrolle oder so etwas
gab es nicht. Das Ding wäre wohl auch aus dem Piepsen nicht
herausgekommen.

Ich spürte nichts von dem Schnitt. Kurz darauf waren beide Hoden in
einer Schale, die Samenleiter verknotet. Mit ein paar weiteren Schnitten
schnitt er den Hodensack ab und nähte alles zu. Ein kleiner roter Strich
war alles, was noch zu sehen war. Es hatte kaum geblutet. Er wischte es
noch einmal ab und klebte ein größeres Pflaster darauf. Nicht einmal
einen Verband gab es.

Meine Fesseln wurden gelöst und ich wurde in meinen Raum zu den anderen
gebracht.

Mein Nachbar sah das Pflaster und fragte, „Alle gut gegangen?“

Ich nickte. Sie hatten meine Hoden entfernt, als ob es ein Holzsplitter
im Finger gewesen wäre. Und anscheinend war alles gut gegangen. Ich
fühlte keine Schmerzen, auch als die Taubheit abklang.

Drei Tage lang wurde täglich das Pflaster gewechselt, nach einer Woche
sagte man mir, ich könne die Fäden entfernen. Mein Nachbar machte es mit
einer Nagelschere und Pinzette. Es ziepte ein wenig, dann war er fertig.
Ein letztes Pflaster, und die Sache mit den Hoden war endgültig
Geschichte.

##

Seit zwei Wochen war ich nun in einem Latex Dienstmädchenkostüm. Wie
wünschte ich mir nun meine rosa Uniform zurück!

Wenn ich in den Gasträumen war, dann war ich immer in Fesseln, meistens
mit mehreren Ketten. Die Tür in die Freiheit war so nah, aber selbst
ohne die Fesseln war es unmöglich. Der Typ, der mir die Hoden entfernt
hatte, hatte uns allen einen Chip implantiert, wie es auch Kühe,
Schweine und andere Haustiere hatten. Vermutlich stammte es auch daher.

Jedenfalls kam man da nicht durch, da an der Tür ein Scanner war, der
bei meiner Nummer sofort Alarm schlagen würde. Man hatte es mir an
meinem ersten Tag hier vorne vorgeführt und eingeschärft, nicht näher
als zwei Meter an die Tür zu kommen.

Nein, das war kein Weg. Ich musste durch den Lieferanteneingang. Dort
kam ich aber in einem Rock niemals durch. Das war in etwa die
Kontrolle: Hose ja, Rock nein. So einfach. Für manche der mit dicken
Muskeln ausgestatteten Typen auch das Maximum an Intelligenzleistung.
Aber ich trug Fesseln. Sie hinderten mich nicht am weggehen, aber am
Ausziehen.

Aber ich hatte es geschafft, einige Sachen auf die Seite zu bringen. Von
Kunden, die vollgetrunken oder zugedröhnt das Eine oder Andere liegen
ließen. Da es um Sex ging, waren es auch Sachen, die in einer normalen
Bar niemals liegen bleiben würden.

Ich hatte bereits eine Krawatte, eine „Schlägerkappe“ und ein Hemd – aus
Latex. Es schien eine Bedingung zu sein, wenn man in die Separees oder
Spielräume ging. Ich versteckte es in einer Toilettenspülung. Etwas
anderes als Latex hätte hier Probleme gemacht.

Gestern hatte ich mein Glück kaum glauben können, als ich eine Jeans
erbeutete. Auch aus Latex. Dabei sah sie völlig normal aus, genau wie
das Hemd. Das einzig Besondere an der Hose waren die Reißverschlüsse
über die ganze Beinlänge. Aber sie waren als Naht getarnt, man sah sie
nicht. Diese Reißverschlüsse waren für mich sehr wichtig.

Nachts waren wir immer angekettet, da war eine Flucht unmöglich. Es ging
nur tagsüber. Und da half nur: Frechheit siegt. Selbstbewusstes
Auftreten war mein Schlüssel. Denn ich würde aus meinen Stiefeln nicht
herauskommen, das dauerte viel zu lange. Sie hatten eine Schnürung, für
die man ewig brauchte, und darüber Schnallen, die sehr fummelig waren.
Selbst offen waren sie immer noch sehr eng und rutschten schlecht über
meine Latexstrümpfe. Deswegen half mir immer jemand, meistens mein
Nachbar, denn er hatte dasselbe Problem.

Ich musste also in Latexstiefeln mit himmelhohen Absätzen flüchten.
Innen ging das, aber außen? Die Schuhe, in denen ich gekommen war,
hatten viel breitere Absätze als diese Nadeldünnen, und die hatten schon
Schwierigkeiten gemacht.

Am nächsten Tag war es soweit. Ich war erstmalig ohne Fesseln. Man
vertraute mir genügend, da ich nie aufbegehrt hatte, sondern alle
Befehle wie ein Roboter ausgeführt hatte.

Der Klub machte erst nachmittags auf, und das war der einzige Zeitpunkt.
Nur dann kamen Lieferanten und der Hintereingang war offen.

Aber das größte Problem war ich selber. Schon bei Madame war ich
konditioniert worden. Eines der Resultate war, dass ich sie nicht beim
Namen nannte, sondern nur Madame. Und auch sonst war ich ein devotes
Dienstmädchen, das ständig knickste. Kein Mädchen machte das sonst.

Und hier war die Konditionierung noch viel stärker. So stark, dass es
beinahe reichte, mich am Flüchten zu hindern. Beinahe. Bei meinen zwei
Zimmerkollegen hingegen hatte es funktioniert.

Als es dann so weit war, schalte ich einfach mein Gehirn ab. Ich machte
mir vor, ich würde einen Befehl ausführen. Und ich war trainiert,
Befehle bedingungslos auszuführen.

In der Nähe des Lieferanteneingangs bewaffnete ich mich mit Klebeband –
das gab es immer, wo mit Kartons hantiert wurde. Dann ging es in eine
Toilette. Jetzt musste es schnell gehen.

In einer Minute hatte ich die Latex Uniform aus. Das Korsett blieb, es
machte sowieso keinen Unterschied, da es für meine Taille zu groß war –
selbst in der kleinsten Schnürung war es gerade so eng wie meine Taille
natürlich war. Dadurch war es natürlich sehr angenehm zu tragen – meine
Zimmerkollegen hatten große Schwierigkeiten damit.

Nun nahm ich das Klebeband und wickelte es eng um meine Brust. Meine
Brüste wurden klein gequetscht. Es würde nicht angenehm sein, es wieder
zu entfernen, aber das war mein kleinstes Problem.

Ich zog die Hose an und zog die Reißverschlüsse an den Beinen zu. Sie
war eigentlich zu lang für mich, aber durch die hohen Absätze ging es.
Dadurch waren sie angenehmerweise auch größtenteils verdeckt.

Oben hätte mir die Hose vor einigen Monaten gepasst, die Weite war meine
alte Größe. Nun aber bekam ich sie kaum über meine Hüfte. Der Bund
hingegen war um Welten zu locker. Das war aber egal, sie würde auch so
oben bleiben, sozusagen als Hüfthose.

Das Hemd, das ich nun anzog, verdeckte Hosenbund, Taille und Klebeband.
Als letztes kam die Latexkrawatte um den Hals. Sie verdeckte, dass mir
das Hemd zu groß war, indem sie den Kragen eng genug um meinen Hals zog.
Nun noch die Schlägerkappe auf meinen Kopf und ins Gesicht gezogen. Mein
schwarzer Kopf war das größte Risiko. Durch die Kappe war die glatte
glänzende Umhüllung nicht ganz so offensichtlich, sie lockerte die
Kontur auf.

Ich versteckte meine Uniform in der Decke, deren Verkleidung leicht
anzuheben war. Dann ging es auf den Flur. Ich sah einen Lieferanten
etwas in den Keller tragen. Neben der Treppe lagen einige Kartons, die
wohl gerade eben geliefert worden waren. Ich nahm einen kleinen und trug
ihn wieder nach draußen. Dort waren die zwei Muskelpakete, die jetzt
hier aufpassten und abends an dem Haupteingang Türsteher waren. Sie
waren unter einem Sc***d mit rot durchgestrichener Zigarette am Rauchen.
Einer warf mir einen kurzen gelangweilten Blick zu und unterhielt sich
dann mit seinem Kumpel weiter.

Ich ging auf die Rückseite des Lieferwagens und warf den Karton hinein.
Dann ging ich weiter, ohne mich umzusehen. Hoffentlich verrieten mich
die Geräusche meiner Schuhe nicht. Hätte mich jemand zurückgerufen, ich
wäre dem Befehl wohl gefolgt, statt zu verschwinden.

Aber ich hatte unendlich viel Glück. Ich lief immer weiter, wie ein
Roboter. So lange, bis mir die Beine den Dienst versagten. Ich musste
Stunden unterwegs gewesen sein, es war längst dunkel. Ich kroch zwischen
zwei eng aneinander geparkte Autos und schlief ein.

Die Dämmerung weckte mich. Ich folgte sofort dem mir gestern selber
gegebenen Befehl: So weit wie möglich weg von dem Klub. Nach ein paar
Stunden war die nächste Pause fällig, ich konnte einfach nicht mehr.
Aber dann trieb mich die Angst weiter.

Nun kam mir die Umgebung bekannt vor. Unbewusst war ich in Richtung der
Villa gelaufen. Noch eine Stunde und ich ging mit letzter Kraft durch
das Tor. Noch ein paar Meter die Auffahrt hinauf, dann brach ich
zusammen.

##

„Sie ist wach“, hörte ich eine bekannte weibliche Stimme.

Langsam nahm ich meine Umgebung wahr. Ich lag in einem vertrauten Bett,
in einem vertrauten Zimmer. Es suggerierte sofort, dass ich in
Sicherheit war. Zum ersten Mal nach so langer Zeit.

Dann hörte ich auf einmal eine andere Stimme etwas antworten. Oh nein,
es war der Butler! Er würde mich bestrafen! Ich musste weg.

„Schnell, sie dreht durch. Haltet sie fest. Wo bleibt der Arzt?“

Dann fühlte ich, wie ich festgehalten wurde. Ich wand mich, aber es half
nicht. Schließlich sagte die weibliche Stimme, „Nun bleib doch endlich
liegen!“

Sofort folgte ich dem Befehl. Aber die Anstrengung war sowieso zu viel
für mich gewesen. Es wurde wieder schwarz um mich.

##

Ich wachte wieder auf. Diesmal saß jemand neben mir. Nun hatte ich auch
keine Schwierigkeiten, sie sofort zu erkennen. „Tina!“

„Michelle! Geht es dir besser?“

„Ich glaube, es geht ganz gut. Die Beine schmerzen.“

„Du musst sehr lange gelaufen sein. Deine Stiefel sahen schrecklich
aus.“

„Ja, es war wohl ziemlich lang.“

„Genug“, sagte eine andere Stimme. „Jetzt bin ich erst einmal dran.“ Ein
junger Mann kam zu mir. „Ich bin der Hausarzt. Ich habe gerade die
Laboruntersuchungen bekommen und bin deswegen hier. So etwas wie dich
hatte ich noch nie gehabt.“

„Was- was ist das Problem?“

„Oh, du hattest eine Menge Psychopharmaka in dir. Mehrere Wirkstoffe.
Ich weiß noch nicht alles.“

„Psychopharmaka?“

„Ja, bewusstseinsverändernde Substanzen. Wie lange hast du das
genommen?“

„Ich weiß nichts davon.“

„Sicher? So etwa geht doch nicht unbemerkt.“

„Ich weiß wirklich nichts davon. Aber vermutlich hat man es mir mit dem
Essen gegeben.“

„Wie auch immer, das werden wir später klären. Die nächsten Tage könnten
unangenehm werden. Du wirst eine Art Entzug durchmachen.“

„Schlimm?“

Er drehte sich um. „Verlassen Sie bitte den Raum, damit ich mit meiner
Patientin ungestört reden kann.“

Als ich allein mit ihm war, fuhr er fort, „Ein junges Mädchen hätte wohl
einige Probleme, aber ein erwachsener Mann wird es gut durchstehen.
Kopfweh und Schweißausbrüche, Angstzustände, Schwindelattacken.
Vielleicht auch Realitätsverlust, aber ich glaube, das haben wir schon
hinter uns.“

„Sie wissen, dass ich ein Mann bin?“

„Nun, ich bin Arzt. Aber eigentlich brauche ich nur diese Decke
zurückzuschlagen, um einen Penis zu sehen.“

„Bitte sagen Sie es niemanden, besonders Tina nichts.“

„Sie wird nichts erfahren. Aber Madame…“

„Sie weiß es sowieso.“

„Aber jetzt erzähle mir, warum hast du diese Latexsachen an? Und auch
noch festgeklebt. Ich hatte Schwierigkeiten einen Ort für eine Injektion
zu finden.“

„Injektion?“

„Ein Beruhigungsmittel. Und dann einen Tropf gegen die Dehydration.“

Schon wieder, dachte ich. Bei der nächsten Flucht muss ich mehr trinken.
„Gehen die Sachen wirklich nie wieder ab?“

„Hat man das dir gesagt? Äh, ich darf doch du sagen? Du dürfest älter
sein als du aussiehst. Nach deinem Ausweis bist du siebzehn, aber das
kann ich kaum glauben.“

Ich nickte. „Sie dürfen du sagen, jeder tut es. Und ich bin tatsächlich
27. Was ist nun mit dem Latex?“

ൣ? Das hätte ich nicht gedacht. Nichts hält auf der Haut ewig, denn
sie erneuert sich laufend. Und damit kann auch alles noch so gut
festgeklebte nicht mehr halten, denn das haftet nur auf den obersten
Hautschichten. Und die erneuern sich laufend, wie schon gesagt. Wie
lange hast du es denn schon auf der Haut?“

„Ich weiß nicht genau… Welches Datum haben wir?“ Er sagte es.
„Ungefähr sieben Wochen.“

„Sieben Wochen? Du musst einiges durchgemacht haben.“

„Das kann man wohl sagen. Wie lange bleibt das noch auf meiner Haut?“

„Hautzellen erneuern sich je nach Umwelteinflüssen. Eigentlich müsste es
nicht mehr allzu fest haften. Du musst dir das Vorstellen wie nach einem
Sonnenbrand, wenn sich die Haut pellt. Das geschieht auch nicht ganz
gleichmäßig; an einigen Stellen ist die Haut schon ab, an anderen hält
sie noch ziemlich fest. Hast du schon probiert, es auszuziehen?“

Ich schüttelte den Kopf. Man probiert nichts, von dem man glaubt, es
geht sowieso nicht.

„Dann lass es uns doch versuchen.“ Er pulte vorsichtig. Ein Stück weit
ließ sich der Handschuh tatsächlich ablösen, dann tat es weh.

„Ich nehme nicht an, du willst warten, bis das sich das auf natürliche
Weise löst?“

„Nein, ich möchte so schnell wie möglich heraus. Ich kann kein Latex
mehr sehen.“

„Das kann ich mir vorstellen. Nun, dann werden ich dir ein Mittel geben.
Das habe ich sogar dabei, denn ich brauche es häufiger.“ Er gab mir zwei
Kapseln. „Jetzt eine und heute Abend eine. Es ist ein Mittel gegen Akne.
Es wirkt auf die Erneuerung der Hautzellen.“

Mit dem mir gereichten Wasserglas schluckte ich eine der Kapseln.

„Ich denke, morgen bekommen wir die Sachen ab. Spätestens übermorgen.“

„Sehr gut.“

„Erzählst du mir nun, was vorgefallen ist?“

„Ich muss darüber nachdenken. In meinem Kopf ist zu viel durcheinander.“

„Aber es könnte ein Täter entkommen.“

„Ich kann keine Täter identifizieren, habe nie ein Gesicht gesehen. Ich
kenne nur einen Ort. Und das dürfte nicht helfen. Ich kann niemanden
nachweisen, überhaupt dort gewesen zu sein.“

„Aber das weißt du so doch nicht, die Polizei könnte trotzdem jemanden
überführen.“

„O doch, ich weiß. Ich bin Detektiv. Das Ganze ist bei Nachforschungen
einem Auftrag passiert.“

„Oha, und ich dachte, du wärst hier als Dienstmädchen angestellt? Sagte
man mir jedenfalls.“

„Stimmt. Mein Cover.“

„Da bin ich anscheinend in einen richtigen Krimi geraten?“ sagte er mit
deutlich mehr Respekt in der Stimme. „Sollte ich dann besser nicht ‚du‘
sagen?“

„Nein. Es gehört zu meinem Job. Ich bin daran gewöhnt und habe kein
Problem damit. Ganz im Gegenteil, Sie könnten mein Cover zerstören.
Nennen Sie mich bitte Michelle, wie jeder.“

„Gut, wenn du es so willst. Es fällt mir auch leichter, denn Du siehst
unglaublich jugendlich aus.“

„Ich weiß. Leider. Es gab gerade einen Fehler bei der Behörde. Nun bin
ich ganz offiziell siebzehn, der Ausweis ist echt.“

„Manchmal wünsche ich mir auch, wieder zehn Jahre jünger zu sein.“

„Ja, aber es hat nicht nur Vorteile. Ich bin nicht mehr volljährig.“

Er überlegte einen Moment. „Wer ist dein Vormund?“

„Es gibt keinen. Wie ich sagte, es war ein Fehler.“

„Das könnte problematisch werden. Du kannst nichts Wichtiges
unterschreiben.“

„Ein Grund mehr, keine Polizei einzuschalten. In ein paar Wochen bin ich
achtzehn. Zum zweiten Mal.“

„Gut. Ich werde mir dann die nötigen Sachen ersatzweise von Madame als
deinem Arbeitgeber unterschreiben lassen. Du bist Krankenversichert?“

„Ich bin regulär angestellt und natürlich versichert. Meine Karte war
nur noch nicht ausgestellt worden, das dauert immer ein bisschen.
Vielleicht hat Madame sie in der Zwischenzeit.“

„Ich werde sie fragen. Für heute machen wir Schluss. Wir sehen uns
morgen wieder.“

##

Am nächsten Morgen fühlte ich mich fit und ausgeschlafen. So gut wie
seit Langem nicht mehr. Ich ging unter die Dusche. Ich sehnte den
Augenblick herbei, wo ich wieder Wasser auf meinen Armen und Beinen
fühlen konnte.

Ich hatte keine Lust wieder in das Bett zu gehen. Aber so konnte ich das
Zimmer nicht verlassen, nur mit Handschuhen, Strümpfen und Kopfhaube
bekleidet. Ich wollte auf keinen Fall so gesehen werden, vor allem nicht
von Tina. Ich brauchte etwas anzuziehen.

Aber der Schrank hatte nichts zu bieten. Die von Tina gekaufte
Unterwäsche war in dem Klub zerrissen worden, und andere gab es nicht,
da ich die ganze Zeit nur den Keuschheitsgürtel getragen hatte.

Aber der war da. Ich betrachtete ihn.

Mit der Konditionierung von Menschen ist es nicht viel anders als mit
der Dressur von Tieren. Man kann nur das verstärken, was schon da ist.
Zebras zum Beispiel, obwohl sehr nahe mit Pferden verwandt, kann man
nicht reiten. Keine Chance, selbst wenn sie von Menschen aufgezogen
werden. Pferde hingegen lassen sich das gefallen, lieben sogar ihren
Herrn.

Die letzten zwei Monate hatten nichts an meiner Faszination für
Schlösser ändern können. Ganz im Gegenteil. Und meine Hemmschwellen
waren mir abtrainiert worden. Jedenfalls, wenn es um solche Dinge ging.

Ohne zu zögern legte ich mir ihn an. Zum Verschließen brauchte man keine
Schlüssel. Der Dildo war nichts Ungewohntes mehr. Im Gegenteil, ich
fühlte mich nun sicher. Niemand kam mehr an meinen Anus heran.

Nicht viel später klopfte es. Das konnte kaum der Butler sein.

Es war Tina mit dem Frühstück. Es war sehr merkwürdig sie mit dem
Tablett in ihrer Uniform zu sehen. Ich konnte es innerlich nicht fassen,
dass mich ein Dienstmädchen bediente. Normalerweise bedienten wir
zusammen andere. Ich hätte ihr am Liebsten das Tablett aus der Hand
genommen.

Nun begrüßten wir uns aber erst einmal ausgiebig mit einer langen
Umarmung. In ihren Schuhen war sie größer als ich, sehr ungewohnt für
mich. Sonst waren wir ja immer genau gleich groß.

Ich setzte mich und begann zu frühstücken – ich hatte Hunger wie lange
nicht mehr. Dabei unterhielten wir uns. Sie wollte natürlich wissen, was
passiert war, und fragte mich zu den Latexsachen, die ich trug. Ich
erklärte es, sagte aber nichts weiter zu den Ereignissen im Klub. Es
reichte, wenn das in meinem Kopf war.

Sie fragte nicht nach dem Keuschheitsgürtel, dachte wohl ich hätte ihn
die ganze Zeit angehabt. Unter der Bettdecke hatte sie es nicht sehen
können. Ich war aber sehr froh ihn angezogen zu haben. Es wäre für mich
ein Desaster gewesen, hätte Tina meinen Penis gesehen.

Dabei wusste ich nicht einmal genau warum. Vermutlich wollte ich unsere
Freundschaft nicht gefährden. Sie war die einzige Freundin, die einzige
Vertrauensperson, die ich hatte.

Nach einiger Zeit, es musste schon später Vormittag sein, wurde mir auf
einmal klar, dass sie nicht arbeiten gegangen war.

„Musst du nicht arbeiten?“

„Nein, ich bin den ganzen Tag nur für dich da. Madame macht sich große
Sorgen.“

Oh. Das hatte ich nicht erwartet.

##

Am Nachmittag kam der Arzt wieder. Ich hatte eine der Uniformen von Tina
an. Wir hatten erst meine probiert, aber das Rosa sah mit schwarzen
Armen und Beinen nicht gut aus. Mir wäre es nicht so wichtig gewesen,
aber Tina meinte, ich müsse so gut aussehen, wie es eben ging. Und ich
konnte nicht mit nackten Brüsten außerhalb des Bettes sein. Mit ihrer
Uniform sah sogar mein schwarzer Kopf nicht ganz unpassend aus. Vor
allem, als sie kichernd ein Spitzenhäubchen mit Klebeband befestigte.

Der Arzt sah mich merkwürdig an. „Schon wieder in Uniform?“

„Ja, ich habe nichts anderes. Und ich kann nicht allen meine Brüste
zeigen.“

„Ah, ich verstehe. Es steht dir ausgezeichnet. Du machst ein sehr süßes
Dienstmädchen, wenn ich das sagen darf. Aber nun musst du es ausziehen.“

Ich folgte seiner Aufforderung.

„Ein Keuschheitsgürtel?“ fragte er ziemlich erstaunt.

„Ja. Ich wollte nicht, dass jemand meinen Penis sieht. Und ich hatte
nichts anderes.“

„Aber ein Keuschheitsgürtel? Das würde kaum jemand freiwillig anziehen.“

„Ich habe schon vor einiger Zeit entdeckt, dass ich es mag, in etwas
eingeschlossen zu sein.“ Ich zuckte die Schultern. „Es ist stärker
geworden.“

„Ich denke, das wird wieder etwas normaler werden, wenn erst einmal alle
Drogen aus deinem Körper sind. Irgendwelche Probleme?
Entzugserscheinungen?“

„Überhaupt nicht. Mir geht es so gut wie lange nicht mehr. Ich habe
heute Morgen unglaublich viel gegessen.“ Ich zeigte auf meinen Bauch.
Man konnte es tatsächlich sehen.

„Das ist sehr gut. Wenn der Appetit da ist, dann ist man auch meistens
gesund. Gut, dann wollen wir sehen, ob wir die Latexsachen abbekommen.“

Es war nicht einfach und auch schmerzhaft, und hinterließ mich mit so
roter Haut wie nach einer Züchtigung durch den Butler. Aber es war ab.
Creme half, die gereizte Haut zu beruhigen.

Ich saß in meinem Babydoll auf dem Bett, als Tina wiederkam. „Oh, das
sieht ja schlimm aus!“

„Ist nicht so schlimm. Es endlich los zu sein ist wichtiger. Morgen ist
alles vorbei.“

„Gut, denn morgen will dich Madame sehen. Da solltest du besser nicht
mehr so aussehen.“ Für Tina war es sehr wichtig, dass man gut aussah.

Wir quatschten bis spät in den Abend. Ihre Nähe gab mir eine
Geborgenheit, die ich schon lange nicht mehr gespürt hatte.

##

Am nächsten Morgen half mir Tina in mein rosa Korsett. Ich wusste nicht,
ob ich immer noch angestellt war, nachdem fast zwei Monate verstrichen
waren. Aber ich hatte keine Kündigung bekommen, also galt der
Angestelltenvertrag noch. Und der verpflichtete mich zu meiner Uniform.

Ich fand es nicht schlecht. Es war etwas Gewohntes. Andere
Mädchenkleidung wäre mir nur fremd erschienen. Ich musste es erst
lernen, mich wie alle anderen Teenager anzuziehen, und das als normal zu
betrachten.

Tina schüttelte den Kopf, als ich sie aufforderte, auch die Schlösser zu
befestigen. Ich erzählte ihr nicht warum. Eigentlich sollte sie es
verstehen, bei ihrer eigenen Faszination dafür. Als sie dann die
Schlösser zudrückte, sah ich ihr Gesicht. Sie genoss es.

Ich sah aus wie immer, selbst eine Perücke hatte sich gefunden. Zum
ersten Mal trug ich wieder normales Makeup. Ich fühlte mich gut.

Dann musste ich mich bei Madame melden. Ich trat ein und machte den
gewohnten Knicks. Der Butler war auch da.

„Nein, bitte knicksen Sie nicht. Warum haben Sie denn die Uniform an?“

„Ich dachte… Bin ich denn gekündigt?“

„Oh – ich denke, nein.“

„Dann muss ich sie tragen.“

„Nein. Es ist Zeit für Erklärungen. Das Spiel hat ein Ende.“

„Spiel?“

„Ja. Ich fürchte, ich war nicht sehr aufrichtig zu Ihnen. Es gibt keinen
verschwundenen Vater.“

Meine Augen wurden groß. „Oh!“

Sie zeigte auf den Butler. „Darf ich vorstellen? Mein Mann.“

Meine Augen wurden noch größer.

„Am besten fange ich ganz am Anfang an. Wir sind sehr begütert, das
dürfte klar sein. Das resultiert aber auch irgendwann in einer gewissen
Gelangweiltheit. Wenn man sich alles kaufen kann und sich auch sämtliche
Dienstleistungen leisten kann, dann ist nichts mehr wirklich reizvoll.
Manche stürzen sich dann in Arbeit, aber wir sind beide nicht so
arbeitsam.“ Sie lächelte ihren Mann an. Erst jetzt bemerkte ich, dass er
einen normalen Anzug trug, keine Butleruniform.

„Wir entdeckten unsere Liebe für Rollenspiele. Zuerst nur kurz zum Sex,
wurden sie langsam immer mehr. Wir lebten unsere Fantasien aus. Als
Folge entstand auch der gesicherte Raum. Nun kann man in diversen
Outfits nicht immer Schlüssel mit sich tragen. Deshalb installierten wir
eine optische Zugangskontrolle. Aber dann programmierten wir sie mit
einem falschen Bild. Mein Mann hat es mit Technik nicht so.

Jedenfalls mussten wir eine Lösung finden, dort wieder hineinzukommen.
Es waren nicht nur die Outfits, wir lagerten auch andere wertvolle Dinge
dort. Es war eben ein gut gesicherter Raum.

Aber woher jemanden nehmen, der wie ein Fetisch Dienstmädchen aussah?
Mit einer unnatürlich schmalen Taille. Ich sagte, dass es schwierig
werden würde, ein Mädchen zu finden, dass so ein enges Korsett tragen
wollte. Er meinte, wieso Mädchen? Ein Mann könne das doch auch.“

In diesem Moment fühlte ich mich hintergangen und betrogen. Wut keimte
in mir auf. Ich hatte meine Taille und Brüste zum Spaß der Beiden!

Aber sie fuhr fort, „Ich wollte das nicht glauben Und das führte dann zu
unserer Wette. Ganz wichtig dabei war, dass niemand zu etwas gezwungen
werden durfte. Alles musste rein freiwillig sein. Ich könnte nie damit
leben, jemand anderes Körper zwangsweise zu verändern.“

Mir fiel nun ein, dass ich tatsächlich alle Entscheidungen völlig
freiwillig getroffen hatte. Meine Wut legte sich etwas.

„Dann entwickelten wir die Geschichte mit dem verschwundenen Vater.
Tatsächlich geht es meinem Vater sehr gut, er lebt in Florida. Ich
suchte einen Detektiv, der nicht zu breit gebaut war. Den Rest kennen
Sie.“

Nach einer Pause fuhr sie fort. „Allerdings entwickelte sich einiges
nicht so, wie wir das geplant hatten. Ich gebe zu, dass die hohe Stimme
meine Idee war. Ich wollte nicht, dass unser neues Dienstmädchen zu sehr
auffällt. Heute habe ich ein schlechtes Gewissen, Sie dazu überredet zu
haben. Aber von der Brustentwicklung wurden wir völlig überrascht, wir
wussten nichts von den Hormonen. Sie sollten auch dringend zu einem
Endokrinologen gehen, um das überprüfen zu lassen.

Erst recht hatte niemand vermutet, dass Sie in den Klub landen können.
Sie können sich nicht vorstellen, wie leid uns das tut, was Sie erdulden
mussten. Von vornherein war eine größere Entschädigung für Sie gedacht
gewesen, die sie auch bekommen haben.“

„Entschädigung? Ich weiß von nichts.“

„Fassen Sie ich an Ihre Ohren. Genau, die Ohrstecker. Echte Diamanten,
und nicht klein. Ihr Kopf ist mehr Wert als mancher Luxus-Sportwagen.
Leider sind die Ohrringe und Halskette weg. Sie sind auch sehr wertvoll
gewesen. Der Name in Diamanten sollte zeigen, wie viel Sie uns Wert
sind.“

Ich sah, dass sie wirklich enttäuscht war. Nicht so sehr wegen des
finanziellen Verlustes, sondern wegen der Geste, die dahinter stand. In
dem Moment beschloss ich, die Sachen wieder zu beschaffen. Schließlich
war so etwas mein Beruf.

„Wie gesagt, wir wollten nie, dass es so enden würde, mit körperlichen
Folgen für Sie, die nicht mehr änderbar sind. Der Arzt erzählte uns, Sie
haben keinen Hoden mehr?“

Ich nickte.

„Der Arzt hat das Arztgeheimnis nicht verletzt. Sie sind offiziell
Minderjährig, und er wandte sich an uns als Ersatz für einen Vormund. Es
tut mir leid, dass es dazu kam. Die Namensänderung war meine Idee. Sie
wäre problemlos wieder rückgängig zu machen gewesen. Ich fürchte, nun
liegen die Dinge komplizierter. Zuerst war ich amüsiert über den Fehler,
da er so gut passte. Aber nun habe ich die Folgen erkannt.“

Ich nickte wieder.

„Auch wenn wir für einige der Dinge, die geschehen sind, nichts können,
haben wir sie in Gang gesetzt und sind damit für die Folgen
verantwortlich. Sie werden kaum mehr in ihrem Beruf arbeiten können. Wir
haben deshalb diese Apanage für Sie gewährt. Hier ist die notarielle
Beglaubigung.“

Ich las kurz über das Dokument. Die Summe, die ich bis zu meinem Tod
erhalten würde, machte mich schwindlig. Ich würde es nie wieder nötig
haben zu arbeiten.

„Darüber hinaus möchten wir Ihnen ein normales Leben ermöglichen. Wenn
Sie eine Operation zur Geschlechtsangleichung wünschen, dann übernehmen
wir die Kosten. Es steht ihnen frei.“

Tatsächlich den letzten Schritt gehen? Es hatte seinen Schrecken
verloren. Ich würde es wohl machen. Ich konnte nicht ewig einen
Keuschheitsgürtel tragen.

„Nun bleibt nur noch eines. Wir haben tatsächlich noch einen gültigen
Arbeitsvertrag. Wenn Sie möchten, heben wir ihn fristlos auf.“

Ich überlegte. „Und andernfalls?“

„Sie können gerne hier als Dienstmädchen bleiben, wenn Sie das Wünschen.
Ein passendes Arrangement kann gefunden werden.“

„Ich brauche Zeit zum Überlegen. Wie wäre es, wenn ich erst einmal bis
zum Monatsende bleibe? Ich möchte in einer gewohnten Umgebung sein, nach
allem, was passiert ist.“

„Sicher kein Problem. Allerdings zu den Bedingungen des Vertrages. Ich
will und muss alle Angestellten gleich behandeln. Das heißt
Uniformpflicht und auch disziplinarische Maßnahmen, falls nötig. Und ich
fürchte, mein Mann fährt völlig auf Züchtigungen ab und wird nicht
darauf verzichten.“

Sie rieb sich unbewusst den Po. Eine interessante Ehe, dachte ich. Wie
sie wohl in einem durchsichtigen PVC Rock aussah?

„Ich akzeptiere das gerne. Ich müsste nur öfters tagsüber weg, um meine
Angelegenheiten zu regeln.“

„Kein Problem. Sie können gehen, so oft Sie wollen. Nur sagen Sie bitte
den anderen Angestellten, sie wären in meinem Auftrag unterwegs und
müssten Besorgungen für mich machen. Deshalb würde ich es begrüßen, wenn
Sie in Uniform gehen und sich anderswo umziehen. Wir haben ein
Appartement in der Stadt, das sie nutzen können.“

„Kein Problem.“

„Gut. Der Butler wird sich darum kümmern.“

Sie sah meinen Blick zu ihrem Mann. „Nein, der richtige Butler. Er war
damals in Urlaub. Sie haben ihn wohl nicht gesehen, weil Sie auf dem
Zimmer gefrühstückt haben.“

Ich nickte verstehend.

„So, das wäre dann wohl alles,“ schloss sie das Gespräch auf die
gewohnte Weise ab.

„Nein, noch nicht ganz“, sagte ihr Mann. „Sollte sie nicht besser
Psychiatrisch betreut werden? Eine Zeit in einer guten Klinik, um alles
verarbeiten zu können.“

„Ich fühle mich wohl“, antwortete ich. „Ich denke, ich kann das ohne
Hilfe verarbeiten.“

„Sie mögen eine starke Persönlichkeit haben. Aber was ist mit der
Konditionierung?“

„Die Drogen sind bereits völlig verschwunden. Ich könnte
Entziehungssymptome bekommen, habe ich aber nicht. Er Arzt meint, ich
bin gesund.“

„Die Drogen waren nur Hilfsmittel. Das ändert nichts daran, was in ihrem
Kopf ist.“

„Woher wissen Sie das eigentlich? Ich habe niemanden etwas erzählt.“

„O doch, haben Sie. Die erste Zeit, als Sie hier eingetroffen waren. Sie
können sich nicht mehr erinnern?“

Ich schüttelte den Kopf.

„Da waren Sie noch unter dem Einfluss der Drogen. Ich denke, ich habe
ein gutes Bild davon, was vorgefallen ist. Und ich teile ihren
Entschluss, nicht damit zur Polizei zu gehen. Aber Sie sollten eine
Therapie machen.“

Aha, der Arzt hatte gepetzt. Aber das war eigentlich klar. Es wurde
dringend Zeit, dass ich nicht mehr minderjährig war.

Ich schaute ihn skeptisch an. „Ich denke, dass ich nicht nötig.“

„So? Ich glaube, doch.“ Sein Ton veränderte sich. „Auf die Knie,
Schlampe, und blas mir einen.“

Blitzartig war ich auf den Knien, hatte seine Hose auf und begann
intensiv zu saugen und mit der Zunge zu spielen. Sofort bekam er eine
Erektion.

„Nein, nein, hör sofort auf!“

Beinahe widerwillig hörte ich auf.

Peinlich berührt, und mit einem vorwurfsvollen Blick seiner Frau,
brachte er sich wieder in Ordnung.

„Entschuldigung. Ich wusste nicht, dass du so schnell sein würdest. Aber
es zeigt gut das Problem.“

Ich war erstaunt über mich selbst. Ich hatte reagiert wie ein Roboter.

Nach einem Moment nachdenken sagte ich, „Ich bin selber erstaunt, muss
ich sagen. Aber ich möchte vorläufig keine Therapie. Ich denke, es gibt
nicht allzu viele Leute hier, die mir befehlen, ihnen einen zu blasen.“
Ich lächelte, um ihn zu zeigen, dass ich keinen Groll hegte.

„Gut, wie Sie wollen. Aber denken Sie darüber nach. Vor allem, wenn Sie
ungewöhnliches Verhalten an sich feststellen. Beziehungsweise andere
Ihnen das sagen.“

„Wie- wie lange war ich hier, bevor ich zu mir gekommen bin?“

„Zwei Tage“, antwortete sie. „Mein Mann hat die ganze Zeit an Ihrem Bett
gesessen, ist Ihnen nicht von der Seite gewichen.“

„Oh!“

„Auch wenn er dir ein paar Klapse auf den Po gegeben hat, denke nicht,
das er so ist. Er ist ein herzensguter Mensch, sonst hätte ich ihn nicht
geheiratet. Nur manchmal ein bisschen wild.“

##

Damit könnte die Geschichte zu Ende sein – wenn nicht mein Stolz wäre.
Ich hatte mir in den Kopf gesetzt, den verlorenen Schmuck wieder zu
beschaffen.

Ich dachte lange darüber nach, wie das gehen könnte. Klar, man könnte
die Inhaber anzeigen. Aber das würde sicher zu nichts führen. Würde er
tatsächlich gefunden werden – wenn überhaupt – bekäme ich ihn erst nach
einem Gerichtsverfahren. Und wie das ausgehen würde, war nach der
Beweislage sehr zweifelhaft.

Nein, ich musste ihn mir holen. Mit Gewalt? Ich konnte das sicherlich
nicht. Und andere einzuweihen erschien mir fraglich. Nein, ich musste da
alleine hinein. Aber das nutzte nichts. Ich wusste, wo die Wertsachen
lagen. In einem Stahlschrank. Dort, wo ich mir selber die Handschuhe und
Stümpfe angeklebt hatte.

Aber dort kamen neben dem Chef nur die herein, die wie ich dort bestraft
wurden. Ein Plan begann sich in meinem Kopf zu formen…

Die nächsten Tage bereitete ich alles genauestens vor. Maßgeblicher
Punkt war Tinas Freund, der dort arbeitete. Als Aushilfe hinter der Bar.
Aber egal, er war Angestellter.

Ich traf ihn mit Tina zusammen im Stadtappartement. Ich zupfte dabei
nervös an meinem Sommerkleid, das Tina ausgesucht hatte, und das ich
gerade angezogen hatte. So leichte und luftige Sachen war ich nicht
gewohnt. Es machte mich nervös.

Ich wollte von ihm nicht in meiner Uniform begegnen, mit der ich die
Villa verlassen hatte und dann von dem Taxifahrer angestarrt wurde. Ich
natürlich mehr als Tina, die in Schwarz deutlich normaler aussah. Die
paar Meter über den Bürgersteig ließen auch etliche Passanten aufmerksam
werden. Nein, diese Uniform war nichts für außerhalb der Villa.

Es war kein großes Problem, ihn zu überzeugen. Er hatte bereits selber
Verdacht geschöpft, das etwas nicht stimmen konnte. Wir vereinbarten ein
weiteres Treffen, zu dem er Informationen besorgen würde.

Zwei Tage später war ich wieder mit ihm zusammen, diesmal alleine. Er
gab mir einen kleinen Schlüssel.

„War es schwierig?“

Er schüttelte den Kopf. „Hing an der Wand bei den anderen Schlüsseln.
Sie glauben wohl nicht, dass jemand in den Raum mit dem Schrank kommt.
Ich habe einen Nachschlüssel gemacht und das Original zurück getan.
Niemand hat etwas bemerkt.“

Nach einer Pause fuhr er fort, „Willst du das wirklich machen? Es ist
saugefährlich.“

„Ja. Ich denke, es ist kontrollierbar. Ich werde ein paar Sachen
anziehen müssen, aber nichts, was ich nicht schon anhatte. Hinein komme
ich einfach, als gefasster Flüchtiger. Aber hinaus nur als Sklave.“

„Und wenn mehr Leute da sind, als du glaubst?“

„Am Vatertag? Nie und nimmer. Alle Männer machen etwas anderes, der Klub
ist geschlossen. Es gibt meine beiden Zimmerkollegen und eine der
Chefinnen. Niemand sonst. Es darf nur niemand Alarm geben.“

„Aber genau das ist der Punkt. Wie leicht kann das geschehen.“

„Warum sollten sie? Sie fesseln mich als Sklaven, das ist alles. Kein
Grund für einen Alarm.“

„Ich hoffe, das stimmt.“

„Du kannst immer noch die Polizei rufen.“

„Und wenn ich auch Ärger bekomme?“

„Dann ist Tina noch da. Und als letzte Sicherheit hinterlege ich hier
eine Nachricht, die man finden wird, kommen wir nicht zurück.“

„Ich hoffe nur, sie tun dir nichts an.“

„Ich weiß, was sie mit ‚Sklaven‘ machen. Ich habe es gesehen.“ Aber
nicht alles davon hatte ich ihm erzählt. Es war ziemlich demütigend. Und
ich würde wieder Latex auf meine Haut geklebt bekommen. Aber ganz tief
in mir auch eine Reizvolle. Ich war dem Bondage verfallen. Sonst hätte
ich mich nie auf diesen Plan eingelassen.

##

Ich stand mit Tinas Freund vor dem Lieferanteneingang. Um meine
Handgelenke und vor meinem Mund war Klebeband. Die Chefin öffnete.

„Die sucht ihr doch, oder? Ich denke, ich habe mir damit eine Belohnung
verdient.“

Ein Lächeln legte sich auf ihr Gesicht. „Oh ja, wir haben sie schon
sehnlich vermisst.“ Sie zerrte mich hinein.

Kurz darauf war ich in dem Bad, in dem alles begonnen hatte. Sie
befreite mich von den Klebebändern, nicht gerade sanft. „Ziehe dich aus
und entferne die Haare. Wenn du nicht spurst, dann wird es dir schlecht
gehen.“ Damit ließ sie mich allein, um die weiteren Dinge vorzubereiten.
Das würde sie sich kaum entgehen lassen. Mein Plan basierte darauf.

Dann kam sie zurück und legte mir einen Keuschheitsgürtel an. Es war nun
ein richtiger Keuschheitsgürtel, wie ich ihn schon öfters in der Villa
getragen hatte. Allerdings unterschied er sich in Details. Mein Penis
kam nicht zwischen die Beine, sondern in ein vorne abstehendes Behältnis
aus drei Millimeter dicken Eisenstäben. Zwischen den Stäben konnte man
ihn sehen. Eine Erektion würde darin ziemlich schmerzhaft werden. Aber
ich bekam keine Erektionen mehr, dank der Hormone.

Ein weiterer Unterschied war, dass hinten kein Band zwischen den
Pobacken verlief, sondern zwei Ketten schräg darüber. Und insgesamt war
er nicht so leicht und elegant, sondern ziemlich Mittelalterlich.

So führte sie mich in den Raum, in dem der Stahlschrank war. Ich hatte
damit gerechnet, denn nur hier gab es Schutzfolie und alles für das
flüssige Latex. Wie beim letzten Mal lag dort alles bereit, inklusive
dem Topf. „Du weisst, was du zu machen hast!“

Ich nickte demutsvoll. Demutsvolle Gesten konnte ich mittlerweile sehr
gut und sehr überzeugend. Sie ließ mich nicht gerne allein, aber für das
Folgende brauchte sie Hilfe.

Nun musste es schnell gehen. Ich zog den großen dicken Dildo aus meinem
Po. Er war hohl und konnte geöffnet werden. Darin lag ziemlich verloren
der Schlüssel. Schnell ging ich zu dem Stahlschrank und schloss ihn auf.
Bingo. Jede Menge Gold und Edelsteine. Ich fand meine Ohrringe und das
Halsband. Alles andere tastete ich nicht an. Es gehörte mir nicht, und
ich hätte es nicht transportieren können. Ich schloss den Schrank wieder
ab und legte Schmuck und Schlüssel in den Dildo. Es fand gerade so
Platz, obwohl das Teil so dick war. Ich stöhnte gequält, als ich ihn
wieder in meinem Po schob. Viel zu schnell, aber ich hatte keine Zeit.

Schnell verteilte ich die schwarze Pampe auf meinen Beinen und zog die
Strümpfe an. Mit sehr gemischten Gefühlen. Wie schnell würde ich das
wieder loswerden? Wieder erst in zwei Monaten? Mit einem entsprechenden
Gefühl im Bauch klebte ich Haube und Handschuhe an mich. Ich war gerade
fertig damit, da hörte ich die Tür.

Sie kam mit meinem stillen Zimmerkollegen wieder. Darauf hatte ich
gehofft. Er würde es mir so leicht wie möglich machen. Aber sie hatte
keine Wahl, niemand sonst war da. Und sie wollte nicht warten. Es ging
ihr wie Tina, als sie mich im PVC einschloss, oder dem Pseudobutler. Sie
wollte das jetzt machen und keinesfalls mit anderen teilen. Ich sah das
Feuer in ihren Augen.

Während ich fühlte, wie der Kleber sich mit meiner Haut verband, sagte
sie, „Gut, du scheinst es ja begriffen zu haben. Nun kommt deine Strafe.
Für die nächste Zeit lebst du als Sklave ohne Rechte.“

Als ob das anders wäre als sonst, dachte ich. Ich war hier die ganze
Zeit ein Sklave gewesen, nur jetzt würde man es deutlicher sehen.

Es ging in einen der Spielräume. Als Erstes bekam ich eine Haube
aufgezogen. Ich hatte oft hier Hauben getragen, es war nichts
Besonderes.

Diese umhüllte meinen ganzen Kopf, es gab nur kleine Löcher für Nase und
Augen. Es war nicht einfach, sie darüber zu ziehen, das Latex war dick.
Ein Penis aus Gummi schob sich tief in meinen Mund. An der Außenseite
war auch einer, der nun weit von meinem Gesicht abstand. Innen war eine
kleine Röhre, die an der Spitze mündete. Ich konnte nicht verhindern,
dass aus dem Ende immer wieder Speichel tropfte. Natürlich würde ein
Beobachter an eine ganz andere Flüssigkeit denken.

Was ich nicht wusste, war, dass die Haube innen beschichtet war. Sie
vulkanisierte gerade mit meiner anderen Kopfhaube. Sie würde nicht mehr
zu entfernen sein.

Dann wurde mir ein sehr breites Halsband aus Latex umgelegt. Es hüllte
meinen gesamten Hals ein. Oben und unten war ein gepolsterter Wulst. Sie
nahm ein langes Metallband, zog eine Schutzfolie ein Stück ab, und legte
es mithilfe meines Zimmergenossens um den Hals. Das Metall war gerade
biegsam genug dafür und passte genau zwischen beide Wulste. Langsam
wurde es in mehreren Windungen um meinen Hals gewickelt, dabei immer
wieder ein Stück der Schutzfolie abgezogen.

Sie erklärte mir dabei, „Unsere Autos werden nicht mehr geschweißt,
sondern geklebt, weil das besser hält. Auch für dich nur das Beste. Du
wirst gleich ein sehr stabiles Stück Stahl um deinen Hals haben.“ Sie
wollte mir Angst machen, das war klar. Aber ich war im Banne meines
Fetisches und war durch die Aktion erregt. Wie auch immer das wieder
abgehen sollte, ich machte mir momentan keine Gedanken darum.

Auf der letzten Lage stand groß „Sklave“. Außerdem waren rund um den
Hals mehrere Metallringe befestigt. Der Stahl war ziemlich schwer. Ich
schätzte, dass ich an die zwei Kilo am Hals trug. Es war garantiert sehr
stabil. Und ohne jede Öffnungsmöglichkeit. Ich bekam nun Bedenken. Hatte
ich doch zu viel gewagt? Würde man das wieder abmachen können, ohne
gleich meinen Hals mit zu entfernen?

„So, das muss ein paar Minuten abbinden. Dann geht es nie wieder ab. Du
bist für immer ein Sklave.“ Die Frau war verrückt, das war deutlich.

Ich fühlte mich wie in einem Krimi, wo der verrückte Mörder in den Raum
kommt.

Nun wurden mir zwei Metallrohre über die Unterarme gestülpt. Sie hatten
etwa einen Millimeter Wandstärke und passten gerade so über meine Hände.
Am Ende war eine Art Sack aus Latex, in dem nun meine Hände waren. Die
Metallhülse lag locker um meine Unterarme.

Sie nahm eine Silikonpistole, mit der man sonst im Bad arbeitete. Durch
ein Loch in der Hülse begann sie den Inhalt hineinzupumpen. „Mache eine
Faust.“ Ich folgte dem Befehl.

Das zähe Zeug verteilte sich um meine Hand und in der Hülse. Diese war
bald völlig gefüllt. Nun blähte sich das Säckchen mit meiner Faust darin
auf. Sie machte weiter, bis sich eine Kugel geformt hatte. Dann folgte
der andere Arm. Nicht lange nachdem sie fertig war, fühlte ich, wie die
dicke Pampe fest wurde. Bald konnte ich weder Finger noch Handgelenk
bewegen. Noch ein paar Minuten später hatte ich zwei Hartgummibälle an
meinen Armen.

„Lass locker“, befahl sie mir. Sie ließ den Arm los und er prallte auf
die harte Bank, nur um wieder sofort zurückzufedern. Wie ein
Hartgummiball eben. „Sehr gut“, meinte sie, „keine Luft drin.“

Ich betrachtete die großen Kugeln an meinen Armen. Um meine Fäuste
mussten mindestens zwei Zentimeter Gummi sein, an manchen Stellen auch
drei.

Eine Kette wurde an meinem Halsband befestigt und ich wurde per
Flaschenzug hochgezogen. Ich hing nur an meinem Halsbad in der Luft.

Nun wurde mit ein Metall BH angelegt. Meine Brüste kamen in ein
ähnliches Gefängnis wie mein Penis, ebenfalls aus 3mm Metallstäben. Um
meine Brust kamen zwei Metallbänder, wie um meinen Hals mehrmals
gewunden, nur das es nicht so dick wurde. Eines war oberhalb und eines
unterhalb der Brüste und sicherten damit die Metallkäfige. Nun wurde
eine klare Plastikform auf meine Brust gestellt und wieder das zähe
Latex hinein gepumpt. Dies durfte jetzt mein Zimmergenosse machen. In
die Formen passte einiges hinein. Als sie fertig waren, hatte ich zwei
riesige Gummibrüste, mit einem Metallskelett innen. Um meine Brüste war
noch mehr Material als um meine Fäuste.

Dann ging es eine Etage tiefer weiter. Ich bekam auf dieselbe Weise
einen Gummipo samt runder Hüfte. Nur das hier das Gummi nicht so dick
aufgetragen wurde, er bedeckte gerade die Kette vom Keuschheitsgürtel.
Ich hoffte nur, mein Dildo würde nicht entdeckt.

Vorne sah man nun die Metallplatte des Keuschheitsgürtels mit seinem
Penisgefängnis, der Rest war in dickes Gummi gepackt.

Dann bekam ich eine Art Kniestümpfe aus groben Gumminetz angezogen. An
den Knotenpunkten waren Noppen, so das meine Beine aussahen wie ein
Igel. Wieder kam eine Form darum, und mir wurden Schuhe gegossen. Als
die Masse fest war und die Formen abkamen, war von dem Netz nichts mehr
zu sehen. Auf den ersten Blick hatte ich kniehohe Ballettstiefel an, mit
einer ziemlichen Materialdicke.

Ich wurde heruntergelassen. Das Gummi reichte bestimmt vier bis fünf
Zentimeter über meine Zehenspitzen hinaus und lief recht spitz aus. Der
Absatz war natürlich nicht stabil und bog sich sofort weg, wenn er
belastet wurde. Ich konnte aber auch auf den Spitzen nicht richtig
stehen, da sich das auch das Gummi vor meinen Zehen etwas bog. Genug, um
mich instabil zu machen, ohne mich gleich stürzen zu lassen. Ich war
aber praktisch ausschließlich mit meinem Gleichgewicht beschäftigt, und
es war anstrengend. Lange würde ich das nicht aushalten.

Als letzes nahm sie meine Arme hinter den Rücken und verband die Hülsen
um meine Unterarme mit mehreren Schlössern. Als ob eines nicht gereicht
hätte. Aber es ging wohl um die dramatische Optik.

„So, meine liebe Sklavin, du wirst bei meinen Kunden garantiert gut
ankommen. Sie lieben viel Gummi. Und in der Dicke ist es nicht so
empfindlich.“ Ein satanisches Grinsen war in ihrem Gesicht.

„Dann können wir ja gehen.“ Sie machte eine lange Kette an mein Halsband
und zog mich hinter ihr her. An der Tür gab sie meinen Zimmerkollegen
die Kette, um aufzuschließen. Alle diese Räume hatten keine Klinken.

Kaum war sie draußen, stürzte sie zu Boden. Ich sah Tinas Freund
grinsend dastehen, mit einer Holzlatte in der Hand. Als er mich sah,
veränderte sich sein Gesichtsausdruck, das Grinsen fror ein. „Oh mein
Gott“, flüsterte er.

Er war in der Zwischenzeit nicht untätig gewesen. In der Küche brodelte
in einen riesigen Topf alles Öl, was er finden konnte. Daneben war eine
leere Pfanne auf größter Flamme und schon beinahe rot glühend. Er hatte
nicht in den anderen Bereich des Klubs vordringen können, alles war
verschlossen. Erst als die Tür geöffnet wurde, hatte er seine Chance.
Und er hatte sie gut genutzt.

Mein Zimmerkollege stand mit großen Augen da. „Hilf mir“, wurde er
angeherrscht. Gemeinsam schleppten sie mich zum Lieferanteneingang. Sie
setzten mich ab und holten die bewusstlose Frau, die sie etwa hundert
Meter wegschleppten.

Er nahm ihr den Schlüsselbund ab und sagte zu meinem Kollegen, während
er ihm ihn in die Hand drückte, „Befreie deinen Freund. Ist sonst noch
jemand da?“

Er schüttelte den Kopf.

„Beeil dich, wenn dir dein Leben lieb ist. Hier brennt gleich alles.“

Er wandte sich Richtung Küche, aber drehte sich dann auf dem Absatz
herum. „Besser, wir nehmen das Zeugs mit, das sie bei Michelle verwendet
haben.“ Er nahm einen der großen Kartons und tat die Sachen hinein, die
er für wichtig befand. „Das letzte Mal hatte sie das Zeugs für Monate an
der Haut.“

Nachdem der Karton im Hof war, ging er in Küche und schüttete eine
bereitgestellte Tasse Öl aus sicherer Entfernung in die heiße Pfanne.
Sofort entzündete es sich. Er rannte aus der Küche, ehe der große Topf
Feuer fangen konnte.

Als er zu mir kam, waren gerade meine beiden Kollegen geflüchtet. Sie
würden wohl nicht weit kommen in ihren Latex Dienstmädchenuniformen.

Nun hieß es für uns nichts wie weg. Schwarzer Qualm kam aus der Küche.
Schnell gehen ging verblüffend gut, das Gummi hatte keine Zeit, sich zu
verformen. Und ich hatte so einen elastischen Gang. Ha.

Wenige Meter weiter war das Auto geparkt, wo uns Tina erwartete. Sie
sagte nichts zu meinem Aufzug. Ich hatte sie auf ein extremes Aussehen
vorbereitet. Mit großer Geschwindigkeit fuhren wir davon, während Tina
die Feuerwehr rief. Dann flog das alte Handy aus dem Fenster. Es war
nicht einmal eine SIM-Karte drin.

Soweit war alles nach Plan gelaufen. Ich hatte den Schmuck und meine
Rache, und niemand konnte mehr in die Falle laufen.

Aber im Plan stand nicht, dass ich in Gummi eingegossen würde. Ich
brauchte einen neuen Plan..

###

Es war erst später Nachmittag, als Tinas Freund uns sehr schwunghaft auf
die Einfahrt brachte. Er war von den Geschehnissen etwas mitgenommen,
hatte wohl noch nie ein Gebäude angezündet. Es war ja auch wie im Krimi
zugegangen, nur Gottseidank ohne Leichen.

Niemanden war etwas passiert, sogar zwei Menschen befreit worden.
Trotzdem war niemand glücklich. Ich denke, es war nicht einmal meine
etwas prekäre Situation. Irgendetwas anders war nicht in Ordnung. Tina
war so komisch.

Aber jetzt stiegen wir erst einmal aus. Ich nur mit Hilfe, mit den
Händen auf dem Rücken ist das Aussteigen nicht ganz so einfach. Und dann
lehnte ich mich auf Tinas Freund, was wieder einen merkwürdigen Blick
auslöste. Was war los? Ich konnte in den Gummistiefeln nun einmal nicht
gut laufen.

Wir landeten in der Küche und ich saß mich hin. Auf dem harten
Küchenstuhl fühlte sich mein Gummihintern sehr merkwürdig an. Ich saß
auch einige Zentimeter höher als sonst.

Dann redete jeder durcheinander. Zuerst mit der Köchin, dann gesellte
sich der Butler dazu. Und dann kamen auch Madame und ihr Mann. Sie war
wie immer die einzig Besonnene. Schnell sorgte sie für Ruhe.

„Habt ihr den Schmuck?“

Alle schauten erstaunt. Kein Wort über mein bizarres Aussehen. Keine
Frage, was passiert war. Nur, was mit dem Schmuck ist.

Mir war klar, wieso. Sie hatte den Brief gelesen, den ich zur Sicherheit
hinterlassen hatte. Dadurch wusste sie von unserem Vorhaben. Ich stand
auf und drückte eine der Gummikugel, die ich statt Händen hatte, an
meinen Po.

Tinas Freund schaute ratlos, wie auch die meisten Anderen. Aber Madame
bewies ihren messerscharfen Verstand. „Tina, hole den Dildo aus
Michelle.“

Ich hätte es bevorzugt, wenn das nicht vor allen Anwesenden passiert
wäre. Aber Tina fand anscheinend nichts dabei, an meinem Po
herumzufingern. Es dauerte etwas, bis sie das dicke Ding herausgebracht
hatte. Ich seufzte erleichtert. Ich war Dildos mittlerweile gewohnt,
aber ein so großer war doch sehr unangenehm. Tina spülte ihn mit viel
Wasser ab, was ihr einen vorwurfsvollen Blick der Köchin einbrachte.

Dann holte sie Halskette und Ohrringe heraus. Madame und ihr Mann
schauten sehr zufrieden, während die Anderen nicht so recht wussten, um
was es ging.

„Gut. Alle wieder an die Arbeit, die Show ist vorbei. Sie“, sie deutete
auf Tinas Freund, „bringen Michelle bitte in die Bibliothek.“

Dort waren wir kurz drauf. Nun untersuchten sie genau die mit meinem
Körper verbundenen Gummiteile. Die Untersuchung zog sich hin.

Sie brachte aber ein positives Ergebnis. Mit einem Bolzenschneider
wurden die kleinen Schlösschen and meinen Unterarmen gesprengt. Ich
konnte die Arme nach vorne nehmen. Mehr konnte momentan nicht gemacht
werden.

Ich schaute die Kugeln an meinen Armen an. Es sah nicht so aus, als
würde das einfach abgehen. Die Metallhülsen um meine Unterarme
untermauerten diesen Eindruck. Ich konnte fühlen, wie schwer sie waren.

Um zu zeigen, dass massiver Gummi meine Fäuste umhüllte, ließ ich einen
Arm auf den Tisch fallen. Er prallte wieder hoch. Ich spürte an meiner
Hand nichts davon. Das musste ich noch mehrmals machen.

Dann deutete ich mit einer Kugel über meinen Körper und dann zur Tür.

„Muss sie mal?“ fragte Tinas Freund.

Madame wusste wie immer sofort Bescheid. „Nein, sie will sich im Spiegel
sehen.“

Ich wurde vor einen großen gebracht. Sofort fiel der Penis in meinem
Gesicht auf. In das Gesicht schaut man immer als Erstes. Es war absolut
bizarr, so etwas aus meinem Mund ragen zu sehen. Immer wieder einmal
tropfte etwas Speichel heraus. Der Teil in meinem Mund regte die
Speichelproduktion an und ich konnte nicht verhindern, dass es tropfte.
Der Penis war schon schlimm genug, aber diese Tropfen machten ihn
unglaublich erniedrigend.

Direkt danach ging mein Blick in den Schritt. Größtenteils war ich in
schwarzem Gummi, und so stach die chromglänzende Platte umso mehr
hervor. Und präsentierte damit meinen Penis in seinem extrem stabilen
Gefängnis. Jetzt wurde mir klar, warum Tina so komisch war. Ich wollte,
dass sie niemals meinen Penis sah, und nun wurde er so präsentiert. Ich
war entsetzt. Ob sie noch meine Freundin war?

Nun ging mein Blick wieder nach oben zu meinen gewaltigen Gummibrüsten.
Weit standen sie nach vorne. Vorne waren zwei große Metallringe
befestigt, an jeder Brust einer. Ich drückte mit einem Arm dagegen.
Höchst stabil. Vermutlich konnte man mich daran hochziehen. Ich hatte
gar nicht mitbekommen, wann die dran kamen. Aber ich hing ja auch zu dem
Zeitpunkt an meinem Halsband. Ich wollte mir lieber nicht vorstellen, zu
welchen Spielen sie dienen sollten.

Damit richtete sich mein Blick auf den Hals. Neben den Unterarmen das
letzte silbern metallisch Glänzende an mir. Der breite Ring um meinen
Hals sah so stabil aus, so schwer er sich anfühlte. Ich begann mich zu
sorgen, ob das jemals wieder abgehen würde, oder ob ich den Rest meines
Lebens mit dem großen Wort Sklave darauf leben müsste. Und dem
Geklimpere der dicken Metallringe, das sich zu dem an den Armen
gesellte.

Mein Po sah fast normal aus. Ich war trotz des Wachstums dort keine
richtige Frau. Die zusätzlichen Zentimeter ergaben eine Rundung, die
nicht ungewöhnlich aussah.

Auch die Stiefel sahen für Ballettstiefel normal aus. Es fiel nicht ins
Auge, das es gar keine Stiefel waren. Höchstens die Materialstärke, die
man am oberen Rand sah, war ungewöhnlich. Ich ließ eine Handkugel darauf
prallen. Weder an den Händen noch am Bein spürte ich etwas. Ich bekam
Angst. Das war nicht nur unglaublich stabil, es war mit meiner Haut
verklebt. Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das jemals abgehen
sollte.

Aber genau darum ging das Gespräch, als wir in die Bibliothek
zurückkehrten. Tinas Freund erzählte, was er wusste. Ein Fernseher wurde
eingeschaltet und lief leise im Hintergrund, um die lokalen Nachrichten
nicht zu verpassen.

Er konnte natürlich nichts darüber berichten, was die Frau mit mir
gemacht hatte. Aber er erzählte alles andere.

Dann sagte Madame zu mir, „Ich begrüße es natürlich, dass du den Schmuck
retten konntest. Und das der Klub nicht mehr existiert. Aber ich frage
mich, ob der Preis nicht zu hoch ist. Es sieht so aus, als müsstest du
einige Tage so bleiben, vielleicht auch länger.“

Der Arzt wurde angerufen. Mehr Leute wollte man erst einmal nicht
involvieren. Obwohl ich den Gummi loswerden sollte, sollten das so
wenige wie möglich wissen. Wenn ich gar mit dem abgebrannten Klub in
Verbindung gebracht würde…

Der Arzt konnte erst morgen kommen. Damit ging es für mich zurück in die
Küche, wo sich Tinas Freund verabschiedete.

Tina bekam den Auftrag, sich um mich zu kümmern. Ihr wurde gesagt, dass
ich erst einmal so bleiben müsse, da die Sachen nicht entfernbar waren.
Nun wurde sie richtig besorgt. Ihr eigentümliches Verhalten war
vergessen.

Als Erstes sagte sie zu mir, „Du musst trinken. Du weißt, dass du sonst
Probleme bekommst.“

Sie stellte eine kleine Schüssel verdünnten Fruchtsaft vor mich. Ich
tauchte meinen Gummipenis hinein und saugte wie durch einen Strohhalm.
Es ging erstaunlich gut. Verdursten würde ich nicht.

Später erhielt ich so eine Suppe. Beinahe hätte ich mir den Mund
verbrannt, sie war viel zu heiß.

Tina umsorgte mich wie die sprichwörtliche Henne. Es war fast zu viel.
Denn mir ging es nicht schlecht, eigentlich fühlte ich mich gut. Die
Brüste und der Hintern waren nicht störend, von der Optik einmal
abgesehen. In Ballettstiefeln war ich schon öfters gewesen. Ich konnte
meine Hände zwar nicht benutzen, aber nichts tat weh. Ich vermutete, das
würde sich mit der Zeit ändern.

Ich war froh, als ich endlich zu meinem Zimmer getragen wurde und Ruhe
hatte.

##

Der nächste Morgen brachte sofort die erste Erniedrigung. Ich konnte
mich zwar selber auf die Toilette setzen, mich aber danach nicht
abputzen. Tina erledige es ohne Murren. Danach stellte sie mich unter
die Dusche und reinigte die wenige nackte Haut, die zu sehen war.

Zum Frühstück gab es Kakao. Lecker, wenn auch wieder zu heiß. Durch das
saugen schien man die Wärme viel deutlicher zu fühlen.

Und dann kam schon der Arzt. Er untersuchte die Gummiteile und war dann
wirklich erstaunt. „Gut, als Erstes sorgen wir dafür, dass du wieder
sprechen kannst.“ Dann hieß es für mich völlig stillhalten, während er
mit einem Skalpell rund um meinen Mund schnitt. Sehr vorsichtig
durchtrennte er die Latexhaube, ohne meine Haut zu verletzen, die
unmittelbar darunter lag. Nach längerer Zeit konnte der Penis aus meinem
Mund gezogen werden. Ich war wirklich froh, dass er nur in Saft und
Suppe gewesen war, und nicht an wesentlich unappetitlicheren Stellen.

„Oh, das tut gut“, waren meine ersten Worte, als ich mir den
schmerzenden Kiefer rieb.

„Gut, dann erzähle, wie es dazu gekommen ist und wie es befestigt
wurde.“

„Sollte nicht besser Madame dabei sein? Dann brauche ich nicht alles
zweimal erzählen.“

Sie wurde gerufen und kam mit ihrem Mann. Ich erzählte die nächste Zeit
in aller Ausführlichkeit, was geschehen war.

Ich erfuhr dann, dass der Klub tatsächlich völlig abgebrannt war.
Niemand war verletzt, außer einer Frau mit einer Beule am Kopf. Und es
waren zwei Männer in Latex-Dienstmädchenkostümen aufgegriffen worden,
die damit in Verbindung stehen könnten.

Nun, meine Rache war nicht perfekt. Ob die Frau belangt würde, war
fraglich. Aber die Besitzer mussten mit dem finanziellen Verlust
kämpfen. Ob der Klub wieder aufgebaut würde, war fraglich. Nach dem, was
man alles dort in den Ruinen finden würde, dürfte eine Genehmigung
schwierig sein.

Aber mehr konnte ich nicht machen. Ich wollte nicht damit in Verbindung
gebracht werden und in die Öffentlichkeit kommen, als Mann mit
weiblicher Figur und Brüsten. Ich wäre gebrandmarkt für mein restliches
Leben.

„Meinen Sie, es geht wieder ab?“ fragte ich besorgt.

„Zuerst muss ich sagen, dass ich keinesfalls damit einverstanden bin,
welches Risiko du eingegangen bist“, sagte Madame mit strenger Stimme.

Ich zuckte die Schultern. „Ich bin Detektiv. Da gerät man schon einmal
in brenzlige Situationen.“

„Trotzdem, das war zu viel. Es hat schlimme Folgen, und es hätte noch
schlimmer kommen können.“

Ich sagte nichts mehr, es hätte sie nur gereizt.

Die Pause nutzte der Arzt. „Es sieht folgendermaßen aus: Die Haube ist
mit der Kopfhaut verklebt, aber anscheinend nicht im Gesicht. Die obere
Haube können wir ausschneiden in der Form der Unteren. Dann ist
wenigstens dein Gesicht frei und man sieht deine Mimik. Ich gestehe, es
ist reichlich verstörend, mit einer schwarzen Kugel zu sprechen.

Ich würde die Hände gerne röntgen, um die Lage der Hand zu sehen und ob
tatsächlich keine Hohlräume vorahnden sind. Dann können wir das Gummi
vorsichtig Schicht für Schicht wegschneiden. Es wird ziemlich aufwendig
werden. Für das Metall werden wir wohl einen Fachmann brauchen. Die
Armhülsen sind weniger problematisch, weil viel Gummi darunter ist, aber
das Halsband dürfte ein echtes Problem sein.“

Es wurde noch etwas diskutiert, ohne weitere Ergebnisse. Dann wurde mein
Gesicht freigeschnitten, was wegen der nötigen Vorsicht sehr lange
dauerte. Nun wollte mich der Arzt mitnehmen zum Röntgen, aber ich wollte
so nicht gesehen werden. Wenigstens meinen gefangenen Penis sollte man
nicht sehen können.

Aber das war gar nicht so einfach. Mit meiner Oberweite passte mir
nichts. Und mit meinem dicken Po und den Stiefeln kam eine Hose nicht in
Frage.

Schließlich endete ich in einem Latex Dienstmädchenkostüm. Es dehnte
sich gut genug, dass es über die Gummibrüste passte, und der Po war auch
kein Problem. Tina konnte es nicht lassen und befestigte mit einem
Klebestreifen ein Spitzenhäubchen auf meinem schwarzen Kopf.

##

Das ist nun ein Vierteljahr her.

Es dauerte lange, bis ich alles los war. Der Doktor warnte mich, so
schnell nichts wieder auf meine Haut zu kleben, die
Regenerationsfähigkeit war erst einmal erschöpft. Ich versicherte ihm,
dass ich das nicht vorhatte.

Dann war da das Halsband. Es war unglaublich stabil.
Jeden Tag wurde mit einer kleinen Elektrosäge daran gearbeitet, aber das
Metall wurde schnell zu heiß. Die Kerbe wuchs nur langsam.

Doch endlich kam es ab und mein Dasein als ‚Sklave‘ war beendet. Ich war
wirklich froh, dass ich mich wieder sehen lassten konnte. Das Wort
Sklave auf dem Halsband war ja nur ein Teil der Demütigung, die damit
verbunden war. Da es meinen kompletten Hals bedeckte, war es kaum zu
verbergen. Und so ein martialisches Teil, mit den daran hängenden
Ringen, sah schon ohne Aufschrift schlimm aus. Dadurch, dass ich jedem
aus dem Weg gehen musste, kam ich mir wirklich wie ein Sklave vor. Der
spaßigste Teil war noch Tinas Faible für Schlösser, die sich so einfach
an den Ringen befestigen ließen… Aber ich konnte ihr nicht böse sein.

Dann stellte sich die Frage, was nun passieren sollte. Ich hatte mich
mit Tina immer mehr angefreundet. Sie hatte ihren ersten Schock über
meinen Penis überwunden und betrachtete mich nun als ihren Freund und
Freundin in einer Person. Langsam schien auch etwas wie Liebe ins Spiel
zu kommen.

Ich beschloss, erst einmal bei ihr zu bleiben. Mal sehen, was sich
daraus entwickeln würde. Aber sie wollte eine Ausbildung machen, und ich
wollte aus diesem Zimmer, in dem ich keine Privatsphäre hatte.

Beides wurde gelöst. Ich bekam von Madame die Einliegerwohnung
angeboten. Nicht groß, aber für mich allein fast zu groß. Und Tina bekam
eine Lehrstelle im Haus. Die Frau, die ich so selten gesehen hatte, war
Hauswirtschafterin und durfte ausbilden. Sie hatte sich von einer
Krankheit erholt und war nun wieder gesund.

Tina und ich zogen gemeinsam in die Wohnung. Es war die von Madames
Vater, die ich ganz zu Anfang untersucht hatte, und der nun im sonnigen
Florida lebte.

Vor einer Woche ging ich ins Krankenhaus. Nun erinnerte nur noch ein
dünner Verband daran, dass zwischen den Beinen einmal ein Penis gewesen
war.

Ich betrachtete den Vertrag in meinen Händen, der nur noch meine
Unterschrift benötigte. Ein ganz normales Lehrlingsgehalt stand darin,
aber um Geld ging es nicht – ich war sehr gut verorgt mit der Apanage.
Ich nahm einen Stift und unterschrieb. Nächste Woche würde damit mein
erstes Lehrjahr beginnen, zusammen mit Tina.

Das Ende? Beinahe. Einige Wochen früher:

„Was ist denn das wieder für ein Mist?“ schimpfte der Gärtner, als er
einen großen Karton in einem Gartenhäuschen fand. Hatte etwa jemand sein
Depot an Alkoholika entdeckt? „Hmm, das sieht aus wie eine
Silikonspritze, aber ohne Beschriftung? Und was ist all das schwarze
Zeugs?“ Staunend zog er einen langen schwarzen Latex-Handschuh hervor.
„Und das ist aufgerolltes Blech?“

Er hatte ja schon einiges gesehen, zum Beispiel gefesslte Dienstmädchen
in durchsichtigen Röcken. Die Leute in diesem Haus waren schräg. Obwohl
er damit nichts zu tun haben wollte, fand er den Anblick überaus
erotisch.

Aber er bekam ja kaum etwas mit. War einmal etwas interesantes zu sehen,
wurde er sofort weggescheucht. Das stank ihm schon lange.

Plötzlich fiel ihm etwas ein. „Das Mädchen, Michelle. Sie hat doch
tagelang laut geredet. Das war garantiert kein Theaterstück, wie man mir
erzählen wollte.“

Er strengte seien Kopf an. „Das Zeugs hier passt zu dem, was sie erzählt
hat.“ Da war doch dieser abgebrannte Klub? Mal sehen, was da in
Erfahrung zu bringen war…

Breitschaft. Hmm, ich hätte mich doch nicht auf diese Lehre einlassen
sollen. Alle waren weg. Tina war bei ihren Eltern, Madame machte mit
ihrem Mann einen Wochenendurlaub, und deswegen hatten alle frei. Außer
mir. Da ich keine anderen sozialen Kontakte hatte – oder wollte, meine
alten Freunde würden mein Aussehen kaum verstehen – blieb mir nicht
anderes, als hier zu bleiben. Und das bedeutete, dass ich das Haus hüten
musste. Was sich Bereitschaft nannte. Also Uniformpflicht. So langsam
konnte ich rosa nicht mehr sehen.

Es war ein halbwegs schöner Vormittag, also beschloss ich, ein Buch im
Garten zu lesen. Ich bemerkte so kaum, dass auf einmal der Gärtner vor
mir stand.

„Auf die Knie, Schlampe!“

In Bruchteilen einer Sekunde war ich auf den Knien, das Buch flog dabei
fort.

„Klasse, es funktioniert!“, sagte er leise zu sich selbst. „Die Herrin
hat die Wahrheit gesagt.“ Dann gab er mir ein Paar Handschellen. „Du
weisst, was du zu tun hast!“

Sofort legte ich sie mir um die Handgelenke. Erst führte ich den Befehl
aus, dann sagte mir mein Verstand, dass das nicht richtig war. Aber die
automatische Reaktion war schneller.

„Prima. Jetzt gehe voraus in das Gartenhäuschen.“

Dort angekommen, zeigte er auf einige Sachen auf dem Tisch. „Du weisst,
was das ist?“

„Ja, Latexhandschuhe- und Strümpfe, und eine Haube. Das sieht aus wie
ein Latexbody und das dort der Kleber, mit dem es auf der Haut befestigt
wird.“

„Richtig. Ziehe dich aus.“

Ich zögerte.

„Du magst doch Bondage?“

Ich nickte.

„Schau mal, was ich hier habe.“ Es war der Keuschheitsgürtel mit dem
Peniskäfig vorne. „Und so etwas landet im Müll.“ Er schüttelte den Kopf.
„Du hast doch eine viel bessere Verwendung dafür?“

Ich zögerte nur einen winzigen Moment, dann griff ich danach. Er zog es
weg. „Erst ausziehen.“

So schnell es ging, zog ich mich aus. Zuletzt öffnete er das Korsett und
entferne es. Auch meine Perücke kam ab, meine in der kurzen Zeit noch
nicht sehr lange gewachsenen Haare zeigend.

„Soso, du bist also wirklich ein Mädchen. Dann habe ich wohl falsch
gehört, dass du ein Mann bist. Sag mit die Wahrheit!“ fuhr er mich an.

„Ich war ein Mann. Jetzt bin ich operiert und offiziell eine Frau.“

„Also wirklich ein Perverser. Dann sorgen wir dafür, dass du wieder als
Mann zu erkennen bist. Steck das in deine Muschi!“

Es war ein fleischfarbener Doppeldildo aus weichem, biegsamen
Kunststoff. Ich hatte ja schon einige in meinem Po geahbt, aber meine
Vagina war noch ganz neu. Langsam führte ich ihn gehorsam ein. Dann sah
es so aus, als ob ich einen Penis ohne Hoden hätte. Für mich kein
befremdlicher Anblick, denn ich sah ja wirklich einige Zeit so aus.

Er hielt mir den Keuschheitsgürtel hin, und ich legte ihn kommentarlos
an. Klick! Eine wohlige sexuelle Erregung erfasste mich, denn das Teil
war ja überaus massiv. Es ließ ich damals nur wegen des sehr einfachen
Schlosses schnell entfernen. Ich stöhnte leise.

„Du magst das, was? Ich habe gesehen, warum das Teil in den Müll
wanderte. Das Schloss taugt nichts. Dann ist es ja kaum ein richtiger
Keuschheutsgürtel, nicht wahr?“

Ich schüttelte verwirrt den Kopf. Ich konnte nicht klar denken. Ich
merkte, dass etwas nicht stimmte, aber das mit dem Keuschheitsgürtel war
ja OK – ich hatte die meiste Zeit einen getragen.

„Gut, dann werden wir das verbessern. Lege dich auf den Tisch auf den
Bauch.“

Ich legte mich auf die Latex-Sachen. Er nahm ein Teil in die Hand, das
wie zwei aneinander geklebte Spritzen aussah. Die Enden gingen Y-förmig
zusammen und endeten in einer Düse.

„Zweikomponentenkleber. Wird hart wie Stahl. Ist aber vor dem Aushärten
dünnflüssig, so dass es überall hinfließen kann.“

Ich spürte, wie er die Spitze in das Schloss drückte. Dann roch ich
einen scharfen Geruch.

„So, das Teil geht wohl nie wieder ab. Genau das Richtige für einen
Perversen wie dich. Denn nun sieht jeder, dass du ein Perverser bist.“

Ich wusste, dass das nicht gut war. Trotzdenm spürte ich eine starke
Erregung. In meinem Kopf drehte sich alles. Nun spürte ich, wie sich der
Metalldildo in meinen Po schob und einrastete. Noch ein Erregungsschub.
Ein schon fast überwunden geglaubter Zustand machte sich in mir breit:
Ich fühlte, wie ich in einen Zustand andauernder Unterwürfigkeit geriet.

Plötzlich ging die Tür auf. Ein mir sehr bekannte Stimme sagte, „Ah, da
ist ja meine Sklavin! Und auch schon passend gekleidet!“ Es durchzuckte
mich eiskalt. Die Frau aus dem Klub! Ungefragt ließ ich mich auf die
Knie fallen, um sie friedlich zu stimmen. Ich hatte gegen Befehle
verstossen und würde nun bestraft werden.

„Herrin! Endlich!“

„Ist niemand da?“

„Nein, wie erwartet.“

„Gut, dass ich noch rechtzeitig komme. Das Zeuges brauchen wir nicht.“
Sie deutete auf die Latexsachen. „Normalerweise lasse ich ja meinen
Sklaven etwas freie Haut, weil das angeblich nötig ist. Michelle mag es
aber lieber, wenn sie völlig eingschlossen ist. Nicht war, Michelle?“

Unwillkürlich nickte ich.

„Un was passiert mit den Sachen?“, fragte der Gärtner, auf die
Latexsaxhen deutend.

„Keine Sorge, dafür habe ich gute Verwendung. Wie hat dir mein Schnaps
geschmeckt?“, fragte sie den Gärtner.

„Sehr gut.“

„Das freut mich. Dann hast du auch meinen Befehl befolgt, und hast deine
Haare entfernt?“

„Jawohl, Herrin. Alles unter den Augen. Auch wenn ich nicht weiß,
warum.“

„Du wirst es erfahren. Aber zuerst müssen auch die Kopfhaare weg.“

Er erschrak. „Herrin, warum?“

„Schweig! Auf die Knie!“

Er folgte zögerlich.

Plötzlich war sie ganz sanft. „Sehr schön, meine Lieben. Zur Belohunung
bekommt ihr ein Leckerli.“ Sie holte einen Flachmann hervor und gab uns
jeweils ein Gläschen. Das Zeugs schmeckte zwar süß, aber hinterließ ein
bitteres Gefühl im Mund.

Dann grinste sie uns an. „Das Zeugs ist wirklich klasse. Macht ein
befreundter Arzt für mich.“ Ihr Grinsen verstärkte sich. „Er wäre sonst
beruflich erledigt gewesen. Ist natürlich absolut i*****l, aber wen
stört das schon?“

Plötzlich wurde mir heiß. Ich spürte, wie mir das Blut ins Gesicht
schoß.

„Ah, ich sehe, die Wirkung setzt ein. Wäre ja vielleicht gar nicht nötig
gewesen, aber so geht es viel einfacher.“ Sie zeigte auf den Gärtner.
„Warum bist du noch angezogen?“

Blitzschnell zog er sich aus, mit einem leeren Gesichtsausdruck.

„Gut. Alle Nicht-Frauen müssen einen Keuschheitsgürtel anhaben, das weiß
Michelle schon. Großzügig wie ich bin, habe ich einen mitgebracht.
Michell weiß, wie das geht. Lege ihm ihn an!“

Ich war nicht so weggetreten wie der Gärter, vielleicht, weil ich an die
Psychomittelchen schon gewöhnt war. Kurz darauf sah er genauso aus wie
ich, außer das in dem Metallkäfig ein echter Penis war.

„Soll ich es auch versiegeln wie bei mir?“, fragte ich.

„Versiegeln? Was meinst du damit?“

Ich erzählte ihr, dass der Gärter das Schloss als Schwachstelle
ausgemacht hatte und es mit Zweikomponentenkleber versiegelt hatte. Ich
zeigte ihr die Doppelspritze, nur darum besorgt, alles für meine Herrin
zu tun.

„Das ist ja eine hervorragende Idee! Versiegele das Schloss!“

Wieder machte sich ein stechender Geruch breit.

„Sehr gut. Und jetzte rasiere seine Kopfhaare, dann deine eigenen. Er
ist noch nicht soweit, etwas selbst machen zu können.“

Etwas später hatten wir beide eine Glatze und waren auch sonst praktisch
haarlos.

Wieder legte sich ein breiten Grinsen in ihr Gesicht. „Sehr schön. Es
sind übrigens gleich zwei Probleme gelöst, nicht nur das Schloß. Denn
ich bin mit der Haltbarkeit des Hautklebers nicht sehr zufrieden. Ich
habe eine deutlich verbesserte Version. Wir leben ja in dem Zeitalter
der Nanoteilchen. Habe ich doch gehört, dass Cremes damit
gesundheitsschädlich sein sollen, weil die Partikel zu tief eindringen.
Aber das ist ja genau das, was wir alle wollen, nicht wahr?“

Der Gärtner sah nur stumpf vor sich hin, während ich ein „Ja, Herrin“
hervorbrachte.

„Prima, dass wir einer Meinung sind. Michelle, du bist ja kein Mann
mehr, das ist sehr gut. Wenn du auch etwas zickig bist, und mir meinen
Klub kaputt gemacht hast. Aber du weisst ja noch, wie Männer gekleidet
sein müssen.“

Wortlos nahm ich die Latexstrümpfe und ging zu dem Gärter.

„Pass auf, dass du den neuen Kleber nimmst!“

Ich schmierte das schwarze Zeugs auf seine Beine und zog ihm die langen
Latexstrümpfe an. Dann die Handschuhe und die gesichtsoffene Haube. Nun
sah er genauso aus wie ich einmal zwei Monate lang.

„Sehr schön. Nun sieht er schon deutlich angemesener aus. Und diesmal
bleibt das auch so. Aber du fröstelst ja, Michelle“, sagte sie mit
gespieltem Mitgefühl.

Tatsächlich hatte ich eine Gänsehaut. Nach der Hitzewelle wurde mir nun
kalt. Auch bei dem Gärtner tat sich etwas, er schaute nicht mehr ganz so
teilnahmslos und strich sich mit den Handschuhen ungläubig über die
Beine. „Aber ich mag das doch garnicht“, murmelte er leise.

„Keine Sorge, das wird sich ändern. Und wenn nicht, auch egal. Du wirst
nie wieder anders aussehen. Michelle, möchtest du etwas zum Anziehen?“

„Ja bitte, Herrin.“

„Und was ist die richtige Kleidung?“

„Latex?“

„Brav, meine Kleine. Ich habe hier einen wunderschönen Catsuit. Aber was
musst du vorher machen?“

„Den Kleber auf die Haut machen?“

„Sehr schön. Du hast die Hände sowieso noch voll damit.“

Ich schmierte mich von Kopf bis Fuß mit dem schwarzen Zeugs ein, nur das
Gesicht frei lassend. Lediglich auf dem Rücken kam ich nicht überall
hin, das erledigte widerspruchslos der Gärtner.

Dann gab sie mir den Latex-Catsuit. „Du weißt, was passiert, wenn du ihn
jetzt anziehst?“

„Ja, Herrin. Er geht nie wieder ab.“

„Gut. Dann ziehe ihn in vollem Bewusstsein dieser Tatsache an.“

Ich nahm den Catsuit in die Hand. Wieder einmal hatte ich dieses
elektrisierende Gefühl. Hätte ich noch einen Penis, hätte ich eine
Erektion.

Als ich die Füße in den Catsuit steckte, kam mir das wie ein spezielles
Bondage vor. Ich zog das Teil hoch und die Erregung stieg. Der Catsuit
war schrittoffen, so dass man die Metallplatte des Keuschheitsgürtel
sah, zusammen mit dem falschen Penis in seinem Stahlgefängnis. Dann
steckte ich die Arme in die Ärmel und zog schließlich die Haube über den
Kopf. Dann zog ich alles sorgfältig glatt.

„Der Rücken ist noch offen, Herrin.“

„Ja, es gibt keinen Reißverschluss. Und warum?“

„Weil ich ihn sowieso nie wieder ausziehen kann?“

„Richtig, mein Latexpüppchen. Warum ich dich Püppchen nenne? Du hast
eine so kleine Taille wie eine Barbie-Puppe.“ Sie wandte sich an den
Gärtner. „Klebe den Einstieg zu. Hier ist Vulkanisiermittel. Und mache
es ja sorgfältig, es is für immer und soll deshalb gut aussehen.“

Ich fühlte, wie er in meinem Rücken arbeitete. Stück für Stück arbeitete
er sich vor und strich alles immer wieder sorgfältig glatt. Schließlich
war er fertig.

Sie inspizierte das Werk. „Sehr gut! Man sieht die Naht praktisch nicht
mehr. Michelle, du kannst wirklich zufrieden sein mit deiner neuen Haut,
mein Gummipüppchen. Und warum bist du nun ein Gummipüppchen?“

Ich schaute sie fragend an und sagte nichts.

„Weil du meine Sklavin bist. Das habe ich die ja bereits bei unserem
letzten Treffen gesagt. Aber was fehlt dir, damit man deinen Status
sofort sieht?“

„Ein Sklavenhalsband?“

„Richtig. Natürlich braucht ihr beide eines. Und ich habe mich gut
vorbereitet. Es ist ja unglaublich, was es heutzutage an neuartigen
Materialen gibt. Das letzte Halsband von Michelle war noch aus einfachem
Edelstahl, aber ich habe keine Mühen gescheut um die beste Legierung
aufzutreiben. Die ist mindestens so hart wie jede Metallsäge.“

Sie wies den Gärtner genau an, was er machen musste. Und er tat es mit
einer geweiisen Befriedigung in seinem Gesicht. Er musste doch wissen,
dass er gleich selbst an die Reihe kam?

Jedenfalls wurde mir der Hals des Catsuits mit Kleber eingeschmiert und
dann das Teil mit den zwei Wülsten übergeszogen. Es war nicht einfach,
es über meinen Kops zu bekommen. Dieses schien noch breiter zu sein als
das letzte.

Und dann wurde wieder ein Metallband darumn gewickelt. Es war dünner,
aber doch viel sperriger. Deshalb gab es mehr Lagen. Nach längerer Zeit
hatte ich wieder ein Sklavenhalsband, das noch mehr Ringe als das andere
hatte. Und das Wort Sklave war knallrot. Zusätzlich stand vorne in
kleiner Schrift: „Immer anketten!“

Die Ringe klimperten nun bei jeder Bewegung.

Nun war der Gärtner an der Reihe. Erst jetzt wurde ihm klar, was da auf
ihn zukam. „Aber Herrin…“, stotterte er.

„Wer hat dir erlaubt zu reden? Ich sehe, dass man Sklaven nicht ohne
Knebel lassen kann. Michelle, lege ihm einen Knebel an.“

Er wollte protestieren, aber ich hatte reichlich Erfahrung mit Knebeln.
In kürzester Zeit hatte er den roten Gummiball im Mund und ich hatte die
Riemen um seinen Kopf befestigt. Dann sicherte die Herrin das Ganze mit
einem Schloss.

Ungläubig fasste sich der Gärtner an seinen Mund.

„Viel besser. Michelle, was habe ich eben über meine Sklaven gesagt?“

„Dass alle einen Knebel tragen müssen?“

„Richtig, mein Gummimädchen. Aber ich habe für dich etwas besseres.
Damit deine Schönheit nicht durch so einen Ball gestört wird, sondern
alles einheitlicher wird. Mache diese Dose auf.“

Ich tat es und fand dort eine Art Zahnprothese, aber in schwarz. Ich
nahm sie heraus und stellte fest, dass sie aus Gummi war. Es gab ein
oberes und ein unteres Teil. Das obere sah aus wie eine gewöhnliche
Prothese, mit einem Halbrund aus Gummizähnen und einer Gaumenplatte.
Darauf war eine kleine Erhebung, die wie eine winzige Pfeife aussah. Das
untere Teil hatte zusätzlich einen genoppten Gummisack, der wohl für die
Zunge war.

„Hier ist permanenter Zahnkitt. Hält bei meiner Krone seit zwanzig
Jahren. Du weisst, was du zu tun hast.“

Wieder ergriff mich diese seltsame Erregung, der ich schon einiges an
Ungemach zu verdanken hatte. Aber ich konnte mich nicht dagegen wehren.
Erst recht nicht nach der neuen Dosis Drogen.

Die Herrin beobachtete genau, wie ich die zwei Komponenten des Kitts
mischte und beide Prothesen damit sorgfältig einstrich. Dann nahm ich
erst das obere Teil und drückte es auf meine Zähne, dann folgte das
untere Teil, bei dem ich meine Zunge in den Gummisack tat.

„Sehr gut. Jetzt sehr feste zubeißen!“

Ich tat es. Es fühlte sich merkwürdig an, dass meine Zähne nun von etwas
elastischen umschlossen waren. Und ich konnte meinen Mund nicht mehr
ganz so weit schließen, aber es waren nur wenige Millimeter.

„Mach den Mund wieder auf.“

Ich tat es, und sie sah hinein. „Sehr schön, alles schwarzer Gummi, wie
es sich für ein Gummipüppchen gehört. Sage etwas.“

Ich folgte dem Befehl, aber es kam ohne eine bewegliche Zunge nur
unverständliches Lallen heraus.

„Prima. Wo wir gerade bei deinem Kopf sind, können wir auch gleich noch
die Haube aufsetzen.“

Haube – Ich hatte doch schon eime auf dem Kopf? Aber das Gesicht war ja
noch frei, und ich war mir nun sicher, dass sie mich wirklich
vollständig in Gummi einschließen wollte. Ich war jetzt so erregt, dass
ich es kaum erwarten konnte. Ganz in Latex, welch tolle Idee!

Dieses Mal musste ich mir erst das Gesicht mit dem Kleber einschmieren.
Der Gärtner hatte ihr genau erzählt, was er gehört hatte. Noch einmal
sollte es nicht möglich sein, das Gesicht mit einem Skalpell
freizuschneiden. Dann zog sie aus einer Latex Haube innen eine
Schutzfolie und zog sie mir über de Kopf. Mir war klar, was das
bedeutete. Gleich würde sie mit den Catsuit vulkanisieren und unlösbar
mit meinem Kopf verbunden sein, und zusätzlich mit meinem Gesicht
verklebt. Es verpasste mir eine neue Dosis Erregung.

Die Haube hatte Öffnungen für Augen, Nase und Mund. Am Mund ging sie um
die Lippen herum bis in die Mundhöhle. Nachdem alles saß, öffnete ich
probeweise den Mund. Es ging relativ problemlos. Nur die Lippen waren
etwas gefühllos. Mein Kopf war außer den Augen völlig schwarz, und auch
wenn ich den Mund öffnete, änderte sich das nicht. Nun spürte ich, wie
der Kleber anzog. Ich hatte kein Gesicht mehr, nur noch eine schwarze
Kugel.

Die Herrin war sehr zufrieden, als sie mich genau betrachtet hatte. „Das
ist perfekt für eine Sklavin. Für eine Sexsklavin, sollte ich sagen.
Niemand sieht ein meschliches Wesen, und dein Mund taugt mit den Noppen
auf der Zunge nur noch für eine Sache, denn Sprechen kannst du nie
wieder. Das ist ja auch völlig überflüssig für jemanden wie dich.“

Der Gärtner hatte sich etwas zurückgeszogen, wohl in der Hoffnung, dass
ihm weiteres erpart blieb. Aber keine Chance. Nun musste ich ihm ein
Halsband anlegen. Das war richtig Arbeit, und mir wurde in meiner
Latexhaut ziemlich warm. Aber einige Zeit später sah sein Hals genauso
aus wie meiner. Er hatte es sich zwar gefallen lassen, sah aber nicht
gerade glücklich aus. Ohne die Drogen wäre er wohl ausgerastet.

Die Herrin entdeckte eine Gänsehaut, da sein Torso ja unbedeckt war.

„Oh, du frierst ja. Aber ich sorge gut für meine Sklaven und habe die
passende Kleidung.“

Er hatte wohl mit etwas üblen gerechnet, schnaubte beim Anblich der
Latex-Dienstmädchenuniform doch durch den Knebel. Aber es half nichts.
Wenig später hatte er sie an, zusammen mit Latex-Stiefelchen mit hohen
Absätzen und natürlich einem Spitzenhäubchen, auf seinen schwarzen Kopf
geklebt. Mit krummen Beinen stand er nun da und schaute auf seinen weit
ausgestellten Rock, sichtlich keine hohen Absätze gewohnt.

Mit seinem kräftigen Körperbau und ohne Brüste sah er aus wie eine
Karikatur. Das war ziemlich erniedrigend, zumal man ja sein Gesicht
erkennen konnte. Und das alles, wo er diese Dinge überhaupt nicht
mochte. Aber warum hatte er sich auch mit dieser Frau eingelassen?
Selber schuld. Ich hatte kein Mitleid, da er mich auch noch verraten
hatte.

So war es mir fast eine Genugtuung, als ich ihm sine Beinkette anlegen
musste. Nun war seine Schrittlänge auf 30cm reduziert, was ihn wegen der
ungewohnten Absätze fast völlig bewegungsunfähig machte.

Aber damit war es noch nicht vorbei, das war mir klar. Meine Hände und
Füsse waren ja noch unbedeckt. Sie nahm eine lange Kette, legte sie
zweimal um einen dicken Balken, und machte je ein Ende an unseren
Halsbändern mit einem Schloss fest.

„Ich muss nur noch ein paar Sachen holen. Wartet auf mich“, sagte sie
spöttisch.

Als sie zurück kam sah ich, was sie für mich im Sinn hatte. Ich musste
ein Paar Latex Hufstiefel anziehen, die natürlich auch festgeklebt
wurden. Sie waren wie Stiefel mit sehr hohen Absätzen, nur ohne Absätze,
statt dessen mit einem echten Hufeisen unter der Sohle. Mein Fuß ähnelte
nun verblüffend einem Pferdefuß.

Als ich dann aufstand, konnte ich erstaunlich gut laufen. Die Hufeisen
gaben mit ihren großen Flächen guten Halt, auch wenn es keinen Absatz
gab. Da war ich ganz anderes gewohnt.

Und dann kamen meine Hände an die Reihe. Bald hatte ich auch dort Hufe.
Das Ganze war wie seinerzeit die Kugeln gemacht, meine Hände waren in
dickes Gummi gegossen. Nur die Form war jetzt anders, eben wie ein Huf,
und auch mit einem Hufeisen daran. Und die Innenkonstruktion war diesmal
aus Metall. So konnte man es nicht mehr abschneiden.

„So, mein süßes Gummipony, gleich sind wir fertig. Dann bist du das, was
jeder Mann ist: Ein dummes Tier. Denn nur Menschen können sprechen oder
schreiben. Und dumme Ponys muss man am Weglaufen hindern. Die Cowboys
machten das mit einem Strick um die Vorderbeine, aber ich habe natürlich
besseres.“

Nun bekam ich auf die selbe Weise wie das Halsband je ein Band um
Handgelenke und Füße. Dann wurden die beiden Fußschellen mit einer
kurzen Kette durch Schlösser verbunden.

„Als letzter Schritt das Zaumzeug.“

Um den Oberkörper bekam ich ein stabiles Harness aus dickem, steifen
Latex, das meine Brüste betonte. Und dann Zaumzeug um den Kopf, wobei
ich eine Trense zwischen meine Gummizähne nehmen musste. Jetzt wunderte
ich mich auch nicht mehr über die vielen Ringe an meinem Halsband, durch
die nun das Zaumzeug lief, inklusive der Zügel zu meiner Trense. Zuletzt
kam der Dildo aus meinem Po, ersetzt durch einen, an dem ein langer
Pferdeschwanz befestigt war. Wieder ging mir das Klick durch Mark und
Bein.

Nun war ich aufgezäumt wie ein Pony, mit Scheuklappen und einem
Federbusch auf dem Kopf. Mit Hufen statt Händen und Füßen. Vollständig
in Latex gehüllt, selbst im Mund. Und alles außer dem Zaumzeug war
dauerhaft an mir befestigt. Es schein undenktbar, dass das wieder
abging. In meinem Zustand fand ich es klasse, es elektrisierte mich.

„Und du, mein süßes Gummipony, bekommst eine Aufgabe. Reden kannst du ja
nicht mehr, das wäre ja auch völlig unangebracht für ein Pony. Aber
wiehern. Oben in deinem Mund ist eine kleine Pfeife. Wenn du Luft
dadurch drückst, ertönt ein Ton. Probiere es.“

Mit der kaum beweglichen Zunge war es nicht einfach, aber ich hörte dann
ein Pfeifen.

„Gut, du übst jetzt laufend, bis sich das wie ein Wiehern anhört. Dann
wirst du nie wieder ein anderes Geräusch von dir gegen als wiehern,
klar?“

Ich nickte. War ja ganz klar, dass ich nur noch wiehern konnte. Und
begann zu üben.

Sie wandte sich an den Gärtenr, der noch immer an dem Balken
festgekettet war. „Da ist ein Karabiner, mache das Pony an der Kette
fest. Ein Schloss brauchen wir da nicht, denn Ponys haben ja keine
Hände, um sich loszumachen.“

Er beilte sich, dem Befehl folge zu leisten. Deutlich war die Angst in
seinem Gesicht zu lesen, noch mehr erdulden zu müssen. Noch war seine
Uniform entfernbar, das wollte er nicht aufs Spiel setzen. Nicht,
nachdem er gesehen hatte, was sie mit mir gemacht hatte. Und natürlich
war er unter dem Einfluss der Drogen, wenn er auch nicht mehr so
apathisch wirkte.

„So, und nun verklebe sorgfältig das Zaumzeug. Alles außer den Zügeln.
Gib dir viel Mühe, sonst wirst du am eigen Leib erleben, wie das gemacht
werden muss. Ich werde es genau kontrollieren, wenn ich zurück bin.“
Damit ging sie.

Er zitterte tatsächlich, als er das Vulkanisiermittel nahm. Sehr
sorgfältig begann er Harnes und Zaumzeug auf meinen Catsuit zu kleben.
Ich war noch hoffnungsloser eingeschlossen, und würde mich wohl an den
Federbusch auf meinem Kopf gewöhnen müssen.

Obwohl ich meinte, alles normal zu erleben, war das natürlich nicht der
Fall. Die Aussicht, auf unabsehbare Zeit ein Latex Ponygirl zu sein,
schockte mich überhaupt nicht, eher im Gegenteil. Ich empfand eine immer
mehr gesteigerte Erregung. Nur zu schade, dass es keinen Spiegel gab,
ich hätte mich gerne gesehen. Was mir nicht klar war, dass nach jedem
Hype der Kater garantiert folgen würde. Durch die Drogen war ich wie im
Rausch, eine tolle Fantasie erlebend.

Und eigentlich wollte ich immer mehr, wollte nicht, dass der Rausch
endete. Momentan war das dadurch sichergestellt, indem Riemen nach
Riemen verklebt wurde. Und das mein Wiehern immer realistischer klang.

Es dauerte einige Zeit, bis sie zurück kam. „Ich habe doch noch etwas
holen müssen. Ich wollte ja eigentlich, dass dein Gesicht zu sehen ist,
damit jeder sieht, was dieser Gärtner tatsächlich ist. Aber eigentlich
ist es viel besser, wenn man dich nicht erkennen kann. Das ist doch
richtig, mein Pony?“

Ich wieherte zustimmend. Alles, was die Herrin sagte, war richtig.

„Oh, das hört sich ja schon sehr gut an“, lobte sie mich. Dann
streichelte sie mich auf der gummibedeckten Brust. „So muss ein gutes
Pony sein. Und du willst doch mein gutes Pony sein?“

Ich wieherte erneut zustimmend.

„Gut. Dann nimm dir jetzt ganz fest vor, nie wieder einen anderen Ton
von dir zu geben als Wiehern“, sagte sie eindringlich.

Ich nahm es mir vor. Es war klasse, von der Herrin gelobt zu werden. Und
zu wiehern war ja auch völlig richtig für mich, alles andere war falsch.

„Und für sich habe ich auch eine Belohnung“, sagte sie dem Gärtner. „Der
Ball in deinem Mund ist nicht sher angenehm, oder?“

Er schüttelte den Kopf. „Dann habe ich hier etwas viel bequemeres.“ Sie
hielt eine Kopfmaske hoch. „Und du willst doch auch nicht, dass dich
jemand so erkennt?“

Er schüttelte erneut den Kopf.

„Gut, ich nehme die jetzt den Knebel ab. Dann schmierst du dir den
Kleber ins Gesicht.“

Er nickte, etws unsicher. Einesteils wollte er den Ballknebel los
werden, aber ihm erschien die Haube doch unheimlich, die er jetzt
permanent tragen sollte.

Trotzdem folgte er den Befehl. Dann zog er sich die Haube über den Kopf.
Ich kannte das Modell, ich hatte es selber getragen. Mit einem Penis
nach innen und nach außen. Nur das meiner schwarz gewesen war, dieser
aber sehr lebensecht fleischfarben. Das war vor dem schwarzen Kopf
natürlich sehr auffallend. Oben auf seinem völlig schwarzen Kopf
entsprang nun ein Pferdeschwanz aus schwarzen langen Gummifäden, die
weit auf seinen Rücken fielen. Das gab ihm ein strenges Aussehen. Sehr
extrem.

„Prima.“ Sie war mit dem Resultat sehr zufrieden. „So kannst du dich nie
wieder in der normalen Welt sehen lassen. Und weil du so brav warst,
habe ich auch etwas besseres für dich zum anziehen. Du wirst vom
Dienstmädchen zur Pferde-Betreuerin befördert und kümmerst dich um unser
Pony.“

Sie entfernte die Kette an seinen Beinen und er zog die Uniform aus.
Dann bekam er einen Latexbody ohne Ärmel und schrittoffen. Ohne Kleber
zog er ihn an. Ich konnte nicht mehr erkennen, ob er erleichtert war.

Dann bekam er eine Latex-Jacke. Sie ware in etwa so geschnitten wie die
formalen Jacken, die Frauen bein Dressurreiten trugen. Aber viel
verspielter, mit Rüschen an den Säumen. Unverkennbar sehr feminin. Sie
wurde vorme statt Knöpfen mit drei kleinen Schlössern geschlossen.

Sie reichte bis zu den Oberschenkeln. Da aber das unterste Schloss in
Taillenhöhe war und die Jacke dann nach hinten feminin geschnitten
gerundet war, konnte man die Mitte des Keuschheitsgürtels mit dem in dem
Käfig befindlichen Penis sehen. Das Silber des Edelstahls war sehr
auffallend vor dem fast völlig in schwarz gehüllten Körper.

„So sieht gleich jeder, was ihr seid“, sagte sie zufrieden. „Wenn du dir
auch deinen hast wegschneiden lassen, wird niemand den Unterschied
sehen.“

Ich sah herunter zwischen meine Beine. Das Stückchen Gummi sah in dem
Metallkäfig wirkich echt aus. Mir gefiel es überhaupt nicht. Aber ich
konnte nichts daran ändern, der Keuschheitsgürtel war versiegelt. Und
mit Hufen statt Händen sowieso nicht. Ich war ein Shemale Pony.

Mittlerweile hatte er wieder die Kette an den Beinen. An den krummen
Knie hatte sich nichts geändert, eher im Gegenteil. Aber er würde sich
an die hohen Absätze gewöhnen, was blieb ihm auch übrig?

„So, jetzt ein paar schöne Fotos von euch, damit ich Werbung machen
kann. Die Outfits kosten schließlich Geld, und das müsst ihr verdienen.
Und du, mein liebes Pony, musst noch einen abgebrannten Klub ersetzen.
Kommt mit nach draußen.“

Dort fanden wir einen kleinen Pferdewagen, ein Sulky. Ich musste mich
zwischen die Anzen stellen, die Stangen, die vorne aus dem Wagen ragten.
Dann wurden sie mit Schlössern an meinem Harnes befestigt. Zusätzlich
wurden die Ringe an meinen Hand- äh Hufgelenken daran befestigt, so dass
ich sie praktisch nicht mehr bewegen konnte.

Dann musste sich der Gärtner auf den kleinen Wageb setzen. Ein B-
förmiger Bügel wurde über die Oberschenkel geschlossen und gesichert. Er
konnte nicht mehr aufstehen. Wir waren beide an den Wagen gefesselt. Er
bekam die Zügel in die Hand.

So hatte er sich das Ende sicher nicht vorgestellt, als das ganze heute
morgen begann. Erniedrigt zu einem Fetisch Objekt, und permanent in
Latex. Und ohne Gesicht, statt dessen Gummi mit einem Penis, aus dem
immer wieder Spucke tropfte.

„So, jetzt beginnt die Dressur. Pony, gehe langsam vorwärts und hebe die
Knie dabei weit nach oben.“

Ich machte ein paar Schritte und wäre beinahe gestürzt. Nach ein paar
Minuten ging es etwas besser.

„Das sieht schon ganz gut aus. So, jetzt muss das Pony lernen, auf die
Zügel zu reagieren. Das geht viel besser, wenn es nichts sieht.“

Ich bekam eine Art Schwimmbrille aufgesetzt, die aber völlig
undurchsichtig war.

Der Gärtner konnte ja nicht reden, und so bliben nur die Zügel, um mir
mitzuteilen, wohin ich gehen sollte. Es funktionierte sehr schlecht.

Aber irgendwie kamen wir in dem geräumingen Carport an, was ich an der
Akustik merkte. Plötzlich hatte ich Asphalt unter den Hufen, und man
hörte ein typisches Klipp-Klopp Geräusch. Immer wieder hörte ich
dazwischen einen Fotoapparat auslösen.

Nach einiger Zeit war ich ziemlich erschöpft, und mir war auch reichlich
warm. Nur gut, dass es bedeckt war, in strahlender Sonne hätte ich das
in dem schwarzen Gummi nicht ausgehalten.

Aber nun gab es einen starken Zug an meiner Trense. Das hieße anhalten,
wie ich mittlerweile wusste. Wenigstens zog er nicht mehr so stark, dass
mein Kopf nach hinten flog.

Dann bekam ich die Brille abgenommen. „Ich sehe, das Pony ist müde. Aber
das war ja auch nur der erste Tag. Du wirst viel und fleißig mit dem
Pony üben, es ist in deiner Verantwortung! Und du wirst es auch füttern
und sauber halten. Gib dir viel Mühe, sonst wirst du selber erleben, wie
es ist, ein Pony zu sein. Und denke dran, ein Pony muss immer
festgemacht sein, entweder am Wagen, oder an einer Kette. Sonst läuft es
davon, wie schon einmal. Und das darf keinesfalls geschehen, sonst werde
ich richtig böse.“

Plötzlich erschrak sie. „Das Tor geht auf!“ Ich sah zur Einfahrt und sah
das große Tor sich öffnen. Mit der Haube auf dem Kopf konnte ich nicht
mehr so gut hören.

„Ich dachte, heute und morgen käme niemand! Was hast du blöder Kerl mir
denn erzählt?“, sagte sie sehr wütend.

Wir zuckten bei dem Wutanfall zusammen. Das konnte nichts Gutes für uns
bedeuten. Immer noch unter dem Einfluss der Drogen bekam ich Panik und
stürmte davon. Daran konnte auch zerren an den Zügeln nichts ändern, ich
nahm es kaum wahr.

Erst ein sehr stakrer Ruck, der meinen Kopf schmerzhaft nach hinten zog,
ließ mich anhalten. Ich war auch fix und fertig, atmete heftig durch die
Trense.

Dann hörte ich eine bekannte Stimme. Madame. Auch sehr wütend. Ich bekam
wieder Angst, aber ich konnte nicht mehr flüchten.

„Was ist den hier los?“, rief sie, als sie aus dem Auto ausstieg. „Was
soll dieser Aufzug? Wer seid ihr?“

Natürlich gab es keine Antwort. Ihr Blick wanderte über uns. Das Gesicht
spiegelte einen Mix zwischen Bewunderung und Ärger. „Ist das eine Show
für mich?“

Aber wieder gab es keine Antwort. Sie betrachtete uns genauer. Ihr Blick
blieb an meiner Taille hängen. Das war unverkennbar. „Michelle! Oh mein
Gott! Ich hätte dich nie alleine lassen dürfen!“

„Und wer ist der Fahrer?“, sagte sie mit einem Blick in seinem Schritt.
„Ich nehme doch an, dieser Penis ist echt?“

Ihr Verstand war messerscharf wie immer.

Sie sah sich meinen Fahrer genauer an. „Das kann nur unser Gärtner sein.
Was ist hier nur passiert?“

Sie wollte uns befreien, sah aber die vielen Schlösser. „Mmmh, mmh“,
machte der Gärtner und zog leicht an den Zügeln. Ich war wieder zu Atem
gekommen und lief langsam los. Er lenkte mich zu der Gartenhütte. Madame
folgte uns.

„Ich soll wohl in der Hütte nachsehen? Ist jemand drinnen?“

Der Gärtner schüttelte den Kopf. Darauf ging sie hinein und kam mit
einigen Schlüsseln zurück. Ich hatte nicht darauf geachtet, weil ich
wohl Schlösser zu sehr gewohnt war. Aber er. Und zwischen den übrig
gebliebebn Sachen von unserer Transformation lagen auch die Schlüssel.

Kurz darauf waren wir beide von dem Wagen gelöst.

„Setzt euch erst einmal in die Hütte. Mit den Hufeisen kommst du mir
nicht ins Haus. Ich muss telefonieren.“ Damit stürmte sie davon.

Der Gärtner machte die Kette an mein Halsband und begann meine Gummihaut
mit einem Glanzmittel abzureiben. Wie befohlen, kümmerte er sich um sein
Pony.

Zwei Tage später.

Madame saß mit allen zum Haus gehörenden Personen plus dem Arzt im
Schuppen, der pikanterweise früher ein Pferdestall gewesen war. Nun war
er das wieder. Eine Pferdebox war mein neues Zuhause. Zwar ziemlich
bequem, mit einer nackten Matratze für das Pony, aber nichtsdestotrotz
eine Pferdebox. Von meinem Halsband ging eine Kette an einen Ring an der
Wand. In der anderen Ecke war ein Haufen Stroh: Meine Toilette.

„Gut, dann will ich zusammenfassen, damit alle auf dem neuesten Stand
sind“, meinte der Arzt.

„Die Ergebnisse der Blutuntersuchungen sind gerade eingetroffen. Fangen
wir mit dem ehemaligen Gärtner an, der sich jetzt als Pferdepfleger
versteht. Er vertrug die Drogen deutlich schlechter als Michelle. Er war
sie nicht gewohnt und die Dosis war viel zu hoch, schon toxisch.

Die Drogen werden bei ihm nur schleppend abgebaut. Eine Folge
langjährigem Alkoholmissbrauchs, der die Leber geschädigt hat. Es ist zu
befürchten, das der Alkohol die Wirkung auch vertärkt hat. Es sind
Schäden an seiner Psyche zu erwarten, die auch dauerhaft sein können.
Momentan können wir nur abwarten, bis er wieder clean ist.

Er ist sehr stark konditioniert. Ich denke, wir lassen ihn vorläufig
weiter seine Befehle ausführen. Sonst müssten wir ihn fixieren, und das
kann sich ziemlich negativ auswirken. Wir alle haben den Tobsuchtsanfall
mitbekommen, als er von seinem Pony getrennt wurde.“

Einige sahen zu ihm hin. Wegen der Gummihaube konnte man keine
Gesichtsregung erkennen. Aus dem Penis kam immer wieder ein Tropfen
Spucke. Es war bizarr, selbst für mich.

„Bei Michelle sieht es größtenteils besser aus. Aber sie sollte nie
wieder diesen Drogen ausgesetzt werden, sonst befürchte ich das
Schlimmste. Die Konditionierung dürfte über die Zeit abklingen, noch ist
sie sehr stark. Sie hat momentan leichte Entzugserscheinungen.

Es gibt erste Anzeichen, dass sie es nicht mehr als ultimatives Ziel
sieht, ein braves Pony zu sein. Sie wird einen ordentlichen Brummschädel
bekommen, der wohl mehr als alles andere ihre Ansichten normaliesieren
wird.

Aber das geht natürlich nur teilweise, gemessen an ihrem Aussehen. Es
wäre schön, wenn man alle Spuren an die Vorfälle tilgen könnte, aber
genau das geht nicht. Michelles Haut ist schon sehr mitgenommen, ich
kann da für lange Zeit nichts machen. Selbst bei dem Gärtner scheint das
Aknemittel nicht zu wirken.

Zusätzlich haben wir es mit einem anderen Kleber zu tun, der viel
intensiver wirkt. In der Klinik konnte ich mit modernsten Mitteln
Nanopartikel nachweisen. Das ist ein Teufelszeug.“

Madame unterbrach ihn. „Wie lange wird er halten?“

„Sehr lange. Mindestens einige Monate, vermutlich länger. Im schlimmsten
Fall ist er gar nicht mehr entfernbar.“

„Und was bedeutet das?“

„So große Hautflächen sollten nicht beschädigt werden, das wäre
lebensgefährlich. Also bleibt nichts anderes, als alles so zu lassen.“

„Und das Gummi im Mund, das sie am Sprechen hindert? Wir wissen noch
immer nicht genau, was passiert ist.“

„Das wird entfernbar sein, aber es wird aufwändig werden. Und wir
sollten nicht damit anfangen, bevor sich die Gesundheit stabilisiert
hat. Also frühestens in einer Woche.“

„Also keine Chance, den Täter zu verfolgen. Obwohl mir ziemlich klar
ist, wer das war.“

„Die Metallteile sind auch aus einem anderen Material“, fuhr der Arzt
fort. „Eine sehr widerstandsfähige Legierung. Ein Sägeversuch hat die
Säge zerstört, aber kaum Kratzer hinterlassen. Die Hals-, Arm-, und
Fussbänder werden also noch lange bleiben. Die Aussicht ist noch
schlechter als bei dem Latex. Das Entfernen würde auch das Gewebe
darunter in Mittleidenschaft ziehen. Vor allem am Hals sehe ich große
Probleme, an Armen und Beinen könnte es eher gelingen.“

„Also wird sich erst einmal nichts ändern?“ Sie sagte es mehr als
Tatsache als als Frage.

„Nein. Ich denke, wir vertagen uns einfach um eine Woche. Um Michelle
wird ja bestens gesorgt, er behütet sie wie seinen Augapfel. Und sie
bekommt täglich eine Ausfahrt, für genügend Bewegung ist also gesorgt.“

Tina warf ein, „Ja, aber er kettet sie auch immer an.“

„Vorläufig wirst du damit Leben müssen. Und noch gefällt es Michelle,
aber das wird sich höchstwahrscheinlich ändern. Mal sehen, wir er sich
verhält, wenn das Pony bockig wird.“

Und damit verließen alle den Stall.

Ich dachte darüber nach, was ich gerade gehört hatte. So langsam ging
das wieder besser, und der Vortrag des Arztes hatte mich wachgerüttelt.

Ich fühlte Ärger in mir hochwallen. Da lag ich nun angekettet auf einer
nackten Matratze, von Kopf bis Fuß in Latex gehüllt, und mit Hufen statt
Händen und Füßen. Und ohne die Möglichkeit zu reden, obwohl das nicht
wichtig war. Ich konnte ja wiehern, das war besser.

Das ganze Latex empfand ich merkwürdigerweise nicht einmal als schlimm.
Am schlimmsten war das Wort Sklave an dem martialischen Halsband, was
anscheinend so stabil war, das es nicht zu entfernen war, ohne mich
dabei umzubringen.

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